Archiv der Kategorie: Öffentlichkeitsarbeit

Umwelttheater: Der böse Bauer

Theaterinszenierung an Grundschule sorgt für Unmut in Bauernfamilien

Schulbücher mit einseitigen Lehrinhalten werden immer wieder mal von Landwirten und vor allem Landfrauen kritisiert. Diese Inhalte können mit ein Grund für Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern sein. Deshalb werden in Baden-Württemberg Schulbücher auf zu einseitig ideologische Inhalte geprüft. Auch wenn das dortige Kultusministerium nicht direkt darauf einwirken kann, so setzt es sich moderierend und beratend in die Gestaltung und Auswahl der Schulbücher ein.

Nun sorgt eine Puppentheaterinszenierung an einer Grundschule in der Grafschaft Bentheim für Unmut in den Familien mit Hof.
(c) hille-puppille.de

Dort hat eine Grundschule kurzfristig den Stundenplan geändert und ein pädagogisches Theaterstück aufführen lassen. Was dann geschah, lässt sich dieser Textnachricht entnehmen, die über WhatsApp die Runde machte:

Hallo, ich muss hier mal was loswerden!
Heute kamen unsere Töchter aus der Schule ( Klassen 1+3 der Grundschule Uelsen) nach Hause und sie erzählten sie haben ein Puppentheater – Stück des Figurentheater Hille Puppille“ gesehen. In dem Stück geht es wohl um die Auswirkungen von Überdüngung mit Gülle, Einsatz von Pestiziden und sonstige Verschmutzung von Gewässern auf gefährdete Tiere und Pflanzen!
Der Bauer fährt Gülle ins Gewässer, der Laich der Knoblauchkröte wird krank, die Wildblumen haben Angst vor dem Bauern mit dem Trecker, den Bienen schmecken die Blüten nicht mehr, weil der Bauer Gift drauf gesprüht hat, die Libelle kann sich im Wasser nicht spiegeln, wegen der Gülle darin und den Vögeln schmecken die Mücken aus dem Gülle-Tümpel auch nicht mehr und so weiter…..
Dazu gab es noch eine kleine Broschüre.
Die Inhalte aller Texte darin stammen aus Veröffentlichungen von „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand„, BUND, Greenpeace, NABU, Schrot und Korn.
Unterstützt wird das Projekt u. a. vom Landkreis Grafschaft Bentheim.
Muss das sein??
Da werden die Kinder in der Grundschule indoktriniert, der Bauer ist der Böse!
Ich bin fassungslos! Da muss unser Verband doch aktiv werden und etwas unternehmen, oder?

Öffentlich geförderter Pranger – für Grundschüler pädagogisch aufbereitet

Ich finde, man sollte die Wirkung, die dieses Schauspiel auf Kinder mit bäuerlichem Hintergrund und deren Mitschüler hat, nicht unterschätzen. Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern ist real. Habern sich die Verantwortlichen schon mal überlegt, wie die Anklagen an ihre Eltern auf sie wirken können? In dem hier vorliegenden Fall sprechen die Mädchen den Vorfall offen in der Familie an- Gott sei Dank!. Andere fressen es vielleicht in sich hinein.

Verbundpartner Kreis Steinfurt Biologische Station Kreis Steinfurt e.V. Landkreis Grafschaft Bentheim Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland Stadt Lingen (Ems) Biologische Station Zwillbrock e.V. Westfälische Wilhelms Universität

Das Figurentheater wird durch das Kultusministerium in NRW gefördert, aber auch von der Sparkasse und der Stadt Dülmen. Das ist aber noch nicht genug Förderung: Das Bühnenstück „WokWokWok“ ist im Auftrag eines Naturschutzprojektes konzipiert und gefördert worden.
In diesem Fall von

  • Bundesumweltministerium
  • Umweltministerium NRW
  • Umweltministerium Niedersachsen
  • NLWKN

Hinzu kommen der Kreis Steinfurt, die Biologische Station Kreis Steinfurt e.V., der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, die Stadt Lingen (Ems), die Biologische Station Zwillbrock e.V. und die Westfälische Wilhelms Universität in Münster, die als Verbundpartner aufgeführt sind. Siehe auch https://www.wege-zur-vielfalt.de/

Ich weiß nicht, was den Kindern in diesem Theaterstück nun konkret vermittelt werden sollte. Negative Vorurteile gegenüber Bauern schüren? Gegenüber den Akteuren, mit denen man am Besten – und nur gemeinsam – im Bereich Naturschutz voran kommen kann?

Mit öffentlichem Pranger, selbst für unsere Kleinsten in der Gesellschaft aufbereitet, wird man nur dafür sorgen, dass die Gräben tiefer werden.

Falsch verstanden?

Nach ersten Reaktionen seitens der Schulleitung, soll es sich um ein Missverständnis der Kinder handeln. Die Theateraufführung sollte nicht so anklagend gegen die Bauern werden. Nur haben wohl sehr viele Grundschüler das selbe Missverständnis mit nach Hause genommen.

Landwirte suchen Dialog

Erfreulich ist daher in meinen Augen, dass die örtlichen Landwirte bereits dem Vernehmen nach künftige Dialogangebote mit Lehrern der Grundschule überlegen und nach erstem Ärger den Kopf nicht in den Sand stecken.

3000 Besucher bei Theaterstück

Laut der Internetseite von Hille Pupille haben bereits über 3000 Schüler dieses Stück gesehen. Hoffentlich wurde nicht all diesen Schülern ein zu negatives Bild durch die Puppenspieler Hille & Klaus Menning eingeimpft.

Immer das selbe Lied

„Wir haben es satt“ mit immer der selben Vielstimmigkeit gegen die moderne Landwirtschaft

Die Demo „Wir haben es satt“ gibt es schon seit 2011. Gefordert wird stets die „Agrarwende„. Von einer Anerkennung der Leistungen der deutschen Bauern ist nichts zu spüren.

Landwirtschaft verändert sich- schon immer!

Was hat sich denn zwischenzeitlich so alles getan in der deutschen Landwirtschaft? Ist alles noch so wie vor 8 Jahren?

  • Die Antibiotikagaben in der Nutztierhaltung wurden deutlich gesenkt
  • Die Düngeverordnung wurde verschärft
  • Die Gülle und Gärreste werden zunehmend bodennah mit weniger Emissionen ausgebracht
  • Die landwirtschaftliche Bautätigkeit ist in vielen Landkreisen zum Erliegen gekommen
  • Die Initiative Tierwohl ging an den Start
  • Lebensmittelhändler führen einheitliche Haltungskennzeichnung ein
  • Bauern säen vermehrt Blühstreifen an
  • Bauern müssen ihre Sachkunde bei der Pflanzenschutzmittel-Anwendung regelmäßig erneuern
Dieser Blühstreifen blühte im Jahr 2018 sehr bunt. Die meisten Blühstreifen hatten allerdings mit der Dürre zu kämpfen
wunderschöner bunter Blühstreifen
  • der Wolf breitet sich immer mehr aus und bedroht zunehmend die Weidehaltung in Deutschland, verbunden mit einer überbürokratischen Schadensregulierung
  • Glyphosat wurde entgegen aller wissenschaftlicher Expertise um nur 5 Jahre verlängert.
  • Die Liste der zugelassenen Wirkstoffe für den Pflanzenschutz wird immer kürzer.
  • Das Kastenstandurteil, die Greenpeace/Berlinklage gegen die Schweinehaltung bedrohen die verbliebenen Sauen- und Mastschweinehalter
  • Bioland ist im Massenmarkt angekommen und bei Lidl gelistet

Trotz aller Bewegung stehen wir massiv in der Kritik. Bauern fühlen sich ausgegrenzt, an den Rand der Gesellschaft gedrängt, bringen sich aber vor Ort dennoch weiterhin ehrenamtlich ein.
Und nebenbei sorgen die deutschen Bauern dafür, dass alle satt werden können. Und das mit so hochwertigen und sicheren Lebensmitteln, wie noch nie.

Und wie haben sich die satten Demonstranten bewegt?

Werden die Leistungen der Landwirte, die neuesten Entwicklungen überhaupt wahrgenommen und mittlerweile etwas mehr respektiert? Ich habe das Gefühl, dass die Veränderungen der letzten Jahre, die auch mit großen Anstrengungen der Bauern verbunden waren, kaum oder gar nicht anerkannt werden.

Kampfbegriffe

Stattdessen wird weiter krakehlt. Die Zuspitzungen gegen die

  • Massentierhalter
  • Agrarindustriellen
  • Großbauern
  • dem (Frei-)Handel
  • die Marktwirtschaft, Konzerne,

die alle als schwammige Kampfbegriffe von den Veranstaltern nur zu gerne verwendet werden, nehmen nicht ab. Dabei hat jeder der WHES-Demo-Teilnehmer eine andere Definition von den verwendeten Schlagwörtern.

Diese ungeordnete und vielfältige Pauschalkritik prägt sich bei vielen Bürgern ein und sorgt im Alltag für ablehnende Reaktionen auf Bauern und ihre Tätigkeit.

Bauern leiden unter Pauschalkritik

Das geht nicht spurlos an die Bauernfamilien vorbei. Die geballten Vorwürfe der satten Demonstranten treffen sehr viele Landwirte und deren Angehörigen tief ins Herz- seit Jahren, immer wieder!

Wie viele kleine und mittlere Betriebe geben auf und führen als Grund dafür AUCH das schlechte gesellschaftliche Klima an? Ich habe den Eindruck: immer mehr!

Dabei betonen die Veranstalter von WHES immer wieder, dass sie FÜR die Bauern auf die Strasse gehen und nicht gegen. Wie kommt dieses Zerrbild zu Stande?
Sie müssen in ihrer eigenen Realität gefangen sein.

guter Bauer – böser Bauer ?

Die allermeisten Landwirte empfinden die „Wir-haben-es-satt„-Demo nicht als Bauern-freundlich. Und ich finde, sie haben Recht. Jede der teilnehmenden Organisationen hat ihr ganz eigenes Interesse bzw. Nutzen, an dieser Demo teilzunehmen und dazu zu mobilisieren.

Für viele Ökobauern und Direktvermarkter ist die bunte Demo auch eine günstige Werbemaßnahme für ihren Betrieb. Anders kann ich mir ihre Teilnahme nicht erklären. Andere haben eine tiefliegende Ablehnung gegen den Bauernverband und sind deshalb dabei und noch andere wollen vielleicht einfach zu den „Guten“ gehören. Wobei ja fast alle zu wissen glauben, dass BIO natürlich gut ist- und die anderen eben nicht. Die sind die Bösen, die sich vom DBV, von der Industrie leiten lassen und dabei Tiere quälen und die Umwelt zerstören.

sind die Bauern einfach zu dumm?

Die vielen Teilnehmer und Initiatoren der WHES sind überzeugt, ihre Forderungen würden im Interesse für die Landwirte sein, nur die meisten Bauern seien zu dumm, dieses zu erkennen. Welch ein überhebliches Urteil über die Bauern, die man ja eigentlich im Blick haben will und für die man vorgeblich auf die Strasse gehen möchte. (aktuelles Beispiel: http://www.taz.de/!5565896/)

„gut gemeint“

Ich erkenne an, dass viele Initiatoren und auch Teilnehmer den Landwirten tatsächlich nichts Schlechtes wünschen. Doch leider sind die vielfältig vorgetragenen Wünsche nach einer „Agrarwende“ so widersprüchlich, dass ich glaube, sie haben es nur gut gemeint!

„Dialog statt Protest“ regional & am Brandenburger Tor

Um diese komplexen Zusammenhänge den Verbrauchern zu vermitteln, bieten an vielen Orten Landwirte den Dialog an (regionale Aktionen im Rahmen von Dialog statt Protest). In Berlin soll verdeutlicht werden, dass die meisten Bauern die „Wir haben es satt“-Demo nicht gut heißen wollen.

Es ist auch eine gesellschaftliche Leistung, die Bevölkerung mit sicheren Lebensmitteln zu versorgen. Das ist unser Job und das machen wir gerne!

ohne Landwirtschaft

 

Wie sieht der Frühstückstisch ohne Landwirtschaft aus?

Mit dieser Fragestellung suchen Landwirte im Emsland und der Grafschaft Bentheim den Dialog mit den Verbrauchern. Und zwar schon am kommenden Wochenende an insgesamt 4 Standorten (Nordhorn, Lingen, Meppen & Papenburg).

Dabei spielt der oben abgebildete Frühstückstisch eine große Rolle. Probiert gerne mal den Schieberegler im Bild aus, wie es mit und ohne die Landwirtschaft aussieht.

Bild vergrößert und mit top-Qualität aufrufen

Agrar-Blogger-Camp #3

Das Programm für das #ABC3 steht

Erstmalig wird das Agrarblogger-Camp an einem Tag als BarCamp organisiert, wobei die Teilnehmer selbst an Themen und Vorträgen mitarbeiten dürfen.

13. Februar 2019
18:30 Uhr – Kamingespräch mit Rolf Brauch zum Thema „ausbrennen“ (Angebot an alle, die schon vorher anreisen)

14. Februar 2019
09:30 Uhr – Eintreffen der Teilnehmer/Akkreditierung
10:00 Uhr – Begrüßung (Hans-Michael Lenz & Bernd Degener)
10:30 Uhr – Einführung BarCamp (Lutz Staacke)
11:00 Uhr – Kaffeepause – Aussuchen und Aufsuchen der Themen und Räume
11:30 Uhr – BarCamp 1. Runde
12:30 Uhr – Mittagessen
13:30 Uhr – BarCamp 2. Runde
14:30 Uhr – Kaffeepause
15:00 Uhr – BarCamp 3. Runde
16:00 Uhr – BarCamp 4. Runde
17:00 Uhr – Abschlussrunde (Bernd Degener)

18:30 Uhr – Kleiner „Berliner“ Abend mit Abendessen

15. Februar 2019
09:00 Uhr – Begrüßung (Dietrich Holler)
09:15 Uhr – Storytelling (Stefan Rebein)
10:00 Uhr – Kaffeepause
10:30 Uhr – Filmen mit dem Handy – Tipps und Tricks vom Profi (Matthias Süßen)
11:15 Uhr – Journalisten und Landwirte – ein Problemfeld? (Dirk Fisser, NOZ)
12:00 Uhr – Mittagssnack
12:45 Uhr – Podiumsdiskussion: „Agrarblogger: lustig oder lästig?“ Welche Rolle spielen Agrarblogger für Journalisten?
(Moderation Dietrich Holler)
13:45 Uhr – Abschlussrunde (Dietrich Holler)
14:15 Uhr – Ende der Veranstaltung

Anmeldung/Tickets

  • Agrarblogger/Landwirte: 53,86 €
  • Andere/Journalisten: 264,57 €

Bezahlung möglich mit Kreditkarte, SEPA-LAstschrift oder SOFORT-Überweisung

Anmeldungen bitte per Eventbrite

Es wurde auch eine „Facebook-Veranstaltung“ erstellt. Dortige Zusagen ersetzen keine offizielle Anmeldung über Eventbrite.
Wer möchte, dokumentiert dort, dass er/sie beim ABC3 dabei ist.

LANDVOLK UNTERSTÜTZT DEMO IN BERLIN!

Landwirte fahren nach Berlin!

Kundgebung „Dialog statt Protest“ vor dem Brandenburger Tor in Berlin – Die Vereinigung des Emsländischen Landvolkes unterstützt

Lingen. (VEL) Passend zum Start der Verbrauchermesse „Internationale Grüne Woche“ in Berlin am 18. Januar 2019 möchten Landwirte auf sich aufmerksam machen und mit den Verbrauchern in das Gespräch kommen.

Oftmals ist die Messe als Bühne für eine anklagende und pauschale Kritik an die moderne Landwirtschaft genutzt worden. Daher möchten die Landwirte nun, wie bereits auch einige Male zuvor, selbst aktiv werden und für die moderne Landwirtschaft werben.

Geplant ist es, einen Mähdrescher vor dem Brandenburger Tor zu platzieren. 155 Menschen halten ein Laken, auf dem das Getreide abgeladen wird. Danach stellt sich der Landwirt in die Mitte der 155 Menschen, um zu symbolisieren, dass die Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft gehört. Warum die Zahl 155? Ungefähr so viele Menschen ernährt ein Landwirt pro Jahr, Tendenz steigend.

Um auf die Wichtigkeit ihres Berufes und ihrer Branche hinzuweisen, werden auch einige aktive Landwirte diese Aktion unterstützen. Die Vereinigung des Emsländischen Landvolkes unterstützt diese Aktion mit einer organisierten Bustour nach Berlin.

Georg Meiners und Bernhard Barkmann posieren mit Demonstrationsschildern vor einem Bus mit landwirtschaftlichem Werbeaufdruck
VEL-Präsident Georg Meiners (rechts) wird den Bus aus dem Emsland anführen

Tour-Daten:

Donnerstag, den 17. Januar 2019:

  • Abfahrt um 06:00 Uhr Abfahrt in Meppen (Bahnhof), danach Lohne (Raiffeisen-Tankstelle), Lünne (Parkplatz Hermes), Holsterfeld (Tankstelle Autohof).
  • Ankunft um ca. 13:30 Uhr in Berlin
  • Stadtrundfahrt um 15:00 Uhr.
  • Abendessen

Freitag, den 18. Januar 2019:

  • 11:00 Uhr Start der Kundgebung am Brandenburger Tor
  • Anschließend Fahrt zur Messe Internationale Grünen Woche
  • 17:00 Uhr Fahrt zum Hotel

Samstag, den 19.01.2019:

  • Abfahrt Berlin um 12:00 Uhr.

Die Kosten belaufen sich auf 219,00 € im Doppelzimmer und 279,00 € im Einzelzimmer. Enthalten sind die Kosten für die Busreise im modernen Fernreisebus, die Stadtrundfahrt, 2 Hotelübernachtungen und 2 Frühstücksbuffets im Hotel.
Die Mitglieder der VEL erhalten 100,00 € Rabatt auf dieser Tour.

Interessierte Landwirte, die mit nach Berlin fahren möchten, können sich bei Andreas Deters vom Landvolk Lingen anmelden (Tel. 0591 96307-26 oder unter der E-Mail Adresse deters@landvolk-lingen.de).

Regionale Aktionen im Emsland und in der Grafschaft

Außerdem sind am 19. Januar ebenfalls regionale Aktionen im Emsland und der Grafschaft Bentheim geplant. Landwirte, die sich an den regionalen Dialog-Aktionen beteiligen möchten, können sich mit Kathrin Ter-Heide, vom Landvolk in Meppen, in Verbindung setzen (Tel. 05931 9332-120 oder ter-heide@landvolk-emsland.de).


Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dialogstattprotest.de.

Tue Gutes und blogge darüber

Landwirtschaft meets Social Media

Die Eurotier ist ein Treffpunkt für Landwirte und Tierhalter aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt. In Hannover gibt es während der Woche ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm. Ich freue mich, morgen bei einer Podiumsdiskussion von MASTERRIND dabei sein zu dürfen.

Hier das offizielle Programm der dreiviertelstündigen Veranstaltung:

MASTERRIND auf der EUROTIER auf Stand G41 in Halle 11

Donnerstag, 15. November 2018:

14.00 – 14.45 Uhr

Tue Gutes und blogge darüber – Landwirtschaft meets Social Media

Emily Zimmermann, Moderatorin YouTube-Channel „Sach An“, Nordwest-Zeitung (NWZ), Oldenburg

Thomas Fabry, Fabrykant-Bewegtbildkommunikation, Balve

Bernhard Barkmann, Landwirt und Agrarblogger (BlogAgrar), Messingen

Carolin Bunsen, LAND.SCHAFFT.WERTE e.V., Cloppenburg

Moderation: Rainer Winter, Pressereferent Landwirtschaft und Online-Kommunikation, DLG e.V.

Halle 11, Stand G49, Messegelände Hannover


Kommt gerne vorbei und seid dabei!

Danach gibt es dann sicher noch die Möglichkeit für das eine oder andere Gespräch.

Vom Tierfreund zum Menschenhasser

Landwirt gibt Hetze und Drohungen nach und zieht Bauantrag zurück

Ein nordhessischer Landwirt kapituliert. Grund: Die Kreistagsfraktion der Grünen haben einen Antrag gestellt, dem Landwirt die Pachtflächen eines Landgutes vorzeitig zu kündigen.

Das käme dem Entzug der Existenzgrundlage gleich! Dass dieser Antrag zudem von AfD und SPD positiv kommentiert wurde, lässt tief blicken.

Der Kreisbauernverband steht klar an der Seite der Landwirtsfamilie, kritisiert die politische Erpressung und spricht vom Untergang der politischen Kultur.

Ich gebe im Folgenden den Kommentar und die Stellungnahme des Waldecker Bauernverbandes wieder:

In den letzten Monaten haben wir viel erlebt:
Wir haben erlebt, wie „Tierfreunde“ zu „Menschenhassern“ wurden. Wir haben erlebt, wie sich Freunde und Bekannte von einer Familie zurückziehen und es nicht einmal mehr schaffen, zu grüßen.
Wir haben erlebAntrag zur geplanten Geflügelmastanlage in Waldeck der Grünent, wie sich Massen von Menschen manipulieren lassen, wie fragwürdige „Experten“ zu fachlichen Sachverhalten medienwirksam platziert wurden.

Wir wissen, dass wir als Landwirte gesellschaftliche Akzeptanz brauchen, wir brauchen aber auch eine Gesellschaft, die sich einem Dialog mit uns stellt und den Standort Deutschland für landwirtschaftliche Tierhaltung behalten möchte.

Wir wurden in den letzten Monaten beschimpft, ignoriert und bedroht. Immer im Glauben daran, dass wir ein rechtsstaatliches Verfahren durchlaufen, haben wir stets den Landwirt unterstützt (und hätten es auch akzeptiert, wenn das Ergebnis dieses rechtsstaatlichen Verfahrens negativ gewesen wäre).

Heute ist ein Punkt erreicht, an dem es der Familie nicht mehr möglich ist, die bisherigen Pläne weiter zu verfolgen. So geben wir heute und zu diesem Zeitpunkt folgende Stellungnahme ab:

Stellungnahme

Drei Wochen altes Hähnchen in einem HähnchenmaststallUnser Mitglied, Karl Schwalenstöcker ist sowohl Pächter und Bewirtschafter einer landwirtschaftlichen Domäne des Landkreises Waldeck-Frankenberg als auch Bewirtschafter von Eigentumsflächen. Auf Grundlage dieser Flächenausstattung hat Herr Schwalenstöcker einen Bauantrag zum Bau eines Hähnchenmaststalls gestellt, um mit einem weiteren Betriebszweig den landwirtschaftlichen Betrieb in die nächste Generation zu führen.

Wir teilen Ihnen heute mit, dass Herr Schwalenstöcker seinen Bauantrag zum Bau eines Hähnchenmaststalls zurückgezogen hat.  Vom Tierfreund zum Menschenhasser weiterlesen

Dora-Garbade-Preis 2018

Auszeichnung des Landfrauenverbandes Weser-Ems geht an Anni Barkmann

Herzlichen Glückwunsch der neuen Dora-Garbade-Preisträgerin Anni Barkmann

Welch eine überraschende und freudige Nachricht erhielt ich vorgestern Abend als ich noch im Stall war per WhattsApp: Meine Mutter erhielt den mir bis dahin unbekannten Dora-Garbade-Preis* des Landfrauenverbandes Weser-Ems, der immerhin mit stattlichen 1000€ dotiert ist!

Große Ehre

Natürlich ist die Ehre, die eine solche Auszeichnung mitbringt, viel wichtiger. Ich freue mich wirklich sehr für meine Mutter, die sich über viele Jahrzehnte ehrenamtlich und leidenschaftlich für den Landfrauenverein und natürlich auch für die Landfrauen eingesetzt hat.

Meine Mutter war selber überrascht

Dora-Garbade-Preis 2018 weiterlesen

Kommt ein Bauer in die Stadt

Meine erstes Erlebnis mit Airbnb*

Letze Woche bin ich relativ kurzfristig für zwei Tage nach Berlin gereist. Dazu benötigte ich natürlich eine Schlafstelle. Bisher habe ich fast immer in einem Hotel gewohnt.
Bei der Suche nach freien und nebenbei auch bezahlbaren Hotelzimmern über die üblichen Online-Portale wurde mir sehr schnell klar, dass es sehr teuer wird.

Günstige Angebote – und da spreche ich von happigen 120€ pro Nacht- gab es noch am Stadtrand von Berlin mit einer ellenlangen Anreise zu den Terminen im Zentrum, die ich gerne wahr nehmen wollte.

Ich habe bereits mit innerer Ablehnung und Ärger die Hotels in der 200€-Klasse sondiert, da fiel mir ein, dass es doch Airbnb gibt. Eine Buchungsplattform für private Zimmer- bzw- Wohnungsvermietungen, die auch in der Kritik steht, die Wohnungsknappheit für die Stadtbevölkerung zu verschärfen. Wegen dieser Negativschlagzeilen habe ich zum ersten mal etwas von dem amerikanischen Unternehmen gehört.

Airbnb ist eine kostengünstige Alternative zum Hotel

Also gut.Gucken kostet ja nichts. Internetseite aufgerufen und „Berlin“ in die Suchmaske eingegeben. Da zu erwarten war, dass ich eh wenig Schlaf bekommen würde, habe ich mir die günstigsten Angebote zuerst anzeigen lassen. Und dann stand mein Favorit auch schon an Platz 1 der Suchergebnisse:

Ein Zimmer von „Martin“ in einer WG am Kottbusser Tor. Mitten in Kreuzberg. Für 32 € und ein paar Cent incl. Gebühren. Perfekt!

Urheber: Lienhard Schulz , Berlin-Kreuzberg, "Kotti" Sozialer und 1.Mai-Brennpunkt Selbst fotografiert, Mai 2004 GNU FDL
Kottbusser Tor, Zentrum von Kreuzberg (von Wikipedia)

Ich habe schon viele Geschichten aus Kreuzberg und dem Kottbusser Tor gehört und bin auch mal im Möbel-Olfe einer Kneipe oder Club eingekehrt. Für mich eine ganz andere Welt, total spannend. Für mich war schnell klar, das ich dieses Angebot annehmen werde. Die Bewertungen vorheriger Gäste waren gut mit ein paar Abzügen bei der Reinlichkeit der Räume.

Die Buchung, Registrierung ging wirklich flott und einfach. Ich habe „PayPal“ und mit diesem Zahlungsdienstleister hatte ich überhaupt keine Probleme bei der Buchung und Bezahlung.

Bereits der „Check in“ ist spannend

Am Mittwochnachmittag kam ich in Berlin an und dann wollte ich auch sofort einchecken. Zwischenzeitlich hat mein Kollege René Rempt aus Mecklenburg-Vorpommern sich an mich bzw. meinem Zimmer angehängt, weil er ebenfalls kein bezahlbares Hotel mehr finden konnte. Ich habe ihm die Handynummer des Vermieters gegeben (die werden mit dem Buchungsprozess bei Airbnb normalerweise ausgetauscht) und er hat das OK  (für einen Zwanziger) bekommen, gemeinsam mit mir in dem Zimmer auf der Schlafcouch zu übernachten.

Wir haben uns vor dem Haus verabredet, damit wir gemeinsam einchecken und später auch zusammen zur Veranstaltung des Forums moderne Landwirtschaft zu gehen. Nachdem wir die Eingangstür des mehrstöckigen Altbaus gefunden haben, ging es hinein. Die WG lag im zweiten Stock, die Bewohner waren da und haben uns geöffnet.

Internationale WG

In der WG wurde Englisch gesprochen, ein Deutscher, ein Italiener und ein weiterer englischsprachiger junger Mann, den wir aber nur kurz gesehen haben waren da. Der Bewohner des Zimmers, das wir nun gemietet hatten, weilte im Ausland.

Kurze Wohnungsführung mit Schlüsselübergabe und dann waren wir schon in „unserem“ Zimmer und haben uns kurz ausgeruht, dann frisch gemacht und umgezogen bevor wir und zum Regierungsvietel aufgemacht haben.

Im Flur schnupperten wir einen süßlichen Duft. Vermutlich von einem Joint, aber sicher können wir das natürlich nicht sagen. 😉

Der Abendveranstaltung war sehr interessant und es wurde wie erwartet spät. Zu später Stunde sind wir mit einigen weiteren Gästen in der ständigen Vertretung gelandet zum Kölsch trinken. Irgendwann- vermutlich so um 2- ging es zurück zu unserer Herberge.

Nächtliche Diskussionen über Musik und Landwirtschaft

Als wir die Wohnung betreten haben, war in der Küche noch Betrieb. Wir setzen uns zu dem Deutschen und dem Italiener und diskutierten, nachdem wir uns als Landwirte geoutet hatten, kontrovers, aber respektvoll über Landwirtschaft, Nitrat, Glyphosat und Massentierhaltung. Das volle Programm. Aber auch über Musik, denn unsere Gastgeber waren DJ bzw. Instrumentenbauer. Und beide irgendwie auch Lebenskünstler.

Bleibende Erinnerungen

Dieser Berlinaufenthalt wird mir noch ziemlich lange im Gedächntnis bleiben. Ich bin Leuten zusammen gekommen, mit denen ich niemals sonst diskutiert hätte. Es war spannend und auch aufschlussreich. Ich habe ein etwas besseres Gefühl dafür, wie Großstädter drauf sind, wie sie denken und leben. Und vielleicht haben unsere Gastgeber auch ein etwas anderes Bild von normalen Bauern und der Landwirtschaft erhalten.

Als René und ich am nächsten Morgen die Wohnung verlassen haben, schliefen wohl noch alle Bewohner, so dass wir leider ohne Verabschiedung gegangen sind. Aber wer weiß? Es war bestimmt nicht das letzte Mal Berlin & Airbnb für mich und vielleicht ist dann ja wieder ein Zimmer am Kottbusser Tor frei.

Berlin an einem Oktobermorgen


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ich habe diesen Beitrag aus freien Stücken geschrieben. Ich finde Airbnb spannend und gut. Der in diesem Text eingebaurte Link zur Internetseite von Airbnb ist ein sogenannter Partnerschaftslink, womit ich Reisegutscheine in Höhe von 15€ bekommen kann, wenn darüber Neukunden gewonnen werden. Diese Neukunden bekommen 25€-Reiseguthaben geschenkt.

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Nachwuchskraft aus dem Norden

Vorwort

Eigentlich sollte es nur ein ganz kurzer Artikel über einen kleinen Film bei YouTube gehen, am Ende habe ich ein etwas größeres Fass aufgemacht und generell die Frage nach dem richtigen Weg in der landwirtschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit gestellt.

Das ist bestimmt kontrovers. Deshalb würde ich mich freuen, wenn alle Leser bis ganz zum Ende durchhalten und ihre Einschätzung auch in einem Kommentar hinterlassen.

Auszubildende Schilligmann gefällt der Beruf „Landwirtin“

Levinia-Alexa Schillingmann befindet sich in der Ausbildung zur Landwirtin. In diesem Video erklärt sie, was ihr am Beruf der Landwirtin besonders gefällt.

Ich wünsche mir mehr Geschichten

In diesem Film erzählt die 20-jährige eine kurze Geschichte zu ihrer Ausbildung.
Das macht sie in meinen Augen richtig gut. Sympathisch und authentisch. Ich würde mir weitere Geschichten wünschen, vielleicht auch zu ihren ersten Erfahrungen als frisch ausgebildete Agrarscoutin.

Agrarscoutin Schillingmann unterhält sich vor vom Supermarkt mit Verbrauchern
Levinia-Alexa Schillingmann  als Agrarscoutin im Gespräch mit Verbrauchern

In der örtlichen Tageszeitung wurde über den Agrarscouteinsatz im emsländischen Meppen bereits berichtet, allerdings eher allgemein:

Aber vielleicht müsste die Berichterstattung noch stärker persönlicher und personenbezogen aufgezogen werden, damit die Botschaften besser rüber kommen?

Das sind aber nur Gedanken von mir, wie man es machen könnte… Aber ob ich richtig liege mit meiner Einschätzung?

Jedenfalls bin ich froh, dass das Thema Öffentlichkeitsarbeit immer mehr als sehr wichtig angesehen wird und gerade die jüngere Generation, die Berufseinsteiger hier sehr offen ist.

So habe ich mich sehr gefreut, als im letzten Monat 10 neue Agrarscouts ausgebildet wurden.

10 neue Agrarscouts im Emsland
Levinia-Alexa Schillingmann ist vorne rechts im Bild zu sehen

Es gibt aber auch schon viele Geschichten im Netz

Nur fehlt hier oft die Reichweite. Viele- zu viele- kennen diese Geschichten nicht.

Ich denke an MyKuhTube oder an das Bocholter Landschwein. Das sind hervorragende Kanäle bei Youtube. Es wäre wünschenswert, wenn die Filmbeiträge mehr Verbreitung finden würden.

Hilfe durch Konzerne?

Gestern habe ich anlässlich des internationalen Landfrauen-Tages auf Videoportraits aus der ganzen Welt hingewiesen. Diese wurden von DowDuPont, einem weltweit agierenden Konzern, produziert und verbreitet. Wie groß die Reichweite sein wird, kann ich nicht einschätzen, aber diese Videos sind von sehr hoher Qualität. Und ich finde sie gut!

Der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln bleibt selber in diesen Videos im Hintergrund. im Vordergrund stehen die Geschichten der Frauen. Und deshalb finde ich, sollten wir Landwirte im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit auch mit Firmen aus dem vor- und nachgelagertem Bereich der Landwirtschaft zusammenarbeiten, kooperieren.

Agrarbranche muss zusammenarbeiten

Wir haben gemeinsame Ziele- nämlich die Leistungen der modernen Landwirtschaft der Öffentlichkeit zu zeigen. Deshalb plädiere ich dafür, dass die gesamte Agrarbranche an einem Strang zieht. Die Landwirte dürfen sich dabei nicht verkaufen, das ist klar.

Win-Win-Win

Es sollte eine Win-Win-Win-Situation hergestellt wird. Die Landwirtschaft profitiert und damit auch die Branchen, die auf die Landwirte angewiesen sind. Aber auch die Gesellschaft profitiert, die ein vielfältigeres Bild aus der Landwirtschaft zur eigenen Meinungsbildung erhält.

Tell your story – Erzähle Deine Geschichte

Es gibt so viele Geschichten auf den Höfen, sie müssen nur erzählt werden. Wir müssen mehr und mehr unsere eigenen Geschichten erzählen bevor es andere tun!

Tell your story„- das ist auch das Motto von den Peterson Farm Brothers, die einen riesigen Erfolg mit ihren YouTube-Videos haben.