Archiv der Kategorie: Öffentlichkeitsarbeit

Die Botschaft hinter den grünen Kreuzen

Die Aktion #grüneKreuze ist eine stumme Protestaktion von Bäuerinnen und Bauern

In ganz Deutschland schlagen derzeit Landwirtinnen und Landwirte grüne Kreuze in den Boden. Wir – die Landwirte – werden nun oft gefragt, warum es die Aktion #grüneKreuze gibt, welche Botschaft dahintersteht und was wir uns davon versprechen.

Diese Fragen sind nicht in einem Satz zu beantworten. Denn hinter jedem Kreuz steht ein Betrieb mit einer eigenen Geschichte. Allen gemeinsam aber ist der Ausgangspunkt für diese bundesweite „Graswurzler“- Initiative, der sich immer mehr Betriebe anschließen. Die Situation auf den Höfen ist wegen wachsender Anforderungen schon länger schwierig.

grüne Kreuze

Das sogenannte Agrarpaket aber hat nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Dieses Paket haben die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die Bundesumweltministerin Svenja Schulze gemeinsam geschnürt und am 4. September per Kabinettsbeschluss auf den Weg gebracht. Die darin beschlossenen Maßnahmen haben in der landwirtschaftlichen Praxis zu großer Beunruhigung bis hin zu Entsetzen und Angst geführt.

Tausche Tierwohl gegen Insektenschutz

Das Agrarpaket soll ein Kompromiss sein zwischen Naturschutz und Landbewirtschaftung. Es geht aber auch darum, Tierhaltung im Sinne des Tierwohls zu verteuern, ohne dass der Verbraucher dafür mehr zahlen muss. Insektenschutzprogramm und staatliches Tierwohlkennzeichen heißen die Programme, in denen das geregelt werden soll.

Das Agrarpaket ist so eng geschnürt, dass es vielen Betrieben die Luft zum Atmen nimmt. Im Ackerbau gehen erhebliche Flächen für die Bewirtschaftung verloren, der Einsatz ertragsrelevanter Betriebsmittel soll massiv eingeschränkt werden. Ein hoher Preis für ein Tierwohlkennzeichen, dass angesichts der vielen Label, die es schon am Markt gibt, kein Mensch mehr braucht.

Viele Landwirte sehen nun keine Zukunft mehr für sich und ihre Betriebe. Zunehmend denken Landwirte darüber nach, ihre Betriebe aufzugeben. Die Suche nach jungen Hofnachfolgern wird immer schwieriger. Ein funktionierendes System der Ernährungssicherung wird durch überbordende Vorschriften leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

Am meisten trifft es die Landwirte aber, dass ihr Sachverstand nicht mehr gefragt ist. Dabei liegen von Praxisseite eine Vielzahl von Lösungsansätzen für vorhandene Probleme auf dem Tisch, auch auf denen der verantwortlichen Ministerinnen. Die Ideen wurden abgerufen und diskutiert. Im Agrarpaket tauchen sie an keiner Stelle auf.

Kompromisse sind das Salz in der Suppe einer Demokratie. Diese Suppe aber wurde kräftig versalzen. Denn ein Kompromiss ohne jede Zustimmung ist ein schlechter Kompromiss. Am Ende – und das ist das Fatale – leiden nicht nur die Landwirte unter den absurden Beschlüssen. Auch die Natur und die Verbraucher werden den Kürzeren ziehen. Das also sind die Gründe für ein grünes Kreuz – ein stiller Protest, denn Bauern sterben leise.

Wer einen Eindruck über die Graswurzler-Bewegung #grüneKreuze gewinnen will: https://www.facebook.com/Die-Graswurzler-100884111307744/

Pressekontakt:

Die Graswurzler:
Dr. Willi Kremer-Schillings, kremer-schillings@t-online.de, mobil
0173 2908088
Marcus Holtkötter, marcus@holtkoetter-agrar.de, mobil 0171 2154325
Bernhard Barkmann, bb@barkmann.org, mobil 0151 50749517
Rene Rempt, renerempt@yahoo.de, mobil 0151 56965897
Nadine Henke, broksersauen@hotmail.de, mobil 0162 4858827
Ralf Pauelsen, bauer.pauelsen@arcor.de, mobil 0177 2309896
Dirk Nienhaus, dirk@nienhauslegemann.de, mobil 0176 23482177

Hashtag-Suche in social-media-Netzwerken:

Twitter: https://twitter.com/hashtag/grüneKreuze
Facebook: https://www.facebook.com/search/top/?q=%23grüneKreuze
Instagram: https://www.instagram.com/explore/tags/gr%C3%BCnekreuze/
YouTube: https://www.youtube.com/results?search_query=%23gr%C3%BCneKreuze

Grundschüler wollen ein Dorf aufblühen lassen

Grundschüler aus Messingen legen Blühstreifen an und verteilen kleine Saatgut-Tüten

Welch großartige Aktion der Messinger Grundschüler der Klassen 3 und 4: Bei wirklich ungemütlichen Temperaturen, Sturm (frontaler Gegenwind auf der Hinfahrt) und Regen fuhren die Kids mit dem Rad zu mir auf dem Hof um einen Blühstreifen anzulegen und anschließend noch kleine Tütchen mit der selben Saatgutmischung abzufüllen. Letzteres dann ist der warmen Stube nach gesundem Frühstück.

Schülerwettbewerb „Echt Kuh-L“

Dabei ist dieser tolle Film herausgekommen, der auch beim Schülerwettbewerb „Echt Kuh-l“ eingereicht werden soll.

Aber ganz egal, ob die Kinder einen Preis bei diesem Wettbewerb gewinnen: Der Einsatz hat sich bzw. wird sich sicherlich lohnen. Denn der Blühstreifen und die vielen Blühecken, die in den Gärten in und um Messingen entstehen werden, sind nicht nur eine Augenweide für den Menschen, sondern auch Anziehungspunkte für viele Bienen, Insekten und weitere Tiere.

Hunderte der kleinen Samentütchen werden zur Müllsammelaktion am kommenden Samstag in der Gemeinde Messingen (ca. 1000 Einwohner im Landkreis Emsland) verteilt. Wenn jeder Gartenbesitzer ein Tütchen aussät, werden wir schon bald feststellen, wie toll Messingen wirklich aufblüht!

Und sogar für den übernächsten Sommer haben die fleißigen Kinder vorgesorgt: Zum traditionellen Neujahrsempfang der Gemeinde Messingen soll jeder Besucher ein weiteres Tütchen erhalten. Ca. 400 Besucher kommen am Jahresanfang zusammen, um zurück und auch nach vorne zu schauen. Vielleicht kommen ja sogar noch mehr, wenn sich herum spricht, dass dieses tolle Geschenk auf jeden Besucher wartet?

Jetzt sind die Landwirte in der Pflicht

Diese klasse Aktion der Grundschule wird für die Landwirte in Messingen Motivation und Ansporn sein, weiter Blühstreifen und Blühfelder auf den Äckern anzulegen. Denn nur so kann erfolgreicher Naturschutz funktionieren: GEMEINSAM!
Die Kinder aus Messingen haben schon mal angefangen, jetzt müssen alle mitziehen: die Gartenbesitzer und natürlich auch die Bauern!

Leckermacher

Die Firma Topigs Norsvin hat Anfang des Jahres zu einem Pressegespräch mit anschließendem Grillseminar und der Verkostung ihres neuen TN Duroc IMF Schweins (besser zu merken unter der Bezeichnung „der Leckermacher„) in die Grillschule Santos in Köln eingeladen.

Nachhaltigkeit im Vordergrund

Sie starteten zunächst mit einer Präsentation, in der sie von ihren neuen Zuchtzielen berichteten.
Es überraschte mich positiv, wie sehr das Thema Nachhaltigkeit bei der Zucht im Vordergrund steht.
Dieser ist vor allem auf die Veränderung der Gesellschaft und neue Ansprüche in der Zucht zurückzuführen. Hier wird besonders auf das Tierwohl geachtet, wie zum Beispiel gute Gruppentauglichkeit und ein gutes Sozialverhalten der Tiere, sowie eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.

Die Teilnehmer des Grillseminars stehen bereit, fleißig mit zu kochen bzw. zu grillen.
Blick in die Grillschule (Foto: S. Barkmann)

An den Konsumenten denken

Außerdem ist es ein großes Anliegen der Firma, den Bogen weiter zu spannen als nur bis zur Schlachterei. Beim persönlichen Gespräch mit dem Chef von Topigs, Eduard Eissing, betonte er, dass sie nun bei ihrer gesamten Tätigkeit versuchen auch an den Endverbraucher zu denken, für den sie schließlich produzieren. Auch der jeweilige Landwirt soll dank einer geringen Problemzahl bei der Aufzucht eine höhere Lebensqualität erlangen und mehr Zeit für die Familie haben. Die optimale Work- Life Balance wird erzielt durch geringe Arbeitsbelastung mit gleichzeitiger Qualitätssteigerung des Endprodukts.

Macher by Topigs Norsvin

Projekte wie die „Macher“-Seite tragen zur Wertschätzung und des Bewusstseins dieser Branche bei. Das Magazin gilt als Ventil aller Menschen, die Teil der Fleischproduktion sind, von Landwirten, Köchen, Fleischermeistern bis hin zu den Genießern.

Topigs Norsvin sieht es als seine Pflicht an, aufzuklären und Tipps und Tricks zur Zubereitung von  Schweinefleisch zu teilen.

Unheimlich lecker!

Dieses Schweinefleisch ist nämlich ein ganz besonderes. Ich persönlich, weiblich, 20 Jahre alt, esse sonst kaum Schweinefleisch. Wenn Fleisch, dann Chicken-Wings oder Rindersteak. Aber ich muss ehrlich zugegeben, dass ich noch nie so gutes Schweinefleisch gegessen habe. Dieses Fleisch, ist mit intramuskulärem Fett durchzogen. Ich war auch zunächst skeptisch, da ich sonst immer großzügig um das Fett bei einem Kotelett herumschneide, jedoch war es ein völlig neues  Geschmackserlebnis und nicht vergleichbar mit irgendeinem Fleisch, das ich vorher aß.

Das Ende freiwilliger Umweltleistungen?

Nach dem Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ in Bayern werden freiwillige Umweltleistungen der Bauern in Frage gestellt

Die Themen Bienenschutz und Artenvielfalt liegen seit Jahren im Trend- in der öffentlchen Debatte und auf den Bauernhöfen. Die Zahl freiwilliger Initiativen zur Förderung der Artenvielfalt und des Insektenschutzes sind in den letzten Jahren stark gestiegen.
Das Bewusstsein vieler Landwirte wurde geschärft und so legten zigtausende Landwirte Blühstreifen auf ihren Flächen an. Vielfach unentgeltlich und auf freiwilliger Basis.

wunderschöner bunter Blühstreifen

Diese Praxis könnte nun einen Dämpfer erhalten haben, zumindest in Bayern. Denn hier sind sehr viele von der Art und Weise des Volksbegehrens (einseitig zu Lasten der Bauern) und vom Erfolg (ca. 1,7 Mio Unterstützer) enttäuscht.
Ein Bauernverband im Allgäu rät seinen Mitgliedern, auf freiwillige Blühstreifen zu verzichten.

„Wenn Unterzeichner sagen, dass die Landwirte problemlos auf zehn Prozent ihrer Produktionsfläche verzichten können, dann dürften für sie 50 Euro für 50 Quadratmeter ja kein Problem sein“

Joachim Nuscheler, BBV Unterallgäu bei all-in.de

Trotzreaktionen auf populistisches Volksbegehren kontroproduktiv

Ich kann meine Berufskollegen in Bayern sehr gut verstehen. Die bisher geleisteten Anstrengungen im Bereich Umweltschutz und Artenvielfalt wurden nicht gewürdigt, Rückgänge der Artenvielfalt einseitig den Bauern angelastet. Als Unterstützer des Volksbegehrens sind nur wenige Minuten nötig gewesen, die Bauern müssten dieses Gesetz, sollte es so nach einer Volksabstimmung in Kraft treten, alleine ausbaden.

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Umwelttheater: Der böse Bauer

Theaterinszenierung an Grundschule sorgt für Unmut in Bauernfamilien

Schulbücher mit einseitigen Lehrinhalten werden immer wieder mal von Landwirten und vor allem Landfrauen kritisiert. Diese Inhalte können mit ein Grund für Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern sein. Deshalb werden in Baden-Württemberg Schulbücher auf zu einseitig ideologische Inhalte geprüft. Auch wenn das dortige Kultusministerium nicht direkt darauf einwirken kann, so setzt es sich moderierend und beratend in die Gestaltung und Auswahl der Schulbücher ein.

Nun sorgt eine Puppentheaterinszenierung an einer Grundschule in der Grafschaft Bentheim für Unmut in den Familien mit Hof.
(c) hille-puppille.de

Dort hat eine Grundschule kurzfristig den Stundenplan geändert und ein pädagogisches Theaterstück aufführen lassen. Was dann geschah, lässt sich dieser Textnachricht entnehmen, die über WhatsApp die Runde machte:

Hallo, ich muss hier mal was loswerden!
Heute kamen unsere Töchter aus der Schule ( Klassen 1+3 der Grundschule Uelsen) nach Hause und sie erzählten sie haben ein Puppentheater – Stück des Figurentheater Hille Puppille“ gesehen. In dem Stück geht es wohl um die Auswirkungen von Überdüngung mit Gülle, Einsatz von Pestiziden und sonstige Verschmutzung von Gewässern auf gefährdete Tiere und Pflanzen!
Der Bauer fährt Gülle ins Gewässer, der Laich der Knoblauchkröte wird krank, die Wildblumen haben Angst vor dem Bauern mit dem Trecker, den Bienen schmecken die Blüten nicht mehr, weil der Bauer Gift drauf gesprüht hat, die Libelle kann sich im Wasser nicht spiegeln, wegen der Gülle darin und den Vögeln schmecken die Mücken aus dem Gülle-Tümpel auch nicht mehr und so weiter…..
Dazu gab es noch eine kleine Broschüre.
Die Inhalte aller Texte darin stammen aus Veröffentlichungen von „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand„, BUND, Greenpeace, NABU, Schrot und Korn.
Unterstützt wird das Projekt u. a. vom Landkreis Grafschaft Bentheim.
Muss das sein??
Da werden die Kinder in der Grundschule indoktriniert, der Bauer ist der Böse!
Ich bin fassungslos! Da muss unser Verband doch aktiv werden und etwas unternehmen, oder?

Öffentlich geförderter Pranger – für Grundschüler pädagogisch aufbereitet

Ich finde, man sollte die Wirkung, die dieses Schauspiel auf Kinder mit bäuerlichem Hintergrund und deren Mitschüler hat, nicht unterschätzen. Mobbing und Ausgrenzung von Bauernkindern ist real. Habern sich die Verantwortlichen schon mal überlegt, wie die Anklagen an ihre Eltern auf sie wirken können? In dem hier vorliegenden Fall sprechen die Mädchen den Vorfall offen in der Familie an- Gott sei Dank!. Andere fressen es vielleicht in sich hinein.

Verbundpartner Kreis Steinfurt Biologische Station Kreis Steinfurt e.V. Landkreis Grafschaft Bentheim Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland Stadt Lingen (Ems) Biologische Station Zwillbrock e.V. Westfälische Wilhelms Universität

Das Figurentheater wird durch das Kultusministerium in NRW gefördert, aber auch von der Sparkasse und der Stadt Dülmen. Das ist aber noch nicht genug Förderung: Das Bühnenstück „WokWokWok“ ist im Auftrag eines Naturschutzprojektes konzipiert und gefördert worden.
In diesem Fall von

  • Bundesumweltministerium
  • Umweltministerium NRW
  • Umweltministerium Niedersachsen
  • NLWKN

Hinzu kommen der Kreis Steinfurt, die Biologische Station Kreis Steinfurt e.V., der Landkreis Grafschaft Bentheim, die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland, die Stadt Lingen (Ems), die Biologische Station Zwillbrock e.V. und die Westfälische Wilhelms Universität in Münster, die als Verbundpartner aufgeführt sind. Siehe auch https://www.wege-zur-vielfalt.de/

Ich weiß nicht, was den Kindern in diesem Theaterstück nun konkret vermittelt werden sollte. Negative Vorurteile gegenüber Bauern schüren? Gegenüber den Akteuren, mit denen man am Besten – und nur gemeinsam – im Bereich Naturschutz voran kommen kann?

Mit öffentlichem Pranger, selbst für unsere Kleinsten in der Gesellschaft aufbereitet, wird man nur dafür sorgen, dass die Gräben tiefer werden.

Falsch verstanden?

Nach ersten Reaktionen seitens der Schulleitung, soll es sich um ein Missverständnis der Kinder handeln. Die Theateraufführung sollte nicht so anklagend gegen die Bauern werden. Nur haben wohl sehr viele Grundschüler das selbe Missverständnis mit nach Hause genommen.

Landwirte suchen Dialog

Erfreulich ist daher in meinen Augen, dass die örtlichen Landwirte bereits dem Vernehmen nach künftige Dialogangebote mit Lehrern der Grundschule überlegen und nach erstem Ärger den Kopf nicht in den Sand stecken.

3000 Besucher bei Theaterstück

Laut der Internetseite von Hille Pupille haben bereits über 3000 Schüler dieses Stück gesehen. Hoffentlich wurde nicht all diesen Schülern ein zu negatives Bild durch die Puppenspieler Hille & Klaus Menning eingeimpft.

Immer das selbe Lied

„Wir haben es satt“ mit immer der selben Vielstimmigkeit gegen die moderne Landwirtschaft

Die Demo „Wir haben es satt“ gibt es schon seit 2011. Gefordert wird stets die „Agrarwende„. Von einer Anerkennung der Leistungen der deutschen Bauern ist nichts zu spüren.

Landwirtschaft verändert sich- schon immer!

Was hat sich denn zwischenzeitlich so alles getan in der deutschen Landwirtschaft? Ist alles noch so wie vor 8 Jahren?

  • Die Antibiotikagaben in der Nutztierhaltung wurden deutlich gesenkt
  • Die Düngeverordnung wurde verschärft
  • Die Gülle und Gärreste werden zunehmend bodennah mit weniger Emissionen ausgebracht
  • Die landwirtschaftliche Bautätigkeit ist in vielen Landkreisen zum Erliegen gekommen
  • Die Initiative Tierwohl ging an den Start
  • Lebensmittelhändler führen einheitliche Haltungskennzeichnung ein
  • Bauern säen vermehrt Blühstreifen an
  • Bauern müssen ihre Sachkunde bei der Pflanzenschutzmittel-Anwendung regelmäßig erneuern
Dieser Blühstreifen blühte im Jahr 2018 sehr bunt. Die meisten Blühstreifen hatten allerdings mit der Dürre zu kämpfen
wunderschöner bunter Blühstreifen
  • der Wolf breitet sich immer mehr aus und bedroht zunehmend die Weidehaltung in Deutschland, verbunden mit einer überbürokratischen Schadensregulierung
  • Glyphosat wurde entgegen aller wissenschaftlicher Expertise um nur 5 Jahre verlängert.
  • Die Liste der zugelassenen Wirkstoffe für den Pflanzenschutz wird immer kürzer.
  • Das Kastenstandurteil, die Greenpeace/Berlinklage gegen die Schweinehaltung bedrohen die verbliebenen Sauen- und Mastschweinehalter
  • Bioland ist im Massenmarkt angekommen und bei Lidl gelistet

Trotz aller Bewegung stehen wir massiv in der Kritik. Bauern fühlen sich ausgegrenzt, an den Rand der Gesellschaft gedrängt, bringen sich aber vor Ort dennoch weiterhin ehrenamtlich ein.
Und nebenbei sorgen die deutschen Bauern dafür, dass alle satt werden können. Und das mit so hochwertigen und sicheren Lebensmitteln, wie noch nie.

Und wie haben sich die satten Demonstranten bewegt?

Werden die Leistungen der Landwirte, die neuesten Entwicklungen überhaupt wahrgenommen und mittlerweile etwas mehr respektiert? Ich habe das Gefühl, dass die Veränderungen der letzten Jahre, die auch mit großen Anstrengungen der Bauern verbunden waren, kaum oder gar nicht anerkannt werden.

Kampfbegriffe

Stattdessen wird weiter krakehlt. Die Zuspitzungen gegen die

  • Massentierhalter
  • Agrarindustriellen
  • Großbauern
  • dem (Frei-)Handel
  • die Marktwirtschaft, Konzerne,

die alle als schwammige Kampfbegriffe von den Veranstaltern nur zu gerne verwendet werden, nehmen nicht ab. Dabei hat jeder der WHES-Demo-Teilnehmer eine andere Definition von den verwendeten Schlagwörtern.

Diese ungeordnete und vielfältige Pauschalkritik prägt sich bei vielen Bürgern ein und sorgt im Alltag für ablehnende Reaktionen auf Bauern und ihre Tätigkeit.

Bauern leiden unter Pauschalkritik

Das geht nicht spurlos an die Bauernfamilien vorbei. Die geballten Vorwürfe der satten Demonstranten treffen sehr viele Landwirte und deren Angehörigen tief ins Herz- seit Jahren, immer wieder!

Wie viele kleine und mittlere Betriebe geben auf und führen als Grund dafür AUCH das schlechte gesellschaftliche Klima an? Ich habe den Eindruck: immer mehr!

Dabei betonen die Veranstalter von WHES immer wieder, dass sie FÜR die Bauern auf die Strasse gehen und nicht gegen. Wie kommt dieses Zerrbild zu Stande?
Sie müssen in ihrer eigenen Realität gefangen sein.

guter Bauer – böser Bauer ?

Die allermeisten Landwirte empfinden die „Wir-haben-es-satt„-Demo nicht als Bauern-freundlich. Und ich finde, sie haben Recht. Jede der teilnehmenden Organisationen hat ihr ganz eigenes Interesse bzw. Nutzen, an dieser Demo teilzunehmen und dazu zu mobilisieren.

Für viele Ökobauern und Direktvermarkter ist die bunte Demo auch eine günstige Werbemaßnahme für ihren Betrieb. Anders kann ich mir ihre Teilnahme nicht erklären. Andere haben eine tiefliegende Ablehnung gegen den Bauernverband und sind deshalb dabei und noch andere wollen vielleicht einfach zu den „Guten“ gehören. Wobei ja fast alle zu wissen glauben, dass BIO natürlich gut ist- und die anderen eben nicht. Die sind die Bösen, die sich vom DBV, von der Industrie leiten lassen und dabei Tiere quälen und die Umwelt zerstören.

sind die Bauern einfach zu dumm?

Die vielen Teilnehmer und Initiatoren der WHES sind überzeugt, ihre Forderungen würden im Interesse für die Landwirte sein, nur die meisten Bauern seien zu dumm, dieses zu erkennen. Welch ein überhebliches Urteil über die Bauern, die man ja eigentlich im Blick haben will und für die man vorgeblich auf die Strasse gehen möchte. (aktuelles Beispiel: http://www.taz.de/!5565896/)

„gut gemeint“

Ich erkenne an, dass viele Initiatoren und auch Teilnehmer den Landwirten tatsächlich nichts Schlechtes wünschen. Doch leider sind die vielfältig vorgetragenen Wünsche nach einer „Agrarwende“ so widersprüchlich, dass ich glaube, sie haben es nur gut gemeint!

„Dialog statt Protest“ regional & am Brandenburger Tor

Um diese komplexen Zusammenhänge den Verbrauchern zu vermitteln, bieten an vielen Orten Landwirte den Dialog an (regionale Aktionen im Rahmen von Dialog statt Protest). In Berlin soll verdeutlicht werden, dass die meisten Bauern die „Wir haben es satt“-Demo nicht gut heißen wollen.

Es ist auch eine gesellschaftliche Leistung, die Bevölkerung mit sicheren Lebensmitteln zu versorgen. Das ist unser Job und das machen wir gerne!

ohne Landwirtschaft

 

Wie sieht der Frühstückstisch ohne Landwirtschaft aus?

Mit dieser Fragestellung suchen Landwirte im Emsland und der Grafschaft Bentheim den Dialog mit den Verbrauchern. Und zwar schon am kommenden Wochenende an insgesamt 4 Standorten (Nordhorn, Lingen, Meppen & Papenburg).

Dabei spielt der oben abgebildete Frühstückstisch eine große Rolle. Probiert gerne mal den Schieberegler im Bild aus, wie es mit und ohne die Landwirtschaft aussieht.

Bild vergrößert und mit top-Qualität aufrufen

Agrar-Blogger-Camp #3

Das Programm für das #ABC3 steht

Erstmalig wird das Agrarblogger-Camp an einem Tag als BarCamp organisiert, wobei die Teilnehmer selbst an Themen und Vorträgen mitarbeiten dürfen.

13. Februar 2019
18:30 Uhr – Kamingespräch mit Rolf Brauch zum Thema „ausbrennen“ (Angebot an alle, die schon vorher anreisen)

14. Februar 2019
09:30 Uhr – Eintreffen der Teilnehmer/Akkreditierung
10:00 Uhr – Begrüßung (Hans-Michael Lenz & Bernd Degener)
10:30 Uhr – Einführung BarCamp (Lutz Staacke)
11:00 Uhr – Kaffeepause – Aussuchen und Aufsuchen der Themen und Räume
11:30 Uhr – BarCamp 1. Runde
12:30 Uhr – Mittagessen
13:30 Uhr – BarCamp 2. Runde
14:30 Uhr – Kaffeepause
15:00 Uhr – BarCamp 3. Runde
16:00 Uhr – BarCamp 4. Runde
17:00 Uhr – Abschlussrunde (Bernd Degener)

18:30 Uhr – Kleiner „Berliner“ Abend mit Abendessen

15. Februar 2019
09:00 Uhr – Begrüßung (Dietrich Holler)
09:15 Uhr – Storytelling (Stefan Rebein)
10:00 Uhr – Kaffeepause
10:30 Uhr – Filmen mit dem Handy – Tipps und Tricks vom Profi (Matthias Süßen)
11:15 Uhr – Journalisten und Landwirte – ein Problemfeld? (Dirk Fisser, NOZ)
12:00 Uhr – Mittagssnack
12:45 Uhr – Podiumsdiskussion: „Agrarblogger: lustig oder lästig?“ Welche Rolle spielen Agrarblogger für Journalisten?
(Moderation Dietrich Holler)
13:45 Uhr – Abschlussrunde (Dietrich Holler)
14:15 Uhr – Ende der Veranstaltung

Anmeldung/Tickets

  • Agrarblogger/Landwirte: 53,86 €
  • Andere/Journalisten: 264,57 €

Bezahlung möglich mit Kreditkarte, SEPA-LAstschrift oder SOFORT-Überweisung

Anmeldungen bitte per Eventbrite

Es wurde auch eine „Facebook-Veranstaltung“ erstellt. Dortige Zusagen ersetzen keine offizielle Anmeldung über Eventbrite.
Wer möchte, dokumentiert dort, dass er/sie beim ABC3 dabei ist.

LANDVOLK UNTERSTÜTZT DEMO IN BERLIN!

Landwirte fahren nach Berlin!

Kundgebung „Dialog statt Protest“ vor dem Brandenburger Tor in Berlin – Die Vereinigung des Emsländischen Landvolkes unterstützt

Lingen. (VEL) Passend zum Start der Verbrauchermesse „Internationale Grüne Woche“ in Berlin am 18. Januar 2019 möchten Landwirte auf sich aufmerksam machen und mit den Verbrauchern in das Gespräch kommen.

Oftmals ist die Messe als Bühne für eine anklagende und pauschale Kritik an die moderne Landwirtschaft genutzt worden. Daher möchten die Landwirte nun, wie bereits auch einige Male zuvor, selbst aktiv werden und für die moderne Landwirtschaft werben.

Geplant ist es, einen Mähdrescher vor dem Brandenburger Tor zu platzieren. 155 Menschen halten ein Laken, auf dem das Getreide abgeladen wird. Danach stellt sich der Landwirt in die Mitte der 155 Menschen, um zu symbolisieren, dass die Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft gehört. Warum die Zahl 155? Ungefähr so viele Menschen ernährt ein Landwirt pro Jahr, Tendenz steigend.

Um auf die Wichtigkeit ihres Berufes und ihrer Branche hinzuweisen, werden auch einige aktive Landwirte diese Aktion unterstützen. Die Vereinigung des Emsländischen Landvolkes unterstützt diese Aktion mit einer organisierten Bustour nach Berlin.

Georg Meiners und Bernhard Barkmann posieren mit Demonstrationsschildern vor einem Bus mit landwirtschaftlichem Werbeaufdruck
VEL-Präsident Georg Meiners (rechts) wird den Bus aus dem Emsland anführen

Tour-Daten:

Donnerstag, den 17. Januar 2019:

  • Abfahrt um 06:00 Uhr Abfahrt in Meppen (Bahnhof), danach Lohne (Raiffeisen-Tankstelle), Lünne (Parkplatz Hermes), Holsterfeld (Tankstelle Autohof).
  • Ankunft um ca. 13:30 Uhr in Berlin
  • Stadtrundfahrt um 15:00 Uhr.
  • Abendessen

Freitag, den 18. Januar 2019:

  • 11:00 Uhr Start der Kundgebung am Brandenburger Tor
  • Anschließend Fahrt zur Messe Internationale Grünen Woche
  • 17:00 Uhr Fahrt zum Hotel

Samstag, den 19.01.2019:

  • Abfahrt Berlin um 12:00 Uhr.

Die Kosten belaufen sich auf 219,00 € im Doppelzimmer und 279,00 € im Einzelzimmer. Enthalten sind die Kosten für die Busreise im modernen Fernreisebus, die Stadtrundfahrt, 2 Hotelübernachtungen und 2 Frühstücksbuffets im Hotel.
Die Mitglieder der VEL erhalten 100,00 € Rabatt auf dieser Tour.

Interessierte Landwirte, die mit nach Berlin fahren möchten, können sich bei Andreas Deters vom Landvolk Lingen anmelden (Tel. 0591 96307-26 oder unter der E-Mail Adresse deters@landvolk-lingen.de).

Regionale Aktionen im Emsland und in der Grafschaft

Außerdem sind am 19. Januar ebenfalls regionale Aktionen im Emsland und der Grafschaft Bentheim geplant. Landwirte, die sich an den regionalen Dialog-Aktionen beteiligen möchten, können sich mit Kathrin Ter-Heide, vom Landvolk in Meppen, in Verbindung setzen (Tel. 05931 9332-120 oder ter-heide@landvolk-emsland.de).


Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dialogstattprotest.de.

Tue Gutes und blogge darüber

Landwirtschaft meets Social Media

Die Eurotier ist ein Treffpunkt für Landwirte und Tierhalter aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt. In Hannover gibt es während der Woche ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm. Ich freue mich, morgen bei einer Podiumsdiskussion von MASTERRIND dabei sein zu dürfen.

Hier das offizielle Programm der dreiviertelstündigen Veranstaltung:

MASTERRIND auf der EUROTIER auf Stand G41 in Halle 11

Donnerstag, 15. November 2018:

14.00 – 14.45 Uhr

Tue Gutes und blogge darüber – Landwirtschaft meets Social Media

Emily Zimmermann, Moderatorin YouTube-Channel „Sach An“, Nordwest-Zeitung (NWZ), Oldenburg

Thomas Fabry, Fabrykant-Bewegtbildkommunikation, Balve

Bernhard Barkmann, Landwirt und Agrarblogger (BlogAgrar), Messingen

Carolin Bunsen, LAND.SCHAFFT.WERTE e.V., Cloppenburg

Moderation: Rainer Winter, Pressereferent Landwirtschaft und Online-Kommunikation, DLG e.V.

Halle 11, Stand G49, Messegelände Hannover


Kommt gerne vorbei und seid dabei!

Danach gibt es dann sicher noch die Möglichkeit für das eine oder andere Gespräch.