„Wenn wir die Gänse nicht vertreiben, vertreiben die Gänse uns!“

Endlich hat die Landesregierung von Niedersachsen eingestanden, dass sie verantwortlich ist für die Schäden, die Wildgänse jedes Jahr in zunehmendem Maße verursachen, obwohl die Zuständigkeiten lange bekannt waren.

Ein erster Schritt wurde jedenfalls bei einem Gespräch zwischen hiesigen Landwirten, der Generaldirektion Umwelt und der Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium, Frau Kottwitz, in Brüssel getan.

Gänse machen sich auf den Wiesen und Weiden im Rheiderland breit und werden zum Problem
Gänse machen sich auf den Wiesen und Weiden im Rheiderland breit und werden zum Problem

In den Niederlanden gibt es bereits seit einigen Jahren nationale Regelungen. Die Niedersächsische Landesregierung deutet jetzt also regionale Lösungen an und kann sich nicht mehr hinter EU-Regeln verstecken. Schon fordern die Umweltverbände auf menschenverachtende und respektlose Art und Weise, den Landwirten die Entschädigung zu streichen.

Hier sollen Existenzen von Familienbetrieben zerstört werden-
zu Gunsten von Ideologien.

Es geht einzig und allein um Macht, ebenso wie beim „Masterplan Ems“. Zur Erinnerung: Der Landwirtschaftsminister, Christian Meyer, hatte den Vertragsnaturschutz zur Gänseäsung einseitig gekündigt, die bestehenden Jagdzeiten auf Wildgänse wurden verändert. Arnold Venema, FDP-Kreistagsmitglied, erklärte Umweltminister Wenzel im Sommer 2015, die Landwirte würden die Gänse mit Quads von ihren Flächen vertreiben. Denn jährliche Zählungen bestätigen, dass die Zahl der Wildgänse, vor allem der Nonnengänse, ständig steigt und die Verweildauer zunimmt.
Die Gänse kommen immer eher und bleiben länger, teilweise auch über den Sommer. Besonders Nonnengänse hinterlassen eine derart kahl gefressene Landschaft, dass Wiesenbrüter keine Chance zum Überleben haben, weder erfolgreich brüten können noch Schutz vor Raubtieren finden.

Amos Venema
Amos Venema

Wenn die Natur in Balance sein soll, muss somit die Zahl der rastenden Gänse begrenzt werden und die Landesregierung muss sehr schnell genügend Geld zur Verfügung stellen, dass die Landwirte überhaupt wirtschaftlich in der Lage sind, am Naturschutz mitzuarbeiten. Daten gibt es vor Ort reichlich.

Nach wie vor gilt:
Umwelt- und Naturschutz kann nur mit den Landwirten gelingen!

Über Amos Venema

* Amos Venema aus dem ostfriesischem Jemgum ist Milchviehhalter und engagiert sich sehr in der Öffentlichkeit. Für die Viedeoplatform MyKuhTube hat er bereits viele Videos produziert.

2 Gedanken zu „„Wenn wir die Gänse nicht vertreiben, vertreiben die Gänse uns!“

  1. Hallo Herr Venema,
    Bezüglich der Gänse kann ich Ihren Ärger gut verstehen. Angesichts der offensichtlichen Umweltprobleme hat aber gerade die Landwirtschaft eine hohe Bringschuld in der öffentlichen Erwartungshaltung , z B. ( Bauern düngen Wattenmeer mit. Ems, Problemfluss Nummer eins … NOZ 15. 02. 2016) Wenn sie dieses Feld eigenverantwortlich und selbstbestimmt beackern wollen ,müssen da von der Landwirtschaft offensive erfolgreiche Maßnahmen umgesetzt und begonnen werden .

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