Tierhaltung und Klimagase

In Diskussionen und auf manchen tierhaltungskritischen und -feindlichen Seiten wird man immer wieder mit den gar schrecklichen Zahlen der FAO konfrontiert, nach denen die globale Tierhaltung für 18% der Klimagase verantwortlich wäre. Diese Zahl wurde von der FAO tatsächlich kommuniziert, stammt aber von 2006. Mittlerweile wurde sie revidiert und die FAO nennt nur noch 14,5%.  Das ging an all den Verbreitern der ursprünglichen Zahl mit Sicherheit nicht vorbei und so beweist das Beharren auf die „18“ die Unseriösität dieser Publikationen.

http://www.fao.org/news/story/en/item/197623/icode/

 

„Total emissions from global livestock: 7.1 Gigatonnes of Co2-equiv per year, representing 14.5 percent of all anthropogenic GHG emissions. This figure is in line FAO’s previous assessment, Livestock’s Long Shadow, published in 2006, although it is based on a much more detailed analysis and improved data sets. The two figures cannot be accurately compared, as reference periods and sources differ.“

 

Nun kann man einwenden, dass zwischen 18 und 14,5 kein SOO gravierender Unterschied besteht. Was die Zahlen aber wirklich relativiert, ist die offensichtliche Tatsache, dass hier die Tierhaltung wirklich ganz separat berechnet und die zuvor erfolgte Kohlenstoffsenke durch die Futterpflanzen nicht berücksichtigt wurde. Diesen Schluss lässt eine andere Publikation der FAO zu, welche für die gesamte Landwirtschaft inclusive Tierhaltung 5,3 Gigatonnen/Jahr und somit einen Anteil von 10,8% nennt. Man darf sich dabei nicht durch „Giga“ in Zusammenhang mit „Billion“ verunsichern lassen. Im amerikanischen steht „Billion“ für „Milliarde“.

 

http://www.fao.org/resources/infographics/infographics-details/en/c/218650/

 

Die Zahlen sind von 2011 und somit nicht mehr ganz aktuell. Sie werden sich jedoch nicht in großem Ausmaß geändert haben.  Aber man sieht, dass es auch bei den Berichterstattern der FAO Leute gibt, die ihre Zahlen gerne so interpretieren, dass die Landwirtschaft schlecht dasteht. Und so wird die ungefähre absolute Verdoppelung (2,7 auf 5,3) von 1961 bis 2011 angeprangert. Wenn auch etwas relativiert wird („Agriculture’s greenhouse gas emissions continue to rise – although not as fast as emissions from other human activities“)

 

Dabei bescheinigen diese Zahlen große Verbesserungen. Denn während die Weltbevölkerung in diesen Jahren um das 2,26- fache anstieg und die Zahl der sattwerdenden Menschen um ungefähr das 2,7-fache stieg der Ausstoß von CO2 Äquivalenten für deren Ernährung nur um das 1,96-fache. Einen besseren Beweis für die Effizienz und Nachhaltigkeit moderner Landbewirtschaftungsformen MIT Tierhaltung kann es nicht geben.

 

 

Über Jochen Böhrer

Jochen Böhrer bewirtschaftet einen viehlosen Marktfruchtbetrieb in der Nähe von Stuttgart und verbringt einen Teil seiner Freizeit in den arbeitsarmen Phasen mit der Öffentlichkeitsarbeit in sozialen Netzwerken.

2 Gedanken zu „Tierhaltung und Klimagase

  1. Nun komme ich AdT zuvor: Das liegt nur an dem 10234 – fachen Anstieg der Veganer im Betrachtungszeitraum!! Die verusachen nämlich nur 0,3574 CO2 je kcal im Vergleich zu Tieressern.

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