Tierschützer auf dem Holzweg

Tierschützer demonstrieren gemeinsam mit PeTA

Der Lingener Tierschutzverein demonstrierte am vergangenen Wochenende im emsländischen Lingen gegen die Haltung von Wildtieren beim Circus Krone.

14.07.2018, 18:40 Uhr GEGEN WILDTIERHALTUNG Peta demonstriert in Lingen vor dem Circus Krone
(c) Lingener Tagespost vom 14.7.18

Eigentlich kein Problem, obwohl Krone hohe Standards bei der Unterbringung und Transport seiner Tiere bietet. Die Bedingungen für die Wildtiere werden sicherlich ganz individuell und subjektiv bewertet. Der Cirkus Krone klärt sehr transparent darüber auf, aber dennoch ist es legitim, die Tierhaltung dort zu kritisieren und dagegen zu demonstrieren.

Was für mich allerdings unverständlich ist, ist die Tatsache, dass die Lingener Tierschützer, selber oft Halter von Pferden oder Haustieren, gemeinsam mit Anhängern der Tierrechtsorganisation PeTA demonstrierten.

Deshalb habe ich folgenden Leserbrief geschrieben, der heute in der Lingener Tagespost veröffentlicht wurde:

Bernhrad Barkmann schreibt in der Lingenr Tagespost: "Auf dem Holzweg" Der Tierschutzverein Lingen befindet sich auf dem Holzweg, wenn er Seite an Seite mit PeTA gegen den Zirkus Krone demonstrieren möchte. Sicherlich ist es legitim, die Haltung der Zirkustiere zu thematisieren und kritisieren. Aber gemeinsam mit PeTA? PeTA ist eine Tierrechtsorganisation und möchte keine Tiere schützen. Die Anhänger der Tierrechtsideologie wollen den Tieren Rechte geben und diese mit dem Menschen gewissermaßen gleich setzen. PeTA lehnt jegliche Nutztierhaltung ab- sei es die Haltung von Pelztieren in Pelzfarmen oder die sogenannte Massentierhaltung. Aber auch Bio und ökologische Tierhaltung lehnen sie ab und bezeichnen diese als „Ausbeutung“. Daher auch die Favorisierung des veganen Lebensstils, der bekanntlich ohne tierische Produlte auskommen möchte. Aber PeTA geht mit ihrer Ideologie ja noch viel weiter: PetA lehnt darüber hinaus auch die Haltung von Haustieren wie Hund und Katze ab. Sogar Blindenhunde lehnen die Tierrechtler ab. Und für die Pferdeliebhaber: Reit-, Kutsch- und Dressurpferde gehen – wenns nach PeTA geht – auch nicht. Letztlich macht der Tierschutzverein gemeinsame Sache mit einer Tierrechtsorganisation, die auch die Haustierhaltung ablehnt. Das kann doch nicht im Sinne des Tierschutzvereins sein.
Leserbrief vom 17. Juli 2018 in der Lingener tagespost

Auf dem Holzweg

Der Tierschutzverein Lingen befindet sich auf dem Holzweg, wenn er Seite an Seite mit PeTA gegen den Zirkus Krone demonstrieren möchte.
Sicherlich ist es legitim, die Haltung der Zirkustiere zu thematisieren und kritisieren. Aber gemeinsam mit PeTA?

PeTA ist eine Tierrechtsorganisation und möchte keine Tiere schützen. Die Anhänger der Tierrechtsideologie wollen den Tieren Rechte geben und diese mit dem Menschen gewissermaßen gleich setzen.

PeTA lehnt jegliche Nutztierhaltung ab- sei es die Haltung von Pelztieren in Pelzfarmen oder die sogenannte Massentierhaltung. Aber auch Bio und ökologische Tierhaltung lehnen sie ab und bezeichnen diese als „Ausbeutung“. Daher auch die Favorisierung des veganen Lebensstils, der bekanntlich ohne tierische Produlte auskommen möchte.

Aber PeTA geht mit ihrer Ideologie ja noch viel weiter: PetA lehnt darüber hinaus auch die Haltung von Haustieren wie Hund und Katze ab. Sogar Blindenhunde lehnen die Tierrechtler ab. Und für die Pferdeliebhaber: Reit-, Kutsch- und Dressurpferde gehen – wenns nach PeTA geht – auch nicht.

Letztlich macht der Tierschutzverein gemeinsame Sache mit einer Tierrechtsorganisation, die auch die Haustierhaltung ablehnt. Das kann doch nicht im Sinne des Tierschutzvereins sein.


Die Berichterstattung in der Lingener Tagespost:

13 Gedanken zu „Tierschützer auf dem Holzweg

  1. PETA lehnt Blindenhunde ab, echt?! Das wusste ich nicht!

    Sie könnten doch ein Video über die dunkle Seite der Tierrechte anfertigen, um die Bevölkerung endlich aufzuklären und wachzurütteln. Am besten anschaulich, vielleicht als Zeichentrick, damit es jeder versteht. Womöglich fällt dann endlich der Groschen im Land…

      1. Klingt tatsächlich so, als wolle PETA Blinden den Blindenhund unter Umständen streitig machen. Hab auch nie gesagt, dass die bei PETA ganz sauber ticken.

        Dass es Veganern fern liegt, Blindenhunde zu verbieten zu wollen, konnte man an den empörten und belustigten Reaktionen auf das Video des DJV sehen. Auch bei Personen, die für PETA Aktionen durchführen, habe ich keine Zweifel. Und Sie sollten ihnen eine eigene Meinung zugestehen.

        Grund, Veganer zu sein, war für die meisten nicht die Begegnung mit einem blinden Menschen und seinem Hund, sondern die Massentierhaltung.

  2. Ich werde jetzt gleich die Worte „Tiere“ und „Wildtiere“ benutzen.
    Dies wird sich ab und zu abwechseln, dennoch werde ich in diesem Beitrag mit diesen Wörtern sämtliche Tiere, ob wild oder nicht, betiteln 🙂 nur so vorab.

    Ganz nach dem Motto „ein gemeinsamer Feind verbindet selbst die schlimmsten Gegner“ (Achtung, übertriebene Wortwahl!)

    Kann mich den Vorrednern leider nicht anschließen.
    Man muss nur mal etwas im Internet recherchieren und trifft auf genügend Quellen (auch Peta-ferne), die über die Art, wie Krone die Tiere hält und dressiert, Aufklärung bieten. Aber das ist ja nur die Spitze des Eisberges. (Wild-)Tiere gehören einfach nicht an einen Ort, der ihnen keine artgerechte Haltung bieten kann. Von einer Ecke Deutschlands in die andere gekarrt zu werden bedeutet für jedes Tier Stress und Unwohlsein. Dazu kommen die lauten Geräusche, die Berührungen tausender Menschen, Blitzlichter, Platzmangel und und und.
    Die Tiere, die Krone bei sich führt, sind natürlich gewissermaßen daran gewöhnt und wahrscheinlich ohne Fremdhilfe nicht mehr uneingeschränkt dem „freien Leben“ (in Wildbahn) zurück zu führen. Was aber nicht bedeutet, dass sie weiter in Käfigen ihr Dasein fristen sollen.
    Und zu dem Punkt Tiere im Haushalt.. Man findet immer Salz in der Suppe, wenn man danach sucht. In der Demo ging es explizit um Tiere im Zirkus. Wenn am nächsten Wochenende eine Demo gegen Pferdedressur stattfindet und übernächste Woche eine Aktion gegen die nicht-artgerechte Tierhaltung in kleinen Wohnungen, dann ist das nun mal so. Es kann keine Demo „prinzipiell gegen alles“ geben, das würde den einzelnen Problematiken nicht gerecht werden.
    Außerdem spricht sich Peta immer nur gegen eine Tierhaltung aus die nicht dem Wohl des Tieres entspricht. Ein Leben in Liebe, Fürsorge, ausreichend Platz und Nahrung wird auch von Peta „bewilligt“ (wenn man als Alternative eben das Gegenteil betrachtet).
    Desweiteren sollte man sich mal die Frage stellen, wer „Peta“ überhaupt ist? Das sind Menschen, und jeder von ihnen hat eine eigene Meinung zu vielen (teilweise kontroversen) Themen. Also nicht alle über einen Kamm scheren.
    Und als letztes noch zu den Blindenhunden. Da verweise ich nochmal auf meine obigen Wörter. Werden die Tiere unter Zwang ausgebildet und stehen einem Leben der Unnatürlichkeit, fehlender Liebe und Unglück gegenüber.. wird das nicht befürwortet. Ein Blinder, der seinem Hund mit Liebe begegnet und sich sehr um sein Wohl kümmert (und diesem auch gerecht werden kann! Den manchmal steht die eigene Liebe der artgerechten Haltung im Wege!), dem wird Peta nicht „seinen Hund wegnehmen wollen“.

    Danke fürs Lesen, einen schönen Tag noch! 🙂
    LG

    1. Haben Sie schon einen „Offenen Tag“ in einem Tierheim miterlebt? Wenn Hunderte von Tieren scharren, kratzen und bellen. Da ist die Musik in einem Zirkus nicht lauter. Haben Sie gewußt, dass die Tiere beim „Umherkarren“ keinen Stress erleiden? Was auch wissenschaftlich über Speicheltests von Biologen getestet wurde. Haben Sie gewußt, dass Tierrechtsvereine immer von Zwang bei der Beschäftigung von Tieren schreiben? Das so keine Tiere ihrem Tierlehrer folgen würden, weiß bereits jedes Kind. Nur mit Respekt, Liebe und Geduld werden die Tiere im Zirkus von ihren Bezugspersonen in der Manege beschäftigt. Zumal es ja, z. B. bei Großkatzen, gar nicht möglich ist, die Tiere unter „Zwang“ zu beschäftigen. Wenn es Menschen gibt, die eine theoretische, überhebliche und auch umstrittene Tierrechtsideologien vertreten, sind es oft naive und tierliebe, aber durch die Medienprofis der Tierrechtsvereine “ verunsicherte “ Personen. Fragen Sie sich auch, warum P eta Filmchen manipuliert.? Fragen Sie sich auch, warum dieser Tierrechtsverein, Filmchen für Jugendliche mit den Titeln „Dein Papi tötet Tiere“ oder „Deine Mami tötet Tiere“ herausgebracht hat? Und nicht die Mitglieder eines Tierschutzvereines sind gegen die Tiere im Zirkus, sondern es sind zumeist einzelne Personen, oft in der Verantwortung eines Tierheimes, die sich diesen Tierrechtsideologien ohne zu überlegen hingeben.

    2. Guten Morgen,
      der Satz mit dem gemeinsamen Feind halte ich für sehr gefährlich. Ich gehe doch nicht mit rechtspopulisten auf die Strasse, weil ich deren Finanzpolitik oder Sozialpolitik gut finde. Die AfD z.B. ist im Kern einfach menschenverachtend und da mache ich auch keine gemeinsame Sache. Und das sollte man mit PeTA auch nicht machen.
      Ich habe übrigens dieses Prinzip auch bei der „Wir-haben-es-satt„-Demo kritisiert. Da hat sich von Seiten der Veranstalter auch schon deutlich was getan. Dort sind Tierrechtsorganisationen nicht mehr erwünscht.
      Aber kommen wir zurück zum Zirkus Krone:
      Der Circus Krone macht sehr viel in Sachen Tierschutz und macht das auch transparent. Man sollte für ein eigenes Bild nicht nur die Bilder von PeTA oder anderen Tierrechtsorganisationen bewerten, sondern auch mal die Circusleute selber fragen. Ich finde z.B. die Facebookseite des Dompteurs Lacey sehr gut.
      Und klar, man muss nicht mit der Tierhaltung im Zirkus zufrieden sein. Und man darf auch dagegen demonstrieren. Aber bitte nicht gemeinsam mit PeTA!
      Und bei den Gründen für meine These suche ich nicht das Salz in der Suppe! Das ist doch der Knackpunkt: PeTA möchte keine Tierhaltung. In einer Welt, in der PeTA regiert, gibt es keinen Tierschutz, weil auch keine Tiere mehr da sind. Ob und wie viele Menschen in dieser Welt noch Platz hätten, ist ein anderes Thema- aber auch darüber sollte man mal nachdenken. 😉
      Wenn das Geschwurbel von PeTA zur Tierhaltung („ein Leben in Liebe, Fürsorge …„) weglässt, wird man feststellen, dass es demnach keine Tierhaltung mehr gibt. Desweiteren ist es die Fürsorge ihrer Halter, die auch Zirkustiere deutlich älter werden lässt als ihre Artgenossen in freier Wildbahn. Die Natur ist kein Disneyfilm!
      Und dann noch zum Hass, den PeTA und seine Anhänger verbreiten:
      Da sind Holocaustvergleiche sind sind schon fast Standard, was man sich als Tierhalter von Tierrechtlern anhören muss.
      Heftig war dieser vegane Shitstorm, hunderte schlimmste Kommentare in kurzer Zeit.
      Die junge Landwirtin macht weiter allerbeste Öffentlichkeitsarbeit bei Facebook und lässt sich nicht beirren. Das ist echt stark!

      1. Der Vergleich mit der Wir-haben-es-satt-Demo hinkt, Bernhard! Dort waren militante Tierrechtler nie Mitveranstalter, sondern nur Trittbrettfahrer, die sich an eine von anderen organisierte Demo drangehängt haben. Schwer zu verhindern bei so einer großen Veranstaltung, unerwünscht waren militante und bauernfeindliche Positionen dort immer schon.
        Deine Kritik an Peta kann ich im übrigen weitgehend teilen. Ich würde mich auch hüten, mit denen zusammen etwas zu machen, selbst wenn es gemeinsame Inhalte gäbe, was nicht der Fall ist.

        1. Das Wort „militant“ ist an dieser Stelle vielleicht subjektiv. Soweit ich mich erinnere, war die „Albert Schwetzer Stiftung für die Mitwelt“ Mitveranstalter oder Unterstützer der WHES. Das sind für mich Tierrechtler und Vegan-Apostel. Mit denen kann man in meinen Augen keine Tierhaltung der Zukunft entwickeln (wie übrigens Ecki Niemann glaubt)- sie lehnen sie ja auch weitestgehend ab.
          Und dann hatten die Veranstalter lange Zeit erhebliche Probleme, sich wirklich deutlich von dem veganen Treiben (und Hetze) bei der Demo zu distanzieren.
          Hier ein Beitrag aus 2015: https://blogagrar.de/politik/was-soll-das-was-soll-wir-machen-euch-satt/

  3. Circustiere werden ebensowenig üblicherweise mit Gewalt ausgebildet, wie Blindenhunde oder Reitpferde.
    Peta dagegen verbreitet stetig Hassbotschaften auch gegen Einzelpersonen und fördert militanten Aktivismus. Es bleiben dort auch übelste Hasskommentare stehen und deren „Leiter der Rechtsabteilung“ schreibt sogar selbst welche.
    Also nö. Peta geht mal gar nicht.

  4. Tut mir leid, aber Ihrer Argumentation kann ich nicht immer folgen.
    Organisationen, die Stalleinbrüche durchführen und sie damit legalisieren, dass jemand etwas zu verbergen hätte, sind schlicht kriminell und brechen das Gesetz.
    Ob der Circus Krone oder andere, Tiere artgerecht hält oder nicht, ist Sache der entsprechenden Behörde und sonst niemanden anders.
    Kein Mensch hat das Recht, nicht verurteilte Menschen zu diffamieren und öffentlich bloszustellen.
    PeTa braucht möglichst viele und spektakuläre Schlagzeilen, um möglichst viele Spenden zu
    generieren. Damit sie ihre Hauptamtlich Beschäftigten auch entsprechend bezahlen können.

    1. Die Zahl erscheint mir jetzt etwas zu hoch. Aber es viele Berichte darüber, dass PeTA Hunde und Katzen „euthanisiert“ . Letztlich unterstreicht das meine Aussage, dass PeTA überhaupt keine Tierhaltung möchte. Für PeTA gilt offenbar: Besser ein totes Tier als Tierhaltung

      1. dieser Sachverhalt sollte von allen Seiten beleuchtet werden..
        Ja, Peta hat öffentlich erklärt, dass sie Tiere (auch gesunde) töten.
        Die Frage ist das Warum.
        Peta hat erklärt, dass keine Kapazitäten vorhanden sind, alle Tiere (einigermaßen) artgerecht zu halten, oder so zu halten, das die Tierwürde erhalten bleiben kann. Möglich gewesen wäre eine Haltung bei der jedes Tier weniger als 1qm für sich hätte. Von der medizinischen Versorgung, der Nahrungsbeschaffung und allem anderen mal abgesehen.

        Es stand also die Wahl zwischen
        a) einem weiteren nicht-artgerechten Leben, das keiner Seite gut getan hätte
        b) die Tiere einfach freilassen. Sie so ihrem Schicksal überlassen und hunderten Gefahren (zum einen für die Tiere und auch für alle anderen) überlassen
        c) sie zu töten

        Natürlich kann man das ablehnen, doch sollte man sich auch die Frage stellen wie es dazu kommen kann. Anscheinend gibt es generell nicht genug Möglichkeiten Tiere so zu halten und aufzunehmen, dass Betriebe/Heime /etc ihnen gerecht werden können.

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