Bauernkinder-Mobbing: Schmähbrief an Juliane Vees

Landfrauen und Landwirte, die in jüngster Zeit auf das Thema Mobbing von Bauernkindern aufmerksam machten, erhielten einen Schmähbrief.

ein Hassbrief mit einem bunten Strauß an Pauschalverurteilungen an Landwirte und Landfrauen adressiert, die sich gegen das Mobbing von Bauernkindern stark machen.
Dieser Schmähbrief wurde mehrfach versendet. Im Namen von „Wir haben es satt“

So auch Juliane Vees, die als Vorsitzende des Landfrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern eine Umfrage zum Thema „Mobbing an Bauernkindern“ eine Umfrage initiiert hat (Radiointerview).
Diese Umfrage und auch die steigende Zahl an Betroffenen, die öffentlich (über soziale Netzwerke) von ihren negativen Erfahrungen berichten, sorgte für ein starkes mediales Interesse. Viele Zeitungen berichteten und auch die Tagesthemen griffen dieses Thema auf:

Wer trägt die Verantwortung?

Ich frage mich, wie dieser Hass, diese Ablehnung, diese Polarisierung entstehen konnte?
Sind es die Medien? Oder die vielen NGOs, die sich die Landwirtschaft zur Zielscheibe ausgesucht haben?

Auch „Wir haben es satt“ ist mitschuldig

Der Schreiber bzw. die Schreiberin des Briefes unterzeichnete mit „www.wir-haben-es-satt.de„, dem offiziellen Internetauftritt der Großdemo. Das Unwissen der Teilnehmer der „Wir haben es satt“-Demo ist riesig, ebenso die Vorurteile und leider sorgen die vielen NGOs, die die Demo gegen die moderne Landwirtschaft tragen und organisieren, permanent dafür, dass das auch nicht besser wird. Viele Landwirte versuchen mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit einen Gegenpol zum  sehr verzerrenden Meinungsbild in der Gesellschaft zu liefern, haben aber wenig Chancen, gegen die große Macht der NGOs (die man teils als NGO-Konzerne bezeichnen könnte).

Flinte ins Korn werfen?

Was soll man als Landwirt nur machen, damit die unfairen Pauschalverurteilungen ein Ende haben? Es sind ja nicht mehr nur die üblichen NGOs, die sich auf Kosten der Landwirte profilieren wollen, auch das Umweltministerium fühlte sich im letzten Jahr genötigt, mit den „Bauernregeln“ die Landwirte an den Pranger zu stellen.
Sollen wir alle auf bio umstellen? Den Kopf in den Sand stecken? Den Betrieb einstellen?
Nein! Wir müssen weiter und mehr den Dialog suchen, argumentieren und hoffen, dass irgendwann das Meinungsbild wieder kippt und differenzierter über die deutsche Landwirtschaft berichtet wird.


weitere Beispiele von Pauschalverurteilungen:
Klarstellung:

Mobbing ist generell schlimm- egal wen es aus welchem Grund auch immer trifft. Leider nehmen die Fälle des Mobbings bei Bauernkindern zu. Deshalb ist es wichtig, dieses zu thematisieren und auch die Ursachen dafür zu finden!

14 Gedanken zu „Bauernkinder-Mobbing: Schmähbrief an Juliane Vees

  1. Mobbing, gerade von Kindern, ist generell eine schlimme Sache.
    Mit „wir haben es satt“ hat dieser Brief überhaupt nichts zu tun. Das Unwissen von Agrarbloggern über diese Demo ist riesig.
    Das interessanteste an diesem Blog ist, zu welchen Themen N ICHT Stellung genommen wird.

    1. Doch Herr Ilchmann, „Wir haben es satt“ und die beteiligten Organisationen haben sehr wohl etwas mit diesem unsäglichen Brief und auch mit dem zunehmenden Mobbing zu tun! Das „negative Campaigning“ das dort und von vielen Beteiligten betrieben wird ist genau der Nährboden auf dem solche Dinge wunderbar gedeihen. Jetzt die Hände in Unschuld waschen zu wollen in dem man Mobbing pauschal verurteilt wird der Sache in keiner Weise gerecht. Wer zündelt wundert sich doch auch mit wenn’s brennt, oder? Ein Umdenken und eine Veränderung in der Kampagnenführung braucht es, jetzt!

    2. Eine gesellschaftliche Stimmung, in der Kinder wegen der Berufe ihrer Eltern gemobbt werden, fällt nicht vom Himmel. Viele Köche haben an der dunklen Brühe mitgeköchelt. Wer laut skandiert, man wolle Essen ohne Gift, Essen ohne Antibiotika, Glyphosat verursache Krebs, Güllefluten ergießen sich über die Republik, Tierquälerei wäre die Regel, aber nicht die Ausnahme, und dies über Jahre immer wieder im Januar medienwirksam durch Berlin trägt, muss sich nicht wundern, wenn die Öffentlichkeit irgendwann verinnerlicht, konventionell wirtschaftende Landwirte gehen ihren Landsleuten an den Kragen. So etwas bleibt nicht ohne Konsequenzen.

      Nur weil Sie, Herr Ilchmann, hinter „Wir haben es satt“ stehen“, heißt dies noch lange nicht, dass die Veranstaltung UND vor allem ihre Initiatoren keine Verantwortung tragen.

  2. Ist der argumentative Notstand beim Landvolk so schlimm, daß Kinder auch schon instrumentalisiert werden müssen ?
    Die Verantwortung der Landwirtschaft bei Nitrat und Keime ist doch inzwischen wissenschaftlicher Konsens und Gegenstand des Diskurs.
    Wo ist da die Verurteilung?
    Eine neue Veröffentlichung von Kontrollen durch die Kammer besagt ,daß in 50% der Pestizidanwendungen gegen Anwendungbestimmungen der Pestizide verstoßen wird.
    Das sind doch keine Verurteilungen, sondern eine Praxis in der Landwirtschaft,die abgestellt werden muß.

    Jede auch noch so berechtigte Kritik wird vom Landvolk gleich emotionalisiert, generalisiert und auch noch bei Bedarf -mit Hinweis auf dubiose Quellen – mit den Gruppen, die den Konsens suchen, in Verbindung gebracht.

    1. Bitte? Also mich hat niemand instrumentalisiert, ich hab das Mobbing live und in Farbe erlebt! Wäre es da bei „du stinkst“ geblieben könnte ich das vielleicht noch mit Humor nehmen, aber die Schlagworte die dort kamen sind dann doch deutlich unwitziger und heute scheint mir Gang und Gäbe. Genau so wie Sie hier mit gefährlichem Halbwissen rumstänkern, das Sie irgendwo aufgeschnappt haben, gehen Mobbingtäter auf den Schulhöfen hin und werfen mit Schlagworten um sich, die ihnen in den Medien auf dem Silbertablett serviert werden. Wollen sie die Mobbingtäter und die Organisationen, die dieses Vorgehen täglich befeuern, schützen und unterstützen, dann schämen Sie sich!

      1. Zunächst einmal ist Mobbing keineswegs auf eine bestimmte Gruppe focussieret und die Landwirtschaft nimmt auch da keine Sonderrolle ein.
        Wir haben einen intensiven Richtungsstreit in der Landwirtschaft, in der sich nach den Regeln des Pluralismus jeder einbringen kann ,ohne daß er gleich als krimineller oder unsittlicher Handlanger irgendwelcher öminöse Gruppen oder anderen Prozeßbeteiligten gemobbt werden sollte.
        Seit über 40 Jahren beobachte ich den ökologischen und kulturen Untergang des Kulturraumes Dorf.
        Wo sehen Sie, lieber Kollege, denn gefährliches Halbwissen?

  3. „Das Unwissen der Teilnehmer der „Wir haben es satt“-Demo ist riesig“.
    Dieses Zitat aus dem obigen Text ist meiner Meinung nach ein Paradebeispiel für eine Pauschalverurteilung, wie sie der Text gerade beklagt.

  4. https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Buendnis-distanziert-sich-von-anonymen-Schmaehbriefen-9046013.html

    Das Bündnis „Wir haben es satt!“ hat sich deutlich von den am Mittwoch aufgetauchten anonymen Schmähbriefen gegen Landfrauen und Landwirte in seinem Namen distanziert. Kampagnensprecher Jochen Fritz erklärte gegenüber dem Pressedienst Agra Europe, dass die Briefe keinesfalls aus der eigenen Feder stammten.

    Das Aktionsbündnis habe großes Interesse an einer schnellen Aufklärung; rechtliche Schritte würden derzeit geprüft. Fritz betonte, dass man die Diffamierung von Landwirten grundsätzlich ablehne und vielmehr an einem weiteren Dialog interessiert sei.

    Topagrar.com – Lesen Sie mehr auf: https://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Buendnis-distanziert-sich-von-anonymen-Schmaehbriefen-9046013.html

    1. Wie hübsch, man distanziert sich von einem durchgeknallten anonymen Schmierfink und glaubt damit sei wieder alles gut…
      Was glauben Sie eigentlich woher die Mobbingtäter die Schlagworte haben, mit denen sie die Kinder von Landwirten angehen? Sind die denen spontan im Traum erscheinen? Man braucht doch nur die Transparente der letzten Demo anschauen oder die dort geschwungenen Reden anhören und jeder weiß wo der Hund begraben liegt. Rüsten Sie verbal ab! Distanzieren Sie sich von den Organisationen, die dieses Schlagworte ständig wieder in die mediale Umlaufbahn schießen! Und fangen Sie endlich eine Positivdebatte an, sonst kann Sie beim besten Willen niemand mehr ernst nehmen.

      1. Lieber Herr Schulze Lefert, bei Ihnen scheinen tiefsitzende persönliche Verletzungen vorzuliegen, was ich respektiere. Das macht aber eine sachliche Diskussion schwierig. „Meine Landwirtschaft“ generell und die AbL im Besonderen führen natürlich eine Positivdebatte, wie sich die Landwirtschaft zukunftsfähig weiterentwickeln soll. Wer sich an einigen Slogans einiger Teilnehmer einer Demo aufhängt, kann die Breite der Diskussion vielleicht nicht wahrnehmen. Es gibt in meinen Augen keine Notwendigkeit, sich von einer der beteiligten Organisationen zu distanzieren, sondern auch bei Meinungsunterschieden die nötigen Diskussionen zu führen. Ich frage mich, ob Sie so jung sind, dass schon zu Zeiten Ihrer Mobbingerlebnisse „Meine Landwirtschaft“ oder die Demo „Wir haben es satt“ Stichwortgeber gewesen sein können.

        1. „Wir haben es satt“ ist ein Bündnis aus verschiedenen NGOs, die ordentlich vom Leder ziehen. Seit 2012 etwa bin ich diesbezüglich auf Sendung und höre und schau genau hin. BUND, NABU, Campact und wie sie alle heißen. Hinzu kommen die Grünen. Mittlerweile sammele ich Aussagen, Kampagnenlosungen, Politikersprüche. Schlimm. Deprimierend. In meiner Beurteilung schwanke ich zwischen Verrohung und geistige Brandstiftung.

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