Schlagwort-Archive: Wir haben es satt

Grüne geistige Brandstiftung? Teil 4

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 4 – Glyphosat

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger Zeit auch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält. – Fortsetzung –

Teil 1: Einleitung (5. März 2018)
Teil 2: Massentierhaltung (11. März 2018)
Teil 3: Antibiotika (11. März 2018)
Teil 4: Glyphosat (15. März 2018)

Die Haltung von Bündnis 90 / Die Grünen zu Glyphosat ist eindeutig: Sie haben das Pflanzenschutzmittel satt, wie zahlreiche Spitzenpolitiker noch auf der diesjährigen „Wir haben es satt“-Demonstration im Januar zum Ausdruck brachten. Das Transparent weiter unten belegt es.

Man beachte den Totenkopf auf der Sprühflasche – das Gefahrensymbol für „giftig“ und „sehr giftig“. Nun gilt unverändert, dass die Dosis das Gift macht, und nach diesem Grundsatz wird das Pflanzenschutzmittel hierzulande auch ausgebracht. Leider finden diese wesentlichen Details keine Berücksichtigung in dem Glyphosat-Narrativ der Grünen.

Was impliziert also die Aussage auf dem Transparent? Da sich das Pflanzenschutzmittel nicht selber ausbringt, vergiften Deutschlands Landwirte ihre Mitbürger. Grüne geistige Brandstiftung? Teil 4 weiterlesen

Bauernkinder-Mobbing: Schmähbrief an Juliane Vees

Landfrauen und Landwirte, die in jüngster Zeit auf das Thema Mobbing von Bauernkindern aufmerksam machten, erhielten einen Schmähbrief.

ein Hassbrief mit einem bunten Strauß an Pauschalverurteilungen an Landwirte und Landfrauen adressiert, die sich gegen das Mobbing von Bauernkindern stark machen.
Dieser Schmähbrief wurde mehrfach versendet. Im Namen von „Wir haben es satt“

So auch Juliane Vees, die als Vorsitzende des Landfrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern eine Umfrage zum Thema „Mobbing an Bauernkindern“ eine Umfrage initiiert hat (Radiointerview). Bauernkinder-Mobbing: Schmähbrief an Juliane Vees weiterlesen

Zusammenfassung von „Wir haben es satt“

Glyphosat war Feindbild Nr. 1 bei „Wir haben es satt“

Der Wissenschaftskommunikator und Buchautor Ludger Weß fasste die Glyphosat-Debatte auf der vergangenen „Wir haben es satt“-Demo in einem kurzen Tweet treffend zusammen:

– Versuch einer Zusammenfassung nach : Glyphosat ist ein Düngemittel, das alle Lebewesen tötet und gefährlicher ist als dioxinverseuchtes Asbest aus dem Tschernobyl-Reaktor. Die konventionellen Landwirte wollen damit ihre Kunden umbringen.

Unwissenheit und Vorurteile

Es ist schon beeindruckend mit welchem Unwissen und welchen Vorurteilen viele Demonstranten auf die Straße gingen. Der Videoblogger Dirk Nienhaus vom Bocholter Landschwein befragte einige Teilnehmer der „Wir haben es satt“ in diesem Video: Zusammenfassung von „Wir haben es satt“ weiterlesen

Startschuss für bundesweite Blühaktion

Berlin, 16.1.2018 -(PM)

Am 16. Januar 2018 fiel der Startschuss der bundesweiten Aktion „Deutschland blüht auf!“, zu der die Initiative „Wir machen euch satt“ aufgerufen hat.

Im Rahmen der Eröffnungskonferenz in Berlin erläuterten die Initiatoren und Landwirte Nadine Henke, Bernhard Barkmann und Marcus Holtkötter, dass man in diesem Jahr bewusst auf eine Demonstration im Umfeld der Internationalen Grünen Woche verzichtet habe. Im Mittelpunkt der Aktion solle vielmehr der bundesweite Dialog mit den Verbrauchern stehen.

Foto der Initiatoren bei der Pressekonferenz in Berlin
Bernhard Barkmann, Marcus Holtkötter und Nadine Henke von der Initiative „Frag den Landwirt“. © Sabine Leopold, agrarheute

„Damit es nicht nur bei Worten bleibt, haben wir Landwirte in ganz Deutschland aufgerufen, in dieser Saison verstärkt Blühflächen auszusäen. Damit wollen wir ein sichtbares Zeichen setzen, dass den Landwirte der Schutz der Natur besonders am Herzen liegt“, sagte Marcus Holtkötter.

Das Motto „Deutschland blüht auf!“ greift bewusst die Diskussion um den Insektenschwund auf, ein vieldiskutiertes Thema der letzten Monate in der breiten Öffentlichkeit. „Durch aktives Handeln, etwa durch die Anlage von Blühflächen, können wir Landwirte einen sinnvolleren Beitrag leisten als wenn wir in Berlin auf die Straße gehen“, ergänzte Bernhard Barkmann.

Blühaktion geht nach der grünen Woche erst richtig los

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Wir haben es satt! Ach! So ein Zufall. Ich auch. Immer noch. Und wie!

Infos zum Aktionstag
Das Aktionsbündnis „Wir machen Euch satt“ packt lieber an statt auf Töpfe einzudreschen.

Kommenden Samstag ist es wieder soweit: Das „Aktionsbündnis Wir haben es satt (WHES) demonstriert gegen alles Mögliche rund um die moderne Landwirtschaft in Berlin. Vorrangiges Ziel: Man will der Agrarindustrie die Stirn bieten.

Ich habe es es auch satt. Daher  habe ich meine private Anti-WHES-Demo von 2017 aus dem Archiv geholt, abgestaubt, aufgepeppt und online gestellt. Die Version 2.0 ist um einiges länger als mein erster Text damals. Nicht von ungefähr. Wer gedacht hatte, 2016 war ein heftiges Jahr für die konventionelle Landwirtschaft, wurde 2017 eines Besseren belehrt.

Warum ich auch 2018 nicht bei WHES mitlaufen und der Agrarindustrie die Stirn bieten will? Darum! Wir haben es satt! Ach! So ein Zufall. Ich auch. Immer noch. Und wie! weiterlesen

Deutschland blüht auf

Die Graswurzelbewegung „Wir machen Euch satt“ geht in die vierte Runde

Dazu habe ich Radio Randwirtschaft ein kleines Interview gegeben:

Von Beginn an habe ich die Graswurzelbewegung „Wir machen Euch satt“ unterstützt und später auch organisatorisch unter die Arme gegriffen. Jetzt stehen wir – und damit meine ich hunderte Landwirte, die über des Internet bzw. den sozialen Netzwerken ihr Betriebe vorstellen bzw. sich der öffentlichen Diskussion stellen – vor der vierten Auflage.

Alles begann vor gut drei Jahren

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Stellungnahme von Eckehard Niemann

Eckehard Niemann erklärt seinen Rücktritt bei der AbL

Foto von Eckehard Niemann
Eckehard Niemann (c) Niemann

Am vergangenen Samstag legte der bisherige Pressesprecher der niedersächsischen AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft), überraschend von seinen Ämtern innerhalb der AbL zurück (BlogAgrar berichtete leider nur auf Facebook und Co).

Heute versendete Niemann über seinen E-Mail-Verteiler der „AGRAR-HINWEISE“ folgende Erklärung, die ich hier mit seinem Einverständnis wiedergeben möchte. Einen ersten Kommentar von mir füge ich am Ende des Beitrage an:

Hallo,
nachdem ich in der letzten Ausgabe der AGRAR-HINWEISE darauf hingewiesen hatte, dass ich meine Funktionen innerhalb der AbL aufgebe, haben mich viele Mails erreicht. Vielen Dank dafür und für die vielen Aufforderungen, dass es die AGRAR-HINWEISE auch weiterhin geben müsse.
Es gab auch viele Nachfragen zu den Gründen für meine Entscheidung. Deshalb hier folgende Erklärung dazu:
Meine Kritik an Entwicklungen innerhalb der AbL bezieht sich auf die Bundesebene und nicht auf den AbL-Landesverband Niedersachsen/Bremen. Allerdings wurde mir in meiner Funktion als Landesverbands-Pressesprecher immer deutlicher, dass die AbL vor allem nach deren Bundespolitik beurteilt wird. Deshalb gebe ich diese Funktion auf, damit ich mich künftig klarer und ohne falsche Rücksichtnahmen dazu äußern kann. Wenn ich jetzt meine Posten in der niedersächsischen AbL niederlege, so bleibe ich doch weiterhin ganz bewusst Mitglied der AbL. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft hat schließlich in den letzten Jahrzehnten ganz vielen Bauern eine Stimme gegeben – gegenüber Agrar- und Ernährungsindustrie und auch gegenüber Raiffeisen- und Bauernverbands-Spitzen. Sie hat Bündnisse mit wichtigen gesellschaftlichen Gruppen geschlossen und in betrieblicher Selbsthilfe Direktvermarktung und Biolandbau vorangebracht.

Ich bin aber zunehmend besorgt darüber, dass sich die AbL in wichtigen Bereichen von einer bäuerlichen Interessenvertretung zu einem bloßen Teil der Natur- und Umweltschutz-Szene entwickelt. Ziemlich weit entfernt von den Bauern hat sich die AbL mittlerweile z.B. bei konventionellen Ackerbauern und auch bei Weidetierhaltern in der Frage der Regulierung von Wolfsbeständen. Im Bio-Bereich würde ich mir ebenfalls eine konsequentere Interessenvertretung von Bauern gegenüber bestimmten Entwicklungen wünschen – so zum Beispiel zur immer schwächeren Marktstellung der Biobauern innerhalb des Biosektors und zur Verdrängung von „Bauernhof-Bio“ durch immer mehr Agrarindustrie-„Bio“ oder EU-„Bio“ light. Die Gründe für diese Entwicklung sehe ich darin, dass die AbL sich in manchen Bereichen mittlerweile abhängig sieht von mächtigen Bündnis-Organisationen aus dem nichtlandwirtschaftlichen Bereich. Gesellschaftliche Bündnisse – wie bei der Demonstration „Wir haben es satt“ – sind für den gesellschaftlichen Einfluss von Bäuerinnen und Bauern sehr wichtig. Sie sind es aber auch nur dann, wenn sich diese Bündnisse auch wirklich für Bauern-Anliegen stark machen – und insbesondere auch für die der 90% konventionell wirtschaftenden, mittelständischen Bauernhöfe.Diese Unterstützung von Bündnis-Verbänden gibt es am ehesten noch im Milchbereich oder bei der Verhinderung von Gentechnik. In anderen Bereichen fehlt mir dies: Wenn z.B. gefordert wird, dass es künftig nur noch „EU-Zahlungen an Bauern gegen zusätzliche Umwelt-Leistungen“ geben dürfe, dann schadet dies den Bauern. Es reicht nicht, wenn man dann lediglich die erhöhten Kosten für solche Umwelt- und Tierwohl-Anforderungen erstattet bekäme – damit wäre ja keinerlei Einkommenswirkung verbunden. Die EU-Direktzahlungen der „ersten Säule“ dürfen nicht abgeschafft werden, sie müssen beibehalten werden – wenn auch mit Staffelungen und höheren Hektar-Prämien zugunsten kleiner und mittlerer Betriebe und mit einer Kappungs-Obergrenze der betrieblichen Fördersummen gegenüber gesellschaftlich unerwünschten agrarindustriellen Großbetrieben (z.B. mit mehr als 500 Hektar). Denn dadurch lassen sich unerwünschte und gesellschaftsschädliche Struktur-Ergebnisse von rein marktwirtschaftlich-neoliberalen Prozessen politisch wirksam korrigieren. Sie können und müssen ein Korrektiv sein für die neoliberalen Markt-Verzerrungen, durch die agrarindustrielle Großbetriebe sonst weiter vordringen würden. Der Erhalt einer strukturellen Vielfalt von Bauernhöfen ist ein Wert an sich – als zu erhaltende sozioökonomische Grundlage lebendiger ländlicher Strukturen, einer vielfältigen Agrarstruktur und einer artgerechteren Tierhaltung. Zudem sind Direktzahlungen zu einem Gutteil ein Ausgleich für die höheren gesetzlichen EU-Standards gegenüber Drittländern ohne solche Standards. Sie sind somit Ersatz für den mittlerweile fehlenden Außenschutz gegenüber Dumping-Importen aus Drittländern – nur durch die Direktzahlungen können derzeit die Landwirte in der EU mit den Weltmarktbedingungen und –preisen existieren.

Allerdings scheint manchen Nichtlandwirten mittlerweile eine sozioökonomische bäuerliche Struktur verzichtbar. Auch etliche nichtbäuerliche Mitglieder sehen in der AbL vor allem eine Umwelt-NGO und definieren eine „bäuerliche Landwirtschaft“ nicht mehr als Landwirtschaft, die von Bauern betrieben wird, sondern – losgelöst von dieser wichtigen sozioökonomischen Agrarstruktur – nur noch als schönklingenden Sammelbegriff für irgendwelche Umweltziele, die angeblich auch Agrarindustrielle umsetzen könnten.

Aktuell kritisiere ich zudem die Positionierung auf AbL-Bundesebene zur Schweinehaltung, die vor allem ein „Tierwohl“-Siegel zur Schaffung eines begrenzten Premium-Marktsegments fordert – statt eine flächendeckende Umsetzung der EU-Schweinehaltungs-Richtlinie. Das „Neuland“-Programm war von der AbL stets als Modell für einen gesellschaftlichen Umbau der Schweinehaltung gedacht – und es hat modellhaft gezeigt, dass und wie eine artgerechtere Schweinehaltung mit Stroh und ohne Ringelschwanz-Kupieren praktikabel ist. Und gerade jetzt, wo die EU auch gegenüber Deutschland auf eine verbindliche Umsetzung genau dieser Tierhaltung drängt, ist es fatal, von dieser anstehenden Aufgabe abzulenken: „Neuland“ und deren Trägerverband Deutscher Tierschutzbund dürfen diese Chance nicht opfern für eigene kleine Vorteile bei einem solchen Tierwohlsiegel.

Angesagt ist jetzt die flächendeckende Umsetzung der EU-Schweinehaltungs-Richtlinie (mit Kupierverbot und Zugang zu Stroh) und des Kastenstands-Urteils. Nur so kann man Planungssicherheit für alle Betriebe schaffen, die aktuelle gesellschaftliche Debatte für die Finanzierung der notwendigen Umbau-Programme wirklich nutzen und die Akzeptanz der Nutztierhaltung sichern. Gemäß Nutztierhaltungs-Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats ist zunächst mit Dänemark und den Niederlanden eine angemessene und koordinierte Übergangsfrist zu vereinbaren, damit der mit den Tierwohlmaßnahmen automatisch verbundene Abbau ruinöser Überschüsse auch wirklich zu „Klasse statt Masse“ mit endlich fairen Erzeugerpreisen führt. Mein Anliegen bleibt: Die AbL muss zu ihren Wurzeln als Vertretung bäuerlicher Interessen gegenüber ökonomischen „Marktpartnern“ und zugleich innerhalb gesellschaftlicher Bündnisse zurückkehren. Darüber ist jetzt eine offene und transparente Debatte angesagt.

Eckehard Niemann

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G20 und Bauernprotest?

Mich erschüttern die Krawalle und Gewaltszenen aus Hamburg, die auf allen Kanälen (TV und Social Media) zu sehen sind. Ich persönlich verstehe nicht, aus welchem Grund man Gegen dieses G20-Treffen sein kann. Ich finde es sehr gut und wichtig, dass die wichtigsten Staatenlenker sich treffen und miteinander reden. Die direkte Kommunikation kann viele Missverständnisse vermeiden und ist in meinen Augen trotz aller modernen Kommunikationskanäle unverzichtbar.

Bei der medialen Verfolgung dieses Großereignisses ist mir auch der alternative Gipfel im Vorfeld von G20 aufgefallen. Mein erster Gedanke war, dass die Schnittmenge  der Teilnehmer dieser kritischen Veranstaltung und der „Wir haben es satt„-Demonstration in Berlin zur Grünen Woche recht groß sei. Doch nach genauerem Hingucken stellte ich fest, dass es nur eine kleinere Teilmenge ist. Kirchliche Organisationen sind (Gott sei Dank!) offiziell wohl nicht dabei, obwohl ich deren Banner und Transparente in den TV-Nachrichten entdecken konnte.

Offiziell in der Anti-G20-Liga sind im wesentlichen linke und linksradikale Gruppen und die AbL. OK denke ich, soll mir egal sein, die AbL steht eh nur für einen kleinen Teil der Landwirte und ich bin nicht Mitglied, sollen sie ihre Kritik dort doch anbringen. Ist ihr Gutes recht und ist auch so völlig in Ordnung.

mittendrin statt nur dabei

Neben der AbL sind u.a. auch attac, die vom Verfassungsschutz beobachtete Interventionistische Linke, die Heinrich Böll Stiftung, BUND und die Agrar Koordination unter den G20-Protestgruppen dabei.

Was aber nicht in Ordnung ist, ist die PM und die darin fehlende Distanzierung von Gewalt, die der Verein veröffentlicht hat: G20 und Bauernprotest? weiterlesen

veganer Tierschutz auf der „Wir haben es satt“-Demo?

Auch in diesem Jahr fühlen sich viele Tierrechtler und Veganer berufen, für ihre Ideologie („mit Bio ist es nicht getan, echter Tierschutz ist vegan!“) auf der bunten „Wir haben es satt“-Demo zu demonstrieren.

Snapshot bei Facebook

Und das soll eine Demo FÜR die Landwirtschaft sein? Es fällt den Veranstaltern wohl ziemlich schwer, sich von den extremen Tierrechtlern zu lösen. Echte Alternativen und Lösungswege werden mit diesen Gruppen niemals möglich sein. Was viele Gruppen auf der großen Demonstration zusammenhält , ist der kleinste Nenner bzw. der gemeinsame Gegner– die „böse“ Massentierhaltung und Agrarindustrie. Beide Begriffe werden aber nicht weiter definiert, ein jeder hat eine andere Vorstellung wann Massentierhaltung bzw. Agrarindustrie beginnt.

Es werden im Vorfeld die vielen Höfe beklagt, die in der Vergangenheit aufgeben mussten. Und gleichzeitig wird mit dem riesen Strauß an unterschiedlichsten Forderungen der teilnehmenden Gruppen das Höfesterben angeheizt. Denn jede Erhöhung der Auflagen und Anforderungen, sorgt auch für das Aus von tendenziell kleineren Betrieben.

Wenn das so weiter geht, dann können die Demonstranten in ein paar Jahren gegen die Agrarindustrie und Massentierhalter, die im Ausland ansässig sind, demonstrieren. Die werden dann den deutschen Markt bedienen, denn was mit der „Wir haben es satt„- Demo betrieben wird, ist eine weitgehende Abwicklung der leistungsfähigen deutschen Landwirtschaft und der damit verbundenen Höfe.

Wenn „Wir haben es satt“ ernsthaft eine Demo für die Bauern sein möchte, dann sollte sie sich zu allererst von den Tierrechtsgruppen und Veganern distanzieren!

Quo vadis, Welthungerhilfe?

welthungerhilfe_logoIch habe im letzten Jahr Werbung für die Welthungerhilfe gemacht (ein Cent für Misereor), nachdem Misereor und Brot für die Welt sich mit einseitigen und undifferenzierten Schuldzuweisungen auf Kosten der modernen Landwirtschaft profilieren wollten und so für Spenden warben. Auch die aktive Teilnahme als Förderer der „Wir haben es satt“-Demo wurde von mir und sehr vielen Berufskollegen als Schlag ins Gesicht empfunden.
Konsequenz: diese Organisationen bekommen von mir keine Spenden mehr.
Stattdessen habe ich auf die Welthungerhilfe verwiesen.
Nun habe ich entdeckt, dass diese Organisation zwar nicht Förderer (wie Misereor bzw. Brot für die Welt), aber offizieller Unterstützer der jährlichen Demonstration gegen die moderne Landwirtschaft ist. Eine herbe Enttäuschung für mich.
Was meint ihr? Wie ist das unterstützende Engagement der WHH zu bewerten?
Für welche Entwicklungsorganisation kann man als moderner Bauer denn noch spenden, ohne sich selber ins Fleisch zu schneiden?
Eines steht für mich jedoch felsenfest:

Auch zur kommenden internationalen Grünen Woche müssen die Landwirte aufstehen und für den Berufstand, für die moderne Landwirtschaft eintreten und nicht pauschal gegen sie schimpfen und diffamieren wie es eine kleine Splittergruppe unter den Landwirten mit einem ganz bunten Strauß an NGOs Jahr für Jahr machen!

Postfaktisch mag zwar das Wort des Jahres sein, aber wir dürfen dennoch nicht aufhören zu argumentieren und für unsere Positionen kämpfen!

mehr Infos: http://www.wir-machen-euch-satt.de/ (Facebook)

dialogstattprotest_2017