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Am Pranger & Selbstjustiz

Wo sind wir nur hingekommen? Mitglieder einer Tierrechtsorganisation brechen in einen Schweinestall ein und filmen heimlich. Filmsequenzen zeigen scheinbare Missstände. Anstatt im Interesse des Tierwohls die Behörden einzuschalten, sammeln sie 100 Tage lang Filmmaterial.

öffentliche Inszenierung

Es geht ja um eine gute Story und um Geld. Sie verkaufen den Film an RTL, das ihn gerne nimmt und in Stern-TV bringt . Danach wird vor dem Schweinestall eine „Pressekonferenz“ und ein Laientheater der Tierrechtler abgehalten, bei denen die kundtun, dass das keine Einzelfälle wären, sondern die Regel. Der Name des Betreibers wird genannt und er wird aufgrund von illegalem Filmmaterial als Verbrecher hingestellt, bevor irgendein Gericht oder irgendeine Justizbehörde irgendeine Schuld festgestellt hat.

„Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“ (Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948)

Petitionsrecht wird missbraucht

Die eingeladenen Presseleute schreiben fleißig mit und auf Facebook wettern tausende von Leuten gegen den Betreiber und die Tierhaltung an sich. Auch die ersten Mordaufrufe sind zu verzeichnen. Und die Medien waschen ihre Hände in Unschuld. Hier geht´s ja nur um Landwirte und Tierhalter. Und somit kann man den Schutz des Grundgesetzes vor Verleumdung, Verunglimpfung und Vorverurteilung außer Kraft setzen. Ein wichtiges Attribut unseres Rechtsstaates ist das Petitionsrecht. Wenn mit einer Petition andere rechtsstaatliche Attribute außer Kraft gesetzt werden sollen, wird dieses Recht zur Farce.

Eine Justizbehörde muss anhand der Sachlage entscheiden, ob sie eine Anzeige verfolgt und ein straf- oder ordnungsrechtliches Verfahren in Gang setzt. Dabei muss sie sich an Fakten halten und die Anzahl der Anzeigen in gleicher Sache darf bei den Entscheidungen keine Rolle spielen. Die Intention dieser Petition ist somit schlichtweg ein Skandal. Der Mob will die Justiz beeinflussen und zu einem harten Urteil drängen.

GEHTS NOCH???

Anmerkungen Stern TV

Auch wenn ich so langsam müde werde, ständig Berichte zu kommentieren, es einfach unkommentiert im Raum stehen lassen, möchte ich auch nicht.

Gestern lief bei stern TV der xte Beitrag über den grausamen Alltag in Ferkelerzeugerbetrieben. Dieses Mal hat es eine Anlage hier in Niedersachsen getroffen. Jan Peiffer und weitere dringen 5 Mal illegal in diese Anlage, um krampfhaft Missstände zu dokumentieren.

Nun ja, was ist nun dran an den dargestellten Missständen?

Es gibt eine Sache, die wir ebenfalls aufs Schärfste verurteilen – das ist eine Nottötung eines Ferkels mittels Schlag auf den Stallboden – das ist verboten und damit absolut indiskutabel!

Nur spannend sind die Kommentare von Frau Plange. Anmerkungen Stern TV weiterlesen

Was soll das?? Was soll „WIR machen Euch SATT !“ ?

von 2014 (c) BUND
von 2014 (c) BUND

Bereits die letzten vier „Wir haben es satt“ – Demos (whes) haben mich enttäuscht und auch verletzt. In direkten Kontakten zu Berufskollegen habe ich festgestellt, dass auch diese sich von diesen Demos sich getroffen fühlen, aber mehr ist trotz aller Diskussion   nicht geschehen. Schulter-Zucken war die Reaktion der letzten Jahre, vielleicht auch mit der Hoffnung verknüpft, dass man diese Proteste aussitzen kann. Letzlich war
Hilflosigkeit angesagt. Doch in 2014 haben sich viele aktive Landwirte viel besser vernetzt. Es gab neben unzähligen Online-Treffen auch Treffen im sogenannten Real-life.

Jetzt in diesem Jahr 2015 haben sich wenige, aber gut vernetzte Landwirte aus dem ganzen Bundesgebiet gefunden und stellen einen Kontrapunkt zur großen Demo gegen die Landwirtschaft auf die Beine. Alles unheimlich kurzfristig und spontan.
Aber anscheinend gefällt dieses Vorhaben den Organisatoren der „Wir haben es satt“- Demo gar nicht, dass nun echte Bauern zu einer Demonstration mit dem Motto „WIR machen Euch SATT!“ (Hashtag #wirmacheneuchsatt) aufrufen. Die Diskussion in den diversen Foren wurde spürbar härter.
Heute wurde ich von SpiegelOnline überrascht, dass verdeckte Blogger (ich etwa auch??) im Lobby-Auftrag des DBV unterwegs wären? So viel Phantasie werde ich mit gesunden landwirtschaftlichen Produkten wohl nie erlangen… Deshalb für alle: Ich betreibe dieses Blog zu meinem reinen Privatvergnügen. Ich bestimme die Themen, die hier gebloggt werden und auch die Inhalte- und sonst niemand!
Aber nun komme ich zum Kern dieses Beitrages:
Alle, die heute bei der „Wir haben es satt“- Demo gegen die breite deutsche Landwirtschaft mitmarschieren wollen, die sollten sich mal bewusst machen, mit wem sie so durch Berlins Straßen laufen.
Dabei ist es mir eigentlich schnurz egal, ob eine Heinrich-Böll-Stiftung gegen die deutschen Bauern demonstriert. Die verdrehen gerne Fakten wie im „Fleisch-Atlas“ oder im aktuellen „Boden-Atlas„. Aber das stört mich weiter nicht: Sie waren für mich irrelevant und haben sich dazu noch wissenschaftlich disqualifiziert. Auch die Teilnahmen von BUND und NABU sind nicht wirklich überraschend. Nicht umsonst werden beide Organisationen sich mit der radikalen PeTa zusammen getan haben (Link).
Zugegeben, das trifft mich eigentlich doch, weil ich zumindest mit Leuten der NABU-Basis auf meinem Hof in Naturschutzfragen gut zusammengearbeitet habe. Ich habe große Freude an Turmfalken, Steinkäuzen, Schleiereulen, Fledermäusen, Schwalben, Spatzen und…. Aber es gibt anscheinend großen Spendenbedarf, dass man das harmonische Zusammenspiel mit den Landwirten vor Ort aufs Spiel setzt! Mich ärgert das schon seit Jahren!! „Whes“ wird auf Kosten der Naturschützer vor Ort durchgeführt.
Ein wirklich großes Ärgernis ist für mich als Katholik (und dazu werde ich wohl noch intensiver in diesem Blog Stellung beziehen müssen), dass auch Misereor „es satt hat“ und gegen die heimischen, in meiner Region eher klein-strukturierten, aber durchaus erfolgreichen Betriebe auf die Straße geht und gegen sie demonstriert. Misereor beschwichtigt. Doch um nur gegen die europäische Agrarpolitik- die plötzlich der Hauptgegner zu sein scheint- zu protestieren, muss man nicht mit Whes marschieren. Ich fühle mich in meiner Ehre zutiefst verletzt!
Es wird in der kommenden Woche einen weiteren Blogartikel geben, denn die Zeit ist für mich zu weit voran geschritten.

Aber jeder und erst recht jeder Landwirt, der heute mittag bei „Wir haben es satt“ mitlaufen wird, der solle sich vor Augen halten, mit wem er mitläuft:

1. Animal Peace:

Snapshot vom Facebookauftritt von animal-Peace in 2015
Snapshot vom Facebookauftritt von animal-Peace in 2015

Menschen-verachtender geht es kaum. Ob alle Aussagen als feie Meinungsäußerung in unserer Demokratie durchgehen können? Mir kommen als Bullenmäster jedenfalls bei diesen Worten die Tränen… 🙁 – aber lest selbst:

Snapshot bei Animal-Peace (facebook) in 2015
Snapshot bei Animal-Peace (facebook) in 2015

2. Bund für vegane Lebensweise:

gefunden auf der Facebookseite von Bund für vegane lebensweise
gefunden auf der Facebookseite von Bund für vegane lebensweise

Die dort organisierten Veganer wollen sich also radikalen Tierbefreiern in dem Demonstrationszug anschließen. Rechtsstaatlichkeit ist dort vermutlich nicht das höchste Ziel…

3. VEBU

(c) VEBU 2014
(c) VEBU 2014

Nicht so extremistisch, aber Tierhaltung wird abgelehnt- egal ob bio oder konventionell…

4. deutsches Tierschutzbüro

(c) dt. Tierschutzbüro
(c) dt. Tierschutzbüro

Zugegeben: jemand, der sich mit Vegetarier- bzw. Veganer-Bünden nicht beschäftigt hat, der wundert sich, wie viele unterschiedliche Organisationen es doch so gibt. So lange es genügend Dumme gibt, wird  auch die Anzahl dieser vermeintlichen Gutmenschen, die sich in Vereinigungen und Vereinen organisieren wollen, nicht zurückgehen.

5. PeTA

(c) facebook-Auftritt von PeTA
(c) facebook-Auftritt von PeTA

Ok, PeTA ist keine der offiziellen Organisatoren und ruft auch nicht selber zur Demo gegen die Bauern auf. ABER bitte vergesst nicht, dass BUND, NABU und PeTA eine Zusammenarbeit vereinbart haben. Vermutlich um die Spendeneingänge zu optimieren…. Ein typisches Win-Win-Win-Verhältnis auf Kosten der Bauern!

Ich habe den Eindruck, dass alle, die bei „Wir haben es satt“ mitgehen, sich in irgendeiner weise auf kosten der allermeisten Bauern profilieren wollen. Sie alle reden über und Bauern, aber nicht mit uns!wirmacheneuchsatt_2

Ich mache mich nun auf zur „WIR machen Euch SATT!“- Demo. Ich freue mich auf viele nette und vielleicht auch kontroverse Gespräche. Bis gleich!