Schlagwort-Archive: Landvolk

wir brauchen den Bauernverband

Es gibt wohl kaum eine zweite Berufsvertretung wie den deutschen Bauernverband, der einerseits so mitgliederstark ist und zugleich auch massiver Kritik von innen und außen ausgesetzt ist wie der Deutsche Bauernverband (DBV). Ich engagiere mich selber auch im Landvolk, so heißt der Bauernverband in Niedersachsen, und bin über einen Facebook-Post von einen bayrischen Landwirt gestolpert, der die große Notwendigkeit eines einigen Bauernverbandes beschreibt und am Ende wichtige Fragen stellt:

von Gerhard Langreiter

Gerhard Langreiter
Gerhard Langreiter

Ich muss hier mal was los werden. Ich durfte heute bei einer Gesprächsrunde zum Thema Ferkelkastration dabei sein, die der Bayerische Bauernverband durchgeführt hat. Ganz davon abgesehen, dass wir als Bauern und Ferkelerzeuger bzw. Schweinemäster große Probleme haben, ist mir wieder mal klar geworden, wie wichtig der Bauernverband in einer solchen Situation ist. Egal ob Ehrenamtliche oder Hauptamtliche, alle Anwesenden sind hier mit vollem Einsatz dabei und lassen nichts unversucht, um das Beste für uns Bauern zu erreichen. Die vielen anderen landwirtschaftlichen Verbände und Erzeugergemeinschaften, die auch heute mit dabei waren, sind zwar genauso mit dabei, haben aber nicht die personellen Ressourcen, um das zu leisten, was der Bauernverband hier leistet. Auch laufen hier einige nur mit und überlassen dem Bauernverband die Arbeit. Wenn danach nicht das Erwartete rauskommt, ist der Schuldige dann schnell gefunden! wir brauchen den Bauernverband weiterlesen

Junglandwirteforum mit Greg Peterson in Spelle

Junglandwirteorganisationen aus Niedersachsen und NRW, das Landvolk und der WLV laden ein:

Greg Petersen – LIVE –
am
Mittwoch, den 14. Oktober ´15  ab 19:30 Uhr
im Wöhlehof in Spelle

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Das kann ins Ohr gehen

2015-Plakat-Werbekampagne-ffnMit einer Image-Kampagne beim niedersächsischen Radiosender „radio ffn“ sind die Landvolkverbände aus den Landkreisen Cloppenburg und Oldenburg sowie dem Emsland und der Grafschaft Bentheim gestartet. Die drei Verbände repräsentieren rund 13.000 landwirtschaftliche Betriebe im Nordwesten des Landes Niedersachsen. Sie haben sich für eine Kampagne mit Radio-Spots entschlossen, weil das Medium Radio neben den Tageszeitungen die meisten Menschen erreicht.

Mit insgesamt fünf verschiedenen Funk-Spots zu unterschiedlichen Themenbereichen sind die Landvolkverbände am 21. September 2015 bei „radio ffn“ auf Sendung gegangen. Die Spots werden zunächst bis Weihnachten 2015 ausgestrahlt. Mit den Radiobeiträgen wollen die Landwirte auf humorvolle Weise Aufmerksamkeit erzeugen. Dazu haben sie die Comedy-Künstlerin Sabine Bulthaup aus Wiedenbrügge bei Hannover gewinnen können. Sie ist einem großen norddeutschen Publikum u.a. aus den Auftritten des Duos „Frieda und Anneliese“ mit dem Comedian Dietmar Wischmeyer bekannt.

Mit einem Klick auf das Plakat lassen sich auf der Webseite „eure-landwirte.de“ alle fünf Werbespots anhören. Zusätzlich sind zu jedem Themenbereich auch einige Informationen zu finden. Klickt Euch rein!

Impessionen vom Treckerkorso nach Hannover

Heute werden tausende Bauern in Hannover demonstrieren. BlogAgrar berichtete mehrfach darüber- und zwar hier, hier, hier  und natürlich hier

Hier ein paar Impressionen vom beeindruckendem Treckerkorso:

Bildergalerie vom Landvolk Mittelweser: Impessionen vom Treckerkorso nach Hannover weiterlesen

AbL übergibt Forderungspapier an Minister Meyer

Morgen werden tausende im Landvolkverband organisierte Landwirte in Hannover gegen die Politik der niedersächsischen Landesregierung demonstrieren.

Bereits heute nahm Landwirtschaftsminister Meyer ein Positionspapier der konkurrierenden Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) entgegen.
Dazu möchte ich folgende Pressemeldung der AbL veröffentlichen und den Lesern zur Diskussion stellen:

Für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft – Bauern übergeben Forderungspapier an Minister Meyer

(Foto: AbL)
(Foto: AbL)

Hannover, 16.09.2015: Bäuerinnen und Bauern und Delegierte des Agrar­bünd­nis Niedersachsen konfrontierten heute Landwirtschafts­minister Meyer vor der Hannoverschen Marktkirche mit einem Forderungspapier: „Politik für eine vielfältige, faire, bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft in Niedersachsen. Für wirtschaftliche Perspektiven im Bündnis mit der Gesellschaft.“ Sie machten auf die dramatische Lage bei Milchvieh- und Schweinehaltern angesichts des massiven Preisverfalls aufmerksam. Landwirtschaftsminister Meyer forderten sie auf, sich auf der bevorstehenden Bund-Länder-Agrarministerkonferenz Ende September in Fulda u.a. für eine Mengenreduktionsstrategie im Milch- und Fleischbereich einzusetzen, um die Märkte wieder in Ordnung zu bringen. Die Landesregierung solle sich für eine Qualitäts- statt Exportoffensive stark machen, um bäuerliche Strukturen zu erhalten. Niedersachsen müsse zusammen mit den anderen Ländern vor allem Bundesagrarminister Schmidt Paroli bieten. Denn dessen Politik sei allein auf weiter steigende Exporte der Molkerei- und Schlachtkonzerne zu Billigpreisen ausgerichtet und forciert den Strukturwandel. Das bedrohe die bäuerlichen Betriebe finanziell und verschärfe die Konflikte mit der Gesellschaft noch, anstatt einer gemeinsamen Lösung im Interesse aller näher zu kommen, so die Sprecher. AbL übergibt Forderungspapier an Minister Meyer weiterlesen

Clara Rolfes setzte Highlight bei 1. Wirtschaftstag

Clara Rolfes
Clara Rolfes

[ Vom ersten Wirtschaftstag in Cloppenburg war hier im Blog bereits zu lesen. ]

In der Nachbetrachtung der Veranstaltung war dabei nicht der Auftritt von Ministerpräsident Stephan Weil das Highlight, sondern ein Impulsreferat der jungen Bäuerin Clara Rolfes* aus Lastrup, die unmittelbar vor dem Ministerpräsidenten ihren Auftritt hatte.
Das Referat „Alltag auf dem Hof – Netzwerke, Investitionen, Dienstleistungen und Bürokratie“ beeindruckte nicht nur die ca. 400 Zuhörer im Plenum, sondern auch Stephan Weil, der in seinem Vortrag „Zukunft der Veredlungsregion Nordwestdeutschland“ viele spontane Bezüge auf die Ausführungen der Junglandwirtin einbaute.

Hier einige Zitate und Passagen ihres Impulsreferates:

„Ich sitze genauso lange im Büro, wie ich im Stall bin. Mir fehlt dadurch die Zeit, mich mal in Ruhe hinzusetzen und mit ruhigem Kopf und spitzem Bleistift neue Ideen zu entwickeln!“

Vor zehn Jahren wurde ich gefragt, ob ich als Frau die schwere Arbeit auf dem Hof überhaupt schaffe. Vor fünf Jahren bekam ich Sprüche wie ´Du siehst ja gar nicht so aus wie Bauer sucht Frau´ und heute fragt man mich, wie ich es denn mit meinem Gewissen vereinbaren kann, täglich meine Tiere zu quälen und die Umwelt zu vergiften.“ Clara Rolfes setzte Highlight bei 1. Wirtschaftstag weiterlesen

Gerd Sonnleitner-Preis 2015 geht an Nadine Henke

rentenbank_logoDer Gerd Sonnleitner-Preis der Rentenbank würdigt junge Landwirte bzw. Landwirtinnen, die sich ehrenamtlich in besonderer Weise für den lokalen Interessenausgleich engagieren bzw. engagiert haben.

Nadine Henke mit ihrer Familie (c) vom WDR, WestArt
Nadine Henke mit ihrer Familie (c) vom WDR, WestArt

Heute Abend nahm Nadine Henke aus dem Landkreis Diepholz den diesjährigen Preis im feierlichen Rahmen in Berlin entgegen. Ihr Landesverband, das niedersächsische Landvolk, schlug der Jury die Preisträgerin mit folgendem Bewerbungsbrief vor:

Nadine Henke zeichnet sich durch ihre offene und unerschrockene Öffentlichkeitsarbeit aus. Angefangen mit der Facebookseite „Brokser Sauen“, auf der die Tierärztin Sachverhalte aus ihrem Stall erklärt, ist sie heute Mitbegründerin der Seite „Bauernwiki – Frag doch mal den Landwirt“, auf der sie federführend sensible Themen der modernen Tierhaltung anspricht und keine Diskussion scheut. Unter dem Motto „Wo kommen Deine Lebensmittel her? Hast Du Fragen dazu? Frag den Landwirt!“ stellen dort mehrere Landwirte aus ganz Deutschland ihre Betriebe vor und beantworten Fragen zur modernen Landwirtschaft.
Da geht es um die Ohrmarken bei Kälbern genauso wie um die Qualität von Getreide oder den Antibiotikaeinsatz im Stall. „Mit der Seite ‚Frag doch mal den Landwirt‘ wollen wir alle Landwirte repräsentieren und der Landwirtschaft wieder ein Gesicht geben“, sagt Mitbegründerin Nadine Henke. Der niedersächsischen Sauenhalterin ist es besonders wichtig, dass kein Landwirt diffamiert oder beleidigt wird. Die Facebookseite ist unter www.facebook.com/fragdenlandwirt zu finden.
Einblicke in ihren Stall mit 1250 Sauen gewährte sie verschiedenen Videoprojekten sowie einem Kamerateam vom NDR, der die Tierhaltung auf dem Betrieb unter dem Titel „Armes Schwein?“ zur Primetime in der ARD vorstellte. Bereits zum zweiten Mal hat die Landwirtin den Betrieb beim Türöffnertag der „Sendung mit der Maus“ Kindern gezeigt. Nach Terminvereinbarung können sich jederzeit Besuchergruppen vor Ort die Ställe ansehen. Deutschlandweites Aufsehen hat der von ihr und zwei weiteren Landwirten organisierte Flashmob „Wir machen Euch satt!“ vor dem Hauptbahnhof in Berlin erregt. Rund 1.000 Landwirte haben dort zu den Rythmen des Farmer Style der Peterson Farm Brothers getanzt und im Anschluss Fragen von Passanten beantwortet. Als Tierärztin und Bäuerin hat Nadine Henke eine hohe Glaubwürdigkeit in allen Fragen der Tierhaltung. Mit modernen Mitteln hat sie es geschafft, verschiedenen Zielgruppen das schwierige Arbeitsfeld der Landwirtschaft nahe zu bringen. Durch den Dialog mit allen Bevölkerungsschichten hat sie die Akzeptanz der Landwirtschaft merklich erhöht. Und sie motiviert weitere Landwirte, sich in Diskussionen rund um die Landwirtschaft einzumischen.

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Tag des offenen Hofes 2012

Morgen zwischen 10 und 17 Uhr ist es soweit:

Mehr als 100 Betriebe in ganz Niedersachsen zeigen Ihnen, wie sie arbeiten, was sie produzieren und wie die Gesellschaft von dem Engagement, dem Know-how und der Professionalität der Landwirte profitiert – ob auf dem Acker, im Stall oder wo auch immer.

Der Tag des offenen Hofes in Niedersachsen: 100 Höfe öffnen ihre Türen für Besucher.

Unsere Landwirtschaft sorgt für ein breites Angebot an Nahrungsmitteln, erbringt einen wachsenden Beitrag zur Energieversorgung und erhält nebenbei auch noch eine vielfältige Kulturlandschaft.

Um all das das leisten zu können, nutzen die Betriebe zunehmend moderne Technik, innovative Produktionsmethoden und eine arbeitsteilige Wirtschaftsweise – wie alle anderen Produktionsbereiche auch. Doch gerade in Bezug auf die Landwirtschaft werden solche Veränderungen und Entwicklungen hinterfragt.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet das Landvolk Niedersachsen zum nunmehr neunten Mal den „Tag des offenen Hofes“, um allen Interessierten Wissenswertes, Interessantes und Überraschendes rund um die Landwirtschaft vorzustellen.

Ziel dieser Transparenzoffensive ist es, neue Aspekte in eingefahrene Fragestellungen einzubringen und ein realistisches Bild über die Erzeugung von Nahrungsmitteln sowie über die breite Produktpalette selbst zu vermitteln – sachlich und informativ.

Seien Sie mit Ihrer Familie dabei, wenn die Landwirte ihr breites Spektrum an unterschiedlichen Wirtschaftsweisen und Produktionsschwerpunkten präsentieren.

Der unmittelbare Kontakt zur landwirtschaftlichen Arbeit, der Besuch auf dem Hof und das Gespräch mit den Bäuerinnen und Bauern werden zeigen: Gerade die moderne Landwirtschaft wird allen Ansprüchen gerecht. Sie ist Garant für sichere, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel, für Tier- und Umweltschutz, für Effizienz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Erleben und genießen Sie unsere Landwirtschaft mit allen Sinnen: Tiefe Einblicke hinter die Kulissen, interessante Gespräche, bleibende Eindrücke,Antworten auf offene Fragen und natürlich Genuss für jeden Geschmack – ein breiteres und eindrucksvolleres Spektrum rund um die Landwirtschaft kann es nicht geben. (übernommen vom Landvolk Niedersachsen)

Der NDR ist Medienpartner des Tag des offenen Hofes und hat auf seiner Homepage weitere Informationen und eine interaktive Karte zusammengestellt. In den letzten Wochen wurden laufend durch den Hörfunksender NDR1-Radio Niedersachsen über diesen Tag und die Landwirtschaft berichtet.

Vorbereitungstreff der Organisatoren auf dem Biohof Vaal

Auch aus Schapen. In dieser südemsländischen Gemeinde haben Besucher die einzigartige Möglichkeit viele Unterschiedliche Betriebe gleichzeitig zu besuchen und zu entdecken:

Neben dem BioHof Vaal, auf dem behinderte Menschen leben und arbeiten, öffnen in diesem Ort auch moderne Betriebe mit Milchkühen, Masthähnchen, Puten, Mastbullen und ein landtechnisches Lohnunternehmen die Pforten. Ein Ort mit 5 landwirtschaftlichen Betrieben, die gleichzeitig besichtigt werden können- das ist einzigartig in Niedersachen!

Ein Besuch dürfte sich also lohnen, denn selbstverständlich werden „Streichelzoo“ für die Kinder und Kaffee und Kuchen für die Erwachsenen nicht fehlen- und das Wetter dürfte auch mitspielen!

Weitere Informationen:

Zeitungsartikel zum Tag des Offenen Hofes in Schapen

ausführiche Infobroschüre (pdf)

Bildnachweis: (c) ndr, Lingener Tagespost

 

 

Klagewelle

Die von der ehemaligen Landwirtschaftsministerin Renate Künast betriebene erhöhte Modulation für die jährlichen Ausgleichszahlungen an die deutsche Landwirtschaft hält das Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder für nicht EU-gesetzeskonform!

Der Europäische Gerichtshof muss nun weiter entscheiden.

Richterhammer

Für viele Landwirte kann es daher wichtig sein, rechtzeitig Rechtsmittel einzulegen und gegen den Mitte Dezember 2011 zugegangenen Bescheid zur Betriebsprämienregelung (Antragsjahr 2011) vor dem zuständigen Verwaltungsgericht zu klagen.

Der landwirtschaftliche Kreisverein Lingen schreibt dazu:

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder hält mit dem Beschluss vom 28.09.2011 die 2009 vorgesehene Erhöhung der Modulation im Jahr 2011 um 4 Prozentpunkte auf 9 % sowie die Einführung der progressiven Modulation für EU-rechtswidrig. 

Es hat das Verfahren ausgesetzt und dem EuGH zur Vorabentscheidung vorgelegt. Betroffen sind alle Mitglieder, die eine über 5.000,00 € hinausgehende Betriebsprämie erhalten.

Daraus folgt:

Wenn ein Betriebsinhaber keinen Rechtsbehelf gegen den Bewilligungsbescheid 2011 einlegt, wird dieser rechtskräftig. Selbst wenn der EuGH (mit einer Entscheidung ist erst im Jahr 2013 zu rechnen) ebenfalls die Erhöhrung der Modulation und/oder die progressive Modulation fiir unionsrechtswidrig hält, hat ein Betriebsinhaber keinen Anspruch darauf, dass die Verwaltung den rechtskräftigen Bewilligungsbescheid zu seinen Gunsten abändert.

Betriebsinhaber müssten zur Rechtswahrung innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheides (siehe Rechtsbehelfsbelehrung) Klage beim zuständigen Verwaltungsgericht erheben.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass bisher nicht absehbar ist, ob der EuGH die Rechtsauffassung des Verwaltungsgerichtes Frankfurt/Oder teilt. Der Betriebsinhaber muss also damit rechnen, dass eine fristwahrend erhobene Klage ggf. zurückgenommen werden muss und er die Prozesskosten zu tragen hat.

Der Versuch des Deutschen Bauernverbandes bzw des Landesbauernverbandes, mit den zuständigen Ministerien eine Vereinbarung dahingehend zu treffen, dass nicht jeder betroffene Landwirt gezwungen ist, Klage zu erheben und statt dessen ein Musterverfahren durchzuführen, dass auf die übrigen Verfahren Anwendung findet, ist leider gescheitert.

Daraus folgt ferner, dass jeder Betriebsinhaber unter Beachtung des vorab Gesagten,  gehalten ist, seine Rechte fristwahrend geltend zu machen.

Bei der Monatsfrist ist zu beachten, dass die Klage innerhalb dieser Frist beim Verwaltungsgericht zugegangen sein muss, in der Regel Eingang beim Verwaltungsgericht Osnabrück spätestens 16. Januar 2O12. Eine Begründung kann nachgereicht werden.[…]

 Es ist wirklich sehr schade, dass Bauernverband und Landvolk keine unbürokratische Lösung erreichen konnten. Nun kommt sehr viel Arbeit auf die Anwälte und Gerichte zu. Viele Bauern werden aufgrund eines recht niedrigen Streitwerts keine Klage einreichen, da in jedem Fall Gerichtskosten anfallen werden.

Jens Haarstrich vom Landvolk Niedersachsen beschreibt folgendes Beispiel:

Es besteht das Risiko, dass Kläger bei einer ungünstigen Entscheidung des EuGH die Kosten des Gerichtsverfahrens tragen müssen. Bei einer Betriebsprämie von 15.000 Euro beträgt die streitige Modulationserhöhung 400 Euro. Bei anwaltlicher Vertretung betragen die Verfahrenskosten etwa 120 Euro plus der Auslagen der LWK, ohne Anwalt fallen nur Gerichtskosten von 35 Euro bei einer Klagerücknahme an (der Gerichtskostenvorschuss beträgt 105 Euro). Bei einer Betriebsprämie von 50.000 Euro beträgt die streitige Modulation 1.800Euro. Das Verfahrenskostenrisiko mit Anwalt liegt bei etwa 310 Euro, ohne Anwalt bei 73 Euro. Bitte lassen Sie sich in Ihrer Entscheidung durch Ihren zuständigen Kreisverband rechtzeitig vor Fristablauf beraten.

Natürlich hoffe ich, dass die jährlich steigende Modulation (ein freundliches Wort für unfreundliche Kürzungen) abgeschafft wird. Hier werden die normalen Landwirte unnötigerweise zusätzlich gegängelt.

Bildquellenangabe: Thorben Wengert  / pixelio.de