Agrarblogger Bernhard Barkmann vor der Tür des Bullenstalles, die mit einem großen Regenbogen verziert ist

AbL übergibt Forderungspapier an Minister Meyer

Morgen werden tausende im Landvolkverband organisierte Landwirte in Hannover gegen die Politik der niedersächsischen Landesregierung demonstrieren.

Bereits heute nahm Landwirtschaftsminister Meyer ein Positionspapier der konkurrierenden Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) entgegen.
Dazu möchte ich folgende Pressemeldung der AbL veröffentlichen und den Lesern zur Diskussion stellen:

Für eine bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft – Bauern übergeben Forderungspapier an Minister Meyer

(Foto: AbL)
(Foto: AbL)

Hannover, 16.09.2015: Bäuerinnen und Bauern und Delegierte des Agrar­bünd­nis Niedersachsen konfrontierten heute Landwirtschafts­minister Meyer vor der Hannoverschen Marktkirche mit einem Forderungspapier: „Politik für eine vielfältige, faire, bäuerliche und ökologischere Landwirtschaft in Niedersachsen. Für wirtschaftliche Perspektiven im Bündnis mit der Gesellschaft.“ Sie machten auf die dramatische Lage bei Milchvieh- und Schweinehaltern angesichts des massiven Preisverfalls aufmerksam. Landwirtschaftsminister Meyer forderten sie auf, sich auf der bevorstehenden Bund-Länder-Agrarministerkonferenz Ende September in Fulda u.a. für eine Mengenreduktionsstrategie im Milch- und Fleischbereich einzusetzen, um die Märkte wieder in Ordnung zu bringen. Die Landesregierung solle sich für eine Qualitäts- statt Exportoffensive stark machen, um bäuerliche Strukturen zu erhalten. Niedersachsen müsse zusammen mit den anderen Ländern vor allem Bundesagrarminister Schmidt Paroli bieten. Denn dessen Politik sei allein auf weiter steigende Exporte der Molkerei- und Schlachtkonzerne zu Billigpreisen ausgerichtet und forciert den Strukturwandel. Das bedrohe die bäuerlichen Betriebe finanziell und verschärfe die Konflikte mit der Gesellschaft noch, anstatt einer gemeinsamen Lösung im Interesse aller näher zu kommen, so die Sprecher.

Das Forderungspapier findet sich im Anhang.
Weitere Fotos von der Aktion schicken wir Ihnen gerne zu.
Kontakt und weitere Informationen:
– Johanna Böse-Hartje, Landesteamleiterin Niedersachsen Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM), mobil: 0176/61167942.
– Ottmar Ilchmann, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Vorsitzender der AbL Niedersachsen, mobil: 0176/45000760.
– Andreas Huber, Vorstand Bioland Niedersachsen, mobil: 0176/43154793.
– Tilman Uhlenhaut, BUND Niedersachsen und Agrarbündnis Niedersachsen, mobil: 0157/74499120.
– Annemarie Volling: Koordinatorin der Aktion, AbL, mobil: 0160/96760146.

 

Das Forderungspapier befindet sich nicht im Anhang, sondern kann hier heruntergeladen werden.

Es ist irgendwie schon erstaunlich, wie weit die Positionen innerhalb des Berufsstandes auseinander gehen: Das Landvolk mobilisiert Tausende, um gegen die Landesregierung zu demonstrieren und die AbL stärkt ihrem Minister zwei Tage vorher den Rücken und gibt letzte Woche eine gegen den Landvolk-Verband gerichtete Pressemitteilung heraus, in der gegen das Landvolk gewettert wird und die Landvolk-Mitglieder aufgefordert werden, aus ihrem Verband auszutreten.

Bernhard Barkmann

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8 Comments

  1. Das gab es in allen Zeiten, man nennt es Claqueure! Meyer hat seine bescheidenen aber lautstarken Hilfstruppen gerufen. In jedem Unterbezirk der 35 niedersächsischen Kreisverbände mit über 79.500 Mitgliedern sind weit mehr Bauern organisiert als es insgesamt aktive Landwirte im AbL gibt – das wird seine Gründe haben.
    Bei der AbL engagieren sich pensionierte Beamte, beim Niedersächsischen Landvolk praktische aktive Landwirte mit Familienbetrieben, die dann als Agrarindustrielle Bonzen defamiert werden.
    Tobias Göckeritz, (Vollerwerbslandwirt, 200 Sauen, 64 Hektar, 58% davon gepachtet, Hofnachfolger, Vorstandsmitglied im Landvolk Niedersachsen)

  2. Die rot grüne Landesregierung hat nur eine 1 Stimmen Mehrheit. Will Weil auch den nächsten Ministerposten bekleiden, wird er sich auch zu dieser Demonstration der Landwirte äußern müssen.

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