Schlagwort-Archive: Massentierhaltung aufgedeckt

Probleme auch vor der Kamera offen ansprechen

Podiumsdiskussion zum Thema Medien und Landwirtschaft

(PM) Der Verein Tierhaltung modern und transparent e.V. veranstaltete am vergangenen Dienstag an der Hochschule Osnabrück eine Podiumsdiskussion. Nach zahlreichen kritischen Berichten über die Tierhaltung in Sendungen, wie Panorama und Co. stand das Thema Medien und Landwirtschaft im Fokus der Diskussion.

Die Referenten: Gerhard Schmidt, Karin Schnitker, Thomas Fabry, Oda Lambrecht, Thomas Ostendorf (v.l.n.r.) (c) TMT e.V.
Die Referenten: Gerhard Schmidt, Karin Schnitker, Thomas Fabry, Oda Lambrecht, Thomas Ostendorf (v.l.n.r.) (c) TMT e.V.

Zur Veranstaltung eingeladen hatte der Verein Oda Lambrecht (freie Journalistin), Gerhardt Schmidt (Medien-Coach) und Thomas Ostendorf (Landwirt). Die Moderation wurde durch Prof. Dr. Karin Schnitker der Hochschule Osnabrück übernommen.
Die freie Journalistin Frau Lambrecht betonte, dass der Dialog zu den Landwirten auch außerhalb der Berichterstattung wichtig sei. „Journalisten wollen Landwirte nicht durch den Dreck ziehen. Probleme auch vor der Kamera offen ansprechen weiterlesen

mein Besuch bei der EuroTier 2016

In der letzten Woche habe ich die EuroTier besucht. Sie ist die wletweite Leitmesse für Tierhaltungsprofis. Also quasi ein Muss für mich als Bullen- und Schweinemäster.
Viel bin ich leider nicht rund gekommen. Trotzdem habe ich sehr viele Leute zum ersten Mal live und noch viel mehr wieder gesehen. Für viele sehr interessante Gespräche ging sehr viel Zeit drauf- diese Zeit ist aber gut investiert: Es gibt wieder viele neue Ideen, die auf Umsetzung warten.

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„sozial auffällig“

Ein Gastbeitrag von Thomas Ostendorf

Landwirte sollten sozial auffällig sein!!

Thomas Ostendorf
Thomas Ostendorf

Wie jetzt ??

Dieser oben genannte Titel ist bis jetzt weder positiv noch negativ besetzt, sollte aber dennoch eine positive Note im Laufe dieses Blogs erhalten.
Die Landwirtschaft möchte wieder zurück in die Gesellschaft.
Die Landwirte ? Die Produkte ? Die Preise ?
Der Landwirt genießt laut Statistik ein Hohes Maß an Vertrauen.
Sein Handeln und seine Produktionsweise teilweise nicht. So wird es der Landwirtschaft von außen herangetragen und von einigen wenigen aus den eigenen Reihen auch immer mal wieder bestätigt. Befeuert werden dann diese Umstände von einseitiger Informationspolitik der landwirtschaftsfernen NGO`s, die dann an dieser Stelle die Meinungshoheit erlangen und den Diskurs maßgeblich bestimmen.

IMAGE macht man sich nicht! es wird einem gegeben.

Das heißt also: durch Ihr Handeln, Ihr Tun, Ihre Dialogbereitschaft, und Ihre soziale Auffälligkeit, könnte dies auf den Weg gebracht werden.
Der Landwirt ist hier der Botschafter nicht die Verbände.

Also:

Sozial → gemeinschaftlich, Teil von etwas
Auffällig → wahrnehmbar

Das heißt nicht mit der blank polierten Blechkarawane vor das nächst Beste Landesparlament zu ziehen um die Fahnen zu schwenken. Das ist nicht gemeint mit: “In der Mitte der Gesellschaft“.
Wenn man dort wieder hin zurück will, sollte man sich als erstes dort wieder hinbegeben und sich nicht hinter Ackerbau und Viehzucht verstecken.
Vor Ort heißt sich einbringen in Ehrenämter verschiedenster Gruppierungen.
Das kann die Politik ( Räte, sachkundige Bürger ), das Amt im Sportverein oder Pfarrgemeinderat sein. Auch sowas kann einen persönlich bereichern und das Gespräch dorthin zurück bringen wo es hin sollte und nicht an die Agrarstammtische dieser Republik.
Das kostet natürlich Zeit, Engagement und den Mut sich auch mal einen nicht so netten Kommentar einzufangen. Zu Hause sitzen ist aber keine Alternative und den Stall erst um 20 Uhr zur Tagesschau zu verlassen auch nicht um dann zu sagen man hätte keine Zeit.
Auch die sozialen Medien bieten den daheim gebliebenen eine Möglichkeit „auffällig“ zu werden. Hierzu bedarf es entsprechender Technik, Akku und Netz.
Sich in Diskussionen einzubringen gibt es im www. genug Gelegenheiten. Agrarnetzwerke bieten hier Unterstützung und Rückhalt. (z.B. FDL, MTH aufgedeckt)
Eine eigene Homepage des Betriebes kann hier ein Anfang sein um eine digitale Visitenkarte zu haben. Eine in Papierform sollte heute Standard sein um sich seinem Gegenüber näher zu bringen.
Ereignisse vor Ort z.B. Messen, Gewerbeschauen, Mühlentage, kirchliche Veranstaltungen sollten stetig genutzt werden um mit der Gesellschaft ins Gespräch zu kommen und seine Sicht der Dinge zu schildern aber auch um zu zuhören.
Viele dieser aufgezählten Dinge passieren schon, müssen aber auch vor allem stetig betrieben werden und nicht nur zum Tag des offenen Hofes. Jeder Einzelne ist hier in der Pflicht, damit dann die Gesamtheit der Landwirtschaft Sozial auffällig wird.

Fleisch unter Krebsverdacht

Die Weltgesundheitsorganisation erklärt in einem Bericht Wurst und Fleisch als krebserregend.

Eine erschreckende Meldung, die sicher viele Verbraucher verunsichern wird. Aber der Zentralverband der deutschen Schweineproduktion (ZDS) ordnet diese Meldung ein und erklärt:

logo_zds„Die IARC, eine Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat eine Monographie zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Fleisch und Fleischprodukten veröffentlicht – und scheint in einem parallel veröffentlichten FAQ – Paper die eigene Einstufung, die auf der Auswertung von 800 Studien beruht, zu relativieren.
Das wundert nicht, schließlich sind jüngere Metastudien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Zusammenhänge nicht so eindeutig sind, wie sie von der IARC in der Zusammenfassung ihrer Monographie dargestellt werden. Grundsätzlich steckt die Ernährungsforschung in einem Dilemma: fundamentale Schwächen lassen eigentlich keine Erkenntnisse zu.
Darauf weist die wohl bekannteste englische Ernährungswissenschaftlerin Zoé Harcombe in ihrer aktuellen Stellungnahme zu der IARC-Monographie hin. Die IARC leitet ihre Einschätzung bzgl. des Einflusses eines steigenden Fleischkonsum auf das Darmkrebsrisiko aus 10 von 800 Studien ab. Welche Studien das sind, sind derzeit noch nicht bekannt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) reagierte nach der Veröffentlichung der IARC mit einem Hinweis, dass Fleisch Bestandteil einer gesunden Ernährung darstellt. Ebenso das Landwirtschaftsministerium und selbst die IARC. Sehr schnell war auch der Spiegel mit einer sehr fachlichen Risikoeinschätzung.“ (Quelle: ZDS)

Nichtsdestotrotz befindet sich jetzt Fleisch und verarbeitetes Fleisch auf einer WHO-Liste von krebserregenden Stoffen neben Tabakrauch, Asbest und Autoabgasen. Für die fanatischen Anhänger der vegatarischen bzw. veganen Lebensweise eine Bestätigung ihrer Ablehnung von Fleisch.

Doch was sind denn die Alternativen? Mehr Soja essen? Anscheinend auch keine eindeutig richtige Alternative.soja_krebs_medizinwelt

Was dann? Einfach auf Fleisch verzichten? Davon rät die DGE (s.o.) bekanntlich auch ab. Weil der Vegetarismus wohl auch selber wiederum krebserregend sein soll.vegetarier_krebs_asthma_welt

vegetarier_krebsDa bleibt wohl nur die Lichtnahrung- ach nee, Sonnenstrahlen sind ja auch kanzerogen…

Na ja – Das Leben an sich ist krebserregend, zumindest mit zunehmender Dauer. Und ganz gefährlich wird es im hohen Alter, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit zu sterben am höchsten! Fleisch unter Krebsverdacht weiterlesen

Thomas Fabry ist neuer Vorsitzender

Osnabrück-Haste. Thomas Fabry ist heute Abend zum neuen Vorsitzenden des jungen Vereins „Tierhaltung – modern und transparent e.V.“ gewählt worden.

Thomas Fabry
Thomas Fabry

Der Sauerländer folgt damit Andre Brösterhaus nach, der aber mit seiner Erfahrung weiter dem neuen Vorstand verbunden bleiben wird.
Dieser Verein wurde von einigen Studierenden der Hochschule Osnabrück gegründet mit dem Ziel, der Öffentlichkeit ein realistisches Bild der modernen massentierhaltung-aufgedecktNutztierhaltung zu vermitteln. Dazu wurde zwischenzeitlich die Internetpräsenz mit dem provokanten Namen „Massentierhaltung aufgedeckt“ aufgebaut und mit Inhalten gefüllt. Außerdem gibt es einen Ableger der Seite auf Facebook. Thomas Fabry ist neuer Vorsitzender weiterlesen

die ZEIT: Reaktionen auf „die Rache aus dem Stall“

Viele Landwirte und auch Tierärzte empfanden die Titelstory der ZEIT vom letzten Donnerstag als sehr ungerecht und einseitig. An sehr vielen Stellen wurde zum Teil hitzig diskutiert.

Bei Facebook habe ich längst den Überblick verloren- so viele Diskussionsstränge wurden aufgemacht. Beeindruckend und letztlich auch ermutigend empfinde ich es, wenn dort in den Diskussionen viele selbstbewusste Landwirte auftreten und ihre Sicht der Dinge beschreiben. Alle ZEIT-Leser, die sich auch für die Kommentarspalten interessieren ahnen nun, dass hier vielleicht nicht ganz so objektiv gearbeitet wurde wie man das ansonsten möglicherweise gewohnt ist.

Stellvertretend habe ich diese Diskussion ausgewählt. Sabine Leopold, Landwirtschaftsjounalistin, entrüstet sich dort:

„Ich habe in meiner ganzen journalistischen Laufbahn keine so einseitige Berichterstattung, die sich jedes Gegenarguments mit Fleiß verschließt, erlebt. Nicht einmal Boulevard-Blätter arbeiten so tendenziös, zumindest aber können die sich nicht hinter einem Deckmantel der scheinbaren Seriösität verbergen. Wenn dort gehetzt wird, weiß man in der Regel, warum.“

Allerdings geht zwischenzeitlich die unausgewogene Berichterstattung im Hause ZEIT weiter: Bei ZEITonline wird ein konkreter Fall einer Patientin beschrieben und schon die Überschrift macht klar, dass die Sachlichkeit nicht im Vordergrund steht:
Zeit_online_margotgPatienten und Ärzte kämpfen also verzweifelt ums Leben, während die Tierhalter mittels Antibiotikamissbrauch multiresistente Keime züchten. Und dann wiegelt die böse Agrarlobby auch noch ab. – Einseitiger kann man doch ein so ernstes Thema gar nicht behandeln.
In diesem Feature bemerkt der aufmerksame Leser, dass die Krankenhaushygiene ein sehr wichtiger Faktor ist, wenn es darum geht, die resistenten Keime zu bekämpfen. Aber es soll wohl keine ganzheitliche Betrachtung geben, denn man lässt Gerd-Ludwig Meyer, Gründer der Ärzteinitiative gegen Massentierhaltung, Monsterschlachthöfe und MRSA, folgendermaßen zitieren:

In Großenkneten, knapp hundert Kilometer von seiner Heimat Nienburg entfernt, hat der Gemeinderat mit einem Grundsatzbeschluss den Weg für den Bau vieler neuer Stallanlagen für die Massentierhaltung geebnet. Es gab vier Gegenstimmen, doch die Kritiker hatten keine Chance gegen 28 Stimmen von CDU, SPD und FDP. Meyer ist fassungslos. „Entweder ich erstatte beim Staatsanwalt Anzeige wegen Körperverletzung…„, er überlegt, ob er es aussprechen soll, aber dann sagt er es doch: „…oder ich werde Terrorist„.

Problemlösung durch Selbstjustiz? Unglaublich. Es brannten bereits viele Ställe, so wird es keinen Dialog geben. Die vormals seriöse ZEIT hat offensichtlich kein Interesse an irgendeinem Dialog- immer mit dem Knüppel auf die Landwirtschaft…. ich bin traurig, verletzt und  bin schlichtweg entsetzt… und finde wieder nicht die richtigen Worte.
Am Ende des Features wird -nach Meinung der ZEIT- der CDU-Abgeordnete Franz-Josef Holzenkamp durch seine jahrelangen Verfehlungen als Lobbyist für die Massentierhaltung jetzt vom MRSA-Keim eingeholt. Sein Wahlkreis wird wie folgt beschrieben:

Südoldenburg in Niedersachsen, einem der Epizentren der deutschen Landwirtschaft. Nirgendwo in Deutschland sind die Auswüchse der industriellen Tierhaltung besser zu beobachten als in Holzenkamps Wahlkreis, wo über jeder Tür ein Kruzifix hängt und die Luft nach Schweinen und Gülle riecht.

Ist das Satire oder eine vorweggenommene negative Meinungsäußerung? Ich leite aus diesem Satz eine tiefe Geringschätzung bzw. Verachtung des Journalisten Autors gegenüber Holzenkamp speziell und Landwirten im Allgemeinen ab. Da konnte der MdB wohl sagen was er wollte, das Urteil war schon vorher gesprochen worden. Ein anderer Blickwinkel auf dieses tiefgründige Thema, Erkenntnisse von Holzenkamp werden hier abgebügelt und als „die böse Agrarlobby wiegelt ab“ abgetan.

twitter_logoAuch bei Twitter ging es zu diesem Thema hoch her. Sehr viele Tweets lassen sich unter dem Hashtag #dieRacheausdemStall nachlesen. So entwickelte sich am Sonntag eine Schlagabtausch zwischen Landwirten und Politikern bzw. ihren Mitarbeitern (u.a. Remmel und Künast). Diese höchst interessante Diskussion hat Rainer Winter dankenswerter Weise bei Storify zusammengetragen, so dass auch Surfer ohne Twitter-Account diese Diskussion nachlesen können.

Natürlich wurden auch diverse Stellungnahmen zum ZEIT-Titel verfasst:

http://www.massentierhaltung-aufgedeckt.de
http://www.landblogger.de
Faktencheck der ISN
http://www.topagrar.com
http://agrarmanager.agrarheute.com
sehr wissenschaftliche Hintergrundinfos und weiterführende Links bei AHO

Logo stallbesuch.de

Eine ganze Serie hat Thomas Wengenroth in Folge der ZEITberichte und ZEITzensur geschrieben- und zwar auf stallbesuch.de:
offener Brief | Vorhang zu, Fragen offen? | Nicht nur der Himmel ist derZEIT grau | Kurzgeschichte zur ZEIT | Chronologie zu ZEIT
und ganz wichtig –> Was sind multi-resistente Keime und wo kommen sie her?

Aber es gibt auch Lichtblicke: Es scheint so, als würde die tendenziöse Berichterstattung kippen und auch mal eine andere Perspektive eingenommen:
so sieht SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach „ein riesiges Problem bei der Hygiene“ in einem Interview mit der WAZ.
Und etwas überraschend für mich, kritisiert ausgerechnet die kritische taz die schlechte Recherche der Journalisten(?) von Correctiv, die für die ZEIT ermittelt haben.

Habe ich wichtige Kommentare und Stellungnahmen vergessen? Kein Problem- schreibt sie einfach in die Kommentarspalte!

später hinzugefügte Stellungnahmen:

  • offener Brief von Werner Schwarz, Bauernverband Schleswig-Holstein, an Di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT.

Bauern im Netz

Haselünne (VEL). 7700 „Gefällt mir“-Klicks hat die von Junglandwirten betriebene facebook Seite „Massentierhaltung aufgedeckt“. Die Internetplattform soll Verbraucher sachlich über die moderne Schweinehaltung informieren und die Möglichkeit zur Diskussion bieten. Die Gründer der Seite sprachen nun in Haselünne mit Mitgliedern des Arbeitskreises Agrar über die Chancen und Risiken der sozialen Netzwerke.

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Nutzen moderne Medien zur Öffentlichkeitsarbeit: Sebastian Ermann, Johannes Ritz und Marcus Holtkötter gemeinsam mit Matthias Teepker und Sebastian Bartels vom Arbeitskreis Agrar (von links).

Da soziale Medien wie facebook und twitter immer häufiger Einzug in deutsche Ställe halten, hatte der Arbeitskreis Agrar zu einem Diskussionsabend zum Thema „Öffentlichkeitsarbeit – Junglandwirte in sozialen Netzwerken“ eingeladen. Johannes Ritz und Sebastian Ermann, Agrarstudenten aus Osnabrück, betreiben seit Juni 2013 die facebook Seite „Massentierhaltung aufgedeckt. So sieht es in deutschen Ställen aus“. Sie berichteten über ihre Erfahrungen mit dieser innovativen Öffentlichkeitsarbeit für die moderne Landwirtschaft. Auf facebook posten sie regelmäßig Fotos aus ihren Schweineställen und fügen jedem Bild eine sachliche Erklärung bei. Die Internetplattform bietet dann jedem die Möglichkeit zur offenen Diskussion. Auch kritische Fragen dürfen hier gestellt werden. Dass die Seite auf großes Interesse stößt, beweisen die über 7700 „Gefällt mir“-Klicks. Der 23-Jährige Landwirt Johannes Ritz ist von der positiven Wirkung seiner facebook-Seite überzeugt: „Mit facebook können wir sehr schnell sehr viele Menschen erreichen. Damit holen wir quasi den Stallbesuch ins Wohnzimmer.“

Mit einem ähnlichen Konzept ging auch die facebook Seite „Bauernwiki – frag doch mal den Landwirt“ ans Netz. Hier werden Bauernfamilien aus ganz Deutschland vorgestellt. Zudem werden Fragen zu vielen Themen der Landwirtschaft aufgeworfen. Mitbegründer Marcus Holtkötter, Landwirt aus Altenberge, ist überzeugt, dass Landwirte ihre Ställe öffnen müssen: „Die hohen Schutz-Zäune um unsere Ställe schrecken die Leute ab. Daher müssen wir zeigen, was in unseren Ställen wirklich passiert.“ Die einfachste Form dazu stellt für ihn das Internet dar. Er wünscht sich noch mehr Landwirte, die hier aktiv werden. „Die moderne Landwirtschaft wird oft kritisiert. Aber der einzelne Landwirt genießt ein hohes Ansehen in der Bevölkerung“, erklärte Holtkötter. Daher sei es wichtig, dass jeder Landwirt den Kontakt zum Verbraucher sucht und über seine Arbeit berichtet. „Es ist falsch, sich zu verstecken“, betonte der dynamische Landwirt.

Am Arbeitskreis Agrar der Katholischen Landjugendbewegung Osnabrück (www.ak-agrar.de) kann jeder Landwirt oder landwirtschaftlich Interessierte aus der Region teilnehmen. Nach Angaben von Vorstandsmitglied Matthias Teepker werden gemeinsam Agrarthemen diskutiert und Veranstaltungen organisiert. Der Landwirt aus Handrup freut sich auf weitere interessierte und engagierte Leute aus der Landwirtschaft.

Hier noch einmal die wichtigsten Links:

Unser täglich Tier (37Grad, ZDF)

Gestern gab die Sendung „Unser täglich Tier“ der Sendereihe 37Grad im ZDF Einblicke in die Haltung von Legehennen, Masthähnchen, Mastputen und Mastschweinen. Es wurden alternative Haltungsformen vorgestellt und dem deutschen Tierschutzbund bzw. PeTA und einem grünen Landwirtschaftsminister eine große Plattform geboten, um ihre werbewirksamen Botschaften widerspruchslos zu verbreiten.


Bemerkenswert fand ich die Tatsache, dass dem bekennenden Tierschützer, Tierrechtler und Autor dieses Beitrags Manfred Karremann sowohl in Brütereien, Schlachthäusern als auch in Ställen offen eine Drehgenehmigung erteilt wurde, deren Besitzer aber kaum zu Wort kamen.

Logo_TagesspiegelDie Kritik des Tagesspiegels fiel dementsprechend negativ aus:Fernsehkritik TagesspiegelMit Schaubildern, die nur zur Desinformation bzw. Verdummung geeignet sind, werden richtige Fakten falsch bzw. missverständlich dargestellt. So wird auf das Platzangebot eines Mastschweines eingegangen. 0,75m² stehen einem Schwein mindestens zur Verfügung. 37g_schwein1
Sehr wenig, wenn man die Schaubilder betrachtet. Allerdings haben die Schweine sehr wohl mehr Bewegungsfreiheit als auf den Bildern suggeriert wird, weil sie in Gruppen gehalten werden. Aber davon natürlich kein Wort.

37g_schwein2

Der Verbraucher kann sich anhand solch einseitiger Berichte kein objektives Bild von der modernen Landwirtschaft machen. Wer auch andere Sichtweisen und Perspektiven zur Meinungsbildung nutzen möchte, dem möchte ich an dieser Stelle ein paar Empfehlungen mitgeben:

  • Stallbesuch.de:
    SLogo stallbesuch.detallbesuch.de zeigt Nutztierhaltung in Videos: Rinder-, Schweine-, Hühner- und Ziegen-Ställe. Bio und konventionell, groß und klein.
    Motto ist hier: Tag des offenen Hofes- 365x im Jahr.
    Hier werden die verschiedensten Haltungssysteme gezeigt, erklärt und auch verglichen. Eine toll gemachte Seite, bei der auch aktive Landwirte immer noch dazulernen können. An dieser Stelle möchte ich den Leser auf das Video „Hähnchenmast nach dem Provathof-Konzept“ hinweisen. Im Gegensatz zur beschriebenen 37°-Sendung ist dieses Video absolut sehenswert und lehrreich:
    Stallbesuch ist übrigens auch auf Facebook vertreten.
  • Bauernwiki- Frag´doch mal den Landwirt:
    Logo_BauernwikiÜber Facebook, aber auch direkt im Netz beantworten viele „echte“ Bauern die Fragen von Verbrauchern und geben Einblicke in den Alltag eines Landwirts.
    Ein großartiges Projekt, das nach nur wenigen Wochen bereits knapp 5000 Likes auf Facebook sammeln konnte.
  • Massentierhaltung aufgedeckt:
    Logo_Massentierhaltung_aufgedecktDie Facebook-Seite hat bereits mehr als 7400 „Gefällt mir“-Angaben.
    Initiiert wurde dieses Projekt, das mittlerweile auch ein Verein geworden ist, von Studierenden der Landwirtschaft aus Osnabrück.

Revolution im Netz (oder Bauernbefreiung 2.0)

Angesichts einer stark steigenden Zahl von Facebookseiten, Blogs und anderer Auftritte im Internetkosmos, die von Landwirten in jüngster Zeit gestartet wurden, spricht Rainer Winter (DLG) in seinem Blog wintersnet von einer Revolution- die „Bauernbefreiung 2.0″ hat begonnen:

Es rumort auf dem Land. Die Bauern haben die Möglichkeiten der Neuen Medien erkannt: Was im TV, Rundfunk und in Printmedien an falschen Fakten über Landwirtschaft auf Sendung geht, bekommt Feedback über die Kommentarfunktion oder auf Facebook. War es für einen einzelnen schwierig bis gar unmöglich, Reichweite in den Medien zu bekommen, so kann er heute dank Facebook & Co. im Nu viele Menschen im “Do-it-Yourself”-Verfahren erreichen.

Die AnzahlBauernwiki von landwirtschaftlichen Betrieben mit einer eigenen Facebook-Seite steigt täglich. Hinzu kommen Themenseiten wie “Massentierhaltung aufgedeckt“, die von drei Agrarstudenten ins Leben gerufen wurde. Und auf der Facebook-Seite “Bauernwiki – Frag doch mal den Landwirt” stellen Landwirtsfamilien sich und ihre Betriebe vor und stehen für Anfragen von Verbrauchern und Medienleuten zur Verfügung. Eingerichtet wurde die Seite jedoch nicht von einer Agentur oder einem landwirtschaftlichen Verband, sondern von einer Tierärztin. Sie hat auch den Ferkelaufzuchtbetrieb “Brokser Sauen“, den sie zusammen mit ihrem Mann führt, auf Sendung gebracht. Doch es tut sich noch mehr…

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