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Agitieren Wasserversorger gegen Bauern?

Der Bauernverband Schleswig-Holstein fordert auf seiner Facebookseite die mitlesenden Landwirte auf, sich persönlich bei ihren Wasserversorgern zu erkundigen und nachzufragen, wie es um die Qualität des Wassers stünde.
von Sönke Hauschild

Aufruf: Fragt nach! Es geht nicht nur um den guten Ruf der Landwirte, sondern um unser aller Wasser! (Siehe Fragenkatalog am Ende)

Wasserverbände fordern Gülle-Stopp!

Fake statt Fakten: Wasserversorger agitieren gegen ihre Versorger - die Bauern!
(c) bauern.sh

Deutsche Wasserverbände, oft von landwirtschaftlichen Vorständen geleitet, halten „die großindustrielle Agrarwirtschaft“ für eine Gefahr. „Jedes Jahr wird in Deutschland viel mehr Gülle auf den Feldern ausgebracht als Pflanzen und Böden aufnehmen können.
Wie kann das sein?

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Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Der Nitratbericht der Bundesregierung ist noch ganz frisch.

Vorbemerkung:
Niemand kann den ganzen Nitratbericht 2016 in wenigen Stunden lesen, darum hat der Statistiker Georg Keckl als Ersteinschätzung nur schnell das das Kapitel „Nitrat im Grundwasser“ betrachten und bewerten können.
Es gibt nun also offiziell ein neues Nitrat-Messnetz für das Grundwasser! Aber warum denn nun doch?
Wollte man eine neue „EU-Nitratlüge„, wie in der „dlz“ beschrieben, verhindern?
Wie wird diese Neuerung verkauft? Ein großer Wurf? Was ist nun besser?

Georg Keckl gibt die Antwort im folgenden Beitrag, die Lektüre lohnt sich, nehmen sie sich bitte die Zeit:

Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Ein gemeinsamer Nitratbericht der Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie für Ernährung und Landwirtschaft wird alle 4 Jahre erstellt. Der Nitratbericht 2016 ist erschienen. Nitratberichte sind Grundlage für die Beurteilung der EU über die Fortschritte der deutschen Nitratminimierungsziele.
Der Bundes-Umweltministerin und dem Bundes-Landwirtschaftsminister ist dieser Fachbericht wieder keine Pressemeldung wert, trotz des medialen Wirbels um Nitrat im Grundwasser in letzter Zeit, insbesondere seit der Nitrat-Klage der EU gegen Deutschland vor dem EuGH. Die Österreicher melden das für ihren Nitratbericht 2016, bei viel weniger Ärger mit der Materie in Österreich (https://www.bmlfuw.gv.at/). Dafür gibt es eine Pressemeldung des Bauernverbandes (DBV): Der Bauernverband stellt heraus, dass es zu keinem Anstieg der Nitratbelastung im Grundwasser gekommen ist, bei Oberflächengewässer wird die großartige Erfolgsgeschichte von der Verbesserung der Gewässerqualitäten fortgeschrieben (vgl. Spiegel: Früher war alles schlechter). Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung weiterlesen

Die Rolle des Umweltbundesamtes (UBA)

In der FAZ vom 1.Oktober 2015 erschienen acht Artikel über Landwirtschaft und Ernährung. Georg Keckl macht sich ein paar Gedanken zu den Berichten und Artikeln. Dieses ist 12. Teil der kleinen Serie:

2.07 Umweltlügenamt oder Wahrheitsbehörde?

Das Umweltbundesamt soll des „Ökosektierertum unverdächtig“ sein?

 „Selbst das jeder Art von Ökosektierertum unverdächtige Umweltbundesamt“ ZITAT FAZ

logumweltbundesamt_logo_ubaDas UBA ist eher die Zentrale des Ökosektierertums!1 Mit ihrer raffiniert irreführenden Informationspolitik verdient sich das UBA eher den Titel „Umweltlügenamt“ oder sarkastischer (aus der ZEIT!) „Wahrheitsamt2. Wenn man die Ernährung der Hälfte der Weltbevölkerung unter „Stickstoffbelastung“ summiert, so müsste man diesen Ungeist eher in Berliner, Moskauer oder Pekinger Planungsbüros vergangener Zeiten als in einem Ökobürohaus in Dessau verorten. Es geht hier um Menschen! Natürliche, lebensnotwenige Kreisläufe, wie bei der Nahrung, darf man nicht mit Wohlstandssackgassen, wie bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen, vermengen.

Unsere Flüsse und Seen werden immer sauberer, alte Arten kommen zurück. Aber die, die früher an das unausweichliche Waldsterben glaubten, hatten schon immer eine Schwäche für Weltuntergangs-Sündenpredigten und ihre Heilsverkünder:

„Wenn die Münz im Biokasten klingt, die Ökoseel aus dem Umwelt-Fegefeuer springt“.

Wer lebt weiter auf 100qm Wohnfläche mit Garten auf bester Ackerbodenqualität, kassiert ein Wohlstandsgehalt, fährt Auto, fliegt erleichtert in den Urlaub – aber will anderen eine Umweltmoral mit Verzicht predigen? Verhaltensökonomen nennen das heute „Moral Licensing“3. Wer 1980 nicht an das unausweichliche Waldsterben glaubte, wurde moralisch auf die Stufe der Holocaustleugner gestellt. Wir müssen gut sein, zumindest diesen Anschein in der Twitter-Welt des Anscheins und der Selbstdarstellung erwecken, und wenn wir den eigenen Verstand dafür anpassen müssen.

ZITAT aus der ZEIT:„Wie in einem perfekt passenden Schuh, den wir kaum spüren, sitzen wir auf diese Weise in den Weltbildern unserer Zeit fest, deren Borniertheit erst spätere Generationen ganz ermessen werden.“ ZITAT ENDE4

Nun stelle sich mal einer hin und sage, Bio führt in eine Gängelungs-Diktatur von weltfremden Theoretikern statt zur Weltrettung! Wenn der Jungbauer in der Disco sagt, er wäre Biobauer, mit Pferd, hat er mehr Chancen auf eine vergnügliche Nacht. Danach richtet sich das schon, wenn überzeugt wurde.

4 ZEIT 36/15 Seite 39 Artikel von Iris Radisch – auch wenn Frau Radisch sicher ganz andere mit „Borniertheit“ meinte als ich.


Die Ausgabe der FAZ vom 1.10.2015 ist als e-Paper hier erhältlich: http://e-kiosk.faz.net/faz-2015-10-01-pdf.html