Alternative zum Glyphosat: Maisanbau

Ich habe am Wochenende bereits über mögliche Alternativen zu Glyphosat berichtet. Kleingärtner werden demnach vermehrt auf thermische Verfahren ausweichen, sollte der Wirkstoff Glyphosat endgültig seine Zulassung verlieren. (–> Abflämmen?)

Auch ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich mit meinem kleinen, emsländischen Hof auf ein Verbot reagieren würde:

Dazu möchte ich zunächst beschreiben, wie unser Ackerbau bisher betrieben wird: Unserem landwirtschaftlichem Betrieb stehen ca. 55 Hektar Ackerland zur Verfügung. Auf ca 20 Hektar wird dabei Silomais (für die Bullenfütterung) und ca. 15 Hektar CCM-Mais (für die Schweinefütterung) abgebaut. Also über 50% Maisanteil in der Fruchtfolge. Daneben haben wir Getreide (Weizen, Triticale und Gerste) auf den Feldern stehen, der auch komplett in unserem Betrieb verfüttert wird. Bis vor zwei Jahren bauten wir noch Winterraps an, aber nach dem Verbot der Neonikotinoide war mir der Anbau zu riskant.

Auf den Flächen mit Getreide wird in der Regel eine Zwischenfrucht angebaut, um verbliebene Nährstoffe zu binden und mit der Gründüngung die Fruchtbarkeit der Böden zu erhöhen.

(c) Bayer Agrar Deutschland
(c) Bayer Agrar Deutschland

Da die Quecke ein bedeutendes und sehr lästiges Unkraut ist, das sehr gut nach Getreide im Stoppelacker mit einem glyphosathaltigen Herbizid nachhaltig bekämpft werden kann, wurden bisher Teilflächen mit Glyphosat gespritzt. Das war nicht nur wirksam, sondern auch kostengünstig.

In unserem Betrieb wird zur Hauptfrucht generell gepflügt. Vielleicht liegt es auch daran, dass die jährlich mit Glyphosat behandelte Fläche recht klein ist (< 10% der Gesamtackerfläche).

Aber wie geht es denn nun weiter? Wie würde ich nun auf ein Verbot von Glyphosat reagieren? Mehr mechanische Bodenbearbeitung, wie einige grüne Politiker empfehlen?

(c) Bayer
(c) Bayer

Nein, bestimmt nicht. Das wäre zu teuer (Dieselverbrauch, Maschinenkosten) und kostet auch Zeit, die ich anders nutzen möchte. Ich würde sehr wenig ändern und bei der Unkrautregulierung im Mais künftig auch die Quecke mitbehandeln. Denn es gibt seit Kurzem ein Herbizid aus dem Hause Bayer (MairTer power), das verblüffend gut auch gegen die Quecke wirkt und für den Mais selber auch gut verträglich ist. Da der Maisanteil in der Fruchtfolge bei uns recht hoch ist, komme ich mindestens jedes dritte Jahr (meistens häufiger) mit Mais auf die Ackerschläge und kann dort die Quecke bekämpfen.

So liegt für mich die Vermutung nahe, dass auch andere Betriebe die Herbizidbehandlung im Mais zur Queckenbekämpfung nutzen. Sollte der Mais noch nicht all zu dominant in der Fruchtfolge sein, könnte das dazu führen, dass der Maisanbau in einigen Betrieben ausgeweitet wird.

Das ist natürlich nur ein mögliches Szenario, hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Die Politik sollte sich aber mit möglichen Szenarien beschäftigen, bevor sie entscheidet. Denn dann wird ansonsten möglicherweise eine „Vermaisung der Kulturlandschaft“ beklagt, die einige Politiker dann zumindest indirekt selber zu verantworten haben.

5 Gedanken zu „Alternative zum Glyphosat: Maisanbau

  1. Soweit mir bekannt ist, wird die Quecke nur für die Saison ausgeschaltet. Die Wurzel aber bleibt intakt, wenn man beim Mais spritzt! Das genannte Mittel kenne ich allerdings noch nicht!

  2. Was MaisTer Power angeht, ist die Mischbarkeit mit anderen Mitteln ein Problem. Ich habe es selber noch nicht eingesetzt. Bisher habe ich nur MaisTer (ohne Power) benutzt und in diesem Zusammenhang kam der Hinweis mit der Mischbarkeit. Unsere Fruchtfolge ist ähnlich wie die hier beschriebene, nur dass wir in Teilen pfluglos arbeiten. Eine Intensivierung der mechanischen Bekämpfung kommt auch für mich nicht in Frage. Da sind die hier schon genannten Gründe, aber auch der Erhalt der Bodenstruktur gerade auf leichten Standorten ist für mich ein Punkt. Ich arbeite doch nicht pfluglose und baue Zwischenfrucht an, um dann alles wieder kaputt zueggen.

  3. Hallo,
    was ist das denn für eine Kausalkette zur Folgenabschätzung des Verbotes. Wer vorher nur 10% seiner Fläche gegen Quecke behandelt hat, benötig rechnerisch auch nur 10% Mais. Muß doch möglich sein als guter Bauer so das Problem in den Griff zu bekommen.

    1. In der Regel steht die gemeine Quecke nicht gleichmäßig verteilt auf einem Ackerschlag herum. Sie breitet sich meist von außen nach innen aus und bildet sogenannte Nester im Inneren des Feldes. So kann es sein, das 10% Flächenbefall für Probleme auf über 50% der Flächen sorgt.
      Mit der Feldspritze kann ich die Nester und Feldränder gezielt behandeln und so auch ganz gezielt die Quecke bekämpfen. Maisanbau auf diesen kleinen Teilflächen wäre unpraktikabel- der wird in der Regel auf ganzen Schlägen angebaut. Somit ergäbe sich ein deutlich höherer Maisanteil in der Fruchtfolge.

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