Agrarblogger Bernhard Barkmann vor der Tür des Bullenstalles, die mit einem großen Regenbogen verziert ist

Dialog mit MISEREOR II

Der Saal war voll besetzt
Der Saal war voll besetzt

Ich bin gerade wieder zu Hause von der Dialogveranstaltung mit MISEREOR. Ohne jetzt näher auf den Abend einzugehen, poste ich zunächst mein Eingangsstatement, dass ich so ähnlich heute gehalten habe:
Vom Moderator Johannes Buß wurde ich gefragt, wie ich mich fühle, wenn MISEREOR aktiv mit der “Wir haben es satt”-Demo marschiert:

Ich fühle mich als Landwirt in meiner Ehre zu tiefst verletzt!

Wir Landwirte und speziell die intensiven Tierhalter stehen in Deutschland unter Dauerfeuer.
Wir werden für quasi alles Übel in der Welt verantwortlich gemacht.

Für MRSA, Antibiotikamissbrauch, Tierquälerei, Grundwasserverunreinigung, Wasserverschwendung, ungesunde Nahrungsmittel, Klimawandel, Naturkatastrophen und natürlich auch Regenwaldabholzung und Hunger in der Welt.

Ich finde diese Kritik unberechtigt oder zumindest überzogen!

Ich behaupte, dass wir im Großen und Ganzen ordentliche Arbeit auf unseren Höfen verrichten.
Jeden Tag, auch mal nachts und das auch an Feiertagen und am Wochenende!

Unsere Arbeit ist es, die satt macht!

Dabei ist unsere Arbeit eben sehr verantwortungsvoll. Gerade in den Bereichen Düngung, Pflanzenschutz und Tierhaltung/Tierschutz.

Wir Landwirte stehen also unter Dauerbeschuss und passend zur Grünen Woche bündeln unsere Kritiker noch einmal ihre Kräfte und demonstrieren bei „Wir haben es satt“!

Und weil wir Bauern ja für so manches Übel verantwortlich sein sollen, ist der Demonstrationszug auch entsprechend bunt.

Da laufen
Umweltschützer des BUND und NABU, die beide mit der extremen PeTA kooperieren- eine unheilige Allianz!
Albert-Schweizer-Stiftung und andere Veganerbündnisse (sehr viele)mit

Folgende Parolen sind zu lesen:
Tierfabriken, Gentechnik, TTIP stoppen
„Jeder Mensch, der Fleisch isst, ist ein Mörder. Für ihre Taten gibt es jedoch keine Richter“
„Ökologische Landwirtschaft ist möglich- alles andere ist ein Verbrechen an mensch, Tier und Natur“
Auch unsere Kinder und Enkel werden uns fragen: Was hast DU gewusst? Was hast DU getan?
„Massenkot = Wasser tot“

weiterhin sind auch leider Landwirte bzw. ihre Organisationen dabei:
AbL und auch BDM
ausserdem einige Bio-Verbände
und eben auch kirchliche Verbände wie Misereor oder Brot für die Welt

MISEREOR hielt dabei folgendes Banner in der Hand:
„Wir haben die Agrarindustrie satt: Wenn Menschen heute hungern, hat das mit unserem Fleischkonsum zu tun!“

Und dass MISEREOR dort mitläuft, ärgert mich zu tiefst.
Ich bin selber Katholik und zu Hause wurde immer, wenn die Kirche zum Spenden für ADVENIAT oder eben MISEREOR aufrief auch viel Geld gespendet!
Es war eine Selbstverständlichkeit.
Es wurde bei uns immer nur diskutiert, wie viel wir geben können und nicht ob!
MISEREOR hatte bei uns einen sehr guten Ruf !

Die Machenschaften, die MISEREOR bisher machte, wurden nicht weiter hinterfragt. Doch nun mit der Demo in Berlin, merken wir, dass MISEREOR letztlich auch uns bekämpft
und zusammen mit den vielen anderen Gruppen dort diffamiert.

Dabei sind wir doch nur rechtschaffene Landwirte, die mit Leidenschaft ihren Job machen!

Das ist für mich ehrverletzend.
Es scheint so, als wenn wir kaum noch Rückhalt in der Gesellschaft haben.

Es kämpft eigentlich keine Partei mehr offen für die Belange der stinknormalen Landwirtschaft
und nun rückt auch die Kirche in Form von MISEREOR von den Landwirten ab?

Mittlerweile spüre ich, dass wir nur eine kleine Minderheit sind, auf deren Kosten sich x Organisationen und Parteien profilieren wollen.

Diese Gemengelage führte dazu, dass sich relativ spontan knapp 1000 -weit überwiegend Landwirte- sich in Berlin zu einer „Wir machen Euch satt“ – Demo versammelt haben
und für die Landwirtschaft demonstriert haben.

Wir wollten deutlich machen, dass wir nicht dafür verantwortlich sind, dass 840 Mio Menschen hungern, sondern 6,4 Milliarden SATT werden!

Wir forderten „Diskutieren statt Diffamieren“ und dementsprechend bin ich wirklich froh, dass wir uns jetzt getroffen haben zur Diskussion, zum Dialog!
Danke bis hierher!

Bernhard Barkmann

Related Posts

Landwirtin redet mit Klima-Aktivist

Landwirtin redet mit Klima-Aktivist

BlogAgrar-Herbstinterviews – Die Dritte

BlogAgrar-Herbstinterviews – Die Dritte

BlogAgrar-Sommerinterviews – Die Zweite

BlogAgrar-Sommerinterviews – Die Zweite

Bernhard Barkmann im LandWild-Portrait

Bernhard Barkmann im LandWild-Portrait

44 Comments

  1. Ich bin von Miserior sehr enttäuscht und werde nich mehr spenden. Zudem bin ich sehr
    ärgerlich darüber, das man sich nicht von Animal Peace abgesetz hat, die ein Loblied auf die Tötung eines Landwirts durch eine Bullen, gesungen hat. Wer mit solchen Vereinen auf die Straße geht, kann ich nur mit Verachtung strafen. Wer die moderne Landwirtschaft bekämft, setzt sich für Hunger und Elend in der Welt ein.

    • Wer es nicht fertigbringt, sich von den menschenverachtenden Parolen von Animal peace zu distanzieren – der hat jeden Anspruch auf Achtung und Respekt verspielt. Höchst Bedauerlich!

      • Was bauer Willi angestossen und angefangen ich finde es super.
        zum anderen die ganzen Stellungnahmen sind doch wohl Anzeichen genug für den Deutschen Bauernverband endlich in die
        Offensieve zu gehen.Habe ich bei einer Gelegenheit unserem obersten Bauer Herr Ruckwied gesprochen wohl wissend was es kostet endlich in den Medien und an den Stellen uns real und wirklich dastellen wo unsere Verleuder uns immer wieder falsch darstellen.Die angesprochenen Kosten sind z.B. mit einem kleinen Betrag pro Schlachttier und Liter Milch es sind
        ja Millionen pro Woche.Es geht,doch nichts geschieht oder du
        tust es.Die Viehhaltende Zunft ist bereit wenn es richtig aufgezogen wird die zeit drängt ganz gewaltig. Gr.H Deselaers

        • Klar muss der DBV in die Offensive. Anstatt die Verleumdungen von allen Seiten entschieden zurückzuweisen, hört man vom Bauernverband immer wieder. “Wir sind schon dran”/”Wir werden uns bessern”/”Es ist doch gaaaar nicht sooo schlimm”
          Sorry BV, aber diese Argumentation ist falsch. Wir haben nicht nur die beste Landwirtschaft aller Zeiten, sondern auch die beste der Welt (wenn man mal den Biobereich ausblendet)!
          Und das ist so, weil man sich nie zurückgelehnt hat, sondern weil man sich permanent weiterentwickelt hat. Ein Zurück-Meyern kann es nie geben, und darf es nie geben!

          • Nicht nur der DBV muss offensiver werden. Ich finde jeder sollte sich -im Rahmen seiner Möglichkeiten- mehr der Öffentlichkeitsarbeit widmen.
            Einfach selber anfangen, sich vor Ort in einem Gremium organisieren und einfach machen.
            Keine Angst haben und mutig sein.
            Wenn wir es hinbekommen, dass das eine ganz breite Bewegung wird, dann werden wir auch irgendwann die Meinungsführerschaft im Bezug auf landwirtschaftliche Themen wieder von NGOs übernehmen können.
            Doch leider müssen wir die versäumte Arbeit von über 10 Jahren aufholen. Wir haben einfach viel zu lange bei der Öffentlichkeitsarbeit gepennt!

  2. Zunächst einmal danke für die gute Diskussion gestern! Aus meiner Erinnerung wurde mehrfach deutlich gesagt, dass es Misereor nicht darum geht, jemanden persönlich zu diffamieren oder zu bekämpfen, sondern das es um die Hinterfragung eines poltischen und wirtschaftlichen Systems mit seinen Sachzwängen geht. Ich fände es sehr gut, wenn diese mehrfache Beteuerung auch angenommen würde. Wir könenn in der Sache unterschiedlicher Meinung sein, aber sollten uns doch gegenseitig keine bösen Absichten unterstellen.

    • Wenn Misereor das politische und wirtschaftliche System, zu dem selbstverständlich auch die beste, und ökologischste Landwirtschaft der Welt -und aller Zeiten gehört anprangert? Was soll man davon halten? Noch nie gab es so viele Lebensmittel, in so hoher Qualität und Verfügbarkeit praktisch zum Produktionspreis.
      Seit Anbeginn der Domestizierung von Nutztieren ging es den Tieren in der Landwirtschaft nie besser, als hier und heute. Hunderte Millionen Menschen wären froh, sie hätten ein so sorgloses Leben, wie unsere Nutztiere, in absolut auf die Tiere abgestimmten Ställen, geschützt vor Parasiten und Feinden, beste Versorgung mit Futter, im Bedarfsfall mit hervorragender Gesundheitsversorgung.
      Wie schafft es Misereor das alles zu kritisieren, und sich dann selbst noch im Spiegel betrachten zu können? Misereor müsste doch das andere Extrem auch kennen?
      Die jetzige Landwirtschaft schafft es, alle Menschen, die sich Lebensmittel zum Produktionspreis leisten können, diese auch mit Lebensmitteln zu versorgen. Dass sich nicht alle Menschen dieser Welt die Produktionskosten von Lebensmitteln für den eigenen Bedarf leisten können, ist traurig – denn die Produktionskosten unterscheiden sich weltweit nur gering – ob im Ackerbau, oder in der Tierproduktion – je nach dem, für was das Land besser geeignet ist. Geflügelmast ist in Afrika mindestens so gut möglich, wie bei uns. Futter ist notfalls weltweit zum gleichen Preis verfügbar, die notwendige Technik und Energie auch. Arbeitskraft und nötige Gebäude sind billiger, das Klima besser geeignet, guter Dünger würde gebraucht. Allerdings funktioniert das auch dort nicht mit Rassen. Die haben tatsächlich fast so schlechte Futterverwertungen, wie es von vielen NGOs immer wieder gelogen wird. Wir alle kennen die Zahlen 16:1, oder gar 15000 Liter Wasser für ein Kilo Fleisch. (http://www.misereor.de/fileadmin/redaktion/blaettertool/studie_fleischproduktion_2012/pageflipdaten/assets/downloads/publication.pdf)

      Misereor tut offensichtlich alles in seiner Macht stehende, um die Entstehung einer modernen und leistungsfähigen Landwirtschaft nach westlichem Vorbild zu verhindern.
      DAS BEKUNDEN SIE AUCH MIT DER TEILNAHME AN

      “WIR HABEN ES SATT”

      denn wenn auch bestimmt mehr als die Hälfte der Teilnehmer aus Unwissenheit oder Dummheit teilgenommen haben, bleibt dennoch ein großer Teil, der aus schlechter Absicht dabei war.

      Auch wenn Herr Bornhorst hier die schlechten Absichten bestreitet, fällt es mir schwer, ihm zu glauben. Auch wenn er beide Augen verschließt und taub ist, kann er nicht übersehen, wer da dabei war, und was deren Absichten sind.

      Greenpeace trägt mit seiner Haltung Mitschuld an hunderttausenden erblindeten und toten Kindern. Misereor mit ähnlicher Haltung hat auch teilgenommen – gegen den Willen des Kirchenoberhaupts:
      http://www.welt.de/politik/ausland/article122021827/Der-genveraenderte-Reis-der-Leben-retten-kann.html

      Es wäre zu einfach Herrn Bornhorst die Schuld allein zu geben. Da steckt System dahinter. Für mich als Bauern kann es folglich nur einen Schritt geben:
      Den Austritt aus der Katholischen Kirche. Ich möchte mir, und kann mir auch nie vorstellen, am Tag des Jüngsten Gerichts an einen Ort zu treffen, wo die Seelen solcher Leute baumeln. Das müsste ein unvorstellbar schrecklicher Ort sein.

      • Wir können deutlich unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem gut miteinander diskutieren. Wir werden Menschen brauchen, die mit Sachverstand und Klugheit ihre Meinung einbringen und dabei andere Meinungen respektieren. Warum sollte ein Austritt aus der Katholischen Kirche, nur weil eine Hilfsorganisation eine andere Meinung vertritt, Sinn machen? Bleiben Sie – und bringen Sie sich weiterhin ein. Wer weiß, wie wir alle gemeinsam die Welt weiter zum Guten hin verändern können und das “Salz der Erde” sein können. 🙂

        • Eigentlich können wir nicht DEUTLICH unterschiedlicher Meinung sein. Aber wir sind es. Das ist nicht schön, aber wir sollten uns der Ursache widmen – schließlich geht es ja nicht um weniger, als die Versorgung aller Menschen dieser Welt mit hochwertigen Nahrungsmitteln in ausreichender Menge, und den Erhalt unserer Umwelt.
          Misereor scheint das nicht sonderlich zu interessieren, was auch als Ursache der Meinungsverschiedenheit zu 99,5% der Bauern zu betrachten ist.

          Misereor hat am 4.1.2015 in seinem Facebook-Profil wörtlich propagiert: “Am 17. Januar heißt es wieder: Wir haben es satt! Kommt zur 5. Demo gegen Tierfabriken, Gentechnik und TTIP! Und für die Agrarwende!”
          Vermeintliche Tierfabriken, Gentechnik und eines von vielen wichtigen Handelsabkommen sind es also, und nicht wie oben von mir angemerkt, Mensch, Tier und Umwelt.
          Sie, Johannes Buß schreiben am selben Tag, um 4:40, als ob es der erste Gedanken nach dem Aufstehen war: “Wofür Misereor heutzutage alles steht und die Spendengelder einsetzt. Hoffentlich besuchen Sie die Landwirte und besichtigen Sie die Ställe auch, gegen die demonstriert wird.”
          Scheint etwas früh gewesen zu sein. Misereor setzt also die Spendengelder gegen die Landwirte ein, gegen deren Ställe demonstriert wird. Wenn man jetzt mal davon ausgeht, dass sie damit gegen 99,5% der Bauern und deren Ställe demonstrieren, was im Endeffekt wahrscheinlich mehr als 99,99% der Tierhaltung in Deutschland betrifft, und natürlich auch den selben Anteil der Konsumenten, sollten sie von mehreren hunderttausend Bauern 10 benennen – einschließlich Tierart, Fläschenausstattung, eventuellen Wirtschaftsdüngerverträgen und Managment. Schließlich sagten sie ja, ihre Mitdemonstranten sollten welche davon besuchen, damit sie wissen, wogegen sie demonstrieren. Anhand dieser zehn können wird dann miteinander durchgehen, ob ihre Vorwürfe zutreffen.
          Daraus kann auch Misereor lernen:
          Nur wenn Misereor sich damit befasst, wofür, oder wogegen man ist, hat Misereor auch die einmalige Chance zu lernen, Menschen mit den ihnen anvertrauten Spendengeldern zu helfen, und nicht zu schaden.

          • @Bauer Hubert,

            bin etwas verwirrt- gegen wen hat Johannes Buß zur Demo aufgerufen?
            Ich sehe Hernn Buß als Mittler zwischen Landwirtschaft und Kirche/Bistum/Misereor. Und so wie ich es sehe, wird diese Funktion an Bedeutung zunehmen!

          • Hallo Bernhard,

            auf deinen Kommentar kann man leider nicht mehr antworten, dehalb hier:

            Johannes Buß wörtlich: “Wofür Misereor heutzutage alles steht und die Spendengelder einsetzt. Hoffentlich besuchen Sie die Landwirte und besichtigen Sie die Ställe auch, gegen die demonstriert wird.”
            Kann auch sein, dass ich das falsch aufgefasst habe, aber für mich hat es sich so “angehört”, als ob er damit die sinnvolle Verwendung der Spendengelder untermauern wollte, indem Menschen, die ohne landwirtschaftliches Hintergrundwissen in Ställe schicken wolle.
            Für Laien sieht eben Schweinemast und Schweinezucht auf Spaltenboden und Ferkelschutzkorb befremdlich aus. Heizböden für Ferkel und viele andere Rafinessen sehen sie nicht, und Hygiene hinterlässt für sie eine Krankenhausathmophäre.
            Ich war mal auf einem “Tag der offenen Tür” bei einem Kollegen – absoluter Komfortstall für Kühe. Vor die Menschen reingelassen wurde, wurde das Futter abgeladen – alle Kühe waren im Fressgitter, aber natürlich nicht verriegelt. Ein absolut tolles Bild! Das Ergebnis war, dass Kinder weinten, und sich Eltern entsetzten, dass die “armen Kühe” den ganzen Tag in diesem Gitter festgeklemmt seien. Unerklärbar, für was die sauber eingestreuten Liegeboxen eigentlich sind, und dass jede Kuh nach Lust und Laune fressen, saufen, liegen und sich bürsten lassen kann. Sie sind rausgerannt, bevor man ihnen den Stall erklären konnte. Ihr Bild von der Landwirtschaft wird wohl für alle Zeit gefestigt sein – und genau das sind jene Leute, von denen Misereor, BUND, Grüne und Co. leben. Man lebt von Verleumdung und Denunzierung der Bauern.
            Herrn Bornhorst scheint das völlig egal zu sein, man lebt nach dem Motto: “Geld stinkt nicht” egal was damit angerichtet wird.
            Falls ich Herrn Buß missverstanden habe, möchte ich mich in aller Form bei Ihm entschuldigen.

    • Tut mir leid – pauschale Verunglimpfungen kommentarlos im Raum stehen zu lassen ist genau so wenig akzeptabel wie eine persönliche Diffamierung!

  3. Sehr geehrter Herr Bornhorst,
    ich bin auch sehr dankbar, dass es zu dieser Podiumsdiskussion gekommen ist.
    Ich hoffe, dass wir auch weiterhin im Gespräch bleiben können.
    Eines hat die gestrige Versammlung deutlich gemacht: Sie wollen das “System” treffen und nicht den einzelnen Landwirt. Sehr viele Landwirte aber empfinden auch nach der Veranstaltung gestern, dass MISEREOR sich gegen die hiesigen Landwirte stellt.

    Dass dann noch Herr Dr. zu Löwenstein eine Parole der Demo (“Auch unsere Kinder und Enkel werden uns fragen: Was hast DU gewusst? Was hast DU getan?”) als voll kommen richtig hingestellt hat, macht mich wirklich sehr traurig.
    Viel zu oft bin ich in Online-Foren in Diskussionen verstrickt, in denen mir und meinen Kollegen “KZ-Haltung” vorgeworfen wird und andere Holocaustvergleiche gezogen werden.

    Der NDR ist gerade wieder von Hof gefahren, ich habe noch etwas Arbeit zu erledigen und werde mich insgesamt sammeln müssen, bis ich die gestrige Veranstaltung in meinem Blog ausführlich zusammenfassen kann und bewerten kann. Natürlich aus meiner Sicht.

    Aber ich glaube, eines kann ich sagen: Sie bzw. Misereor hat die Mehrheit der Bauern nicht verstanden! Und: wir müssen weiter im Gespräch bleiben!

    • Genau so wie Bernhard es gerade geschrieben hat, würde ich die gestrige Veranstaltung re­sü­mie­ren.
      Ich freue mich, dass der Arbeitskreis “Kirche und ländlicher Raum” des Bistums Osnabrück dieses Thema in seiner nächsten Sitzung aufgreift und ich dabei bin!

    • Sie wollen das System treffen -und nicht die Landwirte – was ist denn das für eine Aussage – dadurch treffen sie genau unsere Landwirtschaft!!!

  4. Sehr geehrter Herr Bornhorst,

    ich danke Ihnen bzw. Misereor ebenfalls für die Dialogbereitschaft. Schade finde ich es jedoch, dass es aus meiner Sicht nicht zu einem Dialog gekommen ist. Zu gute halten muss ich der Veranstaltung, dass es in dem Rahmen vermutlich auch nicht zu einem wirklichen Dialog hätte kommen können. Ich kann Bernhard nur beipflichten, dass das Gespräch jetzt auf keinen Fall abgebrochen werden darf. Denn wo jetzt angesetzt werden muss, nachdem gestern Ihrerseits nur Demoparolen bzw. Punkte aus dem Positionspapier gegriffen wurden (und ganz ehrlich, ich bin auch gegen den Hunger auf der Welt und ich bin auch für eine artgerechte Tierhaltung OHNE Antibiotikamissbrauch, usw.), wäre für mich eine wirkliche fachliche Diskussion – wie wollen wir 10 Mrd. Menschen weltweit satt bekommen? Welche Möglichkeiten gibt es, gibt es Grenzen und wenn ja, wo sind die Grenzen,…? Bis dahin würde ich mich freuen, wenn Sie sich unparteiisch hielten und Ihrerseits von der “wir haben es satt” Bewegung zunächst Abstand nehmen würden, um den Landwirten zu zeigen, dass bei Ihnen gestern auch ein wenig angekommen ist…

  5. An Misereor
    Sie würden schon viel Dampf aus dem Kessel nehmen
    Wenn Sie sich ^öffentlich und auf Dauer ^ von denen distanzieren
    , die Nachts in unsere Ställe einbrechen !!!

  6. Misereor versteht es meiner Meinung nach nicht. Mit Peta für Reformen in der Agrarpolitik zu demonstrieren ist wie mit der NPD oder Pegida für eine bessere Flüchtlingspolitik zu marschieren.

    Wir haben in meiner Pfarrei schon lange die Konsequenzen gezogen. Anstelle der alljährlichen Misereorsammlung organisieren wir bei einem Fastenessen – mit Fleisch 😉 Spenden für zwei konkrete Projekte in Afrika. Dabei kommen in unser Pfarrei mit nur 400 Gläubigen jedes Jahr über 3000€ zusammen. Ich empfehle diese Alternative.