Wie groß ist die Schnittmenge von Grünen und rechten Parteien?

Die Frage stelle ich mir gerade, als ich zuerst auf folgende Einladung stieß: grüne_stadt_land_handinhand

Da war doch mal was, oder? Genau, wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, wird bemerkt haben, dass „Stadt und Land – Hand in Hand“ zu Nazizeiten ein Motto für das zu Propagandazwecken missbrauchte Reichserntedankfest war. Diese Propaganda war für die Vorbereitung des Krieges von zentraler Bedeutung.
Bei Wikipedia steht dazu folgendes:

Das Ziel, die Landbevölkerung in großer Zahl zur Teilnahme am Reichserntedankfest zu bewegen, wurde durch drei aufeinander folgende Propagandawellen erreicht, die man jeweils unter ein aussagekräftiges Motto stellte.
1935 waren dies in der ersten Phase unter Bezug auf den Volksgemeinschafts-Gedanken „Stadt und Land – Hand in Hand“,
in der zweiten Phase „Unser Brot aus eigener Scholle“, welches auf die angestrebte Autarkie der Versorgung anspielte,
und in der dritten Phase „Unterm Erntekranz“ als Assoziation zum ursprünglichen christlichem Anlass.

Punkt eins und zwei passen wohl ganz gut in die grüne Ideologie. Zumindest wird der globalisierte Handel von der Partei sehr häufig kritisiert und bei der Ernährung auf Selbstversorgung gesetzt.

Und dann stieß ich auch noch auf eine weitere Veranstaltung, die bei mir schon wieder sofort Assoziationen mit Parteien rechts der Mitte geweckt hat:

heimat_land_grün_nrw Was kommt als nächstes?

Wird demnächst die Hitparade der Volksmusik von den Grünen präsentiert mit Star-Moderatorin Claudia Roth?

Sind sich am Ende die Grünen und rechte Parteien am Ende näher als man denken würde? Zumindest beim Themenkomplex Ernährung und ländliche Räume scheint dieses der Fall  zu sein.

Auf vergleichende Links zu Seiten mit braunen Inhalten habe ich an dieser Stelle verzichtet, weil ich meinen Blog nicht mit diesen zweifelhaften Seiten verlinken möchte. Wer Google beherrscht, kann selber den Vergleich wagen… 😉

3 Gedanken zu „Wie groß ist die Schnittmenge von Grünen und rechten Parteien?

  1. Hallo,

    wie groß ist die Schnittmenge von CDU und rechten Parteien?

    Augenscheinlich hat schon lange eine Läuterung der Wendung „Stadt und Land – Hand in Hand“ auch durch CDU-Politiker stattgefunden, sodass diese Wendung allmählich eine Meliorisierung zu erfahren scheint – was auch immer davon nun zu halten sein mag. Ein Beispiel: http://www.volksfreund.de/redesign/wahlen/kommunalwahlen/triersaarburg/saarburg/Saarburg-aufm-Saarburg-wahlsab-Stadt-und-Land-Hand-in-Hand;art490863,3878142
    Was ich damit sagen will: Man kann für jede Partei zahlreiche Beispiele eines unreflektierten Geschichts(un-)Bewusstseins finden.

    Und gerade die „bunte“ Claudia Roth auch nur in die Nähe von NPD und AfD u. ä. zu rücken, ist schlichtweg abwegig.

    Nur mal so als weitere Geschichststunde ein Verweis über die Geschichte der Landvolkbewegung Schleswig Holstein:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Landvolkbewegung_%28Schleswig-Holstein%29
    Zitat: „Mit ihrer auf antisemitischen und antikapitalistischen Motiven aufbauenden Agitation hatte sie jedoch wesentlich den Grundstein für den Durchbruch der Nationalsozialisten gelegt[1], die in den Hochburgen der Landvolkbewegung weit überdurchschnittliche Wahlergebnisse errangen.“

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