Archiv der Kategorie: Fundstücke

Eieiei. Schafft die Massentierhaltung ab, und alles wird gut!

Hühnerhaltung vor über 80 Jahren
Klein, aber fein. Keine Massentierhaltung – dafür vermutlich viele versiffte Eier. Zumindest nach heutigen Maßstäben.

Fipronil und kein Ende. Auch Jost Maurin von der taz hat sich geäußert. Sein Essay „Ei. Ei. Eieieieiei“ vom 11. August lässt sich auf einen kurzen Nenner bringen: Die industrielle Massentierhaltung ist besonders anfällig für illegale Praktiken. Seine Schlussfolgerung

Für den Hühnerhof gilt – von Ausnahmen abgesehen: Klein ist fein.

ist: schlicht und ergreifend. Oder eher: Ergreifend – schlicht?

Jost Maurin scheint davon auszugehen, dass kleine Bestände immun sind gegen verunreinigte Hygieneprodukte. Ach. Weiß er denn nicht, dass jeder Eiervermarkter strenge Hygienevorschriften umzusetzen hat? Das Produkt Ei ist anfällig gegen zahlreiche Unreinheiten, die, wüssten wir im Detail Bescheid, uns das Gruseln lehren würden.

Dass wir uns über die kleinen Proteinbomben zum Frühstück kaum Gedanken machen brauchen, liegt daran, dass die Eiererzeuger der Republik, von der Deutschen Frühstücksei bis hin zum Landwirt mit seinem lütten Mobilstall auf dem Gelände, penibel dafür Sorge tragen, dass ihre Ställe in hygienisch einwandfreiem Zustand sind. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich wie überall die Regel und sind, wie man aktuell sieht, nicht nur in den Reihen der Landwirte zu suchen. Eieiei. Schafft die Massentierhaltung ab, und alles wird gut! weiterlesen

realer Irrsinn: vegane Eierlöffel

Heute zu Ostern möchte ich Euch auf ein Fundstück aus der wundersamen veganen Produktwelt hinweisen: vegane Eierlöffel.
„Vegan“ scheint einfach hip zu sein, ist bei vielen eine positiv besetzte Marke, die Teile der Bevölkerung zum Kauf anregen- ohne auch nur einmal nachzudenken.
Aber vielleicht ist es ja mit diesen Löffeln ähnlich wie bei den schwäbischen Maultaschen? Ein Vorwand bzw. eine Ausrede, ein Verbot (Fleisch in der Fastenzeit) zu umgehen? Dürfen Veganer mit veganen Löffeln ohne Reue Eier essen?

Ich frage mich, was in der veganen Welt noch ansatzweise sinnvoll oder doch nur plumpe Abzocke ist. Irgendwann sollten Verbraucher(schutz)verbände mal die Szene kritisch hinterfragen, oder?

Ich wünsche allen Lesen ein frohes Osterfest! Mögen Euch die Eier gut schmecken!

Bilder können täuschen

Es gibt sehr viele (nächtliche) Stalleinbruchvideos, die von Tierrechtsorganisationen erstellt worden sind und gerne auch von verschiedenen Medien gesendet und verbreitet werden.

In jedem dieser Videos soll suggeriert werden, dass die gezeigten Missstände die Bedingungen im gesamten Stall, dem gesamten Betrieb und gerne auch in der gesamten Branche vorherrschen.

Ich habe jetzt ein Video von der Gruppe (oder Organisation?) „Echte Tierfreunde“ bei YouTube entdeckt, dass zeigt, wie man mit Bildern und erst Recht mit geschickt musikalisch unterlegten und wenig belichteten Videos ein falscher Eindruck erweckt werden kann:

Anmerkung: Bilder können täuschen weiterlesen

Angst vorm Wolf und Glyphosat

Vorgestern ist bekanntlich ein „Problem-Wolf“ erlegt worden. Ich bin nun über einen Artikel der Hessische/Niedersächsische Allgemeinen (HNA) zum Thema Wolf gestolpert.
Immer mehr habe ich das Gefühl, dass wir in einem Land der Bekloppten und Bescheuerten leben.
Vielleicht sollte man mal am Beispiel Wolf (hier wird immer beschwichtigt) die Begriffe Gefahr und Risiko erklären und das dann mal in Relation mit dem Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln (hier herrscht gelegentlich Hysterie) setzen.
 

Diese Divergenz haben wir, weil allgemein die Meinung vorherrscht, die Natur an sich ist gut, jegliche Eingriffe in die Natur wären schlecht und der Mensch gehört nicht zur Natur.

Hier der Zeitungsartikel: Tipps zum Verhalten bei Begegnung mit dem Wolf

und hier ein Video, das auch in dem benannten Zeitungsartikel verlinkt ist:

hna_tipps_wolf_snap

Wie groß ist die Schnittmenge von Grünen und rechten Parteien?

Die Frage stelle ich mir gerade, als ich zuerst auf folgende Einladung stieß: grüne_stadt_land_handinhand

Da war doch mal was, oder? Genau, wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, wird bemerkt haben, dass „Stadt und Land – Hand in Hand“ zu Nazizeiten ein Motto für das zu Propagandazwecken missbrauchte Reichserntedankfest war. Diese Propaganda war für die Vorbereitung des Krieges von zentraler Bedeutung. Wie groß ist die Schnittmenge von Grünen und rechten Parteien? weiterlesen

Der NABU und das böse Glyphosat

Nein- ich erzähle hier kein Märchen.
Die folgende Geschichte ist zwar durch und durch unlogisch, aber tatsächlich wahr. Dem Waldbesitzer und Holzkaufmann Ralph Lorenz (*) aus dem Rhein-Sieg-Kreis fiel diese Unlogik auf und schreibt auf Facebook:

Der NABU und seine Logik:

Glyphosate in der Landwirtschaft sind schlecht.
Roundup ist ein ‪#‎Glyphosat‬ und wenn das der NABU verwendet, ist das empfehlenswert.

Glyphosat ist empfehlenswert, weil schwere körperliche Arbeit vermieden wird.
Glyphosat ist empfehlenswert, weil schwere körperliche Arbeit vermieden wird.

Der Bauernverband Schleswig-Holstein nimmt die Vorlage auf und stellt fest:

Der Nabu warnt: Glyphosat schadet „Mensch und Natur erheblich“. Ein Verkauf des Mittels an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten sei nicht zu verantworten. Weiter: „Aus Sicht des NABU ist eine umfassende Neubewertung der Risiken überfällig.“ Was der Nabu damit wohl meint? Sobald er Roundup einsetzt, mutiert das Mittel zu einem Naturschutzinstrument? Arroganz hat einen Namen…

Diese unglaubliche Selbstherrlichkeit des NABU in Sachen Glyphosat griff heute auch top agrar online auf. Alfons Deter vom Internetportal schreibt:

top agrar meint: Die aktuelle Fall zeigt genau das Problem: Tier- und Naturschützer sind immer ganz vorne dabei, wenn es um Forderungen nach Verboten und schärferen Regeln geht. Nur sie sind fachfremd und beschäftigen sich nicht intensiv mit der Praxis. Stehen sie dann in Eigenverantwortung vor denselben Problemen wie Landwirte, sind die eben noch beschimpften Praktiken plötzlich erlaubt.

Die Mitglieder der Vereine und biologischen Stationen treten dabei vor Ort meist selbstbewusst auf, fühlen sie sich doch als staatlich Beauftragte. Sie seien die Experten, der gewöhnliche Landwirt mit Ausbildung habe ja keine Ahnung und nur das Gewinnstreben vor Augen. Interessant wäre hier mal eine Kontrolle des Sachkundenachweises…

Der NABU hat heute reagiert und die Aussagen zum Glyphosat-Einsatz auf dessen Homepage  ergänzt:nabu_sh_glyphosat_krebs

Hier noch einmal die Links zu den entsprechenden Seiten des NABU:
–> Empfehlen:
https://schleswig-holstein.nabu.de/…/…/management/03415.html
–> Verbieten:
https://www.nabu.de/news/2012/14613.html

[die Snapshots stellte mir freundlicher Weise Ralph Lorenz zur Verfügung]


(*) Ralph Lorenz, Naturbewirtschafter in dritter Generation ist Waldbesitzer und Holzkaufmann, der aus eigener Praxis die Missstände in der Holz und Forstwirtschaft hautnah miterlebt. Sein Vater hatte in den Nachkriegsjahren einen Landwirtschaftlichen Betrieb im Rhein-Sieg Kreis und der Großvater war Viehzuchtmeister und Leiter eines Gutshofes in Pommern.

Lorenz prangert Wettbewerbseinschränkende Maßnahmen des Staates an und die Ungleichbehandlung zwischen Naturbewirtschaftern auf der einen Seite und Naturschutzverbänden, staatlicher Einrichtungen und geschaffener Institutionen auf der anderen Seite.

Die gute fachliche Praxis bleibt dabei auf der Strecke. Sein politisches Engagement, Dinge zum Positiven zu verändern, ist ein langwieriger und müssiger Weg und daraus geboren ist seine Vortragsreihe „Schützen wir die Natur kaputt? Ist die Nachhaltigkeit in Gefahr?

Inhalt des Vortrages ist

  • der Stellenwert der Land- und Forstwirtschaft früher und heute
  • Wie durch eine Überbürokratisierung die Handlungsfreiheit des Einzelnen eingeschränkt wird
  • Wie zunächst gut gemeintes, nämlich „Natur zu schützen“ durch Projekte und subventionierte Maßnahmen zur Naturzerstörung entwickeln
  • Praxisbeispiele mit Aufschrei Charakter
  • Handlungsanregungen für eine Öffentlichkeitsarbeit vor Ort
  • Lösungskonzepte

 

Lebensmittelskandal in Russland

Ausschnitt aus YouTube-Video (per Snapshot)
Ausschnitt aus YouTube-Video (per Snapshot)

Auf einen wirklich ekligen Hygieneskandal machte mich die landwirtschaftliche Fachzeitschrift top agrar aufmerksam. Redakteur Alfons Deter schreibt in der Online-Ausgabe:

Ein Hygiene-Skandal erregt derzeit weltweit Ekel: Auf Fotos ist zu sehen, wie offenbar betrunkene Angestellte einer russischen Käsefabrik in Milch baden. Da sie ihren Badeausflug anschließend in soziale Netzwerke einstellten und sich damit brüsteten, dass die Milch noch in die Käseproduktion geht, schickte die Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor Inspekteure.

Laut der Agentur itar-tass stellten diese „katastrophale hygienische Zustände“ fest, wie auch ein weiteres Video zeigt. So seien die Böden und Wände sehr verdreckt gewesen. Es gebe keine Hygiene-Vorschriften für Mitarbeiter und die Fabrik hätte gegen etliche Vorgaben verstoßen, heißt es seitens der Behörden. Produktproben wurden an das zuständige Gericht in Omsk geschickt, dort wird nun entschieden, ob die Fabrik schließen muss.

Eines dieser unappetitlichen Videos habe ich mit Hilfe der Los Angeles Times im Internet gefunden. Wessen Neugierde ich nun geweckt habe, der klicke oben auf das Foto, das ich von diesem Video gemacht habe.

Einige Leser werden mit Blick auf das Datum diese Geschichte nicht glauben, habe selber auch zunächst gezweifelt, aber das hier ist leider kein Aprilscherz!