Zur Bauerndemo in Berlin

Zur Bauerndemo in Berlin

Die Ereignisse bei der Bauerndemo in Berlin heute und auch schon die letzten Tage haben mich unheimlich aufgewühlt. Grund sind die Bauernproteste in Berlin, zu denen die LsV-Absplitterung “Basis Bauern” und auch “Landschaft Verbindung das Original” aufgerufen haben.

Dabei nahm anscheinend die Zahl der schwarzen Fahnen der Landvolkbewegung deutlich zu und auch die Abgrenzung zum Reichbürger-Milieu, zu Corona-Leugnern und zu rechten Gruppen fiel nicht zu deutlich aus.

Gestern, am Holocaust-Gedenktag, ziehen Bauern mit schwarzen Fahnen, die historisch in Verbindung mit dem Nazi-Regime stehen, nur wenige hundert Meter zum Führerbunker auf. Eine Geschichtsvergessenheit, die ein negatives Licht auf den gesamten Berufsstand lenkt.
(Dazu passend die sehr bewegende Rede von Marina Weisband zum Holocaustgedenktag im deutschen Bundestag, 10 Minuten)

Ich habe lange mit mir gerungen und dann doch ein kleines Statement dazu veröffentlicht, weil es mir auf meiner Seele brannte:

positive Resonanz

Was mich wirklich gefreut hat: Die Resonanz war weit überwiegend positiv!

Und das stimmt mich optimistisch! Wenn viel mehr von uns die Traute haben, Haltung zu zeigen, die Fahnen zu kritisieren, Zivilcourage zu zeigen, dann werden künftige Demos ein klares und positiveres Bild nach außen tragen.

Ich möchte mit meiner Kritik nicht LsV generell in Frage stellen. Nein, aber nach den Erfahrungen der letzten Tage, habe ich den Eindruck, das die “Original”-Version ein deutlich größeres Problem damit hat, sich von Reichsbürgern, Corona-Leugnern und rechten Gruppen zu distanzieren. (also glaubhaft und unmissverständlich)

Für ein sauberes LsV

Vielleicht ist das ja die Chance für das größere, strukturiertere “LsV Deutschland”. Es gehört meiner Meinung nach ein reinigendes Gewitter her und übrig bleiben sollte ein sauberes LsV.
Ein sauberes LsV, das auch ein ernstzunehmender Gesprächspartner für Politik & Wirtschaft sein kann. Und gleichzeitig kraftvoll die Protestbereitschaft der Bauern kanalisiert.

Wunschdenken? Nun- Ich sehe hier den einzigen Weg, der zum Ziel führt bzw. uns voran bringen kann.


In diesem Zusammenhang auch lesenswert:

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Bernhard Barkmann

Landwirt und Blogger aus dem Emsland

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5 Comments

  1. Wenn die Argumente ausgehen, wird die Nazi-Keule geschwungen!
    Wenn der Protest zu unangenehm wird, wird die Nazi-Keule geschwungen.!
    Wann immer etwas nich dem Mainstream entspricht oder anderweitig unangnehm zu werden droht,, wird die Nazi-Keule gschwungen!
    Wie damals, als Hunderttausende von Qurdenkern friedlich am Stern demonstriert haben und sich irgendeine Nazi-Tante ungebeten auf die Bühne gedrängt hat und zum “Sturm auf den Reichstag” aufgerufen hat. Die wurde dann umgehend entfernt und so um die zwanzig Leutchen habeen dann di Stufen des Reichstags erklommen.
    Diee Rsonanz in dr Presse war die Querdenker mit diesen paar Verwirrten in einen Topf zu werfen und die Sorge von Hunderttausenden Querdenkern um unser Grundgesetz wurde damit in den Medien schnell mal weggewischt.
    Mit der berechtigten Kritk der Bauern soll wohl auch so verfahren werden. Da kommt die traditionsreiche Fahne aus dem Kaisrreich doch gerade recht. Wie wär es sich mit den Ursachen des Protests zu befassen, anstatt sich an solchen Petitessen hochzuziehen?

    • Ich sehe es genau anders herum. Die fehlende klare Abgrenzung zu Querdenkern, Reichsbürgern und rechten Idioten sorgt in meinen Augen dafür, dass nicht über die Sorgen der Bauern berichtet wird.
      Mir tun die Berufskollegen aus Niedersachsen leid, die in Hannover parallel, aber ganz unabhängig von den Berliner Protesten demonstrierten- speziell gegen die undurchsichtige Ausweisung der roten Gebiete. Selbst ihre berechtigten Anliegen rückten in den Hintergrund, weil die Demonstration in Berlin so chaotisch organisiert und zumindest zu Beginn nach rechts offen wahrgenommen wurde.
      Es ist in meinen Augen kein Wunder, dass sich zweifelhafte Gestalten an die Demo in Berlin andocken wollten, wenn im Vorfeld die Demonstration kommunikativ so unglaublich schlecht vorbereitet wurde.

  2. lenken wirklich die Journalisten vom Wesentlichen ab? Die Einzigen, die tagelang über diese dusslige Fahne steiten, sind doch wir selbst. Vor lauter Steiterei findet doch kaum noch Sacharbeit statt. Und die paar, die solche Arbeit leisten, werden auch solange mit Streit belästigt, bis sie keine Lust mehr haben.

    Danke, daß du geholfen hast, dem Thema noch mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen als ihm gebührt. Würde für dieses Thema niemand Öffentlichkeit schaffen, würde es auch keiner Öffentlichkeit bekannt werden.

    Schade finde ich, wie schnell du bereit bist, alle über einen Kamm zu scheren und gleich als rechtsradikal zu diffamieren. Da hast du irgendwie eine persönliche Schwäche. Lsv hattest du schon am 2 Tag nach Entstehung eine radikale Zukunft prophezeiht, eingetroffen sind deine Verunglimpfungen bis heute nicht.

    Wir brauchen keine Journalisten, die uns zu Rechtsradikalen herabsetzen. Dafür haben wir Kollegen wie dich.

    Beim Thema Schwarze Fahne hast du eher recht als bei anderen Gruppierungen. Ich finde die Fahne auch sehr unvorteilhaft, schon alleine deshalb, weil sie dieselben Farben hat wie die Hitler-Flagge.

    Ich bin der Meinug, du solltest das Privatgespräch suchen und nicht noch diesen Hype weiter verbreiten. Vermutlich hört dich aber niemand mehr an, da du ja ständig mit irgendwas ein Problem hast. Früher oder später wirkt das nur noch als Dauergenörgel. Und wenn du Keines hast, dann einer deiner Freunde.

    Von allen, die derzeit in der Szene unterwegs sind, seid ihr die Unsympathischsten, da ihr maximal arrogant seid und nicht meint, ihr wärt was Besseres, ihr haltet euch für die besten Menschen. Keiner bildet sich mehr ein als ihr, eine höhere Moral zu verkörpern.

    • ich lasse diesen Kommentar hier stehen, obwohl hier anonym agiert wird.
      Nochmal: Ich schiebe niemanden in die rechte Ecke, da stellen sich einige Berufskollegen leider schon selber hin. Manche mit voller Absicht, manche sicherlich auch ungewollt. Deshalb: Augen auf und die Zeichen frühzeitig wahrnehmen und vielleicht auch einmal den berufsinternen Kritikern zuhören.

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