Afrikanische Schweinepest: Hilft nur noch Beten?

In diversen WhatsApp-Gruppen habe ich folgende Einladung zu einer Wallfahrt nach Altötting zugesandt bekommen:

Einladung zur Sternwallfahrt nach Altötting zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest
(c) WhatsApp, bearbeitet

Es wird also zu einer Wallfahrt eingeladen um die Afrikanische Schweinepest, die sich bis wenige 100 Kilometer vor der deutschen grenze in Osteuropa ausgebreitet hat, abzuwehren.

Häme ist nicht angebracht

In den WhattsApp-Gruppen und auch bei Facebook habe ich sehr viele hämische Kommentare gelesen. Das finde ich sehr überheblich und ungerecht!
Zeigt diese Initiative von tief gläubigen Christen aus Bayern, dass die Afrikanische Schweinepest eine riesen Bedrohung für die Schweinehalter in Deutschland und die Sorge vor einem Seuchenausbruch auf den Höfen groß ist.

Beten alleine reicht nicht aus

Schutz vor Tierseuchen – was Landwirte tun können Die Schweinehaltungshygieneverordnung umsetzen
BMEL-Broschüre

Natürlich reicht Beten alleine nicht aus, um die Afrikanische Schweinepest abzuwehren. Das wissen hoffentlich auch alle Landwirte, die bei dieser Wallfahrt mitmachen.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat auch die ungeheure Gefahr durch einen eventuellen Seuchenzug erkannt und setzt auf Aufklärung.

Das BMEL verteilt z.B. über Fachzeitschriften links stehende Broschüre mit vielen praktischen Tipps, wie man die Schweinehaltungshygieneverordnung umsetzen und damit die für den Menschen ungefährliche Tierseuche fern halten kann.

Solidarität ist gefragt- Alle müssen mithelfen!

Wichtig ist, dass wirklich alle mithelfen, diese Seuche erst gar nicht aufkeimen zu lassen! Alle sind da gefordert:

  • große wie kleine Schweinehalter
  • auch Hobbybetriebe
  • Reisende aus Osteuropa, die besser keine Fleisch- & Wurstwaren aus Osteuropa mit nach Deutschland bringen sollten

Versicherungsschutz prüfen

Um die allergrößten wirtschaftlichen Risiken abzusichern, sollten sich die Betriebsleiter – so fern noch nicht geschehen- mit einer Ertragsschadenversicherung beschäftigen und abschließen. Mit einem relativ hohem Eigenanteil im Schadensfall lässt sich die Versicherungsprämie auf ein recht niedriges Niveau senken.
Natürlich ist jeder Nutztierhalter bei der Tierseuchenkasse pflichtversichert. Aber diese deckt leider nicht alle Risiken ab. Falls dazu mehr Interesse besteht, könnte ich einen Gastbeitrag eines Versicherungsmaklers in Auftrag geben.

 

45 Gedanken zu „Afrikanische Schweinepest: Hilft nur noch Beten?

  1. Hatten am Wochenende Jagdgenossenschaftsversammlung: Unser Jagdpächter will kein Schädlingsbekämpfer sein. Ein Landwirt sah Probleme bei der Bejagung im Mais weil letztes Jahr mehrere Hunde verletzt wurden. Der Jagdpächter klagte über mangelnde Absprachen zum Staatsforst bei Drückjagden. Der Jagdpächter will nicht das sein Wildschaden publik gemacht wird, wollen die anderen Jagdpächter ja auch nicht….man könnte ja als schlechter Jäger dastehen. Kurzum eigentlich wie jedes Jahr von gezielten Willen der Wildschweinbestandsreduzieren keine Spur! Keiner scheint sein Verhalten bei der Jagd ändern zu wollen

  2. Von den gesamte Einladenden interessiert sich KEINER für das Wohl der Tiere. Hier wird rein aus Angst vor dem wirtschaftlichen Schaden gehandelt. Und wer Tiere als Handelsware sieht, sollte nicht den hl. Konrad für seine Zwecke mißbrauchen!

      1. Warum unterirdisch?
        Vieleicht haben die Unterzeichnenden da etwas falsch verstanden mit der christlichen Schöpfungsverantwortung.
        Von Tiere essen und Massentierhaltung ist in der christlichen Schöpfungsgeschichte nicht die Rede.
        Und den Kirchen täte es auch gut ,sich etwas inniger mit ihrem Auftrag auseinander zu setzen.

  3. Vielleicht hilft Beten mehr als Abschießen von Wildschweinen! Hilfreich könnte auf jeden Fall die Reduzierung der Bestände in den Intensivregionen sein, dann sinkt schon mal das Risiko. Vielleicht kann hier die neue Düngeverordnung sogar einen Beitrag zur Schweinepestbekämpfung leisten?

  4. Bernhard, irgendjemand hat´s vor die Wand gefahren, und das war bestimmt nicht die AbL. Jahrzehntelang hat man die Augen vor der Nährstoffproblematik verschlossen, hat gehofft, damit durchzukommen. Die AbL ist immer für eine flächengebundene Tierhaltung eingetreten. Jetzt haben die Bauern das Heft des Handelns nicht mehr in der Hand, sind Getriebene. Lies dir bitte die heutigen Berichte zum Nährstoffbericht durch, lies die Zitate der Ministerin, die nicht als AbL-verdächtig gilt. Und hör auf, die Verantwortung bei anderen zu suchen!

  5. Natürlich können wir Schuldzuweisungen machen… auf Biogas schimpfen, auf die Grünen, die die Biogasanlagen so stark puschten, über die vielen Bauern, die fleißig Ställe gebaut haben und dadurch ihre Existenz und Einkommen sichern konnten…
    Ich schau mir aber auch die Zukunft an. Und die möchte ich mit möglichst vielen bäuerlichen Betrieben gestalten. Und da sind plumpe Abstockungsforderungen gleichbedeutend mit Betriebsaufgaben. Und das nicht zu knapp. Deshalb müssen wir Lösungen finden, wie wir alles unter einem Hut bekommen. Und da hilft die AbL den Landwirten im Nordwesten nicht all zu stark weiter- im Gegenteil! Das ist dann maximal gut gemeinte Politik!

    1. Die AbL scheint immer noch von der Zwangsveganisierung der Gesellschaft zu träumen, dabei können wir Bauern doch nur das produzieren, was die Gesellschaft auch kauft. Die Nährstoffproblematik ist sicherlich da, aber ich halte es für unrealistisch, dass der Bauer jemals wieder seinen ganzen Düngebedarf mit organischem Dünger decken kann. An dieser Situation ist die AbL und seine Verbündeten nicht unbeteiligt, sondern sogar recht aktiv. Wie die Ministerien von korrupten NABU-Personal, und auch anderen NGOs unterwandert sind, wundert inzwischen nicht nur die Bauern.

      http://www.tichyseinblick.de/kolumnen/lichtblicke-kolumnen/die-unerschoepflichen-zuschuesse-an-duh-und-co/

      1. Weder ist die AbL eine Veganervertretung, noch setzt sie sich gegen Mineraldüngereinsatz ein. Wie kommen Sie zu Ihren seltsamen Vorstellungen?

        1. Niemand hat je behauptet, dass die AbL gegen Mineraldünger ist. Vielmehr ist geradezu ein Kampf gegen natürliche Dünger zu beobachten. Anstatt dass man sich dafür einsetzt, natürliche Dünger bis in die Höhe des Nährstoffbedarfs einsetzen zu dürfen, wettert die AbL fortlaufend gegen Dünger aus der Tierhaltung.
          Ich habe auch nichts gegen Mineraldünger, und setze ihn auch selbst ein. Aber der Einsatz der AbL gegen natürliche Dünger/Tierhaltung ist schon so offensichtlich, dass man glauben könnte, von BASF oder Veganz gekauft zu sein.
          Ich muss ja hoffentlich nicht annehmen, dass die AbL ihren Kampf gegen tierhaltende Bauern ohne Hintergedanken nur aus Dummheit führt?

          1. Genauso wenig wie gegen Mineraldünger setzt sich die AbL gegen Wirtschaftsdünger ein, und schon gleich gar nicht gegen Tierhaltung! Allerdings sind wir gegen eine übermäßige, flächenungebundene Tierhaltung und natürlich auch gegen Überdüngung, egal ob mineralisch oder durch Wirtschaftsdünger, denn das hat uns die Probleme beschert, die zur neuen Düngegesetzgebung geführt haben. Hätte man frühzeitig auf die AbL und andere Warner gehört, wäre die Situation nicht so eskaliert, das jetzt zu rigorosen Gegenmaßnahmen gegriffen werden muss. Siehe Zitat Otte-Kinast weiter unten.

    2. „Rinder- und Schweinehöfe, die ihre Gülle nicht mehr loswerden, müssen nach den Worten von Niedersachsens Agrarministerin notfalls ihre Bestände reduzieren oder sogar ganz dicht machen.“ Soviel zum Thema plumpe Abstockungsforderungen. Ich gehöre nicht zu den Ratgebern der Ministerin. Ist das gut gemeinte Politik?

      1. Puhhhhhhh, da bin ich aber gerade froh, dass unser Betrieb mit Geflügelhaltung, Schweinehaltung und Biogas flächengebunden arbeitet……. Ganz ehrlich, ich hoffe, dass das massive Höfestwrben verlangsamt wird, sonst hat irgendwann keiner mehr einen Bezug zur Landwirtschaft. Und natürlich müssen Herausforderungen angenommen werden, aber dazu sind doch die meisten auch bereit. So viele Hürden und neue Gesetze die letzten Jahre, und der Landwirt hat sich dem gestellt….. Die Verantwortung wie Landwirtschaft in Deutschland aussehen soll, liegt bei uns allen und ganz sicher nicht beim Landwirt alleine, sondern auch bei Politik und Wirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel und unseren Kunden…..

      2. „Notfalls“
        Da ist doch schon alles gesagt! Vorher versuche ich aber doch andere Wege und Möglichkeiten. Die viehhaltenden Betriebe (groß oder klein) brauchen die Wertschöpung aus ihren Ställen. Fällt diese ohne Kompensation weg bzw. wird diese ohne Ausgleich reduziert, dann werden Betriebe aufhören.
        Und dann schauen wir uns doch bitte auch mal die Betriebe an, die zur Zeit nicht flächengebunden arbeiten und Gülle abgeben müssen: Das sind die Höfe mit geringer Flächenausstattung. Kleine Höfe, die heute noch am Markt sind mit teils weniger als 20 ha! Diese haben in arbeitsintensive Betriebszweige wie die Sauenhaltung investiert. Schreibt man (wie es die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft fordert) Flächenbindung vor, so werden gerade die kleinen bäuerlichen Familienbetriebe sterben!
        Und ja: es gibt auch wirklich große Tierhaltungsbetriebe, die teils ohne Fläche arbeiten. Was würde passieren, wenn diese Betriebe nun ausreichend Fläche für ihre Tierhaltung vorhalten müssten? Würden sie ihren Betrieb einstellen? Pleite gehen? Wohl nicht. Diese Betriebe würden aktiv werden auf dem Flächenmarkt und somit kleineren Höfen ihre zugepachteten Flächen streitig machen. Und sowas fordert die AbL! Kontraproduktiv ohne Ende! Das schlimme daran ist, dass diese AbL-Positionen als Alibi für landwirtschaftsfeindliche grüne Agrarpolitik herangezogen werden!
        In der aktuellen Situation ist es für die Landwirtschaft insgesamt am Besten, wenn man die Nährstoffverbringung in die Ackerbauregionen fördert und sich auch für technische Lösungen ausspricht. Doch leider höre ich davon nichts von Seiten der AbL.

        1. Doch, Bernhard, dafür haben wir uns immer ausgesprochen, aber nur als Übergangslösung für einen begrenzten Zeitraum. Es ist besser, als die Nährstoffe im Übermaß in den Intensivregionen auszubrigen, wie es bisher teilweise geschehen ist, aber eine dauerhafte Zementierung dieses „Nährstoffkreislaufes“ ist nicht nachhaltig. Auf längere Sicht führt kein Weg an der Reduzierung der Bestände vorbei. Daran ist nicht die AbL schuld, sondern die, die diese Entwicklung in eine Sackgasse jahrzentelang vorangetrieben haben. Lies dir mal durch, was heute Arnold Krämer zu dieser Frage sagt! Er spricht davon, dass man eine Reset-Taste bräuchte, um die Fehlentwicklungen von Jahrzehnten rückgängig zu machen.
          Dass das ein sehr schwieriger Weg wird, dass man versuchen muss, möglichst viele Betriebe zu erhalten, dass der Umbau mit Hilfen begleitet werden muss, das ist mir doch klar, Bernhard! Daran können wir gerne gemeinsam arbeiten, aber erst, wenn das Problem nicht mehr geleugnet wird, und dazu ist im Emsland von offizieller Seite die Bereitschaft immer noch nicht vorhanden. Auch du suchst wieder die Schuld bei denen, die die Fehlentwicklungen nicht verursacht, sondern immer vor ihnen gewarnt haben! Im Übrigen: Wir haben jetzt keinen grünen Minister mehr, sondern eine CDU-Ministerin, mal sehen, ob die eure Erwartungen erfüllen wird. Ich habe immer gesagt, dass die Sachzwänge Politiker aller Parteien zu ähnlichen Handlungen zwingen werden.

        2. Die Betriebe ,die sich auf eine extrem unbodenständige Produktion eingelassen haben,müssen sich jetzt bei den Beratern der Kammer und den Leuten(Landvolkfunktionäre) bedanken ,die alternative Entwicklungen wie auch die Abl sie gefordert hat, verhindert haben.
          Die Abl wird in der regionalen Historie eine angemessene Wertschätzung erfahren ,in ihrem unermüdlichen Versuch für eine selbstbestimmte solidarische Landwirtschaft zu kämpfen.
          Ihre Legendenbildung Herr Barkmann, wird demnächst wohl genauer untersucht werden.

    3. Herr Barkmann, Sie bekommen glasklare Signale von der CDU, vom Finanzminister und konservativen bürgerlichen Kräften,akzeptieren Sie das Unvermeidliche (Abstockung) und teilen die möglichen Produktionsfenster solidarisch auf unter Bauern.
      Aber genau das ist scheinbar nicht von Ihnen gewünscht.
      Sie betreiben hier den Versuch einer Paralyse durch Pseudoanalyse.
      Von der ABL kann man sagen ,was man will ,aber genau diese Situation haben sie vorausgesagt, nur hat keiner die Warnungen ernstgenommen.
      Ist es Trotz oder Unkenntnis, sich einem echten Diskurs mit Herrn Ilchmann zu verweigern?

  6. Ich gebe Bernhard recht. Die Abstockung der Tierbestände hilft den landwirtschaftlichen Betrieben nicht weiter. Für mich als Landwirt aus einer Ackerbauregion, wäre der Klarweg, dass der Nährstoffeexport und die -ausbringung vereinfacht wird. Das würde auch das Problem des Mineraldüngereinsatzes reduzieren. Wir brauchen in Deutschland ganz klar nicht weniger Tiere sondern mehr Tiere, dabei muss natürlich auf die Verteilung zukünftig besser geachtet werden und Kooperation zwischen Ackerbauern und Tiertwirten Verbessert werden.

      1. In einigen Bundesländern sind zweifelsohne zu wenige Tiere da. Auch in Brandenburg, wo ein Bürgerbegehren gegen „Massentierhaltung“ erfolgreich war. Schlecht auch für die Ackerbauern dort, die aus ackerbaulichen Gründen organische Dünger sehr gut gebrauchen könnten.
        Flächendeckende Landwirtschaft mit geschlossenen Nährstoffkreisläufen erreicht man eben nur mit Nutztierhaltung. Nicht umsonst kann man die bio-veganen Betriebe in Deutschland an einer Hand abzählen. Und wenn man sich diese Exoten mal genauer anschaut, kommt man zum Schluss, dass diese Betriebe nicht streng geschlossen für sich wirtschaften und exterene Nährstoffe in ihren Betrieb reinholen.

        1. Der Rückbau in den Intensivregionen erfodert im Gegenzug einen Aufbau von Tierhaltung in Regionen, wo es keine oder zu wenig davon gibt. Aber doch nicht in agrarindustriellen Stukturen a la Straathoff und Co., sondern in gesellschafts- und umfeldverträglichen Größenordnungen.

        2. „Zu wenige Tiere“ wofür? Doch nur unter dem Gesichtspunkt, dass die Gülle nicht dort anfällt, woher die darin enthaltenen Nährstoffe stammen. Also gibt es woanders zu viele Tiere, wie hinlänglich bekannt. Es ist also eine bloße Verteilungsgeschichte.

          Aber egal wie gleichmäßig verteilt die Tierhaltungsbetriebe wären, letztlich sind sie in der Summe die größten Verbraucher von Kunst- und bergmännisch gewonnenem Dünger sowie die größten Emittenten bezogen auf die produzierte Makro- und Mikronährstoffmenge – weil der Futterbau große Flächen beansprucht und der Wirtschaftsdüngeranfall nur eine Folge der Konversionsverluste sind.

          Da wir weder im reinen Ackerbau noch in der flächengebundenen Tierwirtschaft Nährstoffkreisläufe haben (mangels Düngung mit menschlichen Exkrementen) entstehen stets Nährstoffdefizite, die mit Handelsdünger ausgeglichen werden müssen. Aber wem sag‘ ich das?

          Bauer Willi ist da offenbar gedanklich schon weiter, oder es war nur Zufall. Er hat nämlich heute einen „Brief“ von Koert van Mensvoort gepostet, dessen Next Nature Network sich mit richtigen Lösungen und nicht mit Augenwischerei befasst.

          1. Die Rückführung menschlicher Aiusscheidungen ist doch schon in der Planung.
            Wo war jetzt die Lösung im Brief?
            Ich stelle Ihnen und den anderen Salonschreibern gerne eine angemessene Fläche Ackerland zur eigenen Bewirtschaftung zu verfügung.
            Mal sehen wie lange Ihre Spezies überlebt.

  7. Der Brief enthält nix, ist nur eine Sonntagspredigt. Ob das Netzwerk, von diesem Herrn angeführt, einem Philosophen, tatsächlich selbst an Lösungen arbeitet, weiß ich nicht. Es war mir vorher nicht bekannt, ich war nur kurz auf seiner Seite, um zu schauen, ob die Status-quo- und Mehr-desselben-Bauern jetzt schon einen Haus-und-Hof-Philosophen haben. Wohl nicht, zumindest nicht in diesem Philosophen (es reicht ja der Tierschutz-wollen-nur-Idioten-Philosoph Klaus Alfs mit seiner Internethorde, um dem Ansehen größerer Teile der Landwirtschaft zu schaden).

    Danke für das Angebot. Ich bin aber kein Landwirt. Ich versuche nur, nachzubohren. Viel mehr kann ich auch gar nicht. 🙂

    1. Sie bohren ja gern,können Sie mir und Herrn Kremer -Schillings von Pfeifer und Langen mal näherungweise ermitteln ,wie hoch der gesamtwirtschaftliche Schaden durch den unnötigen Zuckerkonsum ist.
      Da ist wohl auch noch ein Umverteilungspotential, ähnlich der Weizmann-Studie.

  8. Hohem Zuckerkonsum wird ja oft die Entstehung von Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 zugeschrieben. Da wird Zucker wohl überschätzt:

    DGE: „In den älteren Studien wurde kein Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Diabetesrisiko gesehen. Allerdings ist die Aussagekraft dieser Studien aufgrund methodischer Limitationen und kleiner Zahlen eher eingeschränkt. Inzwischen zeichnet sich ein differenzierteres Bild ab. Danach scheint ein mäßiger Verzehr von Saccharose in festen Lebensmitteln und Speisen keine nachweisbare ungünstige Wirkung auf den Kohlenhydrat- oder Fettstoffwechsel zu haben und damit das Diabetesrisiko nicht zu erhöhen.

    Neuere epidemiologische und experimentelle Studienergebnisse zeigen aber immer deutlicher, dass vor allem ein erhöhter Konsum zuckergesüßter Getränke mit einer Gewichtszunahme bzw. Adipositas verbunden ist. Über die Auslösung einer Adipositas kann es in der Folge auch zu einem Anstieg des Diabetesrisikos kommen, vor allem bei den Personen mit erhöhtem genetischem Risiko – immerhin ein knappes Drittel der Bevölkerung. Inwieweit der vermehrte Konsum von zuckergesüßten Getränken auch per se das Diabetesrisiko erhöht, ist derzeit noch eine offene Frage, auch wenn eine große Kohortenstudie dafür einen ersten Anhaltspunkt liefert.

    Vor dem Hintergrund der Adipositasepidemie auch in Deutschland sollte vor allem der Zuckerkonsum in Form von Getränken aus den dargestellten Gründen eingeschränkt werden. Diese einfache präventive Maßnahme hat sich bei Kindern und Jugendlichen bereits als wirksam erwiesen. Der Zuckerkonsum in Form von Getränken ist bei Erwachsenen zwar deutlich niedriger, er kann dennoch auch bei dieser Personengruppe zu einer ungünstigen Energiebilanz beitragen und daher sollte der Konsum von zuckergesüßten Getränken bei Erwachsenen ebenfalls eingeschränkt werden.“

    Da Erwachsene eher weniger zuckergesüßte Getränke trinken, liegt die Ursache für ihr Übergewicht wohl in der entsprechenden Gesamtkalorienbilanz, soweit sie keine Veranlagung für Übergewicht haben. Einfach- und Zweifach-Zucker sind da nur ein Faktor. Genau so könnte man sagen, dass zu viel Brot oder Fleisch oder Käse der Grund für das Übergewicht sind. An Menschen ist es schwierig herauszufinden, welche Auswirkungen einzelne Lebensmittel auf sie haben. Bei Ratten und Mäusen jedenfalls unterdrücken gesättigte Fettsäuren das Hungergefühl und lassen sie hyperkalorisch fressen. Vielleicht ist es auch bei Menschen so. Dass Vegetarierer und Veganer schlanker sind als Mischköstler, könnte also daran liegen, dass es gesättigte Fettsäuren in pflanzlichen Lebensmitteln außer in Kokos- und verpöntem Palmöl so gut wie nicht gibt. Nichts genaues weiß man nicht, aber mir reicht das schon. Ein Nutzen von Low Carb ist übrigens nicht bewiesen. Muss jetzt meine Schokolade essen…

    Wo ist eigentlich Frau Annelies?

    1. Es sollte heißen: Bei Ratten und Mäusen jedenfalls unterdrücken gesättigte Fettsäuren offenbar das *Sättigungsgefühl* und lassen sie hyperkalorisch fressen.

    2. Da können wir also konstatieren,daß ein kleines mächtiges Monopol und Kartell (siehe aktuelle Kartellverfahren gegen die Zuzckerindustrie) einen riesigen volkswirtschaftlich Schaden ,insbesondere an der Jugend anrichtet.
      Da wäre dann ja z.B. eine große Umverteilungsmasse für eine andere Landwirtschaftspolitik.
      In dem Zusammenhang finde ich es auch beachtlich, das z.B. Ekkehard Niemann ,der seit Jahrzehnten vor diesen Machtstrukturen ,wie sie auch in Milch und Fleischwirtschaft herrschen warnt,von diesen Branchen und ihren Vorteilsnehmern übel beleumdet wird.

      1. Beim Thema Zucker (Zuckersteuer, Veränderung von Rezepturen) spiegelt die Debatte nur das, was ohnehin jeder zu wissen glaubt. Und wem nützt es?

        1. Diese Debatten nutzen allen ,die für eine angemessene Wertschätzung der bäuerlichen Urproduktion und eine echte angemessene Kontrolle der Weiterverarbeitung /Vermarktung eintreten.
          Kann es sein, daß Sie etwas vegetarisches kognitives Übergewicht haben?

      2. Machtstrukturen gibt es überall, ob bei Greenpeace, Antroposophen (ganze industrielle Firmendynastien), grüner Partei, NGOs, überall und fast immer gehts dabei ums Geld. Wie sich der Grosse Führer Habeck sich die postmaterielle Zeit für diese Nutznießer der Machtstrukturen vorstellt, bleibt schleierhaft, die Abl bedient sich doch auch allzugern bei externen Geldgebern, diese Mittel dürfen dann auch gerne in die Umverteilung wandern…

  9. Puhhh, die Frage ist schon bitter, sicher gibt es wie in jedem Verein einen Buchmacher, der alle Eingänge genauestens dokumentiert. Ich bin mir sicher, dass alle Zuwendungen exakt nachvollziehbar sind, insbeondere doch die, welche eh von Stiftungen der öffentlichen Hand veröffentlicht werden, inkusiv Höhe der Zahlungen und Verwendungszweck.

  10. Also vollkommen unbelegte Behauptungen!
    Sie gönnen den Schäfern nicht die kleinste Unterstützung, weil dadurch Ihre eigenen Direktzahlungen leicht geschmälert würden, sehe ich das richtig?

  11. Herr Ilchmann, ich schrieb von öffentlich einsehbaren Fördermassnahmen, Sie halten das für vollkommen unbelegte Behauptungen? Sie können sich gern in Ihrem Verein durchfragen, aktuell z.B. läuft eine Massnahme ab Herbst 17 bis 2019 und die knapp 200000 dafür sind jetzt schon in Vergessenheit geraten, interessant?!
    Ich gönne den Schäfern jede Unterstützung und fordere ZUSÄTZLICHE MITTEL aus dem Umweltministerium, das scheint für Sie ein Problem zu sein.

  12. @Johann Meyer

    Kein kognitives Übergewicht. Das Thema Fleischreduktion, auch wenn es nervt, braucht noch viel mehr Gewicht, aus (volks-)gesundheitlicher und ökologischer wie landeskultureller Sicht.

    Wer viel Fleisch isst, isst auch viel Zucker. Das ist nur anders, wenn sich der Betreffende auf dem Low-Carb-Trip befindet. Dann fällt er mit einigen Tagen Verzögerung über Zucker her. Und zwar nicht in der Landbäckerei oder Confiserie, sondern verstohlen auf dem Supermarktparkplatz. Denn das Hirn beschafft sich schon seinen Kohlenhydrat-Input, vor allem wenn es mit den Muskeln um die Glucose konkurriert.

    Einige lernen erst nach dem Schlaganfall oder Herzinfarkt, sich vernünftig zu ernähren. Das tut mir dann immer leid, wenn derjenige es möglicherweise/wahrscheinlich durch frühere Verhaltensänderung hätte verhindern können, es geht mich aber nichts an und da mische ich mich nicht ein.

    Hingegen geht eine falsche Ernährungs- und Agrarpolitik mit Fehlanreizen alle etwas an. Die Gießkannen-Subventionierung nach Anzahl der Flächeneinheiten (60 % Futterbau, 20 % Lebensmittel) führt nicht nur zur Fleischverramschung und zu Wurstgesichtern, sondern auch zur Ausräumung der Landschaft. Beispielsweise gibt es zwischen Düsseldorf und Köln derart riesige strukturlose Flächen, die buchstäblich so ausladend sind, dass, wenn man die am Siedlungsrand hat, zum Joggen lieber ins nächste Fitnessstudio fährt. Oder auf dem Sofa sitzen bleibt.

    Übrigens: Auch Jäger haben da keinen Bock zu(m) Jagen.

    Ich vermute, dass das vielen Bauern aus anderen Regionen, die manche Kritik ungläubig aufnehmen, gar nicht bewusst ist und die Kritik in den falschen Hals bekommen.

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