Phosphat Schätzergebnisse für Flüsse falsch oder gefälscht?

Zeitungsbericht entlastet Bauern in Umwelt-Diskussion

Pflanzen brauchen Phosphor

Georg Keckl
Georg Keckl | (c) animal-health-online.de

Unsere Pflanzen brauchen eine Phosphatzufuhr als Hauptnährstoff, nur aus der Bodenverwitterung wird für unsere heutigen Erträge nicht genügend freigesetzt. Der Nährstoffbedarf der Hälfte der Menschheit wird heute über „Kunstdünger“ gesichert, man sollte das nie vergessen.
Phosphat für Düngezwecke wird auf lange Sicht auf der Erde knapp werden, darum wird die Menschheit wohl nicht umhinkönnen, wie früher alles Phosphat aus den Klos der Welt zu recyclen. Neben jeder Kläranlage wird in Zukunft eine Düngerfabrik stehen müssen.

Phosphor ist teuer

Phosphat ist teuer geworden, trotzdem gibt es schon mit Phosphat luxus-versorgte Böden, insbesondere in Betrieben mit Schweinegülle auf leichten Böden, hier ist eine mittelfristige Phosphatzufuhr unter dem Entzug sinnvoll.

Schätzungen und Modellrechnungen

Überdüngung von Flüssen Entlastung für Bauern in Umwelt-Diskussion ; Bisher galt die Landwirtschaft als Hauptursache bei der Überdüngung von Flüssen. Neue Erkenntnisse aus Hessen zeigen nun, dass Kläranlagen die größte Rolle spielen. Müssen Bund und Länder umdenken?

Was nicht sinnvoll ist, ist ein Phosphat-fetisch auf Grundlage eifernder Schätzungen, der zu globalen Ertragsverlusten führen könnte. Die Stuttgarter Zeitung schreibt exklusiv in dem Artikel:

Bei der Überdüngung von Fließgewässern spielt die Landwirtschaft möglicherweise eine sehr viel geringere Rolle als bisher angenommen. Darauf deuten neue Erkenntnisse aus Hessen hin, die derzeit unter den Bundesländern diskutiert werden.

und

Der Bund und einzelne Bundesländer versuchen laut dem hessischen Ministeriumssprecher seit Jahren, die Bedeutung einzelner Eintragsquellen über Modellrechnungen zu quantifizieren. Auf dieser Grundlage hoffe man, „zielgerichtet Maßnahmen ergreifen zu können“. Die neuen Ergebnisse aus Hessen basieren dagegen auf konkreten Messungen, die von Experten des Landesumweltamtes ausgewertet wurden.

Forderung von P-Reduzierung ist oft politisch, nicht fachlich

Es gab 2014 eine Beschwerde des Direktors der Landwirtschaftskammer über mich, weil ich die Phosphat-Reduzierungsmaßnahmen der Kammer im Bereich der oberen Hunte mehr oder weniger als politisch bedingten, aber fachlichen Blödsinn bezeichnet habe.
Es weiß jeder Bodenkundler, dass Phosphat in Mineralböden, so der Dünger denn mal im Boden ist, stark festgehalten wird, nicht ausgeschwemmt wird. Ganz anders ist die Situation auf trockengelegten Moorböden, da wird viel Phosphat ausgewaschen, ohne dass man das stark ändern könnte (Ausnahme = das Wasser der Entwässerungskanäle über „Phosphatfänger“ leiten oder als Minderungsmaßnahme Rückkehr zur Grünlandwirtschaft). Wenn man Phosphat-Berater-Stellen auf Mineralböden einrichtet, gibt man einem politischen Druck gegen jede Wissenschaft nach.

(siehe auch: Verwirrspiel Dümmer-Sanierung (PDF))

Warum diese Überschätzung der Einträge?

Nun kommt mal langsam dahinter, dass Phosphat wirklich in unseren Böden stark festgehalten wird und wohl andere Quellen für Phosphat wichtiger sind. Nun ist die Frage, warum wurde die Bedeutung des Phosphataustrages so überschätzt, wer und was war da am Werk?
Wenn sich die Zahlen aus Hessen bestätigen sollten, bricht eine Säule der neuen Düngeverordnung als gefälscht weg.

(Dieser Beitrag ist auch hier bei Facebook zu lesen und ist auch noch etwas länger)

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