Zusammenfassung von „Wir haben es satt“

Glyphosat war Feindbild Nr. 1 bei „Wir haben es satt“

Der Wissenschaftskommunikator und Buchautor Ludger Weß fasste die Glyphosat-Debatte auf der vergangenen „Wir haben es satt“-Demo in einem kurzen Tweet treffend zusammen:

– Versuch einer Zusammenfassung nach : Glyphosat ist ein Düngemittel, das alle Lebewesen tötet und gefährlicher ist als dioxinverseuchtes Asbest aus dem Tschernobyl-Reaktor. Die konventionellen Landwirte wollen damit ihre Kunden umbringen.

Unwissenheit und Vorurteile

Es ist schon beeindruckend mit welchem Unwissen und welchen Vorurteilen viele Demonstranten auf die Straße gingen. Der Videoblogger Dirk Nienhaus vom Bocholter Landschwein befragte einige Teilnehmer der „Wir haben es satt“ in diesem Video:

Und bevor sich hier einige Stimmen äußern, dass hier die Befragten vorgeführt und veräppelt werden, möchte ich diese Klarstellung nachschieben:

Alle Landwirte sind gefragt!

Diese riesige Unwissenheit, gepaart mit von NGOs bestärkten Vorurteilen, muss für uns Landwirte alle Alarmglocken klingeln lassen! Wenn wir uns nicht ALLE auf den Weg machen, unsere Arbeit dem Bürger zu erklären, dann wird die öffentliche Diskussion weiter so verzerrt weitergehen- zu Lasten der Landwirtschaft im Allgemeinen!


#Glyphosat- Versuch einer Zusammenfassung nach @WirHabenEsSatt2: Glyphosat ist ein Düngemittel, das alle Lebewesen tötet und gefährlicher ist als dioxinverseuchtes Asbest aus dem Tschernobyl-Reaktor. Die konventionellen Landwirte wollen damit ihre Kunden umbringen.

18 Gedanken zu „Zusammenfassung von „Wir haben es satt“

  1. Schon eine arg reduzierte Zusammenfassung, die von Wunschdenken und Trotzigkeit geführt ist .
    In Berlin zeigt sich der Wunsch nach bäuerlicher Landwirtschaft und Sicherung der kleinstrukturierten Landwirtschaft überall auf der Erde.
    Und die Bewegung wird immer größer und selbstbewußter!

  2. Riesig sind vor allem die Unwissenheit und die Vorurteile in Agrarblogger-Kreisen über die WHES-Demo und die Organisationen und die Menschen, die dahinterstehen. Wenn ihr so weitermacht, verliert ihr den Anschluss an gesellschaftliche Entwicklungen noch mehr. Dialog ist eben keine Einbahnstraße, nach dem Motto: Wir erklären dem unwissenden Verbraucher die Welt. Dass es auch anders geht, hat Bauer Willi vorgemacht.

    1. Drei Minuten Bauer Willi, ziemlich verfälschend angesagt von einer Tanja Busse im Adrenalinrausch und nach Einpeitscherstatements aller Coleur. Da kann ich irgendwo den Dialog nicht erkennen.

      1. Es wäre schon ein Fortschritt,wenn ein jeder Landwirt für sich selbst sprechen würde und könnte , ohne daß sich jeder hinter Rollenspielern wie z. B. Bauer Willi ,Vebandsvertretern,Politikern und Bloggern oder aber auch einigen anderen Posern z.B. von der whes verstecken müßte.
        Es geht ums Überleben von möglichst vielen vielseitigen Höfen und um den Kulturschatz Dorf.

  3. Die Tierrechtler-Organisation PETA demonstriert Seite an Seite mit Nutztierhaltern für eine „zukunftsfähige“ Landwirtschaft. Zur Info: Peta, das sind die, die kompromisslos für die Abschaffung der Nutztierhaltung eintreten und dabei eine Holocaust-Relativierung nicht scheuen. Ich glaube, einen Anschluss an diese gesellschaftliche Entwicklung brauche ich nicht. 😉

    1. Um sich die gesellschaftliche Isolation schönzureden, müssen Sie natürlich die Wahrnehmung der gesamten Bandbreite dieser Bewegung reduzieren auf einen kleinen, willkürlich gewählten Ausschnitt. Wer meint, keine Anschluss an die Gesellschaft zu brauchen, begiebt sich freiwillig ins Abseits. Bei Ihnen, Frau Anneliese, wundert mich das nicht, aber Frau Krick als Journalistin sollte doch einen etwas höheren Anspruch haben. Sehen Sie sich mal die Rede von Frau Wosnitza an! Da findet durchaus Dialog statt, wie auf allen Demonstrationen bisher. Dazu braucht man aber Mut und eine gewisse Selbstdistanz.

  4. Ich fand gut, wie Dirk Nienhaus das gemacht hat. Er hat auch ein Talent dafür. Es ist keine Bloßstellung der interviewten Personen; ich gehe davon aus, dass sie der Veröffentlichung nicht widersprochen haben. Es ist immer gut, Menschen aus ihrer Wahrnehmungszone herauszustuppsen. 🙂

      1. Ich glaube Herrn Nienhaus, dass er 40 Personen befragt hat und nur einer von ihnen über die Anwendungsweise von Glyphosat Bescheid wusste. Und es ist mir völlig egal, welche Zielsetzung jemand hatte, als er Tatsachen ermittelte. Zielsetzungen sind das eine und Tatsachen sind Tatsachen.

        Wer für oder gegen etwas demonstriert, sollte es auch begründen können. Um bei Ihren Worten zu bleiben, haben sich die Menschen dann eben selbst zur Schau gestellt. Shit happens. 😉 Wir wollen das aber ja auch nicht zu engherzig sehen.

        Davon mal abgesehen, Herr Meyer, gehe ich davon aus, dass die anwesenden Landwirte durchaus mehr über Glyphosat wissen.

        1. Selbstverständlichg haben Sie recht, wenn auf Seiten der Demonstranten mehr Hintergrundwissen gut wäre, aber das macht diejenigen ,die Pestizide anwenden noch lange nicht zu Experten. Landwirte stellen Pestiziden oft einen Persilschein aus ,im Glauben Erfahrungswissen das auf Meinungen beruht, sie dazu berechtigt. Die inflationäre unreflektierte Anwendung von Pestiziden und die immer wieder nachträglich erwiesenen Gefahren, Unwirksamkeiten und Resistenzen von ehemals für sicher befundenen Pestiziden sprechen doch eine deutliche Sprache in der ökologischen Realität

          Landwirte glauben oft auch eine objektive Meinung zu haben, in Bezug auf die Haltung von Tieren und daß diese Tatsache auch die Art und Weise der heutigern Tierhaltung ökonomisch und moralisch rechtfertigt und sie das ja auch deswegen über alle anderen erhebt im Dialog

          Eine Meinung , Herr/Frau Adt sollte auch mit einen Namen hinterlegt werden. Keinen Mut?
          Ich unterstütze die Demonstranten ,auch wenn sie oft naiv und inkonsequent sind ,wegen ihrer Emphatie , den Willen und den Mut zu Veränderungen.
          Das sind Eigenschaften ,die ich bei meinen Kollegen aus der Landwirtschaft vermisse.

  5. Na toll, da hat Dirk Nienhaus Leute auf der DEMO vorgeführt. Gratulation und viele Praktiker lachen sich eins. Und hinterher wird die Fangfrage noch nicht mal aufgeklärt. Es werden Leute nach Tierfabriken gefragt, obgleich man nicht mal weiß, ob sie selbst speziell gegen „Tierfabriken“ sind, oder ob sie aus einem ganz anderen Grund demonstrieren.
    Ob man mit dieser Strategie der gesellschaftlichen Kritik begegnen kann, wage ich zu bezweifeln. Ich wäre dafür, dass man mit den Kritikern ins Gespräch kommt. Das wurde zwar mit der Aktion „Redet mit uns“ versucht, allerdings bisher nach meinem Geschmack wenig überzeugend, da hier häufig nur vom DBV produzierte Hochglanz Flugblätter verteilt wurden. Ich kann nur appellieren: Lasst Euch auf eine ehrliche Debatte ein und führt die Leute nicht vor, das erzeugt nur noch mehr Zorn. Diese Art mit Kritikern umzugehen finde ich nicht konstruktiv und das wird das Image der konventionellen Landwirtschaft vermutlich nicht verbessern.

    1. Den Landwirten soll klar sein, dass auf breiter Front aufgeklärt werden muss. Die Unwissenheit und Vorurteile sind riesig. Wenn wir den NGOs die Aufklärung unwidersprochen überlassen, müssen wir uns über ein schrilles „Wir haben es satt“ nicht wundern.
      Das sollte dieser Beitrag ausdrücken. Ich kann den Leuten ja ihre Meinung nicht verübeln, woher sollen sie es bersser wissen? Die Medien spielen die NGO-Geige und die Argumente der Bauern finden quasi nicjht statt. Das muss sich in meinen Augen ändern! Radikal!
      Die von mir unterstützte Aktion „Deutschland blüht auf“ – Motto der diesjährigen „Wir machen Euch satt“ wurde von vielen Trägern der WHES diskreditiert. Hinter unserem Rücken und mit ordentlich FakeNews-Potential (aber so kennen wir die NGOs ja). So haben einige Journalisten mich und meine Mitstreiter kontaktiert, um nachzufragen, ob wir doch eine Bauernverbandsveranstaltung seien oder sie haben gegengecheckt, ob wir die Kundgebung in Berlin wegen mangelnder Teilnahme abgesagt hatten. Sehr schlechter Stil von der Gegenseite.
      Welche Hochglanzflugblätter meinst Du? Ich habe selber welche im Auftrag gegeben. Von DBV_Flugblättern habe ich nichts gehört.
      Ich stehe für ehrlichen und offenen Dialog- BUND und NABU haben da wohl eine andere Vorstellung.

    2. WHES fand unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt“ statt. Mit diesem Slogan wurden die Teilnehmer mobilisiert. Da finde ich es nur recht und billig nachzuhaken, was z.B. eine Tierfabrik oder was Glyphosat ist. Das sind in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit beides zentrale Bestandteile von Agrarindustrie.

      Zudem sind mehrere tausend Menschen in Berlin nicht nur gegen ein Systen auf die Straße gegangen, sondern auch gegen die Menschen, die dieses System ausfüllen. Schon mal darüber nachgedacht? Da sollte es doch wohl in Ordnung gehen, wenn die Angeklagten ihre Kläger fragen, was sie verbrochen haben UND dabei selber entscheiden, wie sie dies tun. Die Demonstranten haben auch nicht die Landwirte gefragt, wie sie‘s denn gerne hätten.

      Es ist, wie AdT es weiter oben gesagt hat. Wer für etwas demonstriert, sollte es auch begründen können.

      Dialog heißt übrigens nicht, immer nur einzustecken und dann auch die andere Wange hinzuhalten. In einen Dialog eintreten kann man auch, indem man provoziert. Zum Nachdenken anregt. Der Fragesteller ist kein Komödiant auf der Suche nach einer witzigen Nummer, sondern ein Landwirt, der seit Jahren in der Schusslinie steht.

      1. Unter Kaufleuten gibt es ein ehernes Gesetz ,nämlich niemanden von dem man in Zukunft etwas will oder erwartet in dieser Art und Weise vorzuführen .
        Der Fragesteller sollte sich mal darüber Gedanken machen.
        Will er seinen Berufskollegen gefallen oder etwas bewirken beim Konsumenten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*