Archiv für den Monat: März 2012

Erster heimischer Spargel vom beheizten Feld

Sonne von oben und Wärme von unten lassen den Spargel schon im März sprießen: Am Freitag sollen die ersten Stangen in Wöbbelin im Landkreis Ludwigslust-Parchim gestochen werden.

Als erster will Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) den Spargelstecher in die Hand nehmen, teilte sein Ministerium am Mittwoch mit.

Das frühe «Königliche Gemüse» wächst auf vier Hektar im Landwirtschaftsbetrieb der Familie Denissen. Sie nutzt seit mehreren Jahren die Abwärme einer Biogasanlage, um die Spargelbeete von unten anzuwärmen. Im vorigen Jahr war der erste Spargel Anfang April reif.

via Erster heimischer Spargel vom beheizten Feld – Pflanze – www.proplanta.de.

Einigung bei Solarvergütung

Die Koalition hat sich nun doch beim Thema „Kürzung der Einspeisevergütung bei Photovoltaikanlagen geeinigt.

(c) sunconcept-ap.de

Dieses entnehme ich dem frischen Newsletter des Bundestagsabgeordneten Hermann Kues aus Lingen. Darin heißt es:

Die Koalitionsfraktionen haben sich auf
Änderungsanträge zum Gesetzentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz
(Solarförderung) geeinigt. Hierzu erklärt der stellvertretende
Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Christian Ruck:

„Die Koalitionsfraktionen haben sich auf ein Paket von
Änderungsanträgen zur Solarförderung verständigt. Die
Grundentscheidung des Gesetzentwurfs bleibt dabei unangetastet: Die
Vergütung für Solaranlagen wird einmalig zum 1. April 2012 deutlich
abgesenkt. Damit geben wir gesunkene Anlagenpreise an die Stromkunden
weiter und verhindern übermäßige Renditen bei Investoren. Wir sorgen
für eine spürbare Eindämmung der Kosten durch die Photovoltaik und
ein Zubautempo, das die Netzstabilität nicht gefährdet.

Folgende Änderungen haben die Fraktionen vereinbart:

Der Vertrauensschutz für Investitionen aus dem Mittelstand wird
verbessert. Dachanlagen, für die ein Netzanschlussbegehren vor dem
24. Februar 2012 übermittelt wurde, erhalten die bisherige Vergütung,
wenn sie bis zum 30. Juni 2012 in Betrieb genommen werden. Für
Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen wie Mülldeponien oder
ehemaligem Militärgelände wurde die Übergangsfrist auf den 30.
September 2012 verlängert.

Es wird wieder ein automatischer Anpassungsmechanismus eingeführt
(„atmender Deckel“). Dieser sorgt für höhere oder niedrigere
Abschläge in der Zukunft, wenn das Ziel eines jährlichen Ausbaus von
derzeit 2.500 bis 3.500 MW über- oder unterschritten wird. Alle
Degressionen werden wie bisher in Prozent erfolgen, nicht in Cent pro
Kilowattstunde wie im Entwurf. Sie erfolgen zugleich monatlich, die
Grunddegression beträgt ein Prozent pro Monat. So werden
„Schlussverkäufe“, die bisher regelmäßig vor anstehenden
Absenkungsschritten erfolgten, vermieden.

Die Parlamentsrechte werden gestärkt. Alle ursprünglich
vorgesehenen Verordnungsermächtigungen werden gestrichen.

Um den Eigenverbrauch bei kleinen Dachanlagen anzureizen, werden
künftig für neue Anlagen nur noch 80 Prozent (im Entwurf: 85 Prozent)
des produzierten Stroms nach EEG vergütet. Dies ist bereits heute
technisch machbar. Gleichzeitig beauftragen die Koalitionsfraktionen
die Bundesregierung, im Rahmen bestehender Haushaltsmittel die
Förderung für Energiespeicher deutlich zu verbessern.

Die Direktvermarktungsanforderung für Anlagen über ein MW wird
gestrichen.

Im Außenbereich des ländlichen Raums werden Solaranlagen auf
Tierställen bzw. auf neu ausgesiedelten Höfen den Solaranlagen auf
Wohngebäuden gleichgestellt. Gleichzeitig bleibt es dabei, dass
sogenannte ‚Solarstadl‘, also Hallen, die ausschließlich zum Zweck
einer Photovoltaik-Anlage gebaut werden, künftig wie Freiflächen
niedriger vergütet werden.

Freiflächenanlagen in zwei unterschiedlichen Gemeinden werden
abweichend vom Entwurf auch bei räumlicher Nähe nicht als eine
Anlage vergütet.

Das Einspeisemanagement für Solaranlagen unter 100 kW wird aus
technischen Gründen auf den 1. Januar 2013 verschoben.

Weitere Anpassungen betreffen Zinszahlungen von Unternehmen auf
die EEG-Umlage, den Austausch von Solarmodulen und redaktionelle
Korrekturen.“

Die Photovoltaik ist in Deutschland eine Erfolgsgeschichte was den Zuwachs an installierter Leistung betrifft. Viele Landwirte konnten durch die Installation einer PV-Anlage profitieren.

In den letzten Jahren haben sich die Preise für PV-Module drastisch reduziert und sind stärker gefallen als die garantierte Einspeisevergütung, die von den meisten Stromkunden in Deutschland über die Stromrechnung gezahlt wird.

Dadurch ist es zu einer Überförderung gekommen. Da hat die Bundesregierung nun angesetzt und gleichzeitig Übergangsfristen für bereits geplante Anlagen verlängert.

Das ist wohl ein passabler Kompromiss, der insgesamt eine gute Lösung darstellt.

Indes steckt die heimische Sonnenstrombranche tief in der Krise. Es hat bereits einige Insolvenzen gegeben, weil ausländische und hier vor allem chinesische Hersteller deutlich geringere Herstellungskosten für das (mittlerweile) Massenprodukt PV-Modul haben und sehr aggressiv im deutschen Markt aufgetreten sind. Offensichtlich hat es die deutsche Solarbranche nicht geschafft, sich mit einer höherpreisigen Qualität am Markt durchzusetzten, weil die Chinesen auch in diesem Punkt aufgeholt haben.

(c) http://www.solaranlagen-portal.com/

Ich sehe allerdings nicht ganz schwarz für die Branche, denn mittlerweile kann sich bereits jetzt eine PV-Anlage über den Eigenverbrauch rechnen. Mit intelligenten Lösungen und einem erwarteten stetig steigenden Strompreis (sollte der Strompreis nur 5% pro Jahr steigen, lägen wir im Jahr 2020 bereits bei 30ct/kWh für den Endverbraucher) wird sich die Photovoltaik auch ohne Strompreissubvention durchsetzen.

Riesige Solarkraftwerke halte ich für weniger sinnvoll in Deutschland, aber für den kleinen Eigenverbrauch wird diese Energieform ein wichtiger Bestandteil des zukünftigen Strommixes in Deutschland und wahrscheinlich auch in Europa sein.

Ausgewintert

Der Winter ist endgültig vorbei, viele Arbeiten auf dem Acker stehen nun an.

Leider hat der harte Winter mit seinen Kahlfrösten dafür gesorgt, dass viele Wintergetreideflächen nicht mehr zu retten sind und umgebrochen werden müssen.

Der Fachausschuss Getreide des Deutschen Bauernverbandes beschreibt die Situation in Deutschland wie folgt:

„Die Auswinterungsschäden auf den Feldern sind in einigen Regionen Deutschlands so umfangreich, dass sich ein Umbruch der Wintersaaten nicht mehr vermeiden lässt. Auf diesen Flächen muss nun Sommergetreide nachgesät werden. Regional ist deswegen die Versorgung mit Saatgut für Sommersaaten schon sehr angespannt“, so Dr. Klaus Kliem, Vorsitzender des Fachausschusses Getreide des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Präsident des Thüringer Bauernverbandes nach der Frühjahrssitzung des DBV-Ausschusses. Besonders betroffen seien Gebiete in den östlichen Bundesländern, im Norden Baden-Württembergs, in Hessen sowie im südlichen Niedersachsen.

ausgewinterter Winterweizen || (c) landwirtschaftskammer.de
„Der Beginn des Winters war relativ mild und die Bestände konnten sich schon sehr weit entwickeln. Entscheidend war, ob während der starken Frostperiode im Februar die Saaten durch eine Schneedecke geschützt waren“, so Kliem. Dort, wo die Bestände von Schnee bedeckt und damit vor Kälte und Austrocknung geschützt waren, seien kaum Auswinterungsschäden zu verzeichnen. Auf Äckern, bei denen die Schneedecke fehlte, seien teils erhebliche Auswinterungsschäden aufgetreten.
Mit Blick auf die einzelnen Kulturen sei festzustellen, dass Winterroggen, der in der Regel niedrige Temperaturen gut verkraftet, am wenigsten unter den Witterungsbedingungen gelitten hat. Winterraps zeichne sich durch ein gutes Regenerationsvermögen aus und habe daher die Forstperiode meist recht gut überstanden. Dennoch werde die im Sommer 2012 zu beerntende Rapsfläche geringer ausgefallen, denn im Herbst vergangenen Jahres sei deutlich weniger Winterraps ausgesät worden als in anderen Jahren. Problematischer ist dagegen die Situation bei Wintergerste und bei früh ausgesätem Winterweizen. Gebietsweise müssten diese Kulturen wegen massiver Auswinterungsverluste großflächig umgebrochen werden. Auf diesen Flächen könne noch Sommergetreide angebaut werden. Allerdings werde entsprechendes Saatgut vielerorts schon knapp. Auch aus diesem Grund stelle Mais eine weitere Anbaualternative dar, so die einhellige Meinung im DBV-Fachausschuss. (Link)

Diese Nachricht beschäftigt natürlich auch die Märkte von morgen. Zusammen mit einer befürchteten Frühjahrstrockenheit gehen viele Marktteilnehmer davon aus, dass das Getreide auch über den Sommer hinaus weiter knapp bleiben dürfte. Sogar in Amerika macht sich der Wirtschaftsnachrichtensender Bloomberg über den aktuellen Zustand des Getreides in Europa Gedanken und blickt sorgenvoll auf eine möglicherweise beginnende Frühjahrstrockenheit. Eine weitere niedrige Getreideernte ist leider möglich.

Die Sorge einer Dürre ist nicht ganz unbegründet, denn in den letzten Jahren zeichneten sich die Frühlingsmonate, in denen das Getreide viel Wasser benötigt, durch eine anhaltende Trockenheit aus. Aktuell sind die Flächen auch schon wieder abgetrocknet und können fast alle befahren werden. Für die aktuellen Feldarbeiten ist das durchaus vorteilhaft. Die Wettervorhersagen stellen jedoch keinen Regen in Aussicht.

für die kommende Woche ist kein Regen in Sicht || (c) by wetterspiegel.de

Fehlende regionale Erntemengen können aber möglichweise mit Importen aus Regionen mit guten Ernten ausgeglichen werden. Und noch ist es nicht soweit, ich möchte ja nicht den Teufel an die Wand malen!
Schwieriger wird es aber wohl bei der Versorgung mit dem Stroh werden, weil dieses Nebenerzeugnis nur mit hohen Kosten transportiert werden kann. Hier darf man mit weiter steigenden Rekordpreisen rechnen. (siehe auch: begehrtes Stroh)

Natürlich stellt sich nun für den betroffenen Getreideanbauer die Frage, wie die nun frei gewordenen Fläche bewirtschaftet werden soll. Oft wird auf Sommergetreide ausgewichen, aber leider ist der Markt nach Auskunft meiner Agrargenossenschaft aufgrund der exorbitant großen Nachfrage in Deutschland quasi leer gefegt. Selbst Ackerbohnen und Erbsen sind mittlerweile knapp geworden. So bleibt vielen nur der Maisanbau, wodurch diese Frucht als Gewinner aus dieser Misere hervorkommen wird. Die Kritiker des weiter zunehmenden Maisanbaus wird das sicher nicht freuen- Stichwort Vermaisung.

 

künstlerische Perspektive von Lebensmitteln

Mit Interesse betrachte ich im Internet die Fotografien des Künstlers und Fotografen Michael Schmidt, die er in den vergangenen Jahren zum Thema Lebensmittel in Europa fotografiert hat. Die Fotos haben etwas skurriles und ästhetisches an sich und sollen den Betrachter zum Nachdenken über die Herstellung von Lebensmitteln animieren.

Neben diesen 6 Fotos sind weitere 171 großformatige Abbildungen noch bis zum 13. Mai 2012 im Museum Morsbroich in Leverkusen zu betrachten. Außerdem erscheint zur Ausstellung im Snoeck Verlag ein 264-seitiger Katalog mit 174 Farbabbildungen. Der Katalog kostet an der Museumskasse während der Laufzeit der Ausstellung 59 Euro, im Buchhandel mit Schmuckschuber 97 Euro bis zum 30. März, danach 128 Euro.

Ich möchte gar nicht weiter diese Photografien beurteilen und bewerten, das macht der Fotograf selber ja auch nicht. Jeder soll sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Für mich ist die Sichtweise bzw. Perspektive bemerkenswert und animierte mich dazu, diese Fotos in diesem Blog vorzustellen.

Schmallenberg

Schmallenberg ist eine kleine Stadt im Sauerland und seit Ende letzten Jahres auch Namensgeber des in Europa neu aufgetretenen „Schmallenberg-Virus“. Seit Anfang des Jahres häufen sich die Berichte zu dieser Tierkrankheit bei Rindern, Schafen und Ziegen, die durch das sogenannte Schmallenberg-Virus ausgelöst wird. Der Name ist eigentlich vorläufig, doch ähnlich wie bei der sogenannten Schweinegrippe wird auch dieser Name sich nicht mehr aus den Köpfen der Menschen herauslösen lassen – zum Leidwesen der kleinen sauerländischen Stadt, die somit in der nahen Zukunft immer mit einer Tierkrankheit in Verbindung gebracht wird.

Lamm

Bild: (c) by Daniel Stricker/pixelio.de

Und da es bei einer neuen Krankheit natürlich mehr Fragen als Antworten gibt, die Unwissenheit groß ist, entstehen schnell auch Ängste in der Bevölkerung, besonders in der deutschen Bevölkerung.

Deshalb möchte ich mit einfachen Worten den aktuellen Wissensstand widergeben:

Die Wissenschaft und hier speziell an erster Stelle das Friedrich-Loeffler-Institut forscht seit dem ersten Auftreten intensiv.

Schnell fand man heraus, dass das Virus große Ähnlichkeiten mit dem Blauzungenvirus aufwies. Man geht daher davon aus, dass das neue Virus aus wärmeren Regionen wie Asien oder Afrika eingeführt wurde und über stechende Insekten wie Mücken übertragen wird. Befallen werden nur Rinder, Schafe und Ziegen- eine Übertragung auf den Menschen erscheint den Wissenschaftlern als sehr unwahrscheinlich!

Bei ausgewachsenen Tieren sind die Krankheitssymptome meist eher mild. Die Krankheit macht sich mit Fieber, Milchrückgang und Durchfall bemerkbar. Am auffälligsten sind allerdings die Aborte und Missbildungen der Föten und neugeborenen Lämmer und Kälber, wenn ein Muttertier während der Trächtigkeit infiziert wurde.

Das FLI konnte das Virus isolieren, anzüchten, vermehren und eine Nachweismethode für das Virus entwickeln. Dieses Wissen wurde unmittelbar mit wissenschaflichen Institutionen in den Nachbarländern geteilt. Deshalb habe ich die Hoffnung, dass es wie bei der Blauzungenkrankheit relativ schnell gelingen wird, einen Impfstoff herzustellen.

Die Blauzungenkrankeit hat in den ersten Jahren nach Ihrem ersten Auftreten im Jahr 2006 zunächst auch erheblichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet. Aber durch die entsprechenden Maßnahmen wie Parasitenschutz und dann die Impfung konnte diese Krankheit besiegt werden. Die letzte Neuinfektion wurde in 2009 registriert.

Aktuell verhängen einige Drittländer aus Nordafrika Importbeschränkungen für Rinder. Auch dadurch entsteht der hiesigen Landwirtschaft ein großer Schaden. So profitierten die deutschen Milchviehhalter von der großen Nachfrage von Zuchtvieh in diesen Ländern- zu Beginn der „Blauzungenepedemie“ reagierten diese Staaten übrigens genauso.

Russland führte sogar darüber hinaus ein Importverbot für Schweine ein, was wohl eher als eine politische Maßnahme zu verstehen ist, da das Schmallenberg-Virus dem Schwein nicht gefährlich werden kann und auch nicht als Wirtstier nutzt.

Wegen den unübersehbaren Parallelen zur Blauzungenkrankheit bin ich optimistisch, dass auch das Schmallenbergvirus recht schnell eingedämmt werden kann. Allerdings muss auch mit einem starken Anstieg der Fallzahlen gerechnet werden, da diese Krankheit meist erst mit der Totgeburt eines Kalbes bzw. Lamms auffällig wird.

Verbreitung Schmallenberg-Virus 12.3.2012