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Live- Ticker vom Zukunfsdialog

Heute (30. Mai) findet in Berlin der 4. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung statt. Ich werde ab 10 Uhr über meinen Twitteraccount (@blogagrar) berichten.

Ich bin schon voller Vorfreude, denn das Programm ist in diesem Jahr wirklich gut und die Podien hochkarätig besetzt. Unter anderem sind

  • Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
  • Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks
  • stellvertrender Bundesvorsitzender der FDP Wolfgang Kubicki
  • Bauernpräsident Joachim Rukwied
  • Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW)
  • Philosoph Richard David Precht

dabei. Weiter bin ich natürlich auch gespannt, wen ich von meinen Bekannten dort in der Kalkscheune (dem Veranstaltungsort) treffen werde.

Also bis gleich, ab 10 Uhr gibt es den Live-Ticker auf Twitter. Hashtag ist #zdae17

Umweltschutz gibt´s nur MIT UNS !

Morgen in Bayern (oder muss ich besser Schwaben schreiben?):

umweltschutz_nur_mit_uns_bayern
Große Demonstration zur Umweltministerkonferenz am 12. November in Augsburg.

Gerade im Umwelt- und Naturschutz drohen für die bayerischen Betriebe teils unüberwindliche Hürden aufgestellt zu werden – ohne jeden Sinn und Gespür für die Familien, die von ihrer Arbeit auf dem Hof und auf den Feldern leben wollen und müssen.

Bei der Kundgebung in der Augsburger Innenstadt sprechen unter anderem auch der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl und DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Los geht’s ab 10 Uhr auf dem Königsplatz. Aus ganz Bayern kommen Busse nach Augsburg.

1000 Bauern, 100 Themen, eine klare Botschaft: Umweltschutz gibt’s nur MIT UNS!

Weitere Infos an den regionalen BBV-Geschäftsstellen: http://www.bayerischerbauernverband.de/geschaeftsstellen

Bauernpräsident zu Gast in Nordhorn

Ehrengast der Mitgliederversammlung des Grafschafter Landvolks war in diesem Jahr der Präsident des deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied. Der Festsaal im Hotel Rammelkamp in Nordhorn war voll besetzt.

voll besetzter Saal in Nordhorn
voll besetzter Saal in Nordhorn

Nach einer kurzen Einführung durch angehende Landwirte und Berufsschüler hielt Rukwied eine 90-minütige Rede. Zu Beginn betonte er, dass die deutsche Landwirtschaft insgesamt und in Weser-Ems speziell eine Erfolgsgeschichte sei. Die deutsche Landwirtschaft sei in der Summe wettbewerbsfähig. Darauf sei er stolz und er werde diese Erfolge verteidigen und dafür kämpfen, dass dieses auch so bleibt.

Er betonte, dass die deutschen Bauern unbedingt unternehmerische Freiheit benötigen und trotzdem oder auch deshalb nachhaltig sind, denn jeder Bauer denkt in Generationen- sein Betrieb soll möglichst mindestens so gut aufgestellt an die nachfolgende Generation weitergegeben werden.

Bauernpräsident Joachim Rukwied
Bauernpräsident Joachim Rukwied

Anschließend ging er auf all die Sorgen und Themen ein, die aktuell in der politischen Diskussion stehen: von der Novelle der Düngeverordnung, über das problematische Doppelpassspiel zwischen Umweltstaatsekretär und grünen Länderagrarministern, Arzneimittelmonitoring, Pflanzenschutz, Flächenschutz, Tierwohldebatten bis hin zum LROP in Niedersachsen, in dem den Landwirten in vielen Fällen eine schleichende Enteignung und der Entzug der Lebensgrundlage droht, ließ Rukwied kein wichtiges Thema aus.

Es war immer wieder zu spüren, dass es eine große Herausforderung ist, den Bauernverband „zusammenzuhalten“. Dass insgesamt immer wieder eine Linie als Kompromiss aus den verschiedensten Ansichten zwischen Nord/Süd, West/Ost, Ackerbauer/Tierhalter, Öko/Konventionell gefunden wird und mit einer Stimme zur Politik gesprochen werden kann.

Im Anschluss hatten die Anwesenden noch die Chance, eigene Fragen zu stellen. So durfte ich Joachim Rukwied die Frage stellen, wie der Bauernverband wieder die Meinungsführerschaft zu landwirtschaftlichen Themen in der Öffentlichkeit zurückgewinnen möchte. 
In seiner Antwort stellte der Bauernpräsident anfangs fest, dass die Medienlandschaft sich in den letzten Jahren gewandelt habe und heute Journalisten nicht mehr die Experten des Bauernverbandes oder Agrarwissenschaftler fragen, sondern eher die sog. Experten bei diversen NGOs.
Diesem möchte er mit mehr Hintergrundgesprächen mit Journalisten und mehr Informationskampagnen begegnen. Auch im Internet soll es immer wieder Kampagnen und Aktionen geben, wie z.B. die Schweinestallkamera von Werner Schwarz (Präsident der schleswig-holsteinischen Bauern) oder meine-bauernfamilie.de. Erst zum Schluss sagte er, dass auch jeder Bauer in seinem Bekanntenkreis Aufklärungsarbeit machen könne.

Ich finde, dass die Initiative der Basis, der einzelnen Bauern ganz oben stehen sollte und alles andere unterstützend für den Landwirt gemacht werden sollte. Wir brauchen eine richtig breite Front, um unsere Anliegen deutlich zu machen. Darauf wies auch Lambert Hurink, Hauptgeschäftsführer des VEL, hin: Jeder sei gefragt, Öffentlichkeitsarbeit zu machen!

Nach einer halbstündigen Diskussion endete die Veranstaltung, die ich als insgesamt gelungen bezeichnen möchte. In den Gesprächen hinterher mit Berufskollegen wurde deutlich, dass die Demonstrationsbereitschaft bei den Bauern steigt. Der Frust und Unmut über Minister Meyer in Hannover ist groß. Ich bin gespannt, ob die aktuellen Probleme um Landesraumordnungsprogramm (LROP) und das ständige Misstrauen des Ministeriums gegenüber den Landwirten sich im Gespräch zwischen Landvolk und Minister beseitigen lassen. Leider scheint es so, dass zur Zeit noch nicht einmal ein Gespräch mehr möglich ist. Das wäre ein Armutszeugnis! Von beiden Seiten.