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Glyphosat: Europa, quo vadis?

Warum die Entscheidungsfindung ums Glyphosat ein Trauerspiel für die Glaubwürdigkeit der europäischen Institutionen ist

Die EU, das europäische Parlament, die EU-Kommission ringt um eine weitere Zulassung des umstrittenen und symbolpolitischen Wirkstoffes Glyphosat. Susanne Günther hat auf ihrem Blog einen Kommentar veröffentlicht, der ziemlich genau auch meine Gedanken zusammenfasst.

ein Kommentar von Susanne Günther

Das Europäische Parlament hat diese Woche eine Resolution verabschiedet: Das Gremium fordert darin ein endgültiges Verbot des Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat bis zum Jahr 2022. Auf Twitter wird diese Meldung illustriert mit einem Flugzeug, das anscheinend Pflanzenschutzmittel ausbringt, – ein Verfahren, das in der EU für landwirtschaftliche Zwecke bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Steilhänge im Weinbau) verboten ist:

Es ist nicht die erste Entscheidung des Parlamentes zum Thema: Glyphosat: Europa, quo vadis? weiterlesen

FakeNews: Wahlkampf in Grün

fairer Wahlkampf mit FakeNews?

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen plädieren für einen fairen Bundestagswahlkampf und haben sich eine Selbstverpflichtungserklärung auferlegt. Darin heißt es:

„Wir führen den Wahlkampf mit Fakten und Argumenten – gerne auch zugespitzt. Dies soll auch so bleiben. Lügen und bewusste Falschaussagen sowie das Verbreiten von nachweislich und eindeutig falschen Meldungen, Zitaten und Behauptungen lehnen wir entschieden ab.

Flyer der Bürgerinistiative "Pro Waldeck"
Flyer der BI in Waldeck

Diese haben in der demokratischen Auseinandersetzung nichts zu suchen. Wir werden entschlossen dagegen vorgehen, dass sie Teil der Wahlkampfauseinandersetzung werden.“

Am 18. August 2017 hielt der Grüne EU-Parlamentarier Martin Häusling bei einem Bürgerabend der Bürgerinitiative „Pro Waldeck“ im Bürgerhaus Waldeck ein Referat zum Thema „Negative Konsequenzen der Massentierhaltung„.
Wir wollen mal reinhören und schauen, in wie weit die Grünen ihre eigenen Grundsätze ernst nehmen:

FakeNews: Wahlkampf in Grün weiterlesen

Dem NABU einen Vogel zeigen

Der NABU-Bundesverband kommt immer mehr in die Kritik. Die Naturschützer an der Basis, die vor Ort richtig gute Arbeit machen, leiden immer mehr unter der populistischen Ausrichting des NABU.
Die Generierung von Sofa-Neumitgliedern und Spenden steht dem Anschein nach im Vordergrund. Dabei wird ein Naturbild nach Kuscheltier- & Bambi-Art gezeichnet. Eine Wohlfühlscheinwelt, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Das ist für engagierte Naturschützer wie Jens-Werner Dettmann kontraproduktiv, wie in seinem offenen Brief an den NABU-Geschäftsführer Leif Miller deutlich wird. Er prangert die einseitigen Beschuldigungen der Landwirte und Jäger, für den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich zu sein, an:

ein Klick führt zum offenen Brief auf schillipaeppa.net

Auch die Wolfspolitik des Naturschutzbundes kritisiert Dettmann hier deutlich. Der NABU verkaufe fleißig Wolfspatenschaften, aber wie viel von diesem Geld kommt eigentlich bei den geschädigten Nutztierhaltern an?

(c) NABU

Ich frage mich, wie viele Wölfe gibt es in Deutschland und wie viele Wolfspatenschaften wurden bereits verkauft?

Könnte es sein, dass der NABU vor lauter Klientelpolitik und Spendengenerierungs-Lust ihre ureigene (sinnvolle) Aufgabe aus dem Auge verliert? Ich plädiere für mehr Pragmatismus und weniger Ideologie beim Naturschutz und arbeite gerne vor Ort mit den regionalen NABU-Aktivisten zusammen.

Naturschutz gelingt am Besten gemeinsam mit den Bauern und Jägern, da ist ein so großer spendenfinanzierter Wasserkopf, der sich selber am leben halten will, doch eher hinderlich, oder?

miese Stimmung wegen Bauernregeln

Der ein oder andere hat nach dem Beginn der umstrittenen Bauernregel-Kampagne durch das Umweltministerium auch von mir das ein oder andere Wort hier im Blog erwartet. Was denke ich zu dem Treiben (oder soll ich besser Treibjagd sagen?) das die Umweltministerin Hendricks gegen die deutschen Landwirte los getreten hat?

Ich bin ehrlich und muss feststellen, dass mir die passenden Worte immer noch nicht kommen mögen. Innerlich bin ich sehr tief getroffen. Habe mir nicht vorstellen können, dass staatlich finanzierte Kampagnen aus deutschen Ministerien gegen kleine Bevölkerungsgruppen bzw. Minderheiten gestartet werden könnten.

Nach dem Tiefschlag durch den Erzbischof von Berlin, ist das schon die zweite Profilierung auf Kosten der vielen Bauern in Deutschland in kürzester Zeit. Von NGOs bin ich so etwas gewohnt. Für viele NGOs ist es in den vergangenen Jahren zum Volkssport geworden, irgendwelche Kampagnen, die auf Halbwahrheiten und Pauschalurteilen gebaut waren, gegen die industrialisierte Landwirtschaft bzw. Massentierhaltung vorzugehen. Mit Erfolg, denn zumindest die Spendeneingänge haben (auf den Kontoauszügen der NGOs) positives bewirkt. Dass die Kampfbegriffe der Massentierhaltung und Agrarindustrie nicht näher definiert werden ist da nebensächlich, denn auf Nachfrage wird ja immer das „System“ gemeint. Getroffen werden aber in aller Regel die eher kleinen, bäuerlichen Familienbetriebe- und jetzt aktuell mit der Hendicks-Kampagne explizit auch unsere Kinder. miese Stimmung wegen Bauernregeln weiterlesen

Göring-Eckhardt: „Massentierhaltung wurde abgeschafft“

Susanne Günther (Schillipaeppa.net) hat aufmerksam Fernsehen geguckt. In der Talkshow von Maybritt Illner stellte die Grünen-Politikerin fest, dass in Niedersachsen die Massentierhaltung abgeschafft wurde: Das Zitat habe ich nun herausgeschnitten und bei YouTube hochgeladen:

Unwahr, Halbwahrheit oder Lüge?

Eine von den Grünen beauftragte Studie soll herausgefunden haben, dass Stadtbienen mehr Nektar sammeln als ihre Kolleginnen auf dem Lande. Schuld ist natürlich wieder die Landwirtschaft.

Landwirtin & Bloggerin Susanne Günther hat sich die Datenlage und die zitierte Studie mal etwas genauer angeschaut. Sie findet heraus, dass hier wieder einmal geschickt mit Halbwahrheiten und sachlich falschen Schlussfolgerungen die öffentliche Meinung beeinflusst wird.

Für mich ist das manipulierend und hinterhältig, denn kaum jemand macht sich die Mühe und schaut nach, was sich hinter den (eigentlich falschen bzw. nicht bewiesenden) Behauptungen verbirgt. Sogar viele Medien bis hin zu den Tagesthemen in der ARD übernehmen diese unbelegten und leider auch schlicht falschen Thesen dieser grünen Auftragsstudie:

Mein Fazit: Ein typisches Beispiel, mit dem versucht wird, die moderne Landwirtschaft zu diskreditieren. Wir nähern uns der internationalen grünen Woche in Berlin und werden vermutlich viele weitere ähnliche Halbwahrheiten und Falschmeldungen über die Landwirtschaft ertragen müssen. Die Themen Nitrat und Klimawandel hatten wir ja schon…
Aber man kann sich wehren: z.B. mit der Teilnahme an „Wir machen Euch satt – Dialog statt Protest„.

Alternative zum Glyphosat: Abflämmen

Wenn die Politik etwas verbieten möchte, sollten auch die Folgen berücksichtigt werden. Speziell Kleingärtnern wird die thermische Variante nahe gelegt. Sie sollen also das ungeliebte Unkraut abflämmen. Das kann aber böse Folgen haben, wie Susanne Günther (schillipaeppa.net) recherchiert hat:

schillipaeppa_glyphosat_abflämmen

Susanne Günther listet eine Vielzahl solcher Zeitungsberichte aus ganz Deutschland auf, in denen die Flammen auf Häuser übergetreten sind.
Die Gefahr, dass nicht nur das Unkraut abgeflämmt wird, sondern auch Haus und Hof, ist anscheinend sehr groß. Ob die Landesminister, die die Anwendung bisher verboten bzw. eingeschränkt haben, sich überhaupt mit möglichen Folgen ihrer Erlasse beschäftigt haben, darf angezweifelt werden.

 

Glyphosat-Bier-Challenge

Landblogger-Icon-rechteckDer Skandal um Glyphosat in deutschem Bier erschüttert das Land. Bloggerkollege Olaf Henke (landblogger.de) ist todesmutig und startete eine neue Challenge bei Facebook und hat mich nominiert:

Hier meine Challenge:

Nominiert habe ich übrigens Hendrik Hanekamp, Susanne Günther und Werner Modes, deren Rolle hier im Blog durch ein Klick auf die jeweiligen Namen erforscht werden kann.

Prost!…
…und lasst Euch den Genuss
und den Spaß am Leben nicht vermiesen!

Momentaufnahme 1 (26.02.2016 22-47)

Glypho-Fiktion, Teil 1

snap_grüne_muttermilch_glyphosatEnde Juni vergangenen Jahres sorgte die Bundestagsfraktion der Bündnisgrünen für Aufregung in der Öffentlichkeit und vor allem bei stillenden Müttern. Sie behaupteten, in mehreren Muttermilchproben Spuren von Glyphosat, einem höchst umstrittenen Pflanzenschutzmittel, gefunden zu haben.
Schon damals kamen sehr viele Zweifel auf, was die Seriosität der Messungen und der Bewertung der Laborergebnisse anbelangte.

BlogAgrar berichtete in folgenden Posts von der reißerischen Kampagne:

bfr_logoJetzt bestätigt eine vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Auftrag gegebene Studie hochoffiziell, dass kein Glyphosat in Muttermilch nachweisbar ist und die Testverfahren der Studie der grünen Bundestagsfraktion nicht geeignet waren, Glyphosat zu bestimmen- schon gar nicht in so niedrigen Konzentrationen wie damals behauptet.


Ich möchte nun einen ersten Kommentar meiner geschätzten Kollegin Susanne Günther rebloggen. Sie schreibt in ihrem Blog schillipaeppa.net:

Die Grünen in der Pestizid-Sackgasse: Kein Glyphosat in Muttermilch nachweisbar

Im vergangenen Sommer ließ die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen 16 Muttermilch-Stichproben auf Glyphosat untersuchen. Bei der Analyse, die man von einem tiermedizinischen Labor  durchführen ließ, wurden die Grünen fündig und schlugen Alarm: Glypho-Fiktion, Teil 1 weiterlesen

Besser Gift im Acker als Gift im Kopf

Eine Filmkritik zur WDR-Dokumentation “Gift im Acker. Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?” vom 2. November 2015

von Susanne Günther, Bloggerin bei Schillipaeppa.net

Am Montag Abend sendete der WDR die Dokumentation “Gift im Acker. Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?” Dieser Film reiht sich ein in eine Serie von Filmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die die Debatte um Glyphosat ganz im Sinne von Big Green (Bündnis 90/Die Grünen, Greenpeace, BUND, Umweltinstitut München e.V. etc.) ausleuchten. Ich habe mal auf die Schnelle ein paar Informationen und Anregungen zusammen getragen:

WDR_diestory_glyphosat_2015Gleich zu Anfang ein paar Formfehler: Eingangs übersetzen die Filmemacher im gesprochenen Kommentar „BfR“ mit „Bundesanstalt für Risikoforschung“, die Bundesbehörde heißt aber „Bundesinstitut für Risikobewertung“. Es wird behauptet, dass das BfR bereits im Jahr 2000 eine Risikobewertung für Glyphosat vorgenommen habe. Das kann aber nicht sein, weil das BfR erst am 01.11.2002 gegründet wurde.

Die Darstellung der Arbeit von Prof. Dr. Günter Neumann von der Universität Hohenheim schafft den Eindruck, dass der Wissenschaftler ein erklärter Glyphosat-Gegner sei. Das ist aber nicht der Fall, er plädiert lediglich für begrenzten Einsatz des Wirkstoffs. In der Oktoberausgabe der Agrar-Fachzeitschrift dlz ist ein Interview mit Prof. Neumann abgedruckt. Ein Auszug ist online abrufbar. Dort wird gefragt:

„Sind aus Ihrer Sicht weitere Einschränkungen für den Wirkstoff nötig?“

und Prof. Neumann antwortet:

Nein, weitere Einschränkungen für Glyphosat im Ackerbau über die jetzt schon bestehenden Regeln hinaus würde ich sogar eher als problematisch erachten. Damit wird zunehmend die Flexibilität eingeschränkt, um gezielt auf Problemsituationen bei der Unkrautbekämpfung reagieren zu können.“

Eine solche Aussage in dem Film und der Gesamteindruck für den Zuschauer wäre ein völlig anderer gewesen, oder? Besser Gift im Acker als Gift im Kopf weiterlesen