Agrarblogger Bernhard Barkmann vor der Tür des Bullenstalles, die mit einem großen Regenbogen verziert ist

LROP: Bauern fürchten um ihre Existenz

Hände weg von landwirtschaftlichen Nutzflächen

Wird das LROP umgesetzt, wächst auf den Flächen von Jürgen Walburg bald kein Getreide mehr. Foto: Landvolk (VEL)
Wird das LROP umgesetzt, wächst auf den Flächen von Jürgen Walburg bald kein Getreide mehr. Foto: Landvolk (VEL)

Rhede/Meppen (VEL). Die emsländischen Bauern sind sauer. Das vom niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer auf den Weg gebrachte Landesraumordnungsprogramm (LROP) stößt auf harten Widerstand. Denn den betroffenen Landwirten droht ein Verlust wertvoller Agrarflächen. Daher blicken sie derzeit gespannt in Richtung Hannover. Doch noch lässt der Minister mit der versprochenen Überarbeitung des ersten Entwurfs auf sich warten.

Einer dieser Landwirte ist Jürgen Walburg aus Brual Siedlung. Der 42-Jährige bewirtschaftet bereits in dritter Generation einen typisch emsländischen Familienbetrieb mit Ackerbau und Schweinemast. In den 50er Jahren wurde der Betrieb im Rahmen des Emslandplanes ausgesiedelt. Ziel war es, das damals strukturschwache Emsland zu fördern und die Lebensmittelversorgung zu sichern. Dafür wurden Flächen tiefgepflügt und nutzbar gemacht. 80 Hektar Ackerland bebaut Walburg heute mit Getreide und Kartoffeln. Würden die Pläne vom Landwirtschaftsministerium in die Tat umgesetzt, fallen 30 Prozent seiner Flächen in den Moorschutz. Beackern dürfte er diese Felder dann nicht mehr. „Das kommt einer Enteignung gleich“, ärgert sich der Familienvater. Was für ihn bereits einen deutlichen Griff ins Portemonnaie bedeutet, kann für manch anderen sogar die ganze Existenz bedrohen. Denn auf manchen Höfen fallen deutlich mehr Äcker und Grünland in das LROP.

Jürgen Walburg fragt sich indes, ob die betroffenen Flächen überhaupt richtig ausgewiesen wurden. „Hier könnte altes Kartenmaterial verwendet worden sein. Meine Flächen sind definitiv kein Moor“, zweifelt der Landwirt. Um in das LROP zu fallen, müssen die Böden eine Moormächtigkeit von mindestens 1,30 Meter aufweisen. Auf seinen Sandmischkulturen sei dies jedoch an keiner Stelle der Fall. „Die tatsächlichen Strukturen vor Ort wurden nicht berücksichtigt“, ärgert sich der Landwirt. Genau wie viele seiner Berufskollegen hat er daher Einspruch über das Landvolk eingereicht. Hermann Wester, Präsident des emsländischen Landvolkes in Meppen, ist über die Pläne aus dem Ministerium empört: „Hier wird völlig praxisfern vom Schreibtisch aus verordnet“. Stellt sich Minister Meyer weiterhin gegen die Landwirte, scheut sich das Landvolk daher nicht vor weiteren Schritten. Wester: „Wenn es vorm Landwirtschaftsministerium zu einer groß angelegten Treckerdemo kommt, ziehen wir mit.“

P.S.: Auch die NOZ berichtete über die Probleme des LROP für die emsländischen Landwirte:

Bericht in der NOZ (Emslandseite)
Bericht in der NOZ (Emslandseite)

Daniela Knoll (VEL)

angestellt beim emsländischen Landvolk und dort zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit

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