professionelle Öffentlichkeitsarbeit von KTG Agrar

Liebe Besucher von Blogagrar, vielleicht ist Euch bereits das folgende Werbe-Video der „Die Landwirte“ aufgefallen. Wenn nicht, bitte schaut es Euch an- es ist wirklich gut gemacht:



Ich frage mich jetzt, wie ihr das Video findet. Bei mir setzt es positive Emotionen für das Land, die Landwirtschaft und auch für „die Landwirte“ frei. Das Video ist sehr aufwendig produziert, wie man bei meinem Bloggerkollegen JTG lesen kann.img1
„Die Landwirte“ ist dabei zugleich der Name für ein Tochterunternehmen der KTG-Agrar-Gruppe und Markenname für deren selbsterzeugte Nahrungsmittel. Die KTG-Agrar ist ein börsennotoierter Agrarkonzern mit einer Anbaufläche von über 30000 ha und Geschäftsfeldern im Bereich Agrar, Energie und neuerdings auch Nahrung.

Mich erinnert dieses Video ein wenig auch an die alten CMA-Zeiten, in denen der (von allen Landwirten gespeisten) Absatzfond richtig professionelle Werbung für die verschiedensten landwirtschaftlichen Produkte machte.

CMA_logoDie CMA ist bekanntlich schon lange Vergangenheit und seitdem sinkt das Ansehen der heimischen Landwirtschaft stetig. Zeitungen und Medien schießen sich in aller Regelmäßigkeit auf die Landwirtschaft ein. Dieser Zusammenhang ist meiner Meinung nach kein Zufall. Sicher ist, dass wir Landwirte (und da meine ich jetzt alle!) viele Jahre zu wenig für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit getan haben.

Aber wie ist der richtige Weg für die Öffentlichkeitsarbeit? Sollte der gesamte Berufsstand wieder einen CMA-Ersatz gründen, damit wieder professionelle Werbung für heimische landwirtschaftliche Produkte in den Medien eine Rolle spielt?

Oder sollten wir die professionelle Arbeit für Werbung besser unseren Verarbeitern im nachgelagerten Bereich, die mit dem Endkunden in den Lebensmittelläden im direkten Kontakt treten, überlassen und deren Arbeit letztlich mitzahlen?

Wie sehen das die mitlesenden Landwirte und Verbraucher? Ich bin an allen Meinungen interessiert! Habt Mut und kommentiert bitte!

Apropos Mut: Auch wenn die KTG in meinen Augen ein riesiger Agrarkonzern ist, ist er im Verhältnis zu den international aufgestellten Konkurrenten im Lebensmittelsektor ein eher kleiner Player. Nestlé, Dr. Oetker, Kellog´s und Unilever sind da z.B. viel größer! Gegen diese Mitbewerber und Marktmacht setzt man sich nicht so einfach durch. Möge die aktuelle Werbekampagne für Erfolg sorgen!

13 Gedanken zu „professionelle Öffentlichkeitsarbeit von KTG Agrar

  1. Ich denke schon das sowas wieder gemacht werden sollte.
    Und die Bereitschaft der Landwirte sich mit diesem Thema
    auseinander zu setzen steigt . Zumindest in den Regionen
    mit intensiver Veredlung ( Tierhaltung ) . Weil hier auch der Wind
    am heftigsten ins Gesicht bläßt . Aber was uns einzigartig macht
    und damit meine ich die Vielfältigkeit unserer Landwirtschaft
    Trennt uns aber wieder an dieser Stelle .
    Wie soll man alle unter einen Hut bekommen ?
    Ich fand das Video auch gut . Aber mein erster Gedanke nach
    dem ich es gesehen hatte : Da waren gar keine Tiere im Film .
    Soweit an dieser Stelle .
    Allen einen schönen Tag noch .

  2. Moin Thomas,
    ja alle Bauern in ihrer Vielfalt unter einem Hut zu bringen- das ist wohl die allergrößte Herausforderung.
    Vielleicht ist das der Bauernverband- Präsident Ruckwied hat ja schon mal eine hektar-basierte Umlage ins Spiel gebracht-, aber auch da sind nicht alle Mitglied. Es wird auf jeden Fall wohl ein paar Trittbrettfahrer geben, die von der Werbung profitieren, aber nicht mit bezahlen (wollen). Und diese Ungerechtigkeit müssen auch wieder diejenigen aushalten, die sich an der Finanzierung beteiligen.

    1. Ich zitiere mal die Thesen von Brigitta aus 2009:
      „Mit anderen Worten: das gesamte Marketing für Agrarprodukte liegt ab sofort beim einzelnen Bauern selbst, bzw den privaten Unternehmen wie Müller oder Nestlé und den Verbänden der Bio-Landwirte?

      Herzliches Beileid…“
      „und glaubst Du, das wird besser, wenn 100% der „Information“ aus privaten Quellen bzw von Verbänden kommt, die nicht mal 10% aller Bauern vertreten?
      Wenn die CMA wegfällt, kommt das EINZIGE; was man über Landwirtschaft hört, als Werbung vom Handel (der überhaupt kein Interesse an hohen Erzeugerpreisen hat), von Bio-Verbänden und vom Tierschutz.“

      Brigitta, du hast es kommen sehen. Jetzt bleibt die Frage: Wie bekommen wir wieder etwas vergleichbares hin?

  3. Die Frage ist doch, was der Städter davon hält. Der wird sich eher erschrecken als anfagen die tanzenden Bauern zu lieben. Wiesenhof weiß wie es geht. Atze Schröder im Hähnchenstall.
    https://www.wiesenhof-news.de/neuer-werbepartner-atze-schroeder-grillt-den-bruzzzler/
    https://www.youtube.com/watch?v=zq9VRa7zYIE
    Die Deutschen sind krank:
    http://www.bing.com/videos/search?q=atze+schr%c3%b6der+wiesenhof&FORM=VIRE8#view=detail&mid=FB38384519EB4D54ABA8FB38384519EB4D54ABA8

  4. Die CMA hat die Tierschutzthemen nicht besetzt. Sie hätte auch keine Wirkung gegen die clevere und sehr professionele mediale Arbeit der NGOs gehabt. Die CMA hat mit ihrem Riesenbudget eine relativ naive Werbung für allgemeine landw. Produkte gemacht. Die CMA hat sich selbst erledigt. Zu behäbig und nicht in der Lage sich zu erneuern. Die Geflügelmäster haben Riesenbeträge an die CMA gezahlt und außer einige Marktberichte haben wir keinen Nutzen von der CMA gehabt.

    1. Zu CMA-Zeiten waren die Tierschutzthemen noch nicht so ausgeprägt an der Tagesordnung wie heute.
      Ich will die CMA gar nicht glorifizieren. Gäbe es sie heute noch, dann hätten wir ein kräftiges Instrument, das wir gemeinsam mit dem persönlichem Einsatz Einzelner und der Aufklärungsarbeit im Verband und Gruppen wie „FragdenLandwirt“ zur Werbung und Ö-Arbeit einsetzten könnten.
      Zeit und Engagement setzen immer mehr Landwirte der Desinformation durch NGOs entgegen, es fehlt eine finanzkräftige Organisation, die positive Botschaften weit in die Medien hineintragen kann….

  5. Tja, bei einem solchen Konzern fließt natürlich eine Menge Geld in die Öffentlichkeitsarbeit, um neue Anleger zu finden, damit das Schneeballsystem weiter funktioniert. Schöne Werbung, aber nichts dahinter! In der Krise zeigt sich, dass kleinere bäuerliche Betriebe viel widerstandsfähiger sind. Man sollte sich nicht von solchen Großstrukturen wie KTG blenden lassen, das ist nicht die Landwirtschaft der Zukunft, weil eben das Engagement des Landwirts fehlt, der seinen eigenen Betrieb führt, und weil auf längere Sicht auch die gesellschaftliche Akzeptanz für solche Strukturen nicht vorhanden ist. Das gilt in noch höherem Maß für Großstrukturen in der Tierhaltung! Und gerade diese Großbetriebe sind es, die überproportional zur Überproduktion beitragen und dadurch auch für Familienbetriebe die Märkte kaputtmachen. Es wäre gut, wenn auf den KTG-Flächen viele neue Bauernhöfe entstehen würden, mit Betriebsleitern, die vor Ort leben und arbeiten und die Vielfalt auf dem Lande in den neuen Bundesländern vergrößern. Erst recht sollte man nicht der CMA nachtrauern, das war vor allem ein Selbstbedienungsladen für Funktionäre.

    1. Hallo Ottmar,
      ich hatte nach der Insolvenzmeldung gemischte Gefühle. Für die Mitarbeiter bestimmt nicht toll. Allerdings finde ich es als kleiner Bauer auch beruhigend, dass bei Kapitalgesellschaften im Agrarbereich nicht die Bäume in den Himmel wachsen.
      Ich würde mich freuen, wenn die vielen kleineren (aber im westdeutschen Maßstab großen) Betriebe/Gesellschaften/Genossenschaften der KTG wieder selbständig weiterarbeiten können. Wenn da jetzt irgendwelche Investoren, die mit den örtlichen ländlichen Räumen eigentlich nix am Hut haben, einspringen, würde mir das Bauchweh verursachen. Da sind wir uns weitgehend einig. 😉
      Allerdings sehe ich das bei der CMA etwas anders. Ja, die CMA hatte einen Wasserkopf. Aber die CMA hatte mit ihren Anzeigen in verschiedenen Medien den Verbraucher erreicht. Die Landwirtschaft war nach dem Ende der CMA überhaupt nicht mehr auf Sendung. In die Lücke sind dann diverse NGOs gestoßen mit ihrer Propaganda. Höhepunkt dieser Entwicklung ist die „Wir haben es satt“-Demo.

  6. „Es ist viel Geld, sehr viel Geld, das die CMA bekommt. Hundert Millionen Euro pro Jahr waren es in den vergangenen Jahrzehnten im Schnitt. Was mit dem Geld genau gemacht wurde, war vielen ein Rätsel. Wenn die Arbeit der CMA auffiel, dann meist negativ – sei es durch sexistisch-dümmliche Werbung oder durch massive Kritik des Bundesrechnungshofs. Einen Geschäftsbericht hielt die privatrechtlich organisierte GmbH all die Jahre über nicht für notwendig, erst auf massiven Druck von erbosten Landwirten und der Öffentlichkeit lenkte sie ein: Im September des vergangenen Jahres wurde erstmals eine Bilanz für 2007 veröffentlicht. “
    „Der Kampf mit der CMA war „keine Privatfehde“, sagt auch Tilmann Becker von der Uni Hohenheim. „Den hat einfach geärgert, dass er für etwas Geld zahlen soll, was auch von Wissenschaftlern schon lange nicht mehr für sinnvoll gehalten wird.“ Denn auch hier genießt die Arbeit der CMA keinen besonders guten Ruf: „Eine Absatzförderung im Inland ist nicht sinnvoll möglich und wenn jetzt schon wieder fünf Millionen für neue Werbung ausgegeben werden, dann ist das schlicht rausgeschmissenes Geld“, sagt der Agrarmarketing-Experte.“

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/klage-gegen-agrarverband-bauer-heitlinger-bekaempft-das-system-a-604980.html

  7. wie will man heute den gesamten ländlichen raum untrer einen hut bringen ? früher hat die cma werbung gemacht für einen berufsstand . die Bauern . heute sind die clubs der produzierenden Landwirte so zahlreich geworden das jeder seine eigene nische hervorheben will . Ob die cma jetz gut oder schlecht war will ich mal dahingestellt lassen ich war damals erst mal froh das sie weg war denn es gab mer pfennige fürs schwein denn ich brauchte nix mer abführen . heute weiß ich aber , ganz so schlecht war sie nicht und werbung ist nun mal provokant denn der verbaucher soll schlißlich eins, kaufen . heute haben wir veganer vegetarier fleischesser bio nicht bio die landwirte regional ,nicht refgional ect. da weiß der großteil der verbraucher doch gar nicht mer ein und aus . und die beste werbung ist die die der bauer auf seinem eigenen hof macht . meiner meinung nach sollten wir es aber bündeln, wir das sind alle bauern nicht nur aus deutschland wir sind europa und da könnt ihr noch so laut schreien ob regional oder nicht weihnachten werden erdbeeren angeboten das ist heut halt so .

  8. Ich möchte sicher die CMA auch nicht glorifizieren, aber der Slogan ‚Gutes vom Bauern‘ war in den Köpfen der Verbraucher präsent und hat damit sicher auch zum Teil verhindern können, dass sich negative Berichte von Medien und NGO’s dagegen durchsetzen konnte. Auch wurde damit eine Einheitlichkeit und Einigkeit der Bauern demonstriert, die ohne eine solche übergeordnete professionelle Organisation fehlt und den Bauern stand damit angreifbar macht.
    Dass großer Bedarf und Wille vorhanden ist, das Image wieder einheitlich zu verbessern, sieht man andere Image-Kampagne ‚Echt grün – Eure Landwirte‘, für die immer mehr Regionen teilnehmen. Dafür sind damit auch immer mehr Landwirte bereit, einen größeren Geldbetrag zu zahlen, so wie es früher für die CMA gemacht haben.

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