Christina Schulze Föcking am Pranger

Gestern Abend sendete SternTV (RTL) einen Beitrag über die Schweinehaltung der frisch gebackenen Landwirtschaftsministerin in Nord-Rhein-Westfalen, Christina Schulze Föcking. Dabei wurde mit widerrechtlichem Filmmaterial, das offenbar bei vielen nächtlichen Einbrüchen über Wochen hinweg entstand, gearbeitet. Kritisiert wurden kranke und verletzte Tiere, die sich aber in tierärztlicher Behandlung befunden hatten. Die Familie Schulze Föcking hat nicht unrechtlich gehandelt und dennoch wurden die Bilder skandalisiert und die CDU-Ministerin genüsslich in der Fernsehsendung an den Pranger gestellt.

von Marcus Holtkötter

Was da gerade mit Christina Schulze Föcking und ihrer Familie gemacht wird, finde ich nur noch widerlich.
Ich musste erst einmal ein wenig warten bevor ich dieses hier verfassen konnte.
Das in Ställe Eingebrochen wird ist ja leider schon nichts Neues. Nur sonst wurde es mit angeblichen Tierschutzvergehen begründet.

gesetzeskonform und skandalös?

Aber wie sieht es denn dann jetzt aus. Selbst in der Ankündigung spricht stern TV davon das eigentlich alles Gesetzeskonform und OK ist. Aber Trotzdem muss der Skandal her?

Blick in eine Großbucht der Mastschweinehaltung von Christina Schulze Föcking
Mastschweine im Stall von Schulze Föcking, Aufnahme aus Juni 2017

Da wird seit März fleißig immer wieder in die Ställe eingebrochen in der Hoffnung etwas verwertbares zu finden? Hätte man da gerne schon was vor der Landtagswahl gebracht?
Und was hat man nun? Erkrankte Tiere die von den anderen Tieren abgesondert wurden und bei denen dann in Absprache mit dem Hoftierarzt Behandlungen durchgeführt wurden. 

Schmutzkampagne

Also wo ist nun das Vergehen?
Scheinbar waren sich die Tierrechler hier selbst in klaren darüber oder wie erklärt sich das der zuständige Amtsveterinär nicht unverzüglich von denen informiert wurde?
Nein hier geht es ganz eindeutig um eine hinterhältige Schutzkampagne gegen Christina.

keine unparteiischen Experten bei SternTV

Ich muss sagen das ich doch ein wenig Verwundert bin, dass Stern TV sich da so vor dem Karren spannen lässt. Weshalb sitzt dort eine „Expertin“ im Studio, die selbst Politikerin bei den Grünen ist? Ebbend die Partei die bis zur Landtagswahl das Amt des Landwirtschaftsminister stellte. Und nun soll sie objektiv sein?

Nein liebes Stern TV Team. So geht Unfaire Berichterstattung, denn dass dies kein Normalzustand ist, konnten Christina und Frank ja bereits belegen.
Übrigens dieses Bild stammt aus den Ställen von Schulze Föcking. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen, das sieht echt top aus dort.

35 Gedanken zu „Christina Schulze Föcking am Pranger

  1. Ich finde die Strafanzeige voll so in Ordnung. Diese Frau darf diesen Posten auf gar keinen Fall behalten, völlig unverantwortlich und skandalös wäre dies.

  2. Ich bin Fachtierarzt für Schweine und baue hochgesunde Herden auf. Wenn sich die Tiere so in der Bucht bewegen fühlen diese sich nicht wohl, werden aggressiv. Also löscht dieses Video bitte ganz schnell.

  3. Da Einzige was den Herren Barkmann und Holtkötter zu diesem Thema einfällt ist:“Ich habe es mit eigenen Augen gesehen, das sieht echt top aus dort.“
    Anstatt von Verbesserungen im Tierwohl zu reden und diese auch in Aussicht zu stellen, immer noch weiter verschanzen in dem Mikrokosmos Wagenburg.
    Wieviele Verbraucher in den Städten wollen Sie denn noch gegen die Landwirtschaft aufbringen.

  4. Die Dame ist auf. Was will sie noch erreichen? Jedenfalls das Schleifen von Haltungsstandards und die Abschaffung des Verbandsklagerechts ist für die Landesregierung – mit ihr – politisch unmöglich geworden. Sie kann allenfalls die reumütige Sünderin à la Röring geben. Dann muss sie aber die Standards erhöhen und an der staatlichen Kontrolldichte arbeiten. Ist das von Wahlprogramm und Koalitionsvertrag gedeckt. Der Druck wird wohl zu groß für sie werden, um zu bleiben.

  5. Wirklich einige beeindruckende Kommentare, btw, Landwirtschaftsminister in NRW war Remmel. Bei allem Robin Hood Gehabe, ist eigentlich überhaupt nicht aufgefallen, dass es sich schlicht und einfach um Einbrecher/Verbrecher handelt, eben auch wie Hood einer war, trotz aller Legenden? Man könnte auch gleich automatische Drehtüren in die Ställe einbauen und beleuchtete Rundgänge für nächtliche Besucher, sowie frisch gemolkene Hafermilch und Dinkelkekse für dieses elitäre Klientel anbieten, gehts noch?

    1. Und weil diese Bilder auf illegalem Weg entstanden sind, tun wir so, als gäbe es sie nicht? Was ist das für eine Logik! Die Probleme, die zu diesen Bildern geführt haben, die muss man doch thematisieren, das ist im ureigensten Interesse der Landwirte selbst! Es geht auch nicht primär um Frau Schulze Föcking oder den Betrieb ihrer Familie, sondern um die Haltungsbedingungen, die zu solchen Zuständen führen. Wo sind hier die Lösungsansätze der hier Diskutierenden? Durch Kriminalisierung der Kritiker wird die Akzeptanz der „modernen“ Landwirtschaft nicht wieder hergestellt.

  6. In fast jedem Unternehmen und jeder Familie gibt es Situationen, die man besser nicht veröffentlichen sollte. In jeder Schule, Altersheim, Krankenhaus, Fußballstadion, Partei, usw. Wollen wir das jetzt alles verbieten? Oder lieber gleich verstaatlichen?
    Warum redet eigentlich niemand über die „Ringelschwanzprämie“ von Minister Meyer, die diese Situationen des Schwanzbeißens fördert? Das passt wohl nicht ins schöne Weltbild der Medien.

      1. Guter Witz. Danach bezeichnet Minister Meyer seine eigene Prämie als Erfolg, weil bei 91 Vor-Ort-Kontrollen lediglich fünf Betriebe die Mindestquote von 70 Prozent intakter Ringelschwänze nicht erreicht haben. Das schafft der Betrieb Schulze Föcking spielend. Warum gibt es öffentlich eigentlich kein dickes Lob für den Betrieb Schulze Föcking?

        1. Während die einen reformwillig sind, an den Problemen arbeiten und dabei auch Fehler machen ,blockieren die anderen ,bauen neue Feindbilder auf und bringen z.B.die AbL in die Nähe von Kriminellen.
          Das ist die beste Strategie, weiterhin Redakteure zu veranlassen ,derartige Beiträge zu senden.
          Gäbe es nicht Leute wie Sie ,es würden schon viele Nutztiere ein angemessenes Dasein führen können,so wie das der Verbraucher von den Landwirten erwartet.

  7. Wofür soll der Betrieb gelobt werden? Verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Dort gibt es doch gar keine intakten Ringelschwänze, und trotz des Kupierens kam es noch zu Schwazbeissen.

    1. Das Schwanzbeissen ist ein höchst komplexes Problem. Im Ereignisfall drohen extrem schmerzhafte Verletzungen. Die Betriebe, die sich dieser Problematik stellen und voran gehen, werden auch ganz gezielt (in diesem Fall von PeTA) nachts „besucht“. Diese Betriebe verdienen Lob und Rückendeckung auch aus der Politik. Leider sind deutliche Worte von politischen Entscheidern rar gesät.
      Die Familie Schulze Föcking verdient die Rückendeckung und Anerkennung, dass sie sich diesem massiven Problem in ihren Ställen gestellt haben und es nicht einfach nur hingenommen haben, dass die Schwanzbeißerei sich breit gemacht hat. Man muss diese Bilder einordnen und nicht pauschal verurteilen. Dass sich AbLler (nicht alle!) an der Hexenjagd im Fall Schulze Föcking beteiligen, enttäuscht mich einfach nur noch.

      1. Hier die Definition von „Hexenjagd“ auf Wikipedia:

        Hexenjagd, umgangssprachlich dramatisierende Bezeichnung der aus der Sicht des Benutzers unberechtigten Verfolgung einer oder mehrerer Personen

        Findet überhaupt eine „Verfolgung“ statt? Oder gibt es eine Diskussion um Haltungsprobleme bei Schweinen im Allgemeinen und auf einem bestimmten Betrieb im Besonderen? Dürfen solche Diskussionen nicht mehr stattfinden?
        Und ist diese angebliche Verfolgung „unberechtigt“? Oder gab es tatsächlich die Probleme auf dem besagten Betrieb?
        Und wo ist hier die AbL beteiligt?

          1. Den Richard-Kommentar find ich jetzt nicht so besonders treffend, da war der vom WDR schon zielführender, den ich anfangs verlinkt hatte. Man muss doch auch beachten, wie so ein Fall wie Schulze Föcking in der nicht-landwirtschaftlichen Öffentlichkeit ankommt, nicht nur in der Bauern-Blase. Und Doris Peitingers Bemerkungen finde ich gar nicht so falsch, Abl-Mitglied hin oder her! Sie legt genau den Finger auf den wunden Punkt, dass normale Bauern immer meinen, sich mit in die Kritik geratenen Kollegen solidarisieren zu müssen, egal, wie berechtigt die Kritik auch sein mag. Dadurch entsteht doch genau dieser Eindruck, die Bauern bilden eine verschworene Gemeinschaft gegen den Rest der „bösen Welt“. Wer sich selbst so isoliert, der bleibt es dann auch.

          2. Was sind 1000 Dislikes gegen Millionen Verbraucher,die Veränderungen wünschen ?
            Sie haben anscheinend wenig Kontakt außerhalb der Landwirtschaft.

  8. Ok, mein Fehler. Es geht ja um die nicht kupierten Schwänze, weil´s schöner aussieht. Da stehen Fachfremde drauf.
    30% Schwanzbeißer nimmt man gerne in Kauf, selbst wenn durch diese Prämie das Schwanzbeißen gefördert wird. Wo sind eigentlich die Berichte der gleichen Machart, die propagieren: „Seht alle her, dieses blutige Schwanzbeißer-Filmchen ist durch das Wirken unseres Ministers Meyer entstanden.“

    1. Blödsinn! In dem von mir verlinkten Beitrag ist von 93 % intakten Ringelschwänzen die Rede. Ich weiß nicht, wie sie auf 70 % kommen. Die Ringelschwanzprämie ermöglicht es Betrieben, die mutig vorangehen, den Kupierverzicht finanziell ein bisschen abgefedert zu erproben, und die Ergebnisse sind ermutigend. Dass Ihnen das nicht passt, verstehe ich. Ist aber Ihr Problem.

      1. Prämie ab 70%; Durchschnitt (laut Meyer) 93%. Sie haben aber anscheinend kein Problem damit, dass Schwanzbeißen damit gefördert wird, richtig?

          1. Ich schließe aus der Antwort des Herrn Ministers:
            1. Spezialisierte Schweinemäster wissen nicht, was sie tun. Sie investieren völlig unnötig Zeit und Geld in das Kupieren der Schwänze.
            2. Ein studierter Medienwissenschaftler und Sozialwissenschaftler hat bei diesen Fachfragen der Landwirtschaft dagegen voll die Ahnung.

        1. Es gibt viele Schweinehalter, z.B im Biobereich und bei Neuland, die seit Jahren bzw. Jahrzehnten unkupierte Schweine mästen und wo das sehr gut funktioniert. In manchen EU-Ländern ist Schwänzekupieren ganz verboten, eigentlich nach EU-Recht auch in Deutschland. Die Ringelschwanzprämie soll es niedersächsischen Schweinehaltern ermöglichen, Haltungsmethoden zu erproben, die mit dem EU-Recht vereinbar sind. Letztlich wird es ein generelles Kupierverbot geben, vielleicht schon relativ schnell, z.B. wenn der Handel es einfach verlangt! Darauf sollten auch Sie sich einstellen und aufhören, unhaltbare Positionen zu verteidigen. Dieser Prozess wird im Übrigen relativ unabhängig davon weitergehen, welche Partei gerade den Landwirtschaftsminister in Niedersachsen stellt.

  9. Möglicherweise ist es so, dass sich jeder auf sinnlose oder sogar schädliche Gesetze einstellen muss. Gerne wird dann auf die EU verwiesen, wenn es den Interessen dient.
    Dieser Blog sollte aber doch eher mit fachlichen Argumenten arbeiten; dafür ist er da.
    Ein ganz anderer Fall liegt vor, wenn der Handel etwas verlangt und bezahlt. Der Kunde ist König und die Nachfrage wird bedient. Gesetze sind dabei unnötig.
    Es steht immer noch die Frage im Raum, warum es egal ist, dass unser Minister das Schwanzbeißen fördert. Wo sind die Skandalberichte?

    1. Die geltende Rechtslage ist ein fachliches Argument. Gesetze gelten für alle, egal ob man sie richtig oder falsch findet. Und ist es denn besser oder einfacher, auf das Schwänzekupieren zu verzichten, wenn der Handel es fordert, als wenn es gesetzlich vorgeschrieben ist? Verstehe ich nicht! Das ist doch auch keine fachliche Argumentation.
      Und schließlich: Wo ist denn bei der Ringelschwanzprämie der Skandal. über den Skandalberichte kommen müssen? Den gibt es doch gar nicht, außer in Ihrer Phantasie. Die allermeisten Kollegen haben es doch bestens im Griff, sonst bekämen sie die Prämie nicht.
      Insgesamt dreht sich Ihre Argumentation ständig im Kreis und ist in sich total widersprüchlich.

      1. 1. Was der Handel fordert, kann er nur bekommen, wenn es sich rechnet. Ansonsten bricht die Kette. Man muss bei diesem Thema bedenken, dass hier nicht nachfrageorientierte und angebotsorientierte Handlungsweisen verwechselt werden. Das wird aber nicht bedacht.
        2. Schwänze werden kupiert, um das Risiko des Schwanzbeißens zu mindern. Meyer fördert den Verzicht und damit auch das (Risiko des) Schwanzbeißen(s).

        1. Oha, steckt er womöglich auch hinter der Schwanzbeißerei auf dem Betrieb Schulze Föcking, oder vielleicht sein grüner Spießgeselle Remmel? Oder sind hier trotz Kupierens die Schwanzbeißereien ohne grünes Zutun aufgetreten?
          Und nochmal die Frage: Wenn der Handel, mal angenommen, unkupierte Schweine verlangt, fördert er dann nicht die Schwanzbeißerei? Oder ist es einfach so, dass das brave Bäuerlein alles klaglos erfüllt, was ihm seine übermächtigen „Partner in der Wertschöpfungskette“, sprich Handel und Verarbeiter, abverlangen?

    2. Der Minister hat die Kreativität und Sachkenntnis bei den Landwirten gefördert,indem er Anreize für Umstellungen gibt.
      Auf einer Veranstaltung in CLP habe ich erfahrene junge Landwirte getroffen ,die ungeduldig in den Startlöchern stehen und auf Umbaugenehmigungen warten.,
      Diese Landwirte können das und sie wollen das auch ,weil es sich lohnt sowohl finanziell wie auch aus Freude am Beruf und öffentlicher Wertschätzung.
      Der Minister Meyer hat ein großen Interesse an der Kreativität der Landwirte und gar kein Interesse an neuen Verordnungen und Gesetzen.
      Das Ergebnis zählt, einfach mal dem Meyer zuhören und nicht sofort dichtmachen und die Blockaden auffahren.

      1. Das könnte aber liebgewonne Feindbilder gefährden, die auf diesem Blog gerne gepflegt werden. Und ohne diese Feindbilder könnte man sich ja den wirklichen Problemen der Landwirte und denen zuwenden, die wirklich die Existenz der Betriebe bedrohen.

      2. Wir brauchen eine positive Grundstimmung für neue Ställe und nicht dagegen. Das Prediger ich schon seit langem.
        Bin gespannt, wie die vielen Zielkonflikte ausgeräumt werden.

        1. Wir brauchen vielleicht den einen oder anderen neuen Tierwohl-Stall, aber auch Umbau-Lösungen und vor allem keine weitere Ausdehnung der Mastkapazitäten gerade im Emsland! Nur dann kann sich die positive Grundstimmung in der Bevölkerung eventuell einstellen. Man muss sehr genau hinschauen, ob unter dem Deckmantel des Tierwohls eigentlich weiteres Wachstum propagiert wird.

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