Vertrauen zu gewinnen dauert Jahre, es zu verlieren Sekunden.

Blick nach vorne richten

Nach der Verschärfung der Düngeverordnung

Appell an meinen Berufsstand

Die Enttäuschung nach der Entscheidung des Bundesrates, der die Verschärfung der Düngeverordnung quasi durchgewunken hat, ist unter vielen Bauern riesig. Die Aussichten, dass die Zustimmung hätte verweigert werden können, waren äußerst gering. Dennoch ist die Empörung besonders unter den Bauern, die in den letzten 6 Monaten mit den imposanten Treckerdemos eine andere Entscheidung erzwingen wollten, wirklich groß. Es gibt Listen mit Sammelaustritten aus Parteien, Überlegungen zu Blockadeaktionen, Lieferstops und Sabotagen werden in WhatsApp-Gruppen freudig geteilt.

Verschärfung der Düngeverordnung ist fachlich falsch

Alle, die sich tiefer in die komplizierte Materie des Düngerechts eingearbeitet haben, wissen, dass dass die weitere Verschäfung fachlich nicht zu begründen ist.
Und dennoch: Die Umsetzung muss noch in den Details gestaltet und umgesetzt werden. Hier würde ich mir wünschen, dass die Politik eine hoffnungsvolle Perspektive aufzeigt, wie wir zumindest mittelfristig wieder zu praktikablen Düngerichtlinien kommen können. Alleine auf die angekündigten und in Vorbereitung stehenden Klagen möchte ich mich ungern verlassen- zumal hier auch keine schnelle Entscheidung zu erwarten ist.

Blick nach vorn und neuen Mut fassen

Die Stimmung ist auf vielen Höfen wirklich schlecht! Die Bauern müssen wieder Mut finden.
Was dabei gar nicht hilft, ist ein Verhalten wie ein Rumpelstielzchen, Rachegefühle oder der Rückzug in die Schmollecke. Auch das Wiederholen und Teilen von rechten Parolen sorgt nicht dafür, dass der Berufsstand positiver von der Bevölkerung wahrgenommen wird.

Wir müssen die weit verbreitete Opfermentalität überwinden und begreifen, dass nur wir uns selber helfen können. Ein häufig von demonstrierenden Landwirten formuliertes Ziel ist, die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Aber da helfen natürlich keine Parteiaustritte weiter- umgekehrt wäre es besser, wenn sich viel mehr Bauern aktiv in die Politik einbringen würden. Weiter mitmischen ist wichtig und bitte nicht in einer Splitterpartei!

Zu wenig Vertrauen

Vertrauen zu gewinnen dauert Jahre, es zu verlieren Sekunden.

Wenn wir analysieren, warum es zu letztlich zu dieser enttäuschenden Verschärfung der Düngeverordnung kommen konnte, können wir auf die Versäumnisse bei der Ausweisung des Messstellennetzes hinweisen, mit dem Finger auf Bauernverband, Landwirtschafts- und Umweltministerium zeigen und deren Fehler in der Vergangenheit anprangern.

Doch das alles hilft uns nicht weiter! Das Problem, das ganz am Anfang der Entwicklung steht, ist das mangelnde Vertrauen in die Landwirtschaft bzw. in die Bauern!

Corona-Krise ist eine Chance für die Landwirtschaft

Die aktuelle Coronakrise sollten wir Landwirte als die Chance und Gelenheit sehen, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurück zu erlangen. Und das geht am besten mit Taten!
Jetzt haben wir die Möglichkeit zu beweisen, dass wir eine wichtige Säule der Gesellschaft sind und unser Möglichstes tun, damit die Versorgung mit Lebensmitteln sichergestellt bleibt.
Jetzt können wir zeigen, dass wir trotz aller Enttäuschung von der Politik uns weiter auch für Natur- und Artenschutz einsetzen.

Konstruktiv! Nicht Destruktiv!

Blockaden, Lieferstops, Parteiaustritte und ein radikalisierter Umgangston bewirken nur eines: Wir verspielen damit auch das allerletzte Vertrauen der Bürger und das kann hoffentlich von Niemandem das Ziel sein!

Habt Mut, wir schaffen das! Das geht aber nur GEMEINSAM!


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