Gülledialog

Gestern machte ein Smartphone-Video über WhattsApp-Gruppen die Runde. Zunächst ausschließlich in landwirtschaftlichen Gruppen geteilt, verließ dieses Video spätestens seit dem Bericht in der NOZ die landwirtschaftliche Blase. Es wurde viral.
Gegen Abend nahm auch die WELT den in diesem Video gefilmten Streit auf und schmückte die Story noch etwas auf- allerdings ohne mit dem Landwirt und Filmer der Szene auch nur ein Wort zu sprechen.

Zeitungsberichte zum Handyvideo sind Beispiele  für guten und schlechten Journalismus

Während der Artikel von Dirk Fisser (NOZ) gelungen ist, ist die WELT-Version von Antje Hildebrandt ein Beispiel für nicht so gut gelungenen Journalismus. Hier stand die Sensation und die Klicks wohl im Vordergrund.

Zurück zum Video: Ich frage mich, wer dieser Spaziergängerin diese wilde Aneinanderreihung von Falschinformationen ins Ohr gesetzt hat? Waren es Tierrechtsorganisationen? Naturschutzverbände? Grüne Politiker? Die Kakophonie aller Vorgenannten?
Vielleicht sollten sich einige mal wirklich vor Augen halten, was ihre populistischen Äußerungen für Auswirkungen haben können.


Veganerin beschimpft Landwirt

10 Gedanken zu „Gülledialog

  1. Ist das die Schauspielerin, die neulich in dem PR-Seminar in Münster die Tierrechtsaktivistin mimte? Dazu würde passen, dass der Bauer keinen Strafantrag stellt und man die Frau nicht erkennen kann (Sonnenbrille; Verfremdung des Bildes).

    1. Interessanter Gedanke. Wenn das stimmt, ist es aber keine besonders gute Schauspielerin, so holprig, wie sie ihren Text aufsagt! Also entweder eine schlechte Schauspielerin, oder eine sehr sehr dumme Frau, die absolut keine Ahnung hat, wovon sie redet.

      1. Man darf sich ruhig mal fragen, woher diese radikale Meinungsbildung herkommt? Sie gibt sehr viele Tierrechtsplattitüden von sich. Nur weil diverse Tierrechtler den DBV als Feind betrachten, sollten BDMler bzw. AbLler sich nicht zu sehr auf die Seite der menschenverachtenden Organisationen stellen. Mit diesen Leuten durch Berlins Strassen zu ziehen ist in meinen Augen kontraproduktiv. An dieser Stelle dürfen sich alle Bauern auch mal einig sein.

    2. Derartige Rollenspiele zu zeigen, in denen eine Gruppe unvorteilhaft abschneidet, wird ja immer populärer in der Landwirtschaft. Vor einer Podiumsveranstaltung mit Minister Lies zum Thema Lebensmittel vor wenigen Wochen in der HVHS Stapelfeld ( CLP) wurde von zwei Landfrauen ein kleines Rollenspiel aufgeführt das mit Halbwahrheiten und Vorurteilen zum ökologischen Landbau die Anwesenden unterhielt. Selbstverständlich nicht mit dieser unflätigen Ausdrucksweise, aber ebenso tendenziös als Warnung vor der grünen Gefahr für Wohlstand und Fortschritt.
      Unabhängig davon ,ob diese Aktion echt war oder nicht ,könnte ich mir gut vorstellen, daß der ein oder andere durch die Strategieberatung des Landvolkverbandes durch Herrn Wasserhövel ,ehemaliger PR -Berater von Ex-Kanzler Schröder und Urheber der Landvolkkampagne( echt grün ) zu derartigen Spielchen inspiriert wird. In dem zukünftigen Bioökonomiemarkt Landwirtschaft mit Subventionen und Marktpositionierung wird in Zukunft viel Geld verdient, das senkt noch mal die moralischen Hemmschwellen.

      1. Das ist wohl kein Rollenspiel. Ich finde es schon sehr interessant, aus welchen Ecken die Kommentare kommen, die den Landwirt unglaubwürdig machen sollen bzw. die Kritikerin in Schutz nehmen.
        Wenn die Ökobranche meint, sich ständig auf Kosten der konventionellen Landwirte sich profillieren zu müssen, dann wird es nie einen „Frieden“ zwischen den Produktionsweisen geben. Öko ist anders, aber nicht pe se besser als Konvi.
        Die Verbindung zu Wasserhövel und die Spekulation über eine Landvolkkampagne ist ja wohl sehr stark konstruiert.
        Wenn wir mal die Kampagnen von BigGreen anschauen, dann wird schnell deutlich, wie eng Parteien, Regierungsbehörden und NGOs zusammenarbeiten. Da wäscht eine Hand die andere.
        Wenn in der Ökobranche viel Geld verdient wird, dann wird sie auch weiter wachsen. Wenn sie auf Dauersubventionen angewiesen ist, dann wird das schon schwieriger.

        1. Ich bin nicht die Ökobranche und halte Öko auch nicht für den einzig seligmachenden Weg. Was soll diese Polarisierung? Aber eines ist sicher ,die konventionelle Branche wird sich verändern. In diesem Gülledialog, wer will sich denn hier auf Kosten einer extremen Meinung profilieren? Das ist doch wohl der Treckerfahrer und diejenigen ,die es weiterverbreiten als Indiz für angebliche Einflüsterungen des grünen Milieus .

    3. Mir ist der Landwirt bekannt. Ich stand zwar nicht daneben, aber für mich ist die Aufnahme sehr glaubwürdig und nicht gestellt.

  2. Halte dieses Polarisieren auch nicht gerade für zielführend. Die keifende Dame ist für sich selbst verantwortlich. Da muss man nicht andere Menschen in Sippenhaft nehmen, ob Grüne oder Veganer. Das wollen Bauern doch auch nicht, dass man das mit ihnen tut, warum aber macht man es dann mit anderen? Ich dachte immer, dieses Gleiches mit Gleichem ist unserem Kulturkreis fremd, es scheint aber wieder in Mode gekommen sein. Die Grünen ändern nicht ihre Politik durch das Zeigen dieser Furie. Hier sollten mal alle in sich gehen, neben Animal Peace auch Bauernwiki, wenn dort wegen einer durchgeknallten Person und mancher Kommentatoren verallgemeinernd gefragt wird, ob (alle) Tierrechtler Menschenhasser sind, und gleich andere Organisationen mit namentlicher Nennung verunglimpft werden, was zur Sperrung des Beitrags durch Facebook führte. Das ist doch keine Kultur, ist doch nicht mehrheitsfähig und ist ein Bärendienst für den Bauernstand. Außerdem behauptet der keifende Mensch im Video auch nur, Veganer zu sein, vielleicht war er es einen Tag lang, nur mit erwähntem Biosalat im Bauch. Aber wer keine Selbstbeherrschung hat wie diese Frau, ist bestimmt kein Veganer. Also alle mal bitte ein bisschen abrüsten, nicht gleich dem ersten Eindruck, dem eindrücklichen Bild und den Emotionen erliegen.

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