Schlagwort-Archive: Tierrecht

Einbruch?

Die Reaktionen, die Landwirtin Gabriele Mörixmann auf den Fernsehbericht von Panorama 3 erhielt, waren weit überwiegend positiv. Eine kleine Gruppe, die das anders seht, gibt es aber dennoch: radikale Tierrechtler, die wohl mit einem nächtlichem Besuch Einbruch drohen:

Einbruch?Der nach diesem Beitrag folgende Panorama Beitrag ist eingeschlagen wie eine Bombe. Dankeschön für das große…

Posted by Aktivstall für Schweine on Donnerstag, 11. Mai 2017

 

 

Doppelpass? Ein abgekartetes Spiel?

Rechtsgutachten zur Schweinehaltung: Macht Greenpeace mit Tierrechtlern gemeinsame Sache?

Greenpeace spielt anscheinend im Kampf gegen die Massentierhaltung mit PeTA & Co. Doppelpass

Das gestern von Greenpeace veröffentlichte juristische Gutachten ist ein weiterer Schlag gegen die konventionelle Schweinehaltung und somit auch mich und unserem Hof, schließlich mästen wir Schweine auf konventioneller Art und Weise.

Snapshot Facebookseite von Greenpeace. Im Bild zu sehen ist Anwältin Dr. Davina Bruhn

Im Gegensatz zur Bauernregelkampagne von Umweltministerin Hendricks hat mich aber diese Veröffentlichung des Gutachtens und die Berichterstattung drumherum nicht sonderlich mitgenommen. Es ist halt von Greenpeace- und die sagen ja nix Neues. Die wollen eh den bösen Massentierhaltern an den Kragen, jetzt wird also der juristische Weg versucht.

Aber natürlich hätte die Berichterstattung in vielen Medien etwas kritischer sein können. Kritischer gegenüber Greenpeace. Das war sie eigentlich nicht, denn nirgends wurde mal hinterfragt, wer dieses Gutachten schrieb? Gibt es da vielleicht aufschlussreiche Verbindungen im Hintergrund? 
Ja, die gibt es. Spielt aber wohl keine Rolle, denn Greenpeace genießt vermutlich eine riesen Glaubwürdigkeit bei Journalisten. Sind eben auch nur Menschen.

Wer ist denn eigentlich diese Rechtsanwältin, die dieses Gutachten verfasste und den Medienvertretern heute Rede und Antwort stand?
Dr. Davina Bruhn.

Bruhn steht PeTA sehr nahe und ist im Vorstand der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht. Nach Ansicht von Klaus Alfs, Tierrechtler-Experte, ein Doppelpass? Ein abgekartetes Spiel? weiterlesen

Gülledialog

Gestern machte ein Smartphone-Video über WhattsApp-Gruppen die Runde. Zunächst ausschließlich in landwirtschaftlichen Gruppen geteilt, verließ dieses Video spätestens seit dem Bericht in der NOZ die landwirtschaftliche Blase. Es wurde viral.
Gegen Abend nahm auch die WELT den in diesem Video gefilmten Streit auf und schmückte die Story noch etwas auf- allerdings ohne mit dem Landwirt und Filmer der Szene auch nur ein Wort zu sprechen.

Zeitungsberichte zum Handyvideo sind Beispiele  für guten und schlechten Journalismus

Während der Artikel von Dirk Fisser (NOZ) gelungen ist, ist die WELT-Version von Antje Hildebrandt ein Beispiel für nicht so gut gelungenen Journalismus. Hier stand die Sensation und die Klicks wohl im Vordergrund.

Zurück zum Video: Ich frage mich, wer dieser Spaziergängerin diese wilde Aneinanderreihung von Falschinformationen ins Ohr gesetzt hat? Waren es Tierrechtsorganisationen? Naturschutzverbände? Grüne Politiker? Die Kakophonie aller Vorgenannten? Gülledialog weiterlesen

Pressemitteilung der CDU* zur Plakataktion von „Dies Irae“

Liebe Künstlergruppe »Dies irae«

Durch Ihre jüngste Aktion, bei der Sie an Bushaltestellen Werbeplakate heimlich durch Ihre eigenen ersetzt haben, sind wir auf Sie aufmerksam geworden. Zu den Bildern von unvorteilhaft aussehenden Schweinen haben Sie folgenden Text formuliert:

Tierschutz à la CDU. Die CDU setzt sich dafür ein, dass diese Zustände legal bleiben.

(c) private Zusendung

Wir möchten uns herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie uns in Fragen des Tierschutzes unterstützen. Denn mit Ihrer pfiffigen Aktion tragen Sie erheblich dazu bei, die Menschen für Tierschutzbelange zu sensibilisieren. Dies ist ganz in unserem Sinne. Dass Tiere sich verletzen und krank werden können, wissen leider immer weniger Bürger. Ebenfalls gerät immer mehr in Vergessenheit, dass Verletzungen und Krankheiten sehr übel aussehen können – zumal, wenn sie in ungünstigem Licht aufgenommen wurden. Ihre Plakate helfen, diesen alten Wissensschatz zu heben und der jungen Generation weiterzugeben.

Bedanken möchten wir uns auch für Ihre ausdrückliche Würdigung, dass wir die Legalität der gezeigten Zustände sicherstellen möchten. In der Tat sind wir im Einklang mit dem Tierschutzgesetz entschieden der Ansicht, dass kranke oder verletzte Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden dürfen, sondern einen Anspruch auf medizinische Versorgung auch dann haben, wenn letztere keine wundersame Spontanheilung bewirkt, als hätte Jesus persönlich seine Hand aufgelegt. Wir sind überdies der Meinung, dass Tiere nicht gleich abgeschafft werden sollten, weil sie krank werden oder einander verletzen können.

Liebe Künstlergruppe! Wir sind sehr interessiert an kreativem Input von außen und würden uns freuen, wenn wir in Zukunft eng mit Ihnen zusammenarbeiten dürften. Es wäre ganz wunderbar, wenn Sie uns bei der Konzeption, Produktion und Verbreitung ähnlich aufklärerischer Kampagnen helfen könnten. Denn es gibt bis zum Jüngsten Tag noch viel zu tun!

Wir stellen uns folgende Plakataktionen vor:

1. Schlimme Fotos aus dem Pschyrembel mit der Zeile: »Skandal! Menschenrechtler setzen sich dafür ein, dass diese Zustände legal bleiben!«

2. Schlimme Fotos von Wolfsrissen: Lämmer, Fohlen, Kälber entweder skelettiert oder mit herausquellendem Gedärm.

Artgemäß ist nur die Freiheit!

Dazu die Zeile: »Naturschützer setzen sich dafür ein, dass diese Zustände Normalität werden!«

Appetit auf ein leckeres Lammsteak? Zu spät!

3. Schlimme Fotos von Gnadenhöfen, Lebenshöfen oder aus der Heimtierhaltung könnten das Bild abrunden und zur umfassenden Tierschutz-Bildung der Bevölkerung beitragen. Vielleicht schauen Sie sich einfach mal heimlich auf dem Hof Butenland oder bei Hilal Sezgin um. Wenn Sie dort wider Erwarten nichts Geeignetes finden, nehmen Sie einfach andere Bilder von irgendwo. Es interessiert niemanden, wo die Bilder wirklich gemacht worden sind. Hauptsache schön schrecklich! Aber das brauchen wir Ihnen ja nicht zu sagen.

Das sind nur erste Ideen unsererseits. Wir sind sicher, das Ihnen noch viel kreativere Lösungen einfallen. Fotografieren Sie sich doch mal gegenseitig nach einer durchzechten Siegesfeier wider die “Tierausbeuter”! Da sehen Sie bestimmt auch ganz schön elend aus. Dann schreiben Sie dazu: Unendliches Leid – apokalyptische Zustände bei(m) Dies irae! und plakatieren das in ganz Deutschland. Gewiss wird die Mehrheit der Betrachter aus Mitleid für Ihre Abschaffung plädieren.

Wie wäre es? Möchten Sie uns unterstützen? Es soll Ihr finanzieller Schaden nicht sein. Und niemand braucht zu erfahren, dass das Geld von uns stammt. Wir übernehmen im Falle des Falles auch gerne die Anwalts- und Prozesskosten gegen die Wall-AG.

Bitte melden Sie sich! Wir freuen uns auf Sie!

Herzlichst

Ihre CDU


* PM, wie ich sie mir gewünscht hätte und von Klaus Alfs in seinem lesenswerten Blog vorgeschlagen wurde

Dürfen wir Tiere töten?

Sönke Hauschild vom Schleswig-Hoststeinischen Bauernverband setzt sich mit der Frage auseinander, ob wir Tiere nutzen oder gar töten dürfen. Auch diese Diskussion müssen wir Landwirte führen, ich bin auf die Reaktionen gespannt:

Bauernblatt_S-H-_Habeck
Dieser Kommentar wurde auch im Bauernblatt des nördlichsten Bundesland veröffentlicht

Robert Habeck attestiert der Nutztierhaltung ein Rechtfertigungsproblem. Die Tierhaltung sei nicht mehr lebensnotwendig. Ihr komme damit eine wichtige Begründung abhanden. Der Minister ist mit dieser Ansicht nicht allein. Doch ist das wirklich so? Wer die Nutztierhaltung für unethisch hält, kommt in letzter Konsequenz zum Schluss der PeTA-Gründerin Ingrid Newkirk:

„Es gibt keinen vernünftigen Grund, zu glauben, dass ein menschliches Wesen besondere Rechte hat. Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Junge.“ Es sei keinesfalls absurd, auch gefährlichen Schädlingen ein Lebensrecht zuzubilligen.

Wir sind bei der Frage angelangt: Darf ein Mensch ein Tier, das ihn nicht angreift, töten, um Fleisch zu gewinnen, das er nicht zum Überleben braucht? Aus dem Unterschied zwischen Mensch und Tier leiten wir das Recht ab, Tiere essen zu dürfen. Im Tierschutzgesetz steht:

„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Was aber ist vernünftig? Fragen wir in Afrika oder Asien:

  • Nutztiere tragen zur Ernährungssicherheit bei. Sie verwandeln organische Substanz in menschliche Nahrung. Immerhin sind 26 % der Landmasse unserer Erde Grünland, nur 12 % Ackerland.
  • Tierische Ausscheidungen dienen als Dünger und Brennstoff.
  • Nutztiere übernehmen wichtige Rollen als Zug- und Tragtiere oder Rohstofflieferant.
  • Eigentum an Tieren stellt eine Versicherung für Notzeiten dar und gewährt wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Wie wollen wir die Hungernden der Welt satt bekommen, ohne Tiere zu nutzen? In Deutschland aber brauchen wir keine Tiere zum Überleben. Doch Nutztiere werden nicht nur zur Erzeugung von Lebensmitteln gehalten. Mehr Schwein als im Badezimmer gibt es nur noch im Schweinestall. Fettsäuren aus Schweineknochen werden Seife, Waschpulver und Shampoo beigemischt. Cremes und Gesichtsmasken enthalten Kollagen aus Schweinegewebe, Zahnpasta Fett und Glycerin aus Schweineknochen. Das Schwein hält den Menschen gesund. Bis vor wenigen Jahren war Schweine-Insulin die Rettung für Diabetiker. Heute gibt es gentechnisch hergestelltes Insulin. Heparin aus Schweinedärmen wirkt blutverdünnend in der Thrombose-Prophylaxe. Das Schwein gilt als Kandidat für Organtransplantationen.

Es gibt also viele „vernünftige“ Gründe, warum wir Tiere nutzen. Am Ende tun wir es, weil es uns Menschen dient. Stellen wir Mensch und Tier auf dieselbe moralische Ebene, kommt uns eine wichtige Begründung abhanden. Aber ist eine derartige Gleichstellung gerechtfertigt? Die Leugnung des Unterschiedes tastet am Ende die Würde des Menschen an. Peta-Chefin Ingrid Newkirk schreibt in ihrem Testament, zu Kampagne-Zwecken könnten Teile ihrer Leiche gegrillt, ihre Haut zu Leder und ihre Füße zu Schirmständern verarbeitet werden. Wer möchte dem folgen?

Auch wenn es hart ist: Tiere haben kein Recht auf Leben. Vor allem nicht in der Natur. Es gibt einen Unterschied zwischen Mensch und Tier. Spätestens bei nächsten Reh-Unfall sind wir froh, dass es kein Kind war. Der rechtliche und moralische Aufstieg des Tieres hat die Erniedrigung des Menschen zur Folge. Unsere christliche Werteprägung unterscheidet deutlich zwischen Mensch und Tier. Zugleich fordert sie uns auf, der menschlichen Verantwortung für die Schöpfung nachzukommen. Deshalb genießt der Tierschutz in den westlichen Ländern eine Wertschätzung, die in anderen Weltregionen realitätsfremd wirkt. Wer das Tier zum Menschen macht, der wird selber zum Tier. Echter Tierschutz erfordert Menschlichkeit.


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