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„In Deutschland ist es verboten, dem Futter Antibiotika beizumischen.“ Dr. Heike Müller stellt Aussagen eines Tagesschauvideos richtig.

Screenshot Tagesschauvideo #gutzuwissenFleisch
Kein Antibiotika im Tierfutter

*Der Film enthält inhaltlich deutliche fachliche Mängel*

Zum Videobeitrag der Tagesschau vom 13.06.2017 #gutzuwissen zum Thema Fleisch schrieb die Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern Dr. Heike Müller folgenden Brief an den NDR/ARD-aktuell Chefredakteur Dr. Kai Gniffke:

>> Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke,

als frisch in den Rundfunkrat berufenes Mitglied hatte ich am 2. Juni die Gelegenheit, mit Ihnen die Redaktionsräume der Tagesschau in Hamburg zu besichtigen.

Die Tagesschau stellt für mich persönlich das Flaggschiff der seriösen Berichterstattung dar und es ist eine hohe Ehre für mich, als Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern dem NDR-Rundfunkrat angehören zu dürfen.

Umso befremdeter war ich gestern über einen Animationsfilm, der auf der Facebookseite der Tagesschau unter dem Hashtag #gutzuwissenFleisch darüber berichtet, was passierte, wenn wir 80 % weniger Fleisch essen würden. „In Deutschland ist es verboten, dem Futter Antibiotika beizumischen.“ Dr. Heike Müller stellt Aussagen eines Tagesschauvideos richtig. weiterlesen

Trotz Misstrauen: Öffnet die Höfe!

„Landwirte sollen bzw. müssen ihre Höfe und Ställe für Besucher und Medienvertreter öffnen!“

Das ist auch ganz klar meine Meinung. Aber leider kann ich auch meine Berufskollegen voll verstehen, wenn sie Ängste haben, Filmaufnahmen auf ihrem Hof und in ihren Ställen zu ermöglichen!

Das Misstrauen, nicht richtig dargestellt zu werden, ist riesig und hinzu kommt, dass die Bauernfamilien üblicherweise völlig ungeübt sind im Umgang mit den Medien und speziell mit Fernsehteams.

Und dann ist es überhaupt nicht hilfreich, wenn ein Bauer, wie aktuell bei Tim Mälzers Rindfleischreportage geschehen, offensichtlich unfair von einem Fernsehsender behandelt wird und getäuscht wird.

logo_top_agrar_online_pngBullenmäster Clemens Kleinbielen wird bei top agrar folgendermaßen zitiert:

„Hätten wir die Aufzeichnung vorab einsehen dürfen, wie es mit dem Team der ARD besprochen wurde, hätten wir der Ausstrahlung so nicht zugestimmt. Leider waren wir so naiv und haben den Verantwortlichen vertraut“

tim_mälzer_bullenstall_kl
Snapshot aus der ARD Mediathek

Und was sagt der Fernsehkoch Tim Mälzer denn eigentlich in dem Fernsehbeitrag? Zitat:

„Wenn das ein Vorzeigebetrieb ist, will ich mir gar nicht vorstellen, wie es bei anderen Mästern zugeht“

Eine typische Reaktion seitens der Medienvertreter. Solche oder ähnliche Begebenheiten höre ich nicht zum ersten Mal! Dass Misstrauen ist offensichtlich riesig- und das Gegenseitig.

Mit dieser Begebenheit wird die Situation aber leider nicht besser, denn die Zahl der Landwirte, die den Mut finden, Medienvertreter in ihre Ställe zu lassen wird nicht größer. Fernsehproduzenten werden noch länger brauchen, um eine Drehgenehmigung zu erhalten, was wiederum das Misstrauen steigert. Das ist so ein Teufelskreis, aus dem es schwer ist, herauszubrechen.

Mein Wunsch: Jeder lässt sich in die Ställe gucken! Dann hätten wir lauter Vorzeigebetriebe und auch vielleicht bei den kritischten Medienvertretern etwas Vertrauen gewonnen!

Aber das wird bis auf weiteres ein Traum bleiben, denn vielen geht es eigentlich wohl nur um die knallige Story, die auch Auflage bzw. Quote bringt. Und diese Art von Journalismus sorgt eben auch dafür, dass sich das Misstrauen gegenüber „die Medien“ seitens der Bauernschaft nicht abbaut.

Und eines möchte ich noch klar stellen:
Ich habe es nicht gern, wenn über DIE Bauern oder DIE Tierhalter geredet wird. Ich fordere ein, dass differenziert wird und auch miteinander geredet wird.
Also bitte ich auch alle, nicht von „DIE Medien“ zu reden! Es gibt ganz viele sorgsame und seriöse Journalisten, die fair mit ihrem Gegenüber umgehen. Das müssen wir uns bitte immer wieder bewusst machen!

logo_stallbesuch_180Aber zum Schluss möchte ich aber noch Hoffnung verbreiten: Denn auf Stallbesuch.de sind bereits viele Höfe und Ställe online zu besichtigen, die der vertrauenerweckende Thomas Wengenroth gefilmt hat!
Gut, dass es dieses Projekt gibt!

Und wo ich schon die Bullenmast und Stallbesuch.de thematisiert habe- es gibt da einen ganz tollen Film über eine Bullenmast, in dem der Mäster selber seine Bullenhaltung erklärt:

blanke Spekulationen, wilde Assoziationen und Falschinformationen

  • logo_plusminusBlanke Spekulationen
  • wilde Assoziationen und
  • Falschinformationen –
    das sind die Bausteine eines Sendebeitrages des „Wirtschaft“smagazins „PlusMinus“ mit dem Titel „Pestizid-Cocktails – Fast kein Obst und Gemüse ohne Chemie„.

Das behauptet jedenfalls Andreas von Tiedemann, Professor für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz an der Universität Göttingen.

Auf Stallbesuch.de ist der Beschwerdebrief des Professors an die Redaktion nach zu lesen:

Logo stallbesuch.deMeine Hoffnung, am Bildschirm jemals eine objektive und wahrheitsgemäße Berichterstattung über das Thema Landwirtschaft oder Pflanzenschutzmittel zu erleben, habe ich schon lange aufgegeben. Dass es in dieser Hinsicht keinen Qualitätsunterschied zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern gibt, hat das Beispiel der gestrigen PlusMinus-Sendung wieder einmal unter Beweis gestellt. Wenn Greenpeace von der Angst der Menschen vor vergiftetem Essen lebt, weil das ihre Existenz und Spendenwürdigkeit begründet, ist das nachvollziehbar, aber welches Interesse kann die ARD an einer derartigen Desinformation haben? – Fühlen Sie sich denn überhaupt nicht mehr zur verantwortungsvollen Aufklärung verpflichtet und sollten Sie sich deshalb nicht um Objektivität und wirkliches Fachwissen bemühen? blanke Spekulationen, wilde Assoziationen und Falschinformationen weiterlesen

Bauer Willi bei Günter Jauch

Programmtipp für den heutigen Abend:

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21:45 Uhr im Ersten (ARD)
Günter Jauch
mit u.a. Bauer Willi (Link)

Der Bauer Willi startete seine fulminanten Blogger-Karriere bei fragdenlandwirt.de, ein ebenfalls noch junges Projekt zur Verbraucheraufklärung, das von vielen praktizierenden Landwirten getragen wird.
Bauer Willi sucht den Dialog mit dem Verbraucher, den er gerne auch direkt und emotional anspricht.

Seinen Durchbruch hatte er mit „Lieber Verbraucher„, dessen Zugriffszahlen extrem groß waren. Auch die Diskussion wurde von vielen Verbrauchern und auch Landwirten anschließend leidenschaftlich geführt.

Der wohl meist zitierte Satz ist dabei

„Du, lieber Verbraucher, willst doch nur noch eines: billig. Und dann auch noch Ansprüche stellen!“

Ich freue mich auf den heutigen Abend und wünsche unserem Willi eine sachlich faire Diskussion, in dem die Anliegen der Landwirtschaft in ihrer gesamten Breite deutlich werden!

Wer es verpasst hat, hat neben der Mediathek noch folgende Sendetermine zur Verfügung:

Mo,11.5.2015 | 03:50 Uhr Das Erste
Mo, 11.5.2015 | 9:45 Uhr Phoenix
Mo, 11.5.2015 | 20:15 Uhr tagesschau24
Di, 12.5.2015 | 0:55 Uhr NDR
Di, 12.5.2015 | 2:40 Uhr MDR

Für diejenigen, die sich aktiv einbringen wollen in die Diskussion ein Link, wo bereits jetzt aktiv und rege diskutiert wird:

http://daserste.ndr.de/guentherjauch/forum/Forum-Die-Wut-der-Bauern-sind-unsere-Lebensmittel-zu-billig,forumwutbauern100.html