Propaganda und Zensur bei Quarks

Einseitiger Filmbeitrag des Wissenschafts-Magazins

auf Facebook sorgt für Ärger

Was ist passiert? Es geht um diesen kurzen Film, der bei Facebook von Quarks veröffentlicht wurde:

In diesem Video wird suggeriert, wie einfach es ist, seine Weidetiere vor Wolfsrissen zu schützen.  Ein 1,2m hoher Zaun (im Video sind Schafsnetze zu sehen) mit Elektrodraht, diesen eingraben und dazu ein Herdenschutzhund und fertig ist der effektive Schutz vor dem Raubtier. Wenn es nur so einfach wär…

Propaganda? Ich meine Ja!

Kein Wort über die Probleme, die die betroffenen Tierhalter wirklich haben, kein Wort von einer anderen Sichtweise, nichts! Hier wird in meinen Augen versucht, die öffentliche Meinung in eine bestimmt Richtung zu lenken. Und das ist für mich Propaganda! Wikipedia sagt dazu:

Propaganda (von lateinisch propagare ‚weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten‘) bezeichnet in seiner modernen Bedeutung die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen und öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern. Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen und kritischen Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs geformt werden.

Leider kein Einzelfall

Jetzt wird möglicherweise vom Leser entgegnet, dass das doch ein Einzelfall ist und eben auch mal weniger gute Beiträge produziert werden. Das ist grundsätzlich richtig. Aber ich erwarte von einem öffentlich-rechtlich finanzierten Wissenschaftsmagazin eine bessere Qualität! Und leider ist diese tendenziöse und einseitige Berichterstattung kein Einzelfall:

Diese Grafik wurde im Juli von Quarks auf Facebook veröffentlcht:

So fefährlich ist der Wolf für den MeschenHier war offensichtlich ein Tierrechtler am Werk, der versucht, Mensch und Tier gleich zu setzen. In einem Vegan-Magazin hätte ich diese Grafik erwartet, aber was will ein Wissenschaftsmagazin damit ausdrücken? Geht es nur um Reichweite? Wollte man nur provozieren? Für mich ist das völlig unseriös!

Halbwissen bei „Wissen vor acht“

Quarks geht beim Westdeutschen Rundfunk auf Sendung. In der ARD gibt es seit Jahren die Informationssendung „Wissen vor acht“ und auch dort wurde das Thema „Wolf“ einseitig behandelt (Mediatheklink):

Die Einseitigkeit überrascht mich hier eigentlich nicht, weil Thomas D, Sänger der Fantastischen Vier, Tierrechtler ist und seit Jahren vegan lebt und dafür auch sehr viel Werbung macht. Ich wundere mich allerdings, wie es sein kann, dass formal seriöse und wissenschaftliche Formate für ideologische Sendungen missbraucht werden dürfen.

Und dann auch noch Zensur!

Über die Propaganda, wie ich sie oben beschrieben habe, kann man sich ja ärgern und in Kommentaren darauf hinweisen. Aber wenn ich dann noch sehe, dass unliebsame, unbequeme Kommentare gelöscht werden, dann wird es Zeit, genau dieses im Blog zu thematisieren.

Der NABU-kritische Naturfilmer Jens-Werner Dettmann kommentierte folgendermaßen auf Facebook (Sceenshot 1, Sceenshot 2):

Quarks, warum fahrt ihr denn nicht einmal in die brandenburgischen und sächsischen Wolfsgebiete, um Euch dort mal ein realistisches Bild zu machen, wie die Weidehalter derzeit auf dem Zahnfleisch laufen, weil das Wettrüsten gegen die Wölfe einfach nicht mehr zu stemmen ist! Warum verlasst Ihr euch auf Zahlenwerke, die nur die Spitze des Eisberges sind, da viele  Leute die Risse gar nicht mehr melden? Falls ein ehrliches Interesse an einem solchen Beitrag besteht, stelle ich gern den Kontakt zu den betroffenen Weidetierhaltern her! Bei der Gelegenheit werden die Menschen Euch sicherlich auch berichten, wie sich einige Rissgutachter vom NABU aufführen! 

Womit wir wieder beim Thema „FILZ“ wären, denn Ihr wisst ja schon aus dem schnell von Euch gelöschten Kommentar, dass der Staatsekretär im BMUB* der ehemalige NABU-Vorsitzende Jochen Flasbarth ist, der seine Leute überall ganz gut unterstützt, oder? Das ist sicherlich auch der Grund dafür, dass das BMUB genau den ganzen Kram nachplappert, den Lupus, Senckenberg* und IZW* veröffentlichen. Darf schnell wieder gelöscht werden, wenn es nicht Eurer Sichtweise entspricht!

* Einige Anmerkungen und Erlärungen zur Einordnung:
Mit BMUB ist das Umweltministerium gemeint, dass mittlerweile nur noch das BMU ist. Senckenberg ist ein Naturforschungsinstitut und das IZW ist das Leibnitzinstitut zur Zoo- und Wildtierforschung

Die Online-Redakteure von Quarks begründeten die Löschung des Kommentars mit fehlender Netiquette und dem Verwenden von Kraftausdrücken. Ich finde, man kann den Ärger von Jens-Werner Dettmann zwischen den Zeilen herauslesen, aber Kraftausdrücke finde ich dort nicht.

Wie weiter umgehen mit Quarks?

Ich mag Wissenssendungen im Radio, als Podcast und im Fernsehen. Auch Quarks sehe ich eigentlich gerne. Leider weiß ich auch, dass im landwirtschaftlichen Kontext zu oft viel Meinung durchschimmert. Das macht es für mich schwer, Beiträge zu ganz anderen Themenbereichen als korrekte Information abzuspeichern. Ich hinterfrage nun quasi alles, was gesendet wird. Es scheint kaum noch richtige Anker des qualitativen Wissenschaftsjournalismus zu geben.
Ein Beitrag wie dieser oben beschriebene hat sicherlich auch zum Ziel, eine Kontroverse auszulösen und damit Reichweite zu erzielen. Diese Reichweite habe ich nun selber mit diesem Blogpost selber erhöht. Bin also in die Falle getappt.

Ignorieren und nicht reagieren

In Zukunft werde ich mich aber mit Kommentaren und dem „Beitrag teilen“ zurückhalten, denn damit unterstütze ich indirekt diese unseriöse Art des Wissenschaftsjournalismus.

7 Gedanken zu „Propaganda und Zensur bei Quarks

  1. Propaganda wird hier sehr gut beschrieben:
    Charakteristisch für Propaganda ist, dass sie die verschiedenen Seiten einer Thematik nicht darlegt und Meinung und Information vermischt. Wer Propaganda betreibt, möchte nicht diskutieren und mit Argumenten überzeugen, sondern mit allen Tricks die Emotionen und das Verhalten der Menschen beeinflussen, beispielsweise indem sie diese ängstigt, wütend macht oder ihnen Verheißungen ausspricht. Propaganda nimmt dem Menschen das Denken ab und gibt ihm stattdessen das Gefühl, mit der übernommenen Meinung richtig zu liegen.
    (aus Bundeszentrale für politische Bildung „Was ist Propaganda

  2. liebes qwark team wenn 120 cm zaun reicht ? warum sind wölfe im tierpark über 2 meter eingezäumt und der zaun in den boden vergraben ??? herdenschutzhunde … haben sie sich mal umgehört ? so ein hund kostet viel geld und man benötigt mer als einen und vor allem fals der wolf mal angreift zieht der hund meistens den kürzeren . zudem verteidigt der hund nicht nur vor dem wolf sondern auch vor anderen hunden . das bedeutethunde von spaziergängern sind in gefahr . nachts in ställen . kein problem welches bundesland genehmigt nicht mal eben ein paar5 neubauten im naturschutzgebiet ,da wo die meisten schafe gehalten werden . ich finde ihrte filme ja ganz toll aber mit der stillen musik im hintergrund bringt es dem verbraucher schlumernd bei das wir keine ahnung haben 😉 also bitte ein wenig bei den fakten bleiben und nicht in einer märchenwelt 😉

  3. Hallo Bernhard! Hallo Jens …

    Ich hab ganz ähnliche Erfahrungen mit Quarks gemacht. Zunächst auch beim Thema Wolf, dann allerdings auch bei allen anderen mit der Landwirtschaft verbundenen Themen. Es wird nicht ausgewogen dargestellt (Pro und Kontra), sondern von oben herab Propaganda in Form von (leider meist auch noch sachlich falschen) Parolen.
    Nachdem ich ein paar mal diesbezüglich kommentier und korrigiert hatte, wurde ich ohne weitere Ankündigung gesperrt. Der Ausdruck „verquarkte Redaktion“ ist naja…OK, geb ich zu. Ich hatte es eigentlich lustig gemeint.

    Aufgrund vieler Beschwerden ob dieser Sperrung durfte ich nach 2 Tagen weiterschreiben. Das gibt einem ja doch eine ganze Menge Mut und Auftrieb, also ist mein Fazit aus der selben Lage auch etwas anders. Ich werde nicht aufhören, so sachlich und netiquett wie möglich die Posts zu widerlegen, und auch – das dann allerdings auf meinem Profil – ausführlich zu Hinterfragen.

    LGBB

  4. Ich glaube auch, dass dieses Format bloß Reichweitenlieferant ist. Quarks lebt von Skandalisierung und dem Wissen, wie sie ein ordentliches Remmidemmi lostreten können. Fakten spielen kaum eine Rolle.

    Da liegt der Sündenbock fur alle Fälle nahe. So kommt eines zum anderen.

    Wie sagte neulich ein Kumpel, Bio- und Konvibauer? Wenn meine Kinder den Betrieb (seit Ewigkeiten in Familienbesitz) dicht machen, ist das in Ordnung. Diese Hetze muss man sich nicht antun.

  5. In zahlreichen Projekten werden heute Wiesen und Weiden als Grünland mit Beweidung offengehalten, damit dort seltene Arten des Schmetterlings, Insekten, Reptilien, Kriechtiere und Pflanzen sich dort entwickeln können. Dies gelingt nur durch die dortige Haltung von Rindern, Ziegen und Schafen auf der Wiese. Durch den Tritt, Scheuern und Verbiss wird verhindert, dass sich dort Büsche und Bäume entwickeln und die Fläche verschatten.Seit den Römern hat sich in Mitteleuropa die Landschaft zu einer immer dichter besiedelten Kulturlandschaft entwickelt. So nehmen wir heute mehrheitlich Natur wahr und nicht als ein sich selbst überlassene Urlandschaft. Schon diese war zur Zeit des 30-jährigen Krieges nicht mehr vorhanden. Insbesonders war schon zu dieser Zeit der Wald immer weiter zurückgedrängt. Die Rhön zum Beispiel war einst mal vollständig bewaldet, heute bewundert diese Landschaft der Naturschutz als ein Gebiet der „offenen Fernen“ mit einer dazu typischen Flora und Fauna, die sich ausschließlich im Zusammenspiel mit dem Menschen entwickelt hat, weil die Not den Bewohner gar keine andere Wahl lies um zu überleben. Mit der Ausdehnung des Wolfs wird sich in den nächsten 10 Jahren die Beweidung durch Nutztiere nur noch auf zivilisationsnahe Bereiche zurückziehen. Weite für maschinelle Nutzung nicht bearbeitbare Flächen, werden verbuschen und verwalden. Rückzugsgebiete für Bodenbrüter, Hasen, Auerhahn und Birkhuhn werden mit diesen Arten verschwinden. Schon der Biber hat diesen Bereichen schwer zugesetzt. Biber und Wolf sind weder ausgestorben, noch eigentlich wirklich gefährdet statt dessen aber schwächere devote Arten, deren Lebensraum durch Biber und Wolf zerstört werden. Der Artenschutz ist mit Wolf und Biber einen schwachen Deal eingegangen, der eindeutig zu Lasten anderer stärker gefährdeter Arten und Vögeln geht. Herdenschutzzäune werden auch keine Lösung darstellen, da die Zerschneidung damit Lebensräume für den Kiebitz und Niederwild ausgrenzt. Das BMU hat sogar zum Schutz des Landschaftsbild angeordnet, dass Freileitungen in die Erde verlegt werden. Damit jedoch wird dem Feldhamster der lebensraum dauerhaft zerstört. Aber diese Zäune möchte man dem Betrachter zumuten. Eine Region wie das Allgäu oder die Marschen sind vollständig aus der Beweidung entstanden. Die Deutschen lieben sie.
    Sie entsprechen dem was man in Deutschland als Natur empfindet. Bis zum Beginn der Industrialisierung weideten die Tiere unter Aufsicht eines Hirten. Durch Abwanderung und Lohnkosten wurde diese Möglichkeit aufgegeben und ist heute nicht mehr darstellbar. Die Stelle des Hirten war doch oft eine Arbeit für Versehrte und Arme, die ihnen statt Sozialhilfe eine Möglichkeit des Überlebens möglich machte.
    Die Meinung bilden jedoch andere : Redakteure und Politologen in peinlichster Propagandamanier, die mehr ihrer freien Zeit mit Flugreisen statt in Mittelgebirgen verbringen, die das Zusammenspiel im ländl. Raum aus HEIDI Büchern kennen; wollen heute dem deutschen Bürger weis machen was hier richtig ist. Das ist eine krasse Besserwisserei fachlich Ungebildeter, die sich zum Vormund der Leute aufschwingen, die seit Jahrhunderten für die Nachhaltigkeit in ihrem Lebensraum sorgen. Dies scheint der Landbevölkerung auch gelungen zu sein, denn hätte er sich in seiner Heimat benommen wie der Städter wäre heute nichts erhaltenswerte mehr da.

  6. Ich habe das auch schon bei anderen Themen festgestellt. Ganz schlimm ein Beitrag zur Homöopathie, vollkommen unsachlich und herablassend. So etwas sollte nicht von Gebühren finanziert werden.
    Die Kommentare von Quarks zum Wolfsfilm klingen nach Praktikantengestammel ohne jeglichen richtigen Hintergrund

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