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Grüne geistige Brandstiftung? Teil 3

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 3 – Antibiotika

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger Zeit auch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält. – Fortsetzung –

Teil 1: Einleitung (5. März 2018)
Teil 2: Massentierhaltung (11. März 2018)
Teil 3: Antibiotika

Verbal aufgerüstet geht es seit Jahren beim Thema Antibiotikagabe in der Nutztierhaltung zu. Zum kampfrhetorischen Rüstzeug zählen ferner die Reserveantibiotika.

Exemplarisch für die oft unsachliche Kommunikation zahlreicher Grünenpolitiker ist die Aussage von Jürgen Trittin, es gebe Tierärzte, die ihr Einkommen damit erzielten, „möglichst viele Antibiotika“ zu verschreiben. Es sei dringend notwendig, das Tierarzneigesetz zu ändern: „Nur so können wir den Drogenhandel im Stall unterbinden.“ (Quelle: SPON-Interview, 11.08.2013: Grüner Trittin kritisiert „Drogenhandel im Stall„) Grüne geistige Brandstiftung? Teil 3 weiterlesen

Lebensmitteldeklaration

Lebensmittel werden zunehmend international gehandelt und verzehrt- trotz aller Forderung nach regionalen Produkten und Vermarktung. Nun, das soll jetzt aber nicht mein Thema sein.

Ich habe ein paar Fotos von Lebensmitteln gefunden, die vor Markteinführung besser einem Übersetzungs-Check unterzogen worden wären.

Vielen Dank an Jerome Vadon, der auf Facebook noch viel mehr Kuriositäten zu bieten hat.

Soup for Sluts
Soup for Sluts
Pet Sweat
Pet Sweat
Frozen Rape Leaf
Frozen Rape Leaf
Urinal hot drink
Urinal hot drink
Tastes Like Grandma
Tastes Like Grandma
Golden Gaytime
Golden Gaytime
Finger Marie
Finger Marie
Nuclear Licorice
Nuclear Licorice
Child Shredded Meat
Child Shredded Meat

Ich glaube, man könnte dieses Thema zu einer Comedy-Serie machen… 😉

Genmais verhindern?

Kampagne gegen 1507: Auch bei der "Wir haben es satt"-Demonstration während der Grünen Woche ging es gegen den 1507-Mais. Anfang Februar sammelte das Aktionsbündnis Campact 180.000 Unterschriften gegen die Zulassungen. (Foto: Jakob Huber/Campact CC BY-NC 4.0)
Kampagne gegen 1507: Auch bei der „Wir haben es satt“-Demonstration während der Grünen Woche ging es gegen den 1507-Mais. Anfang Februar sammelte das Aktionsbündnis Campact 180.000 Unterschriften gegen die Zulassungen. (Foto: Jakob Huber/Campact CC BY-NC 4.0) via transgen.de

Die EU-Zulassung von Genmais „1507“ verhindern möchte Umweltschutzorganisation BUND. Die Begründung ist nicht unbedingt sachlich formuliert:

„Er produziert in jedem Teil der Pflanze permanent große Mengen eines Insektengifts, er widersteht dem Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat, das hochgradig toxisch ist – und er soll demnächst auf Europas Feldern wachsen.“

Die „permanet großen Mengen“ kann man sicherlich bei der Risikobewertung relativieren. Und auch das giftige Glufosinat (das nebenbei laut Gefahrstoffkennzeichnung giftig (T) und nicht hoch-giftig (T+) ist, nicht mit dem Wirkstoff Glyphosat verwechselt werden sollte und das viele Landwirte unter dem Handelsnamen Basta kennen) wird bestimmt schon 20 Jahre im Ackerbau eingesetzt. Die Zulassung läuft noch ein paar Jahre, von daher gehe ich davon aus, dass bei ordnungsgemäßer Anwendung auch keine Risiken bezüglich Gesundheit und Umweltschäden bestehen dürften. Aber das soll nicht mein Thema sein.  Auch, dass in allen Lebensmittel unendlich viele Gene enthalten sind und die Bezeichnung Genmais irgendwie irreführend ist, nicht. Nein!

Heute ist es soweit. Da wird in Brüssel endgültig entschieden, ob die oben angesprochene Sorte eine Anbaugenehmigung erhalten soll. Die Mitgliedsstaaten der EU entscheiden, eine qualifizierte Mehrheit reicht aus. Dann wird es in den Medien jede Menge Artikel und Berichte geben, als ob das bisher glücklich Gentechnik-freie Deutschland nun von der bösen Gentechnik überrollt würde. Dabei ist sie ja hier längst angekommen, aber offenbar hat davon bisher kaum jemand etwas gemerkt. Hier eine Auflistung der als Lebensmittel zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen. Es sind bereits über 50.
Die Liste der Lebensmittel, die mit Hilfe der Gentechnik hergestellt werden ist ungleich länger. Kaum ein Bier kommt ohne gentechnisch-veränderter Bierhefe aus. Auch in der Medizin und bei Arzneimitteln spielt die Gentechnik eine immer dominierender werdende Rolle. An diesen Stellen stört die Gentechnik anscheinend nicht, hier scheint der Nutzen wohl sehr deutlich zu sein und Risiken drängen in den Hintergrund.

Tja, und kann die grüne Gentechnik -die Gentechnik in der Pflanzenzüchtung- uns (dem Bauern, den Verarbeitern und den Verbrauchern) nutzen?

Ich finde, da könnte es wirklich Wohl bringende Züchtungen geben. Sicher weiß ich es nicht, aber ich meine, dass zumindest die Forschung daran nicht verteufelt werden sollte. Man sollte nüchtern nach Faktenlage und wissenschaftlichen Erkenntnissen entscheiden. Das ist aber anscheinend in Deutschland nicht möglich. Da gibt es den ersten Aufschrei bereits dann, wenn man nur das Wort „Gentechnik“ in den Mund nimmt.

Übrigens ist der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in vielen Teilen der Welt bereits viele Jahre weit verbreitet. Nicht umsonst lässt die EU über 50 verschiedene Sorten (s. Liste oben) von außen importieren. Gründe des Verbraucherschutzes stehen dem Verzehr anscheinend nicht entgegen- mir sind jedenfalls keine Krankheitsfälle oder gar Todesfälle in den USA bekannt, die mit Gentech-Food in Verbindung stehen, und auch eine Reisewarnung in die USA oder Südamerika ist bisher nicht ausgesprochen worden.

Aber eines steht auch fest. Das Thema grüne Gentechnik ist extrem emotional aufgeladen. Es wird hier seitens vieler Umweltorganisationen verbittert gekämpft, leider zu wenig auf Argumentationsbasis und zu viel über Emotionen und Angstmacherei.

Eine Fülle von sachlichen Informationen zum Thema Gentechnik befindet sich auf den Seiten von transgen.de.

Shitstorm gegen Werder Bremen

Fotomontage von Bild.de mit Gebre Selassie, Werder Bremen
Fotomontage von Bild.de mit Gebre Selassie, Werder Bremen

Die gestrige BILD-Schlagzeile „Hühner-Brust – Geflügel-Hersteller Wiesenhof neuer Werder-Trikotsponsor“ löste eine große Empörungswelle (neudeutsch auch Shitstorm genannt) im Internet aus.

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia definiert einen Shitstorm wie folgt:

Shitstorm [ˈʃɪtstɔːm], (englischshitstorm „Empörungswelle“) bezeichnet in der deutschen Sprache ein Internet-Phänomen, bei dem massenhafte öffentliche Entrüstung sachliche Kritik mit zahlreichen unsachlichen Beiträgen vermischt. Der Duden definiert einen Shitstorm als „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“.[1] Ein typischer Shitstorm umfasst unter anderem „Blogbeiträge oder -kommentare, Twitternachrichten oder Facebook-Meldungen“.[2] Dabei richtet sich „eine subjektiv große Anzahl von kritischen Äußerungen […], von denen sich zumindest ein Teil vom ursprünglichen Thema ablöst und [die] stattdessen aggressiv, beleidigend, bedrohend oder anders attackierend geführt [werden]“[3], gegen Unternehmen, Institutionen, Einzelpersonen oder in der Öffentlichkeit aktive Personengruppen, etwa Parteien oder Verbände. Der Begriff wurde zum Anglizismus des Jahres 2011 gewählt.[4]

Wiesenhof ist bei vielen Fußballfans offensichtlich sehr umstritten. Negative Berichterstattungen wie die ARD-Reportage „Das System Wiesenhof“ (mein Bericht über die einseitige Reportage gibt es hier: Link) und zahlreiche Artikel in Printmedien führten offensichtlich zu einem schlechten Image der Firma Wiesenhof bei vielen Fans, die sich nun um das bisher so gute Image des Clubs Werder Bremen machen.

Werder_Umfrage
Umfrage im Werder-Forum (c) forum.werder.de

Kurz nach der Veröffentlichung der BILD-Meldung kam es in vielen Foren, z.B. im offiziellen Werder-Forum, im Fanforum Worum.org und auf der Platform von transfermarkt.de zu unzähligen Einträgen, die jegliche Sachlichkeit vermissen lassen. Zur Untermauerung der negativen Thesen wurden u.a. immer wieder Videos der Tierschutzorganisation PETA angeführt. Dort sind Kommentare wie

„ihr wixer ihr schweine. mit tieren schwachen das machen quälen. ihr wixer genau das was ihr mit den tieren macht sollte man mit euch machen eure arme beine brechen euch würgen einsperren. ihr bastarde ihr hurensöhne!!“

oder

„Alles was bei Wiesenhof Verantwortung trägt, gehört ohne Anhörug erschossen. Umgehend !!!“

zu lesen. Anscheinend beteiligen sich gerade die Fanatiker sehr aktiv an diesem Shitstorm. Auch auffällig, dass plötzlich die Mehrheit entweder kein Fleisch ist oder nur beim Biobauern direkt einkauft. Die Diskrepanz zwischen Reden und Handeln ist ja nicht erst seit gestern bei deutschen Verbrauchern sehr groß- das ist bei Fußballfans nicht anders. Der Marktanteil von Bioprodukten in Deutschland beträgt ca. 5 Prozent.

Jetzt- einen Tag später – tauchen vermehrt auch sachliche und abwiegende Beiträge auf. Zumindest gestern wurden andere Meinungen quasi übergebügelt, eine wirkliche Diskussion war unmöglich.

Gefällt mir - Button

Neben dem Aufschrei in den Foren wurde auch eine Facebook-Gruppe gegen Wiesenhof als Sponsor bei Werder Bremen gegründet. Über 7000 Facebook-Nutzer haben sich dieser Initiative mit dem Untertitel „100% Werder – 0% Tierquäler“ per „Gefällt mir“-Klick in kürzester Zeit angeschlossen.

Auch die kritischen Vereine und Initiativen nutzen den Schwung dieser Empörungswelle und bringen ihre Positionen noch einmal in Stellung und drängen den Bundesligisten, vom Trikotsponsor Wiesenhof Abstand zu nehmen:

PETA:Sollte Werder Bremen den Deal bestätigen, werden die Tierfreunde unter den Fans dem Verein die rote Karte zeigen“, so Dr. Edmund Haferbeck, Agrarwissenschaftler und juristischer Berater bei PETA.

Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung:Netzwerk-Sprecher Michael Hettwer verwies auf die Qualzucht und die schlimmen Verhältnisse in der agrarindustriellen Hähnchenmast, bei der 20 Tiere auf einem Quadratmeter zusammengedrängt würden und bei der Haltung auf dem eigenem Kot schmerzhafte Verletzungen davontrügen. Im Einzugsgebiet von Werder Bremen engagierten sich auch viele Werder-Fans gegen die Belastung durch bedrohliche Keime und Emissionen aus Agrarfabriken – diese würden einen solchen Schritt ihres Vereins absolut nicht gutheißen und sogar Proteste in der laufenden Saison nicht ausschließen.

Bauernhöfe statt Agrarfabriken:Die im niedersächsischen „Landesnetzwerk Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen haben die Verantwortlichen von Werder Bremen dringlich aufgefordert, von der geplanten Trikot-Werbung für den „Wiesenhof“-Geflügelkonzern Abstand zu nehmen.

Ich finde die Reaktionen völlig überzogen. Hier wird skandalisiert und beschimpft. Es wird deutlich, dass ein Dialog zwischen den extremen Positionen kaum möglich ist. Der König Fußball und die Fanliebe sorgen bei diesem Thema noch zusätzlich für Emotionen, die von den Tierschutzorganisationen und Bürgerinitiativen bewusst geschürt werden.

Jeder Verbraucher hat die Möglichkeit, auf Bio-Produkte auszuweichen bzw. kein oder weniger Fleisch zu verzehren. Gibt es für die Bruzzler und Hähnchen in Deutschland keinen Markt mehr, so wird auch automatisch die Produktion hierzulande deutlich sinken. Umgekehrt aber, wenn kein Hähnchen mehr in Deutschland erzeugt wird, werden die günstigen Fleischprodukte aus dem europäischem Ausland und Übersee importiert- beim  Tierschutz wäre man eher einen Schritt rückwärts gegangen.

künstlerische Perspektive von Lebensmitteln

Mit Interesse betrachte ich im Internet die Fotografien des Künstlers und Fotografen Michael Schmidt, die er in den vergangenen Jahren zum Thema Lebensmittel in Europa fotografiert hat. Die Fotos haben etwas skurriles und ästhetisches an sich und sollen den Betrachter zum Nachdenken über die Herstellung von Lebensmitteln animieren.

Neben diesen 6 Fotos sind weitere 171 großformatige Abbildungen noch bis zum 13. Mai 2012 im Museum Morsbroich in Leverkusen zu betrachten. Außerdem erscheint zur Ausstellung im Snoeck Verlag ein 264-seitiger Katalog mit 174 Farbabbildungen. Der Katalog kostet an der Museumskasse während der Laufzeit der Ausstellung 59 Euro, im Buchhandel mit Schmuckschuber 97 Euro bis zum 30. März, danach 128 Euro.

Ich möchte gar nicht weiter diese Photografien beurteilen und bewerten, das macht der Fotograf selber ja auch nicht. Jeder soll sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Für mich ist die Sichtweise bzw. Perspektive bemerkenswert und animierte mich dazu, diese Fotos in diesem Blog vorzustellen.