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„Sonderangebot = Ramsch?“

Sonderangebote für Fleisch haben oft einen schalen Nachgeschmack: Je billiger das Fleisch, desto grausamer die Haltungsbedingungen. So will es zumindest der Mainstream. Tierärztin und leidenschaftliche Schweinehalterin Nadine Henke von den Brokser Sauen hat die Zusammenhänge mal in einem Blogpost auseinandergeklamüsert. Auslöser für die kleine, aber feine Analyse war Edeka: Bei unfassbaren 0,15 Euro je 100 g Hähnchenschenkel sorgte die Rabattaktion des Supermarktes bundesweit für Empörung sowie einiges Rauschen im Blätterwald.

Screenshot Edeka-Beilage
Die Übeltäterin: der Edeka-Montagsknüller

Am Ende kam es, wie es oft kommt, wenn mal genau hinschaut: Wieder einmal segnete eine heilige Kuh das Zeitliche.  Nadine Henke hat mir erlaubt, ihren Beitrag bei BlogAgrar online zu stellen. Also

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Die Abhängigkeit der Konzerne

Vergangene Woche ereignete sich etwas ganz ungewöhnliches: Zwei Zulieferer setzten mit einem Lieferstopp den riesigen Volkswagenkonzern gewaltig unter Druck. Nach einem langen Verhandlungs-Marathon wurde der Streit beigelegt. Nach Meinung vieler Medien sind die beiden Zulieferer als Sieger aus diesen Mammutverhandlungen hervorgegangen.

Das kam für mich überraschend, denn als kleiner, emsländischer Bauer, der zwar in verschiedenen Genossenschaften organisiert ist, habe ich bisher immer das Gefühl gehabt, gegen die Übermacht des Lebensmitteleinzelhandels eine überaus schwache Verhandlungsposition zu haben.

Im Automobilbereich war die Nachrichtenlage eigentlich bisher ähnlich. Die großen Autobauer geben die Anforderungen und Preise den Zulieferern knallhart vor. Nennenswerte Gegenwehr habe ich nicht vernommen.

Vor einem Jahr titelte das österreichische Wirtschaftsblatt noch, dass 229 Zulieferer von VW abhängig seien. Diese interessante Grafik zeigt aufschlussreiche Zusammenhänge:

Grafik entnommen von Wirtschaftsblatt.at, Quelle: Bloomberg
Grafik entnommen von Wirtschaftsblatt.at, Quelle: Bloomberg

Ich glaube, der Lebensmitteleinzelhandel wird sehr darauf achten, dass ihm das „Schicksal“ von VW nicht passiert. Die Abhängigkeit der Konzerne weiterlesen

Zukunftsforum Landwirtschaft – Teil 2

forum_landwirtschaft_cdu_2015Ich bin immer noch den zweiten Teil des Berichts von der CDU-Veranstaltung „Zukunftsforum Landwirtschaft“ schuldig.

Es durften gegen Ende der Veranstaltung im süd-emsländischen Emsbüren noch Fragen aus dem Publikum heraus gestellt werden. Da wurden Befürchtungen geäußert, dass die Standards der Initiative Tierwohl (ITW) möglicherweise künftig gesetzliche Mindestanforderung werden könnte.
Diese Befürchtung konnte keiner der anwesenden Politiker entkräften. Johannes Röring aber betonte, dass die ITW ein Ausweg aus den Zwängen eines brutalen Marktes sein kann und die Konzeption der ITW die nicht-teilnehmenden Tierhalter nicht diskriminiert. Franz-Josef Holzenkamp teilte Rörings Meinung und sieht auch noch einen weiteren Vorteil für die gesamte Branche, denn immerhin würde der LEH als Marktteilnehmer die Marktverknappung mit bezahlen. Und ein knapperes Angebot steigert die Aussicht auf steigende Erlöse.
Außerdem sei die Landwirtschaft nun in der Offensive, was ein tolles Zeichen gegenüber Politik und Gesellschaft sei! Zukunftsforum Landwirtschaft – Teil 2 weiterlesen