Die Sache mit der Schweinefleischpflicht

Michael Draeger
Michael Draeger

Neues aus der Rubrik Lesenswert, denn ich habe gestern einen interessanten Blog entdeckt: Der Radio-Journalist Michael Draeger (NJoy, NDR2) betreibt einen Blog und hat folgenden lesenswerten Blogpost verfasst:

Über die CDU in Schleswig-Holstein bricht eine Welle des Spottes herein. Sie will mehr Schweinefleisch auf den Tellern von Kantinen, Kitas und Schulen. Daraus wird schnell die Verkürzung auf eine Schweinefleischpflicht – auch wenn davon nie die Rede war. Einmal mehr läuft die Suche nach dem passenden Schlagwort ins Leere.

Die ganze Sache mutet schon etwas skurril an. Eine große Volkspartei will die Landesregierung beauftragen, sich mehr um das Essen in Kantinen, Schulen und Kitas zu kümmern. In dem Antrag für den Landtag heißt es:

„Die Landesregierung wird aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Schweinefleisch auch weiterhin im Nahrungsmittelangebot sowohl öffentlicher Kantinen als auch in Kitas und Schulen erhalten bleibt. Oberstes Ziel muss eine gesunde und ausgewogene Ernährung sein.“

Begründet wird das Ganze damit, dass die Mehrheit in ihrer freien Entscheidung nicht von der Minderheit überstimmt werden dürfe. Von einem ist aber nicht die Rede: Von einer Pflicht, Schweinefleisch zu servieren.

Die Geschichte macht die Runde

Zuerst hatten die Lübecker Nachrichten über den Antrag berichtet. Im Teaser ist zu lesen, die CDU fordere „eine Schweinefleisch-Pflicht“ für alle öffentlichen Kantinen im Land. Das Stichwort ist gesetzt. Später im Artikel liest sich das Ganze dann schon anders. Da stellt der Landwirtschaftspolitiker der Partei klar, er wolle keinesfalls vorschreiben, an einem Tag müsse Schweinefleisch serviert werden. Stattdessen will er eine Empfehlung an die Kantinen im Land, Schweinefleisch auf dem Speiseplan zu lassen. Und der Fraktionschef sagt, dass kein Moslem gezwungen werden soll, Schweinefleisch zu essen.

Hier wäre die Geschichte eigentlich zu Ende. (der gesamte Artikel findet sich hier)

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