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Der böse, böse Bauernverband

…oder wie ein Bauernverbandspräsident für jegliche Kritik herhalten muss…

Der böse, böse Bauernverband

Letzte Woche ein Bericht über Agrarfunktionäre, diese Woche ein Zitat herausgerissen aus einem Zeit Interview – Joachim Rukwied, Präsident des deutschen Bauernverbandes, hat momentan keinen leichten Stand. Ein paar Gedanken zu den aktuellen Ereignissen:

Die Story – „Gekaufte Agrarpolitik – wie Industrie und Agrarlobby durchregieren“

So lautete der Titel der „Die Story“ am 29. April im Ersten. Es ging darum, dass Verbandsvertreter (Funktionäre) gleichzeitig in der Politik tätig sind und in verschiedensten Gremien sitzen. Hintergrund ist eine Studie des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen im Auftrag des Nabu. Der Nabu schreibt dazu auf seiner Homepage:

Die deutsche Agrarlobby: verfilzt, intransparent und wenig am Gemeinwohl orientiert (…)

NABU-Studie legt Lobbynetz des Deutschen Bauernverbands offen (…)

Die Macht der Agrarlobby muss endlich stärker beschränkt werden.

Damit sollte eigentlich dem letzten klar sein, worum es wirklich geht – dem ist nur leider nicht so. Im Netz geht’s heiß her – neben vielen anderen Menschen, echauffieren sich auch sehr viele Landwirte. Was offensichtlich vielen nicht klar ist – Joachim Rukwied repräsentiert in den Gremien, in denen er vertreten ist, in der Regel die Interessen des Deutschen Bauernverbandes. Er ist dort Kraft seines Amtes als Präsident des deutschen Bauernverbandes, nicht als Person Joachim Rukwied.

Das mag einigen nicht gefallen – ändert jedoch nichts an der Tatsache. Wenn es den Mitgliedern des Bauernverbandes nicht gefällt, ist das allerdings schlecht. Nur dann sind letztlich auch die Mitglieder gefordert – nur von den Kritikern möchten die meisten doch einfach nur „vertreten“ werden – dann allerdings hinterher meckern, dass es nicht in ihrem Sinne war – das ist zu einfach. Mitgestalten heißt das Zauberwort.

Und dann muss auch die Frage erlaubt sein – wer will diese Aufgaben annehmen und von wem fühlen sich diese Landwirte besser vertreten? Wer fühlt sich in der Lage, diese Ämter auszuüben?

Das Zeit Interview und „Unser Land“

„Die letzten ihrer Art“ titelt diese Woche die ZEIT. Es geht um den Strukturwandel in der Landwirtschaft. Auf der einen Seite schließen rund 5000 bäuerliche Betriebe pro Jahr in Deutschland (1,5 bis 1,7 %). Auf der anderen Seite steigt die Tendenz zu größeren Höfen weiter an. Auch Joachim Rukwied hat der ZEIT ein Interview zu diesem Thema gegeben. Auf die Frage, wie er den Trend, dass immer mehr Höfe schließen, stoppen möchte, antwortet er der ZEIT:

Jeder Hof, der aufgibt, bedeutet einen Verlust an Agrikultur. Aber wir halten das Tempo des Strukturwandels von 1,2-1,5 Prozent Verlusten pro Jahr für akzeptabel. Auch weil dann diejenigen, die sich entscheiden, in einen Betrieb einzusteigen, eine bessere Perspektive haben.

Diese Antwort aus dem Zusammenhang gerissen, konnten wir dann bei „Unser Land“ bestaunen – und die Welle der Empörung schlägt natürlich hoch. Der Post von „Unser Land“ ist reine Provokation, mit diesem Foto und diesem herausgerissenen Zitat Stimmung zu schüren. Und diese Provokation geht ganz genau auf, wie man an den Reaktionen im Netz in den sozialen Medien sehen kann.

Zitat Rukwied: "Anzahl der Hofaufgaben ist durchaus verträglich"
Quelle: Facebookseite von „Unser Land“

Akzeptabel“ – „verträglich“, egal, welches Wort Joachim Rukwied verwendet hat, ist im Kontext mit einem so emotionalem Thema einfach äußerst unglücklich gewählt. Nur wie sehen die „nackten Fakten“ aus?

Strukturwandel – was ist normal?

Wie sieht es in anderen Bereichen aus? Die Zahl der Handwerksbäckereien sank von 19.813 im Jahr 2010 auf 11.347 Betriebe in 2017 – das ist eine Abnahme von 42% in sieben Jahren (Quelle: handelsdaten.de ). Im Fleischerhandwerk sieht es nicht anders aus. Bundesweit ging die Zahl der Lebensmittel-Handwerksbetriebe bis 2016 bereits auf 70 Prozent im Vergleich zu 2008 zurück.
Wenn man sich diese Zahlen mal auf der Zunge zergehen lässt, empfinde ich Rukwieds Aussage nicht für unredlich – dann ist der Strukturwandel in der Landwirtschaft eben noch „akzeptabel“.

Kann Strukturwandel überhaupt „normal“ sein?

In Deutschland gehen täglich 80 ha landwirtschaftliche Nutzfläche aus der Produktion – das sind täglich zwei Betriebe. Strukturwandel hat es immer gegeben, und wird es auch immer geben. Und in einem gewissen Rahmen ist dies auch durchaus zu vertreten – nichts anderes sagt Joachim Rukwied.
Und wenn Betriebe aufgeben, wachsen andere, das liegt in der Natur der Sache. Und weder der Deutsche Bauernverband noch Joachim Rukwied in Person können entgegen den wirtschaftlichen Tendenzen, den Strukturwandel aufhalten. Ziel kann es nur sein, diese Entwicklung möglichst sozialverträglich zu gestalten.

Gründe für den Strukturwandel

Auch die Gründe für den Strukturwandel werden immer gerne dem Bauernverband zugeschustert, propagiere dieser ja schon eh und je das „Wachsen oder Weichen“ Prinzip.  „Wachsen oder weichen“, das ist – man mag es beklagen – eine ökonomische Gesetzmäßigkeit. Die hat sich niemand ausgedacht – kein böser Kapitalist, kein Bauernpräsident. Es sind viele Faktoren, die dazu beitragen, diesen Prozess zu beschleunigen. Nur warum hören Betriebe auf?

Es geben sicher Betriebe auf, weil sie zu klein und/oder unrentabel sind. Wer einen unrentablen Betrieb zu lange weiter bewirtschaftet, zerstört letztlich Kapital und damit seine Lebensgrundlage. Von den Betrieben, die aussteigen, steigen jedoch die wenigsten aus, weil sie insolvent sind.

Die meisten Betriebe werden aufgegeben, weil keine Nachfolge vorhanden ist. Häufig ist keiner in der Familie zu finden, der eigenverantwortlich den Betrieb weiterführt. Die Gründe dafür sind vielfältig: keine Kinder (kein Nachfolger), fehlendes Interesse, fehlende Wirtschaftlichkeit, fehlende Perspektiven, um nur einige zu nennen.

Früher war alles besser?

Ich kann es niemanden verdenken, einen anderen Weg als den des Hofnachfolgers einzuschlagen. Die Auswahl seinen Lebensunterhalt zu verdienen ist heute sehr vielfältig. Es sollte jedem selbst überlassen bleiben, diese Entscheidung für sich und sein Leben zu treffen. Im Netz habe ich dazu folgenden Satz gelesen:

Es ist eine der größten Errungenschaften, dass heute niemand mehr Bauer werden muss. Früher haben sich viele ihr Leben lang durch den Beruf gequält, weil man der älteste Sohn war und nichts anderes machen durfte. Heute kann jeder machen, was er will. Es kann auch weiterhin jeder Bäuerin oder Bauer werden. Möglichkeiten gibt es genug. Man muss aber auch nicht.

Auch wir haben drei Kinder und einen Betrieb. Wir haben in den letzten Jahren unseren Betrieb stetig verändert und auch erweitert. Wir tun das nicht für unsere Kinder, sondern für uns, weil uns unsere Arbeit Spaß macht, weil wir lieben, was wir tun. Wir werden es unseren Kindern freistellen – wenn sie (oder einer oder zwei oder alle drei) den Betrieb weiterführen möchten, freuen wir uns sicher darüber, nur wenn nicht, ist das auch okay – wir mögen niemanden zwingen. Wir arbeiten mit Tieren – das muss man wollen und lieben, sonst macht man das nicht gut. Diese Verantwortung haben wir auch gegenüber unseren Tieren.

Zurück zu Joachim Rukwied und dem DBV

Der Bauernverband und Joachim Rukwied bekommen zur Zeit viel Kritik, zum großen Teil auch von Verbandsmitgliedern. Ich für meinen Teil muss ganz ehrlich sagen – ich möchte nicht tauschen. Ich möchte weder diese Verantwortung tragen, noch habe ich ein dickes Fell genug, mir die ständige Kritik aus den eigenen Reihen anzutun.

Nur diese Kritik muss auch ernst genommen werden. Ich persönlich möchte an dieser Stelle auch Kritik üben – ich wünsche mir vom Verband eine bessere Kommunikation nach innen. Ich erwarte, dass es von Verbandsseite eine Stellungnahme zu solchen Reportagen/Artikeln gibt – für uns Mitglieder. Bitte nehmt uns mit, damit wir uns ein Bild machen können, damit wir verstehen, wie solche Dinge zu Stande kommen, damit wir uns nicht von unserem Verband allein gelassen fühlen.

Propaganda und Zensur bei Quarks

Einseitiger Filmbeitrag des Wissenschafts-Magazins

auf Facebook sorgt für Ärger

Was ist passiert? Es geht um diesen kurzen Film, der bei Facebook von Quarks veröffentlicht wurde:

In diesem Video wird suggeriert, wie einfach es ist, seine Weidetiere vor Wolfsrissen zu schützen.  Ein 1,2m hoher Zaun (im Video sind Schafsnetze zu sehen) mit Elektrodraht, diesen eingraben und dazu ein Herdenschutzhund und fertig ist der effektive Schutz vor dem Raubtier. Wenn es nur so einfach wär…

Propaganda? Ich meine Ja!

Kein Wort über die Probleme, die die betroffenen Tierhalter wirklich haben, kein Wort von einer anderen Sichtweise, nichts! Hier wird in meinen Augen versucht, die öffentliche Meinung in eine bestimmt Richtung zu lenken. Und das ist für mich Propaganda! Wikipedia sagt dazu:

Propaganda (von lateinisch propagare ‚weiter ausbreiten, ausbreiten, verbreiten‘) bezeichnet in seiner modernen Bedeutung die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen und öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern. Dies steht im Gegensatz zu pluralistischen und kritischen Sichtweisen, welche durch unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Bewertungen sowie einen rationalen Diskurs geformt werden.

Leider kein Einzelfall

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Emsländische Landwirte und Jäger unterstützen den NABU

Nistkästen für den Turmfalken in Messingen errichtet

Messingen (pm). Naturschutz und Landwirtschaft muss kein Widerspruch sein. Das zeigt das neu aufgelegte Projekt des Naturschutzbundes (NABU) Emsland zusammen mit den hiesigen Landwirten und Jägern. Gefördert wird das Projekt von der Naturschutzstiftung Emsland.

30 neue Nistkästen

Insgesamt sollen 30 Nistkästen für Turmfalken in der Region aufgehängt werden. 15 davon gehen an emsländische Landwirte und wiederum 15 Stück werden durch die Jägerschaft verteilt. Auf dem Hof von Johannes und Karin Krane wurde Anfang April einer der Nistkästen für Turmfalken aufgehängt.

Johannes Krane und Thomas Weber präsentieren einen Falkenkasten
Landwirt Johannes Krane (links) arbeitet im Turmfalken-Projekt Hand in Hand mit Thomas Weber vom NABU (rechts). Foto: Landvolk

In Messingen hängen bereits vier Kästen aus dem Naturschutz-Projekt. „Wir machen mit, weil wir viel für Tiere übrig haben. Bei uns auf dem Hof nisten schon sehr viele verschiedene Vogelarten, wie z.B. die Schleiereule im Scheunendach. Die ganze Familie beobachtet jedes Frühjahr gespannt, wer wieder in die Höhlen und Kästen einzieht“, bekräftigt Johannes Krane sein Engagement für den Vogelschutz.

Laut Thomas Weber, erster Vorsitzender des NABU Kreisvereins Emsland-Süd, seien die Turmfalken keine Nestbauer, sondern die Vogelart bevorzuge es in hohlen Bäumen, Türmen oder Steinbrüchen zu nisten. „Genau darum haben wir das Projekt ins Leben gerufen. Wir möchten den Turmfalken, der auch gerne Rüttelfalke genannt wird, bei der Nistplatz-Suche unterstützen“, so Weber weiter. Der Turmfalke ernährt sich hauptsächlich von Feld-und Erdmäusen.

fliegender Tuermfalke
Ein Turmfalke in der Luft. Foto: Thomas Weber

Beim Aufhängen eines Nistkastens gibt es Einiges zu beachten: So sollten die Kästen nicht in die Hauptwitterungsrichtung zeigen und auch nicht zu viel Sonne ab bekommen. Teilweise Schatten ist optimal für die Bewohner des Nistkastens. Ebenfalls ein freier Anflug des Kastens sollte gewährleistet sein. Landwirte, die dieses Projekt unterstützen möchten, können sich bei Thomas Weber unter der Telefonnummer 05977-1597 oder via E-Mail unter tomwebbird@aol.com melden.

Dem NABU einen Vogel zeigen

Der NABU-Bundesverband kommt immer mehr in die Kritik. Die Naturschützer an der Basis, die vor Ort richtig gute Arbeit machen, leiden immer mehr unter der populistischen Ausrichting des NABU.
Die Generierung von Sofa-Neumitgliedern und Spenden steht dem Anschein nach im Vordergrund. Dabei wird ein Naturbild nach Kuscheltier- & Bambi-Art gezeichnet. Eine Wohlfühlscheinwelt, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Das ist für engagierte Naturschützer wie Jens-Werner Dettmann kontraproduktiv, wie in seinem offenen Brief an den NABU-Geschäftsführer Leif Miller deutlich wird. Er prangert die einseitigen Beschuldigungen der Landwirte und Jäger, für den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich zu sein, an:

ein Klick führt zum offenen Brief auf schillipaeppa.net

Auch die Wolfspolitik des Naturschutzbundes kritisiert Dettmann hier deutlich. Der NABU verkaufe fleißig Wolfspatenschaften, aber wie viel von diesem Geld kommt eigentlich bei den geschädigten Nutztierhaltern an?

(c) NABU

Ich frage mich, wie viele Wölfe gibt es in Deutschland und wie viele Wolfspatenschaften wurden bereits verkauft?

Könnte es sein, dass der NABU vor lauter Klientelpolitik und Spendengenerierungs-Lust ihre ureigene (sinnvolle) Aufgabe aus dem Auge verliert? Ich plädiere für mehr Pragmatismus und weniger Ideologie beim Naturschutz und arbeite gerne vor Ort mit den regionalen NABU-Aktivisten zusammen.

Naturschutz gelingt am Besten gemeinsam mit den Bauern und Jägern, da ist ein so großer spendenfinanzierter Wasserkopf, der sich selber am leben halten will, doch eher hinderlich, oder?

Vogelgrippe und Massentierhaltung

oder wie ein sachlicher Beitrag hätte aussehen können

von Roland Schulze Lefert

Roland Schulze Lefert
Roland Schulze Lefert

Nach meinem Beitrag auf dem Blog und bei Facebook sowie einer Mail an die NDR-Redaktion habe ich gestern eine Rückmeldung zu meiner Kritik erhalten. In einem sehr freundlichen Telefongespräch konnte ich mich mit einer Redakteurin zu dem Thema austauschen. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch nochmals Bedanken. Es hat mich sehr gefreut, dass die Kritik Ernst genommen wird und eine Auseinandersetzung mit selbiger stattfindet. In der Sache wurde mir zumindest insofern Recht gegeben, dass ein Hinweis auf Expertenmeinungen in der Moderation nichts zu suchen hat, wenn in dem Beitrag kein Experte genannt oder wörtlich zitiert wird. Die NDR-Redaktion sieht den Beitrag jedoch nicht als Pauschalkritik an, sondern sieht die Ausgewogenheit durch den vorhergehenden Beitrag und die verschiedensten am gleichen Tag gesendeten Beiträge gewahrt. Diese Meinung kann ich nachvollziehen, teile sie aber nicht.

Der NDR sieht die Sache durch die Rückmeldung als erledigt an, was aus meiner Sicht aber sehr schade ist. Ich finde die Fragestellung, wie bereits im ursprünglichen Beitrag geschrieben, durchaus legitim und interessant. Daher habe ich mich entschlossen selbst einen Beitrag zu verfassen in dem beide Positionen sachlich gegenübergestellt werden.

© Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Influenza A-Virus | © Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Der Stall im schleswig-holsteinischen Grumby war nicht der erste große Geflügelbetrieb, der von der Vogelgrippe vom Typ H5N8 befallen worden ist. Bereits im Oktober trat das Virus auf einer Putenfarm in Ungarn auf und beim letzten großen Seuchenzug eines Viruses vom selben Typ im Jahr 2014 waren in Deutschland hauptsächlich konventionell geführte Geflügelbetriebe betroffen. Ausgehend von dieser Datenlage sagt Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer:

„Gerade bei geschlossenen Massentierhaltungen ist ein Vireneintrag über den weltweiten Geflügelhandel und seine Stoffströme wahrscheinlicher als eine Infizierung durch Kontakt mit erkrankten Wildvögeln“. (Leif Miller, NABU)

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„Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen!“

„Ich bin empört!“

Der FDP-Kreistagsabgeordnete aus dem Rheiderland, Arnold Venema, hat die Entwicklungen im Rheiderland in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt. Dabei fallen ihm u.a. zahlreiche Baumaßnahmen auf:

  • Bau des Emssperrwerks
  • Erstellung von Betriebsgelände für die Energiebetreiber
  • Masterplan Ems 2050 – im wesentlichen ein Vertrag zwischen Naturschutzverbänden und der Meyer-Werft –
  • schließlich die Genehmigung eines Maststalles.

„Mir geht es nicht um einzelne Projekte, mir geht es um den „roten Faden“, der sich durch alle Verfahren hindurch zieht, mir geht es um das Grundsätzliche.“ betont Venema.

Arnold Venema
Arnold Venema

Sämtliche große Bauvorhaben wurden von den Umweltschützern kritisch begleitet.
Das sei völlig in Ordnung. Für Empörung bei Arnold Venema sorgt allerdings, dass bei allen Planungen lange Einspruchslisten vorgelegt wurden bis hin zur Androhung einer Klage, von denen bei finanzkräftigen Investoren am Ende nichts übrig geblieben ist.

Wie ist so etwas möglich?

Allgemein bekannt ist, dass Umweltverbände ihre Klage gegen das Emssperrwerk zurückgezogen haben gegen eine Zahlung von damals DM 10.000.000- eine stolze Summe.

Kavernenbauer bekennen öffentlich, dass sie 87 ha mehr Kompensationsflächen angelegt haben als Ausgleichsmaßnahme zur Beruhigung der Umweltverbände.
Die Meyer-Werft unterschreibt gerne einen Vertrag, mit dem sogar 700 ha zusätzlich unter Naturschutz gestellt werden. Und ein einzelner, kleiner Unternehmer? Er hat nicht die geringste Chance, außergerichtlich zu einer derartigen Vereinbarung mit den Umweltverbänden zu kommen und unterliegt.

Der Triumph einiger Politiker und Umweltschützer ist grenzenlos und beschämend. Eine Vertreterin des Nabu schlägt sogar vor, einen Managementplan für die Landwirtschaft zu erstellen, damit die Landwirte ein Konzept an der Hand haben, wie sie wirtschaften sollen.

„Das ist der Einstieg zum Ausstieg für die seit Generationen im Rheiderland erfolgreich betriebene Landwirtschaft.“ ärgert sich Arnold Venema.

Lebt die Landwirtschaft in Zukunft von dem Wohlwollen der Umweltverbände?
Welche anderen Wirtschaftsbereiche sollen noch von Umweltschützern kontrolliert werden?

Der Feind meines Feindes ist mein Freund?

Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Koalition der „Wir haben es satt“-Demo (WHES) nach einem Motto zusammengestellt wurde:

zitat-der-feind-meines-feindes-ist-mein-freund-napoleon-bonaparte-210268
Der Feind meines Feindes ist mein freund

Dabei ist der gemeinsame Feind die Agrarindustrie und der Bauernverband, der ja gerne von AbL und anderen NGOs als Lobbyist für die Agrarindustrie bezeichnet wird. Der Feind meines Feindes ist mein Freund? weiterlesen

Der NABU und das böse Glyphosat

Nein- ich erzähle hier kein Märchen.
Die folgende Geschichte ist zwar durch und durch unlogisch, aber tatsächlich wahr. Dem Waldbesitzer und Holzkaufmann Ralph Lorenz (*) aus dem Rhein-Sieg-Kreis fiel diese Unlogik auf und schreibt auf Facebook:

Der NABU und seine Logik:

Glyphosate in der Landwirtschaft sind schlecht.
Roundup ist ein ‪#‎Glyphosat‬ und wenn das der NABU verwendet, ist das empfehlenswert.

Glyphosat ist empfehlenswert, weil schwere körperliche Arbeit vermieden wird.
Glyphosat ist empfehlenswert, weil schwere körperliche Arbeit vermieden wird.

Der Bauernverband Schleswig-Holstein nimmt die Vorlage auf und stellt fest:

Der Nabu warnt: Glyphosat schadet „Mensch und Natur erheblich“. Ein Verkauf des Mittels an Privatpersonen für Haus- und Kleingärten sei nicht zu verantworten. Weiter: „Aus Sicht des NABU ist eine umfassende Neubewertung der Risiken überfällig.“ Was der Nabu damit wohl meint? Sobald er Roundup einsetzt, mutiert das Mittel zu einem Naturschutzinstrument? Arroganz hat einen Namen…

Diese unglaubliche Selbstherrlichkeit des NABU in Sachen Glyphosat griff heute auch top agrar online auf. Alfons Deter vom Internetportal schreibt:

top agrar meint: Die aktuelle Fall zeigt genau das Problem: Tier- und Naturschützer sind immer ganz vorne dabei, wenn es um Forderungen nach Verboten und schärferen Regeln geht. Nur sie sind fachfremd und beschäftigen sich nicht intensiv mit der Praxis. Stehen sie dann in Eigenverantwortung vor denselben Problemen wie Landwirte, sind die eben noch beschimpften Praktiken plötzlich erlaubt.

Die Mitglieder der Vereine und biologischen Stationen treten dabei vor Ort meist selbstbewusst auf, fühlen sie sich doch als staatlich Beauftragte. Sie seien die Experten, der gewöhnliche Landwirt mit Ausbildung habe ja keine Ahnung und nur das Gewinnstreben vor Augen. Interessant wäre hier mal eine Kontrolle des Sachkundenachweises…

Der NABU hat heute reagiert und die Aussagen zum Glyphosat-Einsatz auf dessen Homepage  ergänzt:nabu_sh_glyphosat_krebs

Hier noch einmal die Links zu den entsprechenden Seiten des NABU:
–> Empfehlen:
https://schleswig-holstein.nabu.de/…/…/management/03415.html
–> Verbieten:
https://www.nabu.de/news/2012/14613.html

[die Snapshots stellte mir freundlicher Weise Ralph Lorenz zur Verfügung]


(*) Ralph Lorenz, Naturbewirtschafter in dritter Generation ist Waldbesitzer und Holzkaufmann, der aus eigener Praxis die Missstände in der Holz und Forstwirtschaft hautnah miterlebt. Sein Vater hatte in den Nachkriegsjahren einen Landwirtschaftlichen Betrieb im Rhein-Sieg Kreis und der Großvater war Viehzuchtmeister und Leiter eines Gutshofes in Pommern.

Lorenz prangert Wettbewerbseinschränkende Maßnahmen des Staates an und die Ungleichbehandlung zwischen Naturbewirtschaftern auf der einen Seite und Naturschutzverbänden, staatlicher Einrichtungen und geschaffener Institutionen auf der anderen Seite.

Die gute fachliche Praxis bleibt dabei auf der Strecke. Sein politisches Engagement, Dinge zum Positiven zu verändern, ist ein langwieriger und müssiger Weg und daraus geboren ist seine Vortragsreihe „Schützen wir die Natur kaputt? Ist die Nachhaltigkeit in Gefahr?

Inhalt des Vortrages ist

  • der Stellenwert der Land- und Forstwirtschaft früher und heute
  • Wie durch eine Überbürokratisierung die Handlungsfreiheit des Einzelnen eingeschränkt wird
  • Wie zunächst gut gemeintes, nämlich „Natur zu schützen“ durch Projekte und subventionierte Maßnahmen zur Naturzerstörung entwickeln
  • Praxisbeispiele mit Aufschrei Charakter
  • Handlungsanregungen für eine Öffentlichkeitsarbeit vor Ort
  • Lösungskonzepte

 

NABU UND LANDVOLK IM DIALOG

(VEL) Miteinander reden und gemeinsame Nenner finden – das war das Ziel eines ersten Gespräches zwischen Landvolk und Naturschutzbund (NABU) Emsland/Grafschaft Bentheim, zu dem das Landvolk eingeladen hatte. Anlass war ein im VEL_logo_180August in der Zeitung erschienener offener Brief des NABU. Ziel des NABU ist es, die Biodiversität in der Agrarlandschaft zu erhöhen. So sei durch intensive Ackerwirtschaft und Grünlandumbruch der Bestand an Wiesenvögeln stark nabu_el_logozurückgegangen. Positiv wirke sich hier die Haltung von Rindern auf der Weide aus. Zum Schutz von Wildtieren waren sich NABU und Landvolk einig, dass die Mahd von innen nach außen selbstverständlich sein solle. Wichtig sei auch der Anbau von Zwischenfrüchten und Blühstreifen. Der NABU erkennt viele richtige Ansätze, die aber weiter verfolgt und für ein besseres Image auch an die Öffentlichkeit gebracht werden müssen.

Miteinander und nicht übereinander sprachen der NABU und das Landvolk.
Miteinander und nicht übereinander sprachen der NABU und das Landvolk.

Beim Thema Nitratbelastung im Grundwasser wies Lambert Hurink auf stetig sinkende Werte hin. Außerdem NABU UND LANDVOLK IM DIALOG weiterlesen

der grüne Lack ist ab

Jetzt möchte ich doch noch ein paar Gedanken zur Abgas-Affaire von VW los werden:
Volkswagen hat bekanntlich vorsätzlich und mit krimineller Energie die geprüften Abgaswerte von Dieselmotoren deutlich nach unten manipuliert- mit einem wohl sehr ausgefeiltem Chiptuning.

Mit diesen manipuliert niedrigen Abgaswerten bewarb Volswagen sehr aufwändig seine Automodelle mit Dieselmotor in den USA. Bei ca. 50 % lag der Marktanteil von VW bei Diesel-PKW in den Staaten.

Like really clean diesel  (c) Screenshot YouTube
Like really clean diesel – (c) Screenshot YouTube

Doch nun ist die Manipulation aufgeflogen. Das Greenwashing ging nach hinten los und VW steht nun vor einem Scherbenhaufen.

Apropos Greenwashing. War da nicht noch was? Sabine Leopold vom Agrarmanager erinnert sich:

logo_agrarmanager_claim_80Wir erinnern uns:
Noch vor einem halben Jahr brüstete der Konzern sich mit seinem Umweltbewusstsein, weil er das Catering in der firmeneigenen „Autostadt“ auf „vital – vegetarisch – vegan“ umgestellt hatte. Und um dem Kunden das neue Restaurant-Konzept auch so richtig schmackhaft zu machen, droschen die PR-Verantwortlichen auf ihrer Website auf die konventionelle Tierhaltung ein:
Milch enthalte alle Medikamente, die man der Kuh verfüttere, zudem sei sie krebserregend. Und Fleisch könne man – wenn überhaupt – bestenfalls aus Biohaltung halbwegs gefahrlos essen. Anderenfalls bedrohten BSE, Anabolika und Hormone die Gesundheit des Konsumenten (hier nachzulesen).

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