Schlagwort-Archive: WDR

Erster Agrardialogpreis vergeben

Berlin, 16. Januar 2018 -(PM)

Im Rahmen der Eröffnungspressekonferenz „Deutschland blüht auf!“ am 16. Januar 2018 in Berlin wurde erstmalig der Agrardialogpreis durch die Initiative „Wir machen euch satt“ (Wmes) vergeben. Die Auszeichnung ging an das WDR-Projekt „Superkühe“.

„Es ist wichtig, ein positives Zeichen zu setzen und den Dialog trotz aller Widersprüche und Kritik an der Landwirtschaft zu intensivieren und weiterzuführen. Wie dies gelingen kann, hat das Medienereignis „Die Superkühe“ bewiesen“, führte Landwirt Bernhard Barkmann als Vertreter der Wmes-Landwirte, aus.

Gruppenfoto mit Carolyn Braun von den Superkühen
Carolyn Braun (l) nahm stellvertretend für das Team um „Superkühe“ den ersten Agrardialogpreis entgegen. Weiter im Bild Bernhard Barkmann, Nadine Henke und Marcus Holtkötter (Foto: Sabine Leopold, agrarheute)

Foto vom Agrardialogpreis 2018„Der Westdeutsche Rundfunk ermöglichte es einem vielköpfigen Team rund um die Journalisten Björn Erichsen und Jacob Vicari, vier Wochen lang in einer Art Life-Dokumentation zu zeigen, wie Milchkühe in Deutschland gehalten werden. Dabei wurden auch Problembereiche, beispielsweise die Kälbertrennung, nicht ausgegrenzt,“, urteilten die Landwirte weiter.

„Anfängliche Berührungsängste waren schnell überwunden, heraus kam ein realistisches Bild der Milchviehhaltung, wie man es tagtäglich auf unseren Höfen vorfinden kann. Das war uns den ersten Agrardialogpreis wert“. Erster Agrardialogpreis vergeben weiterlesen

Besser Gift im Acker als Gift im Kopf

Eine Filmkritik zur WDR-Dokumentation “Gift im Acker. Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?” vom 2. November 2015

von Susanne Günther, Bloggerin bei Schillipaeppa.net

Am Montag Abend sendete der WDR die Dokumentation “Gift im Acker. Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?” Dieser Film reiht sich ein in eine Serie von Filmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die die Debatte um Glyphosat ganz im Sinne von Big Green (Bündnis 90/Die Grünen, Greenpeace, BUND, Umweltinstitut München e.V. etc.) ausleuchten. Ich habe mal auf die Schnelle ein paar Informationen und Anregungen zusammen getragen:

WDR_diestory_glyphosat_2015Gleich zu Anfang ein paar Formfehler: Eingangs übersetzen die Filmemacher im gesprochenen Kommentar „BfR“ mit „Bundesanstalt für Risikoforschung“, die Bundesbehörde heißt aber „Bundesinstitut für Risikobewertung“. Es wird behauptet, dass das BfR bereits im Jahr 2000 eine Risikobewertung für Glyphosat vorgenommen habe. Das kann aber nicht sein, weil das BfR erst am 01.11.2002 gegründet wurde.

Die Darstellung der Arbeit von Prof. Dr. Günter Neumann von der Universität Hohenheim schafft den Eindruck, dass der Wissenschaftler ein erklärter Glyphosat-Gegner sei. Das ist aber nicht der Fall, er plädiert lediglich für begrenzten Einsatz des Wirkstoffs. In der Oktoberausgabe der Agrar-Fachzeitschrift dlz ist ein Interview mit Prof. Neumann abgedruckt. Ein Auszug ist online abrufbar. Dort wird gefragt:

„Sind aus Ihrer Sicht weitere Einschränkungen für den Wirkstoff nötig?“

und Prof. Neumann antwortet:

Nein, weitere Einschränkungen für Glyphosat im Ackerbau über die jetzt schon bestehenden Regeln hinaus würde ich sogar eher als problematisch erachten. Damit wird zunehmend die Flexibilität eingeschränkt, um gezielt auf Problemsituationen bei der Unkrautbekämpfung reagieren zu können.“

Eine solche Aussage in dem Film und der Gesamteindruck für den Zuschauer wäre ein völlig anderer gewesen, oder? Besser Gift im Acker als Gift im Kopf weiterlesen

#Güllestorm

von agrarblogger.de
von agrarblogger.de

Ich kannte bisher einen Shitstorm (–> z.B. Wiesenhof) oder einen Candystorm (z.B. für die  ehemalige Frontfrau der B90/Grünen Claudia Roth), aber spätestes ab jetzt gibt es auch den #Güllestorm.
Diesen Begriff hat die Redaktion der Wissenschaftssendung Quarks&Co (WDR) geprägt, nachdem eine Fülle von Protestmeldungen vor allem aus der Landwirtschaft als Reaktion eines vorab veröffentlichen Videos auf die Mitarbeiter des WDR einprasselte.

Auf der Seite Agrarblogger.de wird dieser Güllestorm, aber auch die Richtigstellung eindrucksvoll beschrieben. Kurzum: Das vorab veröffentliche Video „Wirtschaftssimulator: Das Rind“ lässt jeden wissenschaftlichen Ansatz vermissen und ist das Produkt einer öko-veganen Ideologie.

Dieses unausgewogene Video rief viele Proteste hervor.

Die Bauern und die Freunde der bauern und die Funktionäre
Die Bauern und die Freunde der Bauern und die Funktionäre

Quarks & Co. ging anfangs von „ein paar Bauern, Freunde von Bauern, Freunde von Freunden von Bauern und Bauernfunktionären “ aus.  Vielleicht denken sie noch immer so, aber ein wenig Wirkung haben die Argumente dann doch gezeigt. Die Proteste und vor allem die Argumente und Fakten zeigten Wirkung, denn das Vorab-Video wurde leicht geändert. Ganz genau lässt sich das wiederum auf Agrarblogger.de nachvollziehen, deren Blogger von Anfang an bei diesem Thema am Ball waren!

Ich frage mich, was bleibt nach dieser Sendung, die gestern Abend ausgestrahlt wurde, hängen?

1. Quarks & Co würde ich nicht mehr als wissenschaftlich bezeichnen. Diese Sendung ist anscheinend irgendwo im Infotainment-Sektor beheimatet und wird sich wohl eher mit Sendungen des Zeitgeists wie „Galileo“ messen wollen. Was für mich eigentlich kein Problem sein sollte, wenn Quarks & Co nicht selber einen hohen wissenschaftlichen Standard proklamieren würde. Die Sendung von Quarks & Co „Pfusch in der Wissenschaft“ sollte jedem nach der gestrigen Sendung nachdenklich machen…

2. Um die im Kontext falschen Informationen wieder auszubügeln, bedarf es für jeden Fernsehzuschauer ein Vielfaches an Zeit, die erzeugten (Vor-)Urteile zu widerlegen. Das Image der (deutschen) Landwirtschaft dürfte weiter gelitten haben.

3. Diskussionen während eines Shitstorms bzw. Güllestorms arten gewöhnlich aus. Mit Fakten kann man nicht bzw. kaum gewinnen.

4. Gowin´s Law gilt! In diesem Fall wurden in der „Diskussion“ bzw. bei den „Kommentaren“ sogar nicht nur Nazi-Vergleiche gezogen, auch so abstruse Vorwürfe wie Sodomie und Ökoterror sind hier gefallen. Anonymität killt wohl auch die Netiquette, leider.

Weiterführende Informationen: