Für mehr Artenvielfalt in Niedersachsen

Warum das „Volksbegehren Artenvielfalt“ der falsche Weg ist

Die Initiierung eines „Volksbegehrens Artenvielfalt“ in Niedersachsen sorgt für Unmut bei den Landwirten im Land. Die niedersächsischen Grünen und der NABU Niedersachsen sind die wesentlichen Treiber dieses Volksbegehrens. Dabei haben sich die Landwirte in meinem Bundesland bereits aufgemacht, einen gemeinsamen Weg – zusammen mit Landwirtschaftskammer, Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, BUND und dem NABU (!)- für die Bewahrung der Biodiversität zu finden. Dieses ist der vielzitierte „niedersächsische Weg“.

Hallo liebe Naturschützer. Bauernhöfe sind Hotspots der Artenvielfalt. Bitte niemals vergessen!
Dieses Schild darf gerne kopiert und ausgedruckt werden. PDF zum Download ist unten verlinkt.

NABU und Grüne sammeln Unterschriften

Und obwohl der NABU auch bei der gemeinsamen Kompromissfindung dabei war und dieses Papier unterzeichnet hat, forciert die NGO das Volksbegehren und sammelt gemeinsam mit den Grünen Unterschriften, damit es zu einer Volksabstimmung kommen kann.

Dort heißt es dann in den Fußgängerzonen:

„Wollen Sie unterschreiben für mehr Artenvielfalt in Niedersachsen?“

Und die Antwort vieler Bürger darauf:

„Ja!“

Wer mag es den Bürgern denn auch verdenken? Niemand! Wer möchte schon gegen Biodiversität sein?

Das Problem dabei für die Landwirte: Der Bürger leistet eine Unterschrift und das ganze Kleingedruckte dürfen dann die Bauern ausbaden.

Motto: „Ich unterschreibe, die anderen müssen handeln“

Ich finde unanständig, das multikausale Problem des Artenschwundes auf eine einzige Frage zu reduzieren: „Sind Sie für mehr Artenschutz? Ja oder Nein?“ und die Landwirte, die im Wesentlichen von den Auswirkungen des Volksbegehrens betroffen wären, nicht nach Ihrer Meinung zu fragen.

Der NABU in Niedersachsen hat den gemeinsamen Weg des Konsenses und des Kompromisses verlassen und begibt sich nun auf einen Alleingang.

Naturschutz gelingt am besten GEMEINSAM mit der Landwirtschaft

Ich denke, es sind sich wirklich alle einig, dass eine wirklich wirksame Bewahrung der Biodiversität nur gemeinsam mit den Landwirten gelingen kann und nicht gegen die Landwirtschaft.
Darüberhinaus wäre es wünschenswert, wenn zwischen Landwirten und Naturschützern ein Grundvertrauen aufgebaut werden könnte.
Das alles sehe ich leider nicht und deshalb bin ich und viele Kollegen mit mir vom NABU sehr enttäuscht.

Der „niedersächsische Weg“ ist kein leichter

Schon der gemeinsame niedersächsische Weg sieht viele dicke Kröten vor, die Landwirte schlucken müssen. Da müssen schon innerhalb des Berufsstandes hitzige Diskussionen geführt werden, in wieweit die Einschränkungen des Kompromisspapiers zu schultern sind. Dieser Alleingang des NABU ist nun Wasser auf die Mühlen der Skeptiker, ob überhaupt eine Zusammenarbeit mit der Umweltseite sinnvoll und möglich ist.

Volksbegehren ist kontroproduktiv

Aus diesem Grund halte ich das sture Verharren auf das Volksbegehren letztlich für kontraproduktiv. Es wird viele Verlierer geben: Den Bauern ist damit nicht geholfen, die Förderung der Artenvielfalt wird mit Landwirten, die auf „stur“ schalten nicht so gut gelingen, die örtlichen Naturschützer, die auf die Kooperation mit den Landwirten angewiesen sind, werden weniger offene Türten einrennen.

Kurz zusammengefasst: Die Gräben zwischen Umweltschutz und Landwirtschaft werden vertieft und Brücken eingerissen.

Und wer gewinnt?

Aber es wird nicht nur Verlierer geben: Die Landesverbände von NABU und Grünen können sich mit dem Volksbegehren wunderbar profillieren, ihr Feindbild der konventionellen Landwirtschaft weiter pflegen und das Land gespalten zurück lassen. Das ist offensichtlich das erfolgreiche Geschäftsmodell von Grünen und NABU in Niedersachsen. Nur nebenbei: Parallelen in diesem Punkt zu einem Präsidenten in den USA sind kein Zufall…

Aktives Werben für einen gemeinsamen Weg

Deshalb werde ich mich weiter für den „niedersächsischen Weg“ stark machen und nicht tatenlos zusehen, wie unaufgeklärte Bürger zu einer Unterschrift bewegt werden.

Ich fordere alle Bauern auf, nicht tatenlos zuzusehen, wie in den Fußgängerzonen Unterschriften für diesen egoististischen Alleingang gesammelt werden. Klärt die Bürger in Eurer Nachbarschaft auf! Bleibt dabei friedlich und sachlich!


Verweise:

Collage mit Bildern vom 25. Juli in der Lingener Innenstadt, wo NABU und Grüne Unterschriften gesammelt haben und Bauern die Bürder aufgeklärt haben, was das für Auswirkungen haben würde. Schilder mit der Aufschrift: "Hallo liebe Naturschützer. Bauernhöfe sind Hotspots der Artenvielfalt. Bitte niemals vergessen!"
Impressionen aus Lingen am Samstag, 25. Juli´20

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*