Interview mit Lea Fließ, Forum Moderne Landwirtschaft

Lea Fließ am Rednerpult beim Berliner Abend im Oktober 2019
Lea Fließ

Hallo Lea, wir führen dieses Interview, weil ich immer wieder aus Reihen der Landwirte Kritik an der Arbeit des Forums Moderne Landwirtschaft vernehme. Aber bevor wir dazu kommen möchte ich gerne, dass Du dich kurz vorstellst und Deinen Weg zum Forum schilderst.

Lea Fließ:
Hallo Bernhard, vielen Dank für die Gelegenheit, hier ein paar Fragen zu beantworten. Ich bin 37 Jahre alt und studierte Journalistin sowie ausgebildete Redakteurin. Ich habe auch die meiste Zeit meines Berufslebens als Journalistin und Redakteurin gearbeitet, zuletzt bei BILD. Vor ziemlich genau vier Jahren bin ich dann zum Forum Moderne Landwirtschaft gekommen. Ich bin im Allgäu geboren, bin auf dem Land in einem 1.500-Seelen-Dorf in einem 300 Jahre alten Haus aufgewachsen, in dem es noch den alten Kuhstall samt Fresströgen, einen Hühnerstall, die alte Scheune und den kleinen Kellerraum gab, in dem wir Äpfel und Kartoffeln gelagert haben. Mittlerweile lebe ich seit bald 10 Jahren in Berlin, die meiste Zeit davon in Prenzlauer Berg. Vielleicht ist dieser Kontrast ein bisschen der Grund, warum ich vor vier Jahren auf das Forum Moderne Landwirtschaft aufmerksam wurde und es für eine so spannende und wichtige Organisation halte.

Was macht das Forum eigentlich, wem gehört das Forum, wie viele arbeiten für das Forum?

Lea Fließ:
Um ehrlich zu sein haben wir einen richtig tollen Job: Wir lassen uns von der Landwirtschaft zeigen, wie einfallsreich, innovativ und nach vorne gerichtet sie arbeitet und begegnen dabei zahlreichen pfiffigen, sympathischen Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und alle unfassbar faszinierende und spannende Erfolgsgeschichten zu erzählen haben. Diese Geschichten versuchen wir dann an die Menschen weiterzutragen bzw. zu übersetzen, die keine Gelegenheit haben, mit diesen coolen Typen so viel Zeit zu verbringen wie wir. Um das hier zu vereinfachen nenne ich diese Menschen „Städter“. Die Reaktionen, also sowohl das Lob als auch die Fragen, die Kritik, die Wünsche, die wir von den Städtern zurückbekommen, geben wir dann wiederum an die Landwirtschaft zurück. Auf diese Weise entstehen gleich zwei positive Effekte: Zum einen begeistern wir so die Städter für Landwirtschaft und auf der anderen Seite bringen wir deren konkrete Wünsche, die Veränderungen in der Landwirtschaft betreffen, zu den Landwirten, damit diese überlegen können, ob und wie sie sich erfüllen lassen. Dafür nutzen wir die sozialen Netzwerke, wo wir 17 Millionen Menschen im Jahr erreichen. Dafür initiieren wir im Schnitt jedes Wochenende eine Aktion in einer Innenstadt, bei der wir am Tag mit etwa 100-200 Menschen ins Gespräch kommen. Dafür machen wir Landwirte zu AgrarScouts, die wir dann auf unseren Aktionen in der Innenstadt mit Städtern ins Gespräch bringen. Und dafür sprechen wir mit Multiplikatoren wie z.B. Journalisten. Wir – das sind aktuell zehn Kollegen und Kolleginnen in Berlin. Und wem gehört das FML? Wir sind ein ideeller Verein, der im Auftrag seiner Mitglieder handelt. Alles, was wir also anschaffen, um unsere Arbeit zu machen – dazu zählt ein Schreibtisch genauso wie unsere Homepage – gehört damit den Mitgliedern, solange sie Mitglieder sind, und die stehen alle hier auf der Homepage.

Wie lautet der offizielle Auftrag der Mitglieder des Forums?

Lea Fließ:
Unser Auftrag lautet kurz und knapp, die moderne Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft zu bringen – und zwar wertgeschätzt und anerkannt. Etwas detaillierter kann man das sehr gut hier in unserer Satzung nachlesen.

Hat sich der Auftrag in der Vergangenheit geändert?

Lea Fließ:
Geändert nicht, aber wir haben unsere Kommunikations-Strategie an die äußeren Gegebenheiten angepasst, also z.B. geschaut, was bestehende Vereine und Initiativen wie die regionalen Bauernverbände, die i.m.a. etc. bereits machen. Diese wollen wir ergänzen, ggf. verstärken, aber nicht ersetzen. Und natürlich haben auch die Erfahrungen, die wir machen und der Budget-Rahmen, der uns zur Verfügung steht, Einfluss auf diese Kommunikations-Strategie. Auf Basis all dieser Überlegungen haben wir ziemlich klar herausgearbeitet, mit wem wir ins Gespräch über Landwirtschaft kommen wollen: mit Menschen in Deutschland ab 18 Jahren, die vor allem in Städten leben. Denn wir wissen: Je größer die Stadt, desto geringer die Beziehung zur Landwirtschaft. Und wir haben dann auch ziemlich klar herausgearbeitet, wie wir diese Städter am besten so erreichen können, dass wir unseren Auftrag, also Wertschätzung und Anerkennung für die Landwirtschaft zu generieren, erfüllen.

Und wie sieht es eigentlich mit Euren Finanzen aus? In welcher Größenordnung liegt Euer Budget und wie ist die Entwicklung dieses Budgets in den letzten Jahren? Schlägt sich die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft auch in steigende Haushalte nieder?

Lea Fließ:
Wir haben im Jahr 3 Millionen Euro Budget zur Verfügung, das sich in den letzten fünf Jahren insgesamt leicht gesteigert hat. Also ja, die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft schlägt sich auch in steigenden Haushalten nieder – allerdings sehr zäh.

Nun zu den etwas kritischeren Fragen: Was denkst Du, warum kommt immer wieder mal Kritik an Eurer Arbeit von Bauern auf?

Lea Fließ:
Das hat sicher im Wesentlichen zwei Gründe: Ich hatte ja eingangs von unserer Kommunikations-Strategie gesprochen, also davon, dass wir uns genau überlegen, wie und auf welchen Wegen wir die Städter am besten so erreichen können, dass wir unseren Auftrag erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir uns bei den Themen überlegen, wie unser Gesprächspartner sie am besten versteht, welche Interessen er hat, welche Begriffe er überhaupt kennt. Wir verwenden dabei bewusst Begriffe wie Massentierhaltung, denn wenn wir von Intensivtierhaltung sprechen, dann versteht unser Gegenüber uns nicht so leicht. Und dabei geht es weniger um das Vier-Augen-Gespräch, bei dem man ja einen Begriff wie Intensivtierhaltung immer noch erklären kann. Es geht z.B. um Google. Wir wollen, dass die tollen Erfolgsgeschichten von Tierhaltern, in denen wir zeigen, dass Tierwohl nichts mit der Größe eines Stalls zu tun hat und die wir ja online erzählen, auch gefunden werden, wenn jemand das Wort Massentierhaltung googelt, um diesen Begriff, der mit so vielen negativen Bildern aufgeladen ist, mit positiven Bildern in Verbindung zu bringen. Weil sich das Wort Massentierhaltung aber originär als Kampfbegriff gegen die Tierhaltung etabliert hat, stößt das natürlich bei Bauern auf Kritik, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Dieses Beispiel ist nur eines von vielen, bei denen wir zum besseren Verständnis der Städter in der Kommunikation einen großen Schritt auf unser Gegenüber zugehen, und da ist es an uns, das besser zu erklären, damit uns nicht nur der Städter versteht, sondern auch der Landwirt, das ist uns bewusst. Wir arbeiten sehr hart daran, dass uns das besser gelingt. Der zweite Grund ist, dass wir die Kritik der Gesellschaft an der Landwirtschaft sehr Ernst nehmen – sicher für manche Bauern zu ernst. Aber dazu kommen wir sicher gleich nochmal im Detail, wenn es um unseren November-Newsletter geht, in dem das ja auch Thema ist und der dafür auch kritisiert wurde.

Kritik am November-Newsletter

Aktuell wird der Inhalt eures aktuellen Newsletters kontrovers in sozialen Medien diskutiert. Dort heißt es „Die Landwirtschaft, wie sie heute ist, wird so von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert.“ und „Wir als Forum Moderne Landwirtschaft werden nicht müde, den Finger in diese Wunde zu legen und die Landwirtschaft daran zu erinnern.„.
Ist es unbedingt nötig und auch glaubwürdig, wenn man als Organ für die landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit die aktuelle Praxis der Landwirtschaft kritisiert? Es mehren sich die Stimmen, dass es bereits genügend NGOs gibt, die die Landwirtschaft ausgiebig kritisieren. Sollte das Forum nicht umgekehrt die überzogene Kritik entkräften und Gegenargumente bringen?

Lea Fließ:
Ob es nötig ist? Ich meine ja. Ich habe eingangs von den vielen pfiffigen Menschen und ihren Erfolgsgeschichten der Landwirtschaft gesprochen. Viele von ihnen sind frustriert von der Kritik an der Landwirtschaft, sind wütend darüber, dass die Politik ihnen keine verlässlichen Rahmenbedingungen gibt, machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Ich kann das so gut verstehen. Und gleichzeitig finde ich es falsch, diesen Menschen das Gefühl zu geben, sie müssten nur mal deutlicher erklären, wie Landwirtschaft heute funktioniert und schon verstummt die Kritik. Es gibt weniger Artenvielfalt. Es gibt Probleme mit Nährstoffeinträgen. Es gibt Probleme in der Tierhaltung. Und deshalb gibt es in der Gesellschaft den Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Und dieser Wunsch ist mehr ist als eine Laune einer urbanen Elite. Nehmen wir die Tierhaltung: Zwei Drittel der Deutschen sagen, sie würden für mehr Tierwohl auch mehr bezahlen. Beim Einkaufen tun sie es dann aber nicht. Ja, vielleicht lügen die meisten von ihnen. Vielleicht machen wir ihnen aber auch einfach zu wenig deutlich, was wir alles tun können, wenn sie uns mehr bezahlen. Jede Supermarktkette hat heute eine Nachhaltigkeitsabteilung, die an der Politik vorbei eigene Nachhaltigkeits-Standards setzt. Es schmerzt mich, dass alle vom Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit profitieren und die Landwirte, die wirklich einen Beitrag leisten, das Nachsehen haben. Deshalb sage ich: Wir müssen herausstellen, welchen Beitrag wir leisten, und über neue Geschäftsmodelle nachdenken, wie sich dieser Beitrag profitabel für uns gestalten lässt. Damit sind wir nicht nur glaubwürdig, sondern haben auch etwas, was wir dem Städter direkt zeigen können und wo er sich mit einbeziehen lässt – und zwar als unser Verbündeter und nicht als unser Gegner.

Im Bild ist eine diskutierende Lea Fließ vom Forum Moderne Landwirtschaft zu sehen
Lea Fließ diskutiert

Sind die aktuellen Treckerdemos eine gute Idee?

In dem besagten Newsletter werden auch mehr oder weniger deutlich die Treckerdemos kritisiert. Große Trecker, gefahren von Bauern in Verteidigungshaltung und „Keine Bauern, kein Essen, keine Zukunft„- Plakate lüden nicht zum Dialog auf Augenhöhe ein. Diese Kritik kann ich nachvollziehen. Allerdings gibt es sehr viele Berichte von sehr wohlwollenden Reaktionen der Bevölkerung. Und seitens der Politik ist meiner Wahrnehmung nach auch gewaltig Bewegung in die vielfältigen Diskussionen gekommen. So gesehen sind Treckerdemos doch keine so schlechte Idee, oder?

Lea Fließ:
Die Treckerdemos sind überhaupt keine schlechte Idee. Im Gegenteil, ich fand es beeindruckend, was da auf die Beine gestellt wurde – und ganz genau: Die meisten Menschen haben Verständnis für die Landwirte gezeigt und für deren Frust darüber, dass von ihnen Einschnitte gefordert werden, bei denen sie Sorgen haben, dass sie ihnen an die Substanz gehen. Eine Demo ist ein sehr wichtiges Instrument der Demokratie und meiner Einschätzung nach auch genau zum richtigen Zeitpunkt angesetzt worden, weil das Agrarpaket ja noch nicht in allen Details ausverhandelt ist. Mir ging es eher darum, dass sich mit der Demo diejenigen nicht erreichen lassen, die sich in erster Linie für Ernährung und Nachhaltigkeit interessieren und erst im zweiten oder dritten Schritt für die Auswirkungen auf die Landwirte dabei. Die müssen wir anders ansprechen.

#grüneKreuze?

Und wie siehst Du die #grüneKreuze und neu #grüneBänder und #grünesAgrarpaket für Politiker?

Lea Fließ:
Ich halte auch diese Aktionen für tolle Aktionen, um Teile der Branche zu solidarisieren und auch hier ist es beachtlich, wie viele mitmachen, wie vielen es wichtig ist, diese Zeichen zu setzen. Da die Kreuze, die Bänder und auch die Pakete für die Politiker sehr weit weg vom Städter und seinen Interessen sind, gilt auch hier, dass ich sie nicht für geeignete Mittel halte, um diese Menschen erreichen.

Warum Zusammenarbeit mit Veganern?

Was mir in den letzten Jahren aufgefallen ist: Ihr sucht hin und wieder die Nähe von Influencern aus der Veganer-Community. Warum macht ihr das? Speziell die Tierhalter sehen das sehr kritisch. Ist es nicht besser, wenn man sich mit dem knappen Geld um die große Mehrheit der Verbraucher kümmert, die ganz normale Essensgewohnheiten haben? Das sind ja sicher 90%, die wesentlich leichter von der Qualität der Arbeit der Bauern zu überzeugen sein sollten.

Lea Fließ:
Um an die vorherigen Fragen anzuknüpfen – wir tun das, weil wir es für die geeigneten Mittel halten, um Städter anzusprechen und ich möchte das gerne erklären: Hinter der „Vegan-Community“, wie du sie nennst, stecken Menschen mit einem Bedürfnis danach, jederzeit Lebensmittel und/oder Gerichte konsumieren zu können, die ohne tierische Produkte hergestellt werden. Nur ein Prozent der Deutschen ernährt sich vegan, verzichtet also komplett mindestens auf Produkte, die aus oder durch Tiere hergestellt werden. Aber viele Menschen finden es gut, wenn nicht jede Mahlzeit Fleisch oder tierische Fette enthält. Oder sie wollen aus anderen Gründen gerne etwas ohne Fleisch essen oder sicher gehen, dass etwas z.B. keine Milch, also keine Laktose enthält. Das Wort „Vegan“ ist da eine hilfreiche Kennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln oder Gerichten, die allen, also auch denen mit ganz normalen Essensgewohnheiten, genau das erleichtert. Das mag der ein oder andere albern finden, wenn z.B. ein Apfelsaft als vegan gekennzeichnet wird. Aber wer weiß schon, dass beim Filtrierverfahren Gelatine und damit ein tierisches Produkt eingesetzt wird? Warum hat keiner darüber nachgedacht, Apfelsaft, bei dem das der Fall ist, so zu kennzeichnen, z.B. mit einem „from head to tail“-Hinweis. Das würde den Menschen, die einen solchen Ansatz wiederum toll finden, die Möglichkeit geben, sich bewusst für diesen Apfelsaft zu entscheiden. Worum es dabei geht: Egal ob Essen, Mode, Autos, sogar das Fernsehprogramm – egal was: Die Digitalisierung ermöglicht uns heute viel mehr Individualisierung dessen, was wir konsumieren. Auch hier: Wir müssen das als riesen Chance begreifen, gerade als eine so heterogene Branche, wie wir sie sind.

Wir erreichen mit solchen Kooperationen also zwei Dinge: Wir zeigen den Städtern, dass wir diese Bedürfnisse ernst nehmen und wir zeigen ihnen gleichzeitig, dass egal, welches Produkt sie heute auf dem Teller haben – alles ist ein Produkt der modernen Landwirtschaft und damit ein Produkt, das mit viel Know-how, Leidenschaft und Verantwortung hergestellt wurde.

Vermutlich unterscheide ich zu wenig zwischen denen, die „vegan“ als Nahrungsmittelkennzeichnung nützlich oder einfach trendy finden und den Tierrechtlern. Als Landwirt und Nutztierhalter habe ich ein Problem mit Tierrechtlern und ihren Forderung nach Beendigung jeglicher Tierhaltung. Diese Gruppe ist in meinen Augen radikal und lebt in der Regel auch vegan. Wie siehst Du diese Gruppe? Kann man hier so scharf trennen und unterscheiden?

Lea Fließ:
Der Anteil derjenigen, die aus welchen Gründen auch immer zwischendurch mal etwas Veganes essen wollen ist deutlich größer als der Anteil der Menschen, die ein Ende jeglicher Tierhaltung fordern. Wir bekennen uns klar zur Tierhaltung, daher kommen wir mit letzteren in diesem Punkt auf keinen gemeinsamen Nenner. Wir verweigern diesen Menschen aber nicht grundsätzlich das Gespräch.

Zum Schluss noch einmal zu den Finanzen: Wenn ihr ein 10x so großes Budget hättet- Was würde das Forum mit diesem Geld anstellen?

Lea Fließ:
Das ist eine sehr verlockende Frage, wir sprechen dann ja von 30 Millionen Euro… Vielleicht könnten wir dann anfangen, Schaubauernhöfe oder Landwirtschafts-Showrooms inmitten der Großstädte zu bauen, auf denen wir Städtern moderne Landwirtschaft zeigen und mit ihnen gemeinsam diskutieren und weiterentwickeln könnten. Damit könnten wir deutlich mehr Städter erreichen, als wenn wir versuchen, diese auf die Höfe selbst zu bringen, um ihnen dort Landwirtschaft näher zu bringen. Allerdings sind wir sehr erfolgreich damit, dass wir uns überlegen, was wir mit dem Budget, das wir zur Verfügung haben, alles erreichen können, statt darüber nachzudenken, was wir mit dem doppelten oder sogar zehnfachen Budget anstellen würden.

Herzlichen Dank, Lea, für die Zeit, die Du für dieses Interview geopfert hast!


Shownotes:

Bildnachweis: jeweils „Forum Moderne Landwirtschaft“

3 Gedanken zu „Interview mit Lea Fließ, Forum Moderne Landwirtschaft

  1. Ein sehr Interview. Ich war gestern auf einem Milchviehbetrieb bei Pinneberg (Hauke Pein), der im Jahr 50.000 Besucher durch seinen Stall führt. Der Eintrittspreis 2,50 €. Besucher sind vor allem Schulklassen und junge Familien.
    Beim Lesen des Interviews habe ich mir die Frage gestellt, an wieviel Prozent der Bevölkerung sich die Arbeit des FML wohl richtet? Mein persönlicher Eindruck: an das hippe Völkchen in Prenzlauer Berg.

  2. Klasse Beitrag
    Ich habe das Forum als Agrar Scout kennen gelernt und seit der zeit bin ich im Netz unterwegs und denke es ist noch viel zu tun um den Verbraucher uns ,den Landwirten wieder ein stück näher zu bringen.

  3. „Die Landwirtschaft, wie sie heute ist, wird so von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert.“

    Wer ist denn hier mit „Gesellschaft“ gemeint? Und: Auf welche Datenbasis stützt sich diese These? Wenn in Umfragen Menschen angeben, dass sie mehr Geld für Tierwohl-Fleisch ausgeben wollen, sind diese Angaben meistens auf methodische Grundprobleme in der empirischen Sozialforschung zurückzuführen. Das Phänomen heißt „Soziale Erwünschtheit“ – Menschen neigen dazu, so zu antworten, wie sie glauben, dass es von ihnen erwartet wird. Je mehr die gestellten Fragen in den Medien moralisch aufgeladen werden, desto krasser ist die Verzerrung. Wenn ich mit den Leuten spreche, kann ich keine große Unzufriedenheit feststellen, eher Kopfschütteln über das Kopfzerbrechen, das wir Bauern uns machen.

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