Öffentlichkeitsarbeit ist nichts für mich!

Logo von Ageliter DeernIch ärgere mich immer, wenn ich von Berufskollegen höre, dass Öffentlichkeitsarbeit nichts für sie sei oder sie keine Zeit dazu hätten.
Ebenfalls höre ich oft: „Öffentlichkeitsarbeit muss der Bauernverband machen…“
Nein, das muss der Bauernverband nicht machen!
Dafür ist die Landwirtschaft viel zu unterschiedlich: ökologisch oder konventionell, Ackerbau oder Sauenhaltung, Melkroboter oder Melkkarussell, Fendt oder John Deere. Die Liste kann unendlich lang weitergeführt werden.
VW und Mercedes machen ihre Öffentlichkeitsarbeit ebenfalls selber und geben die nicht an den Automobilverband ab. Jedes Unternehmen muss sich bewusst sein, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit ist. Mit der Öffentlichkeitsarbeit platziert sich das Unternehmen in der Öffentlichkeit. Teilweise vermischt sich dies mit dem Marketing.
Wir Landwirte sind doch auch Unternehmer oder etwa nicht?

Öffentlichkeitsarbeit kostet Geld

Agnes Greggersen kümmert sich liebevoll um ein kleines Kälbchen
Agnes Greggersen

„Aber Öffentlichkeitsarbeit kostet nur Geld!!! Also welchen Sinn hat es????“
Ich habe neulich meinen Kommilitonen den Sinn von Öffentlichkeitsarbeit erklären müssen: es ist für mich und mein Unternehmen!
Ja, es kostet Geld und Zeit!
Aber ich habe doch einen Mehrgewinn, wenn ich leichter Angestellte finde, wenn ich weniger Stress mit meinen Nachbarn habe, wenn sich keine Bürgerinitiative gegen meinen Stallbau gründet. Ich könnte noch viel mehr WENN‘s anführen, aber denn werde ich heute nicht fertig…
Bei mir vermischt sich die Öffentlichkeitsarbeit teilweise mit dem Marketing. Ich möchte auf meiner Ferienhofseite die Kunden an mein Unternehmen binden und erzähle gleichzeitig, was auf unserem Hof los ist.
Meine Gäste möchten wissen, was bei uns los ist. Also warum nicht auch die Kunden vom Hofladen oder der Milchtankstelle oder vom Obsthof, oder, oder, oder.

„Immer diese negative Berichterstattung in der Zeitung! Aber unser Nachbarhof hat einen Leserbrief geschrieben.“
Einige Landwirte schimpfen über die negative Berichterstattung. Da kann es auch helfen, einen Leserbrief zu schreiben. Auch Leserbriefe schreiben, gehört mit zur Öffentlichkeitsarbeit. Wenn ein Leserbrief bei der Zeitung ankommt, wird die sich nicht viel dabei denken. Bei einer Vielzahl an Leserbriefen sieht das schon anders aus…

„Da demonstrieren Kinder gegen Massentierhaltung! Wir müssen dabei etwas machen! Aber ich habe keine Zeit!“
Ja! Wir müssen dabei etwas machen! Aber wer ist denn wir, wenn du keine Zeit hast? Öffentlichkeitsarbeit kann helfen. Am besten fangen wir direkt vor unserer Haustür an.
Ladet doch einfach mal die örtliche Schule oder den Kindergarten ein!

„Aber für mich ist das nichts…“

„Schön, dass du Öffentlichkeitsarbeit machst, aber für mich ist das nichts!“
Danke für das Kompliment. Aber warum ist das nichts für dich? Du musst es ja nicht in der Intensität machen wie ich. Ich weiß, dass die sozialen Medien nicht für jeden etwas sind, aber die Öffentlichkeitsarbeit ist so vielseitig und vielfältig. Dazu gehören Hofbesichtigungen, Urlaub auf dem Bauernhof, die Leserbriefe, der Tag des offenen Hofes, WhatsApp-Gruppen mit den Nachbarn, das Einladung von Kindergarten und Schule, eine Homepage, die Soziale Medien, das Gespräch auf dem Dorffest, die Aktivität im Gemeinderat oder Feuerwehr. Es gibt so viele Möglichkeiten!!!
Notfalls unterstützt jemanden, der es macht, aber weißt nicht immer die Verantwortung von euch ab!

15 Minuten am Tag

Wenn ich 15 Minuten am Tag oder 1,5 Stunden in der Woche in Öffentlichkeitsarbeit investiere, kann ich schon eine Menge erreichen. Es geht hier um mich und mein Unternehmen, sozusagen ist es auch eine Investition in die Zukunft!
Wenn jeder von uns ein bisschen macht, erreichen wir eine Menge!

Ja, ab und zu schwindet auch meine Motivation, wenn ich immer und immer wieder diese ganze negative Berichterstattung und diese „Alternativen-Faken“ höre!
Dann sehe ich mir meine Handybilder an und weiß, dass Landwirtschaft so schön ist und ich sie unbedingt mit anderen teilen möchte.
Ich möchte es niemanden verübeln, dass er oder sie nicht weiß, wie es ist, mit einer Kuh zu kuscheln, morgens bei der Arbeit den schönen Sonnenaufgang zu sehen, das Brummen des Treckers zu hören oder die Liebe der Tiere zu spüren.

BITTE! WACHT ENDLICH AUF! Werdet euch bewusst, wie wichtig Öffentlichkeitsarbeit ist. Lange genug haben andere es für uns übernommen. Es wird Zeit, dass wir selber das Bild der Landwirtschaft definieren!

Liebe Grüße
Agnes Greggersen

www.ferienhof-greggersen.de
www.facebook.com/FerienhofGreggersen
www.facebook.com/AngeliterDeern
@AgnesGreggersen

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*