Schlagwort-Archive: Landwirtschaft

Probleme auch vor der Kamera offen ansprechen

Podiumsdiskussion zum Thema Medien und Landwirtschaft

(PM) Der Verein Tierhaltung modern und transparent e.V. veranstaltete am vergangenen Dienstag an der Hochschule Osnabrück eine Podiumsdiskussion. Nach zahlreichen kritischen Berichten über die Tierhaltung in Sendungen, wie Panorama und Co. stand das Thema Medien und Landwirtschaft im Fokus der Diskussion.

Die Referenten: Gerhard Schmidt, Karin Schnitker, Thomas Fabry, Oda Lambrecht, Thomas Ostendorf (v.l.n.r.) (c) TMT e.V.
Die Referenten: Gerhard Schmidt, Karin Schnitker, Thomas Fabry, Oda Lambrecht, Thomas Ostendorf (v.l.n.r.) (c) TMT e.V.

Zur Veranstaltung eingeladen hatte der Verein Oda Lambrecht (freie Journalistin), Gerhardt Schmidt (Medien-Coach) und Thomas Ostendorf (Landwirt). Die Moderation wurde durch Prof. Dr. Karin Schnitker der Hochschule Osnabrück übernommen.
Die freie Journalistin Frau Lambrecht betonte, dass der Dialog zu den Landwirten auch außerhalb der Berichterstattung wichtig sei. „Journalisten wollen Landwirte nicht durch den Dreck ziehen. Probleme auch vor der Kamera offen ansprechen weiterlesen

Ohne Bauern kein Wacken Open Air

Wacken_2016_HeaderMorgen beginnt das legendäre Heavy-Metal-Festival in Wacken.
75000 Besucher werden auf dem über 200 ha großen Festspielgelände rocken, feiern und campen. Ohne Bauern wäre das alles nicht möglich, sagte der Bauer Uwe Trede vor einigen Jahren der Frankfurter Rundschau:

aus der FR (2010)
aus der FR (2010)

Ich wünsche allen, die in Wacken -in welcher Form und Funktion auch immer- dabei sind, ein geiles Festival! 🙂

Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten

Es gibt wieder Neuigkeiten von Andreas von Tiedemann, Professor für Pflanzenpathologie aus Göttingen!

snap_vTiedemann_fernsehkritiktvDem regelmäßigen Leser dieses Blogs ist er bereits im Oktober positiv aufgefallen, als er die Berichterstattung von PlusMinus zum Thema Pestizide in einem offenen Brief scharf kritisierte. Dieser offene Brief wurde für einen ausführlichen Beitrag bei Fernsehkritik.tv aufgegriffen. Wirklich sehenswert- Herr von Tiedemann kommt dort ausführlich zu Wort.

Aber nicht nur das. Er verfasste zusätzlich auch einen Beitrag, der auf den Internetseiten des Deutschen Arbeitgeberverbandes veröffentlicht wurde. Ich bin ihm wirklich dankbar für diese Worte:

„Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten“

deutscherarbeitgeberverband_logoDie Sorgen um den Wirtschaftsstandort Deutschland angesichts von Technologiefeindlichkeit betreffen nicht nur die Industrie sondern in ganz besonderem Maße auch die Landwirtschaft. Mehr noch als die industrielle Produktion hat die Landwirtschaft mit ihrer Aufgabe der Ernährungssicherung eine unmittelbare Funktion in der Sicherstellung unserer essentiellen Lebensgrundlagen. Deshalb erscheint es so unverständlich wie eine Gesellschaft gerade diejenigen Technologien so kritisch sieht, ja ablehnt, die zu dem in der Geschichte der Menschheit bislang einmaligen Grad an Ernährungssicherheit geführt haben, den wir alle heute genießen.

Der Grund hierfür liegt prekärerweise im Erfolg der modernen Landwirtschaft selbst. Die Einführung moderner Methoden der Pflanzenproduktion, die in Europa und anderswo in den letzten fünf Jahrzehnten zur Vermehrfachung der Erträge in den wichtigsten Nahrungskulturen wie Mais, Reis und Weizen geführt haben und der entscheidende Grund dafür ist, dass in diesem Zeitraum der Pflug mit dem Storch Schritt halten konnte (siehe Tabelle), hat das Thema Nahrungsmittelknappheit in den entwickelten Ländern völlig aus dem Bewusstsein verdrängt. Der ungeheure Fortschritt in der Landwirtschaft durch Einführung besserer Anbautechnologien wird kurioserweise gerade durch den daraus resultierenden Erfolg mit der Ignoranz der davon Begünstigten bestraft. Die moderne Landwirtschaft hat – zumindest für den entwickelten Teil der Menschheit – ein solches Maß an Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln erreicht, dass dieser nicht mehr als außerordentliche Leistung sondern als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird. Die dramatische Folge für die Landwirtschaft ist, dass der Zusammenhang dieser komfortablen Wohlfahrtssituation mit den dafür notwendigen modernen Landbautechniken nicht mehr hergestellt wird. So kurios das klingt, eine weniger erfolgreiche Landwirtschaft, die immer wieder Knappheiten in der Versorgung herbeiführen würde, würde sich einer weitaus höheren Anerkennung erfreuen und müsste sich als Technologie nicht für Ihren Erfolg rechtfertigen.

vtiedemann_getreideproduktion

Das mangelnde Bewusstsein für den eigentlichen Ursprung unseres Ernährungswohlstands ist auch ein mangelhaftes Geschichtsverständnis. Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten weiterlesen

Das kann ins Ohr gehen

2015-Plakat-Werbekampagne-ffnMit einer Image-Kampagne beim niedersächsischen Radiosender „radio ffn“ sind die Landvolkverbände aus den Landkreisen Cloppenburg und Oldenburg sowie dem Emsland und der Grafschaft Bentheim gestartet. Die drei Verbände repräsentieren rund 13.000 landwirtschaftliche Betriebe im Nordwesten des Landes Niedersachsen. Sie haben sich für eine Kampagne mit Radio-Spots entschlossen, weil das Medium Radio neben den Tageszeitungen die meisten Menschen erreicht.

Mit insgesamt fünf verschiedenen Funk-Spots zu unterschiedlichen Themenbereichen sind die Landvolkverbände am 21. September 2015 bei „radio ffn“ auf Sendung gegangen. Die Spots werden zunächst bis Weihnachten 2015 ausgestrahlt. Mit den Radiobeiträgen wollen die Landwirte auf humorvolle Weise Aufmerksamkeit erzeugen. Dazu haben sie die Comedy-Künstlerin Sabine Bulthaup aus Wiedenbrügge bei Hannover gewinnen können. Sie ist einem großen norddeutschen Publikum u.a. aus den Auftritten des Duos „Frieda und Anneliese“ mit dem Comedian Dietmar Wischmeyer bekannt.

Mit einem Klick auf das Plakat lassen sich auf der Webseite „eure-landwirte.de“ alle fünf Werbespots anhören. Zusätzlich sind zu jedem Themenbereich auch einige Informationen zu finden. Klickt Euch rein!

Landwirte unter Generalverdacht

Spelle (VEL). Stoppt den Generalverdacht gegenüber Landwirten – das forderten die rund 150 Teilnehmer des Agrar-Forums in Spelle von Politik und Gesellschaft. Hintergrund sind die immer schärfer werdenden Auflagen, die gerade landwirtschaftliche Familienbetriebe vor immer größere Herausforderungen stellen. Organisiert wurde das Forum von den landwirtschaftlichen Ortsvereinen Lünne, Schapen und Spelle.

Rund 150 Teilnehmer diskutierten über steigende Auflagen in der Landwirtschaft. (c) Knoll, VEL
Rund 150 Teilnehmer diskutierten über steigende Auflagen in der Landwirtschaft. (c) Knoll, VEL

Norbert Meyerdirks, Vorsitzender des Ortsvereins Spelle, verdeutlichte die hohe Wirtschaftskraft der Landwirtschaft: Obwohl 40 % der Arbeitsplätze in der Region direkt oder indirekt an der Landwirtschaft hängen, sieht sich die Branche einer immer schärferen Kritik ausgesetzt. Und obwohl Deutschland die höchsten Tierschutzstandards von allen großen Agrarnationen weltweit hat, stehe gerade die moderne Tierhaltung mehr denn je im Fokus.

Wünschen sich mehr Wertschätzung für die moderne Landwirtschaft: Norbert Meyerdirks, Bernard Krone, Christina Schulze-Föcking, Gerhard Wintering und Hermann Hermeling (v.l.n.r.).  (c) Knoll, VEL
Wünschen sich mehr Wertschätzung für die moderne Landwirtschaft: Norbert Meyerdirks, Bernard Krone, Christina Schulze-Föcking, Gerhard Wintering und Hermann Hermeling (v.l.n.r.). (c) Knoll, VEL

Christina Schulze-Föcking, Landtagsmitglied der CDU in Nordrhein-Westfalen, ist enttäuscht von dem Bild, das Politik und Medien über die moderne Landwirtschaft zeichnen. Landwirtschaftliche Betriebe seien alles andere als Fabriken. Im Gegenteil: Landwirte leisten auf ihren Höfen mehr als einen „acht Stunden Job“. In politischen Debatten vermisst sie das richtige Augenmaß: „Das Verhältnis Mensch-Tier passt nicht mehr“, so die gelernte Landwirtin. Landwirtschaft sei kein Hobby, sondern müsse ein angemessenes Einkommen ermöglichen. Bevor jedoch neue Auflagen geschaffen werden, müsse die Machbarkeit geprüft werden. Ansonsten würden immer mehr Betriebe auf der Strecke bleiben. Landwirte unter Generalverdacht weiterlesen

Bundestagskandidatkandidat

Morgen Abend wird in Lingen der Nachfolger von Hermann Kues, der bereits seit Jahren den Wahlkreis Mittelems (Grafschaft Bentheim; Altkreis Lingen und Teile des Altkreises Meppen) im deutschen Bundestag vertritt, gewählt. Genauer gesagt dürfen die Mitglieder der CDU den Bundestagskandidaten wählen, der für ihre Partei dann in den kommenden Bundestagswahlkampf zieht und bei erfolgreicher Wahl den Wahlkreis als Direktkandidat vertritt.

Die Bundestagskandidatkandidaten für die CDU im Wahlkreis Mittelems: Martin Reekers (42), Albert Stegemann (36), Georg Hennekes (56) und Franz-Josel Evers (45) – (von links nach rechts) — (c) Carten van Bevern, Lingener Tagespost vom 27. 9. 2012

 In insgesamt 4 abendlichen Vorstellungsrunden haben die Kandidaten sich den CDU-Mitgliedern präsentiert und ihre politischen Ziele vorgestellt. Dabei teilen sich  zwei Kandidaten wohl die Favoritenrolle: Der Salzbergener Evers und der Landwirt Albert Stegemann aus der Grafschaft Bentheim, die beide bei der Vorstellungsrunde in Lingen-Estringen am überzeugendsten rüber kamen. Auch die Lingener Tagespost kommt in ihrer Beurteilung zum gleichen Ergebnis (hier der Zeitungsbericht).

Albert Stegemann überraschte in Estringen viele Anwesenden durch seinen unverkrampften und spontanen wirkenden Auftritt und überzeugte mit guten, klar formulierten Argumenten und seiner Schlagfertigkeit.

Ein junger, dynamischer Landwirt hat also realistische Chancen auf eine Bundestagskandidatur im kommenden Jahr. Das kann ich als Landwirt nur gut heißen! Ich forderte ja schon länger meine Berufskollegen auf, sich in der (Kommunal-)Politik zu engagieren (siehe Aufruf vom 24.2.´11). Jetzt bietet sich die seltene Chance, dass mein heimischer Wahlkreis durch einen aktiven Landwirt in Berlin vertreten wird!

Doch wie hoch sind die Chancen Stegemanns einzuschätzen, die Urwahl am morgigen Mittwoch für sich zu entscheiden?

Sein wohl größter Mitbewerber, Franz-Josef Evers aus Salzbergen, kann wahrscheinlich viele Stimmen seines CDU-Kreisverbandes Lingen auf sich vereinigen. Dabei ist der Lingener Verband etwa doppelt so mitgliederstark wie der Grafschafter und auch Meppener Kreisverband.

Allerdings gibt es mit Martin Reekers aus Spelle einen weiteren Bewerber aus dem Lingener Verband. Somit könnte Reekers Evers wichtige Stimmen wegnehmen. Stegemann ist offizieller Kandidat der Grafschafter CDU und dürfte einen Großteil seines Kreisverbandes hinter sich stehen haben. Somit könnte es auf die Meppener Stimmen ankommen. Für mich ist das von der Ferne schwierig einzuschätzen, wie stark die Meppener ihren Kandidaten, der mich in der Vorstellungsrunde nicht überzeugen konnte, unterstützen und welcher der zwei Favoriten aus den Nachbarverbänden in Meppen am Besten ankommt.

Es wird auf jeden Fall spannend werden. Wer schafft den nächsten Schritt vom Bundestagskandidatkandidat zum offiziellen CDU-Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Mittelems? Wer wird in die zugegebener Maßen großen Fußstapfen des Dr. Hermann Kues treten, der seit 1994 erfolgreich für seinen Wahlkreis in Berlin polititisch gewirkt hat? Dabei drücke ich ausdrücklich dem Milchbauern Stegemann aus Ringe die Daumen- auch wenn ich mit Evers auch sehr gut leben kann, denn auch er würde ein starker Anwalt für unsere Region sein, da bin ich mir sicher!