Schlagwort-Archive: Barbara Hendricks

„Übernehmen Sie Verantwortung“

Offener Brief an Ministerin Dr. Barbara Hendricks

Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt und Bau.

Unter der Federführung von Susanne Günther (schillipaeppa.net) schreiben die Agrarblogger von www.blogagrar.de und www.bauerwilli.com einen offenen Brief an die Bundesumweltministerin Hendricks. Anlass ist ein Treffen des Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Nahrungs- und Futtermittel (PAFF) am 19. Juli zu einer erneuten Diskussion über Glyphosat.

Hier der volle Wortlaut:

„Sehr geehrte Frau Dr. Hendricks,

topagrar.com meldet, dass Ihr Haus weiterhin einer EU-Neuzulassung des Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat nicht zustimmen will. Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums bestätigte diese Information auf Twitter mit den Worten: „Mehr Negative #Glyphosat-Wirkungen auf Pflanzen, Tiere & Nahrungsnetze auf den Ackerflächen sind gut belegt. Unsere Haltung ist daher unverändert.“

Ich kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. In früheren Twitter-Dialogen mit Maria Krautzberger, der Präsidentin des Umweltbundesamtes, oder mit Jochen Flasbarth, dem Staatssekretär Ihres Hauses, wurde als Beleg stets auf eine Arbeit verwiesen, die im Auftrag des UBA erstellt worden ist. Es handelt sich dabei um die Veröffentlichung Jahn, Hötker et al. 2014: „Protection of biodiversity of free living birds and mammals in respect of the effects of pesticides“. Ich habe mir diese Literaturstudie angesehen und musste feststellen, dass darin keine konkreten Hinweise vorkommen, dass ausgerechnet Glyphosat die Biodiversität in der Agrarlandschaft beeinträchtigt. Es geht in der Arbeit generell um die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln, das Wort „Glyphosat“ bzw. „glyphosate“ kommt auf den mehr als 500 Seiten gerade einmal 17-mal vor. Meine Quellenkritik habe ich in meinem Blog detailliert beschrieben:  “Nachgehakt: Glyphosat und Biodiversität”. „Übernehmen Sie Verantwortung“ weiterlesen

Ode an das böse Bäuerlein*

Liebe Anita,

in dem hier verlinkten offenen Brief bzw. dem dazugehörigen Video behauptest Du, Ihr Landwirte seid Menschen.

Fast drei Jahre bin ich jetzt zum Thema konventionelle Landwirtschaft auf Sendung, bei Facebook, SPON, der SZ, der ARD; bei Greenpeace und dem BUND. Und wie sie alle heißen.

Liebe Anita,
werte Landwirte,

stellt Euch endlich den Tatsachen: Ihr seid Brunnenvergifter, Tierquäler und Umweltsünder. 80 Millionen Stadtbewohner, Stadtrandbewohner, SUV-Fahrer und Umweltschutz-Aktivisten sowie zahlreiche Politiker und viele Journalisten können einfach nicht irren.

Nanana, höre ich Protest? Müsst Ihr immer so kleinkariert Verbraucher- und Journalisten- und NGO- und Politikeraussagen zerpflücken? Und dann auch noch was von Ausbildung, Berufserfahrung und so hüsteln? Meinung und Haltung schlagen Expertise, Meinung und Haltung schlagen Tatsache, aber mit Schmackes. Isso. Dann Eure Proteste gegen die Bauernregel-Plakataktion von Ministerin Barbara Hendricks aus dem Bundesumweltministerium. Wie konntet Ihr nur so frech sein und Euch bis ins Mark verletzt fühlen? Landwirte haben keine Gefühle.

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Live- Ticker vom Zukunfsdialog

Heute (30. Mai) findet in Berlin der 4. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung statt. Ich werde ab 10 Uhr über meinen Twitteraccount (@blogagrar) berichten.

Ich bin schon voller Vorfreude, denn das Programm ist in diesem Jahr wirklich gut und die Podien hochkarätig besetzt. Unter anderem sind

  • Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
  • Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks
  • stellvertrender Bundesvorsitzender der FDP Wolfgang Kubicki
  • Bauernpräsident Joachim Rukwied
  • Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW)
  • Philosoph Richard David Precht

dabei. Weiter bin ich natürlich auch gespannt, wen ich von meinen Bekannten dort in der Kalkscheune (dem Veranstaltungsort) treffen werde.

Also bis gleich, ab 10 Uhr gibt es den Live-Ticker auf Twitter. Hashtag ist #zdae17

Barbara trifft Barbara

Und noch ein toller Zeitungsartikel über eine richtig gute Dialogveranstaltung:

Umweltministerin Barbara Hendricks besucht einen modernen Milchviehbetrieb (von Michael und Anita Lucassen) und trifft dabei die älteste Kuh des Betriebes, die zufällig auch den namen Barbara trägt.

(c) nwz, Hans Passmann

Anita Lucassen ist eine der Protagonist(inn)en von der Videoplattform MyKuhTube und hatte die Ministerin mit diesem Video zum Besuch und zum Dialog aufgerufen: Klasse! 🙂 Barbara trifft Barbara weiterlesen

Hendricks erwägt wechsel zu den Grünen!

Da bahnt sich noch vor den Bundestagswahlen eine kleine Politiksensation an: Wie Spiegel-Online gestern berichtete, führt die Parteispitze von Bündnis90/die Grünen bereits seit Anfang des Jahres Gespräche mit Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) über einen Wechsel der Parteimitgliedschaft.

Die Lust an der großen Koalition ist ihr vergangen: Barbara Hendricks;  (c) Bayrischer Rundfunk

Laut dem Bericht von Spiegel-Online reagiert Hendricks Parteikollege und Fraktionsvorsitzender der SPD, Thomas Oppermann, gelassen:

„Ich höre zum ersten Mal davon und kann mir nicht vorstellen, dass sie zu den Grünen wechselt. Schließlich ist es nicht auszuschließen, dass sie sich dann nach den Bundestagswahlen in der außerparlamentarischen Opposion wiederfinden wird.“

Hendricks versteht die Aufregung um ihre Person nicht:

„Mein Herz schlägt grün, bisher gibt es aber nur Gedankenspiele. Und die Gedanken sind schließlich frei. Das gilt hoffentlich auch für Ministerinnen. Im übrigen gibt es nichts Neues zu verkünden.“

Grünen-Chefin Peter gibt eher nur Allgemeinplätze zur Causa Hendriks von sich:

Frau Hendricks würde sehr gut in meine Partei passen. Der Vorstand von Bündnis90/die Grünen würden Frau Hendricks sehr freundlich begrüßen, wie wir auch jedes andere neue Mitglied freundlich begrüßen würden.!

Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär…

Liebe Frau Bundeskanzlerin,

1,6 Mio Euro Steuergelder hat Frau Hendricks für eine widerliche und unseren gesamten Berufsstand diffamierende Plakat Aktion ausgegeben. Frau Hendricks rechtfertigt diese Aktion damit, dass sie mit uns Landwirten in den Dialog treten möchte. Deshalb werden 70 Städte plakatiert, mit Plakaten, die uns Landwirte ins Lächerliche ziehen und unsere Arbeit mit Vorurteilen und Halbwahrheiten diskreditiert.

Am Freitag forderte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) eine Entschuldigung seiner Kollegin. Nun folgt die Antwort von Seiten des Umweltministeriums: wir sind schlichtweg zu doof, die neuen Bauernregeln zu verstehen. Na bitte. Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär… weiterlesen

miese Stimmung wegen Bauernregeln

Der ein oder andere hat nach dem Beginn der umstrittenen Bauernregel-Kampagne durch das Umweltministerium auch von mir das ein oder andere Wort hier im Blog erwartet. Was denke ich zu dem Treiben (oder soll ich besser Treibjagd sagen?) das die Umweltministerin Hendricks gegen die deutschen Landwirte los getreten hat?

Ich bin ehrlich und muss feststellen, dass mir die passenden Worte immer noch nicht kommen mögen. Innerlich bin ich sehr tief getroffen. Habe mir nicht vorstellen können, dass staatlich finanzierte Kampagnen aus deutschen Ministerien gegen kleine Bevölkerungsgruppen bzw. Minderheiten gestartet werden könnten.

Nach dem Tiefschlag durch den Erzbischof von Berlin, ist das schon die zweite Profilierung auf Kosten der vielen Bauern in Deutschland in kürzester Zeit. Von NGOs bin ich so etwas gewohnt. Für viele NGOs ist es in den vergangenen Jahren zum Volkssport geworden, irgendwelche Kampagnen, die auf Halbwahrheiten und Pauschalurteilen gebaut waren, gegen die industrialisierte Landwirtschaft bzw. Massentierhaltung vorzugehen. Mit Erfolg, denn zumindest die Spendeneingänge haben (auf den Kontoauszügen der NGOs) positives bewirkt. Dass die Kampfbegriffe der Massentierhaltung und Agrarindustrie nicht näher definiert werden ist da nebensächlich, denn auf Nachfrage wird ja immer das „System“ gemeint. Getroffen werden aber in aller Regel die eher kleinen, bäuerlichen Familienbetriebe- und jetzt aktuell mit der Hendicks-Kampagne explizit auch unsere Kinder. miese Stimmung wegen Bauernregeln weiterlesen

Staatsreform?

Seit etwa zwei Jahren nimmt der Druck auf die Landwirtschaft merklich zu und dies nicht nur von privaten Organisationen (“Nicht – Regierungsorganisationen“ wie Peta, Nabu und BUND usw.), die mit einem ideologischen Hintergrund argumentieren, sondern neuerdings auch von vielen Regierungsteilen.

Amos Venema
Amos Venema

Der Wahlkampf nimmt merklich Fahrt auf. Das Thema Landwirtschaft wird hierbei zur ideologischen “Spielwiese“ quer durch die Parteien. Ein ganzer Berufsstand und damit auch ein ganz entscheidender Teil des ländlichen Raumes wird genutzt, um seinen individuellen Phantasien frei Lauf zu lassen – mit dem Ziel, die eigenen Ziele oder Person durchzusetzen. Der ländliche Raum soll sich nur auf Umwelt – und Naturschutz beschränken und damit von der Prosperität-Entwicklung der Ballungsräume weiter abgehängt werden.
Oft aus gesicherter Einkommensposition erwartet der Verfasser solch vermeintlich spannender Ideen, dass ich als Landwirt ihm noch dankbar bin und jubele, wenn ich dann auch noch auf Einkommen verzichten soll. Ich habe einmal ein paar dieser Auswüchse zitiert:

  • Der Maisanbau hat laut Umweltministerium Schuld an der Flutkatastrophe im Süden der Republik.
  • Umweltministerin Hendricks will Kühen das Furzen verbieten (deutsche – Wirtschaftsnachrichten vom 23.08.2016)
  • „Um es frei heraus zu sagen: Die heute vorherrschende Form der Landwirtschaft ist leider ein Problem für die Natur. Der Indikator für Artenvielfalt und Landschaftsqualität hat sich gerade im Agrarland deutlich verschlechtert, er ist auf den bisher tiefsten Wert abgesunken.“ (Zitat Hendricks Naturschutzoffensive 2020)
  • Im Katastrophenfall will die Regierung die Ernte und Höfe der Landwirte beschlagnahmen können, um die Ernährung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Als betroffener Landwirt stelle ich mir mittlerweile die ernsthafte Frage:

Stehen wir vor einer Staatsreform? Staatsreform? weiterlesen

Politik muss Nein zu Glyphosat sagen?

In einem aktuellen Kommentar fordert Claudia Plaß von NDRinfo ein NEIN zu Glyphosat.

Meine Antwort stelle ich hier mit einigen ndr_info_glyphosat_plassZusatzinformationen online:

Sehr geehrte Frau Plaß,
Sie fordern in Ihrem Kommentar eine schonende Bodenbearbeitung. Vielleicht sollten Sie wissen, dass die konservierende Bodenbearbeitung ohne Unkrautregulierung per Glyphosat nur schwer umzusetzen ist. Das Gegenteil wird mit einem Verbot bewirkt. Es wird wieder vermehrt gepflügt werden, die Intensität der Bodenbearbeitung wird wieder zunehmen. Die Folge wird dann

  • vermehrte Bodenerosion durch Wind und Wasser
  • Abbau der organischen Substanz (verschlechtert auch die CO2-Bilanz)
  • Reduzierung des Bodenlebens
  • schlechtere Wassernutzungseffizienz wegen höherer Verdunstung
  • Ausweichen auf neue, wenig getestete Herbizid-Cocktails sein.

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