Schlagwort-Archive: Dürre

Nein, Sie leben nicht vegan, Herr Ulrich!

Screenshot Zeit Online
Da steckt immer Schwein drin. #isso

Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der Zeit, is(s)t seit einem Jahr vegan. Sein privates Jubiläum hat er kürzlich öffentlich gemacht: „Wie es ist, Tiere nicht mehr zu benutzen“. Die Leserschaft des ZEITmagazins (32/2018) durfte Einblick nehmen in sein neues Leben; die Wandlung hatte es gar zur Titelgeschichte geschafft. All dies in völliger Unkenntnis der Tatsache, dass der Veganismus eine Mission Impossible ist. Außerdem ist er unethisch. Aber dazu später.

Am 1. August wandte sich Ulrich mit folgendem Tweet an die Öffentlichkeit:

Screenshot Tweet
Schont Ulrich seine fleischessende Leserschaft? (https://twitter.com/berndulrich/status/1024578952877297664?lang=de, 01.08.18)

Schonende Bemeinung? Eine gewagte Bitte. Immerhin ist der Journalist nach nur einem Jahr Veganismus bereits auf einem recht hohen Moralross unterwegs ist. Von dort teilt er kräftig aus, wie die beiden Tweets zeigen:

Zwei Tweets als Screenshot
Am 31. Juli 2018 lässt Ulrich die Welt wissen, dass Fleischesser moralische Imperialisten sind (https://twitter.com/berndulrich/status/1024360543942049792).

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Befeuert die Dürre das Höfesterben?

Oder können staatliche Dürrehilfen wirklich helfen?

Das sind Fragen, die ich mir gestellt habe und die der Professor Alfons Balmann* vom IAMO** in einem kleinen schriftlichen Interview dankenswerterweise beantwortet hat:

Hat ihr Institut Erfahrungen, Modelle, wie sich das diesjährige, außergewöhnliche Wetterereignis auf den Strukturwandel auswirkt?
Prof. Dr. Alfons Balmann
Prof. Dr. Balmann

Nur teilweise. Mit Modellen wie AgriPoliS können wir grundsätzlich einige Aspekte solcher Schocks untersuchen. Allerdings haben wir bei Modellbetrieben kein Lernen abgebildet bzw. nur rudimentär über sogenannte adaptive Erwartungen. Praktisch nutzen wir diese Möglichkeit kaum. Interessanter sind Anwendungen von FarmAgriPoliS***, bei dem wir ausdrücklich das Verhalten eines Spielers, also realer Personen abbilden und mit optimierenden Modellbetrieben vergleichen können. Hier offenbarten sich mit Blick auf Milchpreisschwankungen interessante Ergebnisse, wie etwa dass Spieler im Durchschnitt besser darin waren Verluste zu vermeiden als mögliche Gewinne zu realisieren. Es gab aber auch eine Gruppe von Spielern, die unter schwierigen Rahmenbedingungen extrem erfolgreich wirtschaftete.

Erwarten Sie einen stärkeren Strukturwandel in Folge der Dürre in Teilen Deutschlands?

Nein. Es gibt sicherlich etwas veränderte Erwartungshaltungen und zusätzliche Frustrationen bei Landwirten, die vielleicht ohnehin vor vielen Schwierigkeiten stehen. Allerdings kann die Dürre einzelne Betriebe auf dem falschen Fuß erwischen, wenn sie in den vergangenen Jahren kräftig in Wachstum oder Modernisierung investiert haben. Ich wäre allerdings vorsichtig, diesen Betrieben pauschal Managementfehler vorzuwerfen. Auch unternehmerisch kluge Entscheidung können sich im Nachhinein durch nicht zu erwartende Ereignisse als unglücklich erweisen.

Und können andere Regionen vom Unglück anderer Regionen profitieren und Höfe länger im Betrieb halten?

Kurzfristig können Regionen, die in diesem Jahr einigermaßen gute Ernten hatten, von den gestiegenen Preisen profitieren. Das ist ein einmaliger Effekt. Ich bezweifle allerdings, dass Regionen pauschal dann profitieren, wenn vielleicht einige Höfe etwas länger in der Produktion bleiben. Zum einen sollte man eine Betriebsaufgabe ebenso wie eine Gründung als unternehmerische Entscheidung sehen. Aus Sicht des Betriebsleiters und seiner Familie stellt sich in schwierigen Zeiten vor allem die Frage der Vermögenssicherung. Aus regionaler Sicht ist zu beachten, dass andere Betriebe vielleicht froh sind, wenn sie bei einer Betriebsaufgabe endlich frei gewordenen Flächen nutzen können. Diese Frage kann vor allem in solchen Regionen bedeutsam sein, in denen sich die Betriebe ohnehin gegenseitig so sehr auf den Füßen stehen, dass nur ein kleiner Teil der Betriebe mit halbwegs modernen Technologien wirtschaften kann.

Sorgt die Trockenheit dafür, dass bei Pachtmarkt wieder etwas mehr nachgedacht wird? Befeuert die Dürre das Höfesterben? weiterlesen

Thema Landwirtschaft in der Wochendämmerung

Populärer Podcast „Die Wochendämmerung“ thematisiert die Dürre und die Landwirtschaft

Bereits in der vorletzten Folge thematisierten die Moderatoren Kathrin Rönicke und Holger Klein des wöchentlichen Podcasts Die Wochendämmerung* das allgegenwärtige Thema der Dürre und die Diskussion um die Dürrehilfen.
Dabei stellte Moderator Holger Klein an die Hörerschaft die Frage, wie viel Bedeutung die Landwirtschaft eigentlich für die Versorgung der Bevölkerung hat- sprich: Wie hoch ist die Selbstversorgung eigentlich?

Audiokommentar aufgenommen

Dazu habe ich einen kleinen Audiokommentar aufgenommen, der in der aktuellen Wochendämmerung Nr. 157 gesendet wurde.

Das Thema wird Landwirtschaft wird bereits am Anfang behandelt. Ab Minute 3:35 könnt ihr meine Antwort hören.

Snapshot von "die Wochendämmerung"
mit einem Klick gelangt ihr zum Kapitel 157 der Wochendämmerung

Meine Zahlen habe ich im Wesentlichen aus dieser Internetseite des Bundeslandwirtschaftsministeriums bezogen: https://www.bmel-statistik.de/ernaehrung-fischerei/versorgungsbilanzen/
Es lohnt sich, hier mal genauer sich durch die Statistiken durchzuklicken.

Gute Interaktion

Auch  mein Hinweis auf den offenen Brief von Norwich Rüße wurde in der Folge 157 berücksichtigt.
Ich bin wirklich zum Fan von Podcasts im Allgemeinen geworden und höre seit etwa einem halben Jahr auch die Wochendämmerung regelmäßig. Auch wenn ich sehr häufig die Meinung von den – nach eigener Aussage – links-grün-versifften Moderatoren nicht teile, finde ich es spannend, wie in der Landwirtschafts-fernen Großstadtwelt (hier: Berlin) gedacht wird. Es freut mich, dass ich helfen konnte und zur sachlichen Diskussion beitragen konnte.

Neue Fragen

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Ralf vs. Anton

Ralf Pauelsen antwortet auf Anton Hofreiter von Bündnis 90-die Grünen

Anton Hofreiter möchte Dürrehilfen mit Agrarwende verknüpfen

Der Staat will 340 Millionen Euro für notleidende Betriebe bereitstellen, die in Folge der langanhaltenden Dürre in Existenznot geraten sind. Anton Hofreiter kritisierte die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner dafür scharf:

Er sagte gegenüber Pressevertretern (Video habe ich weiter unten eingebunden):

Wir brauchen dringend eine Agrarwende, die auch dafür sorgt, dass unsere Böden humusreicher werden.

Ralf Pauelsen antwortet per Video

Der rheinländische Bauer und Frohnatur Ralf Pauelsen wendet sich mit einer Videobotschaft an den Fraktionsvorsitzenden der Grünen: Ralf vs. Anton weiterlesen

Mais im Dürrejahr 2018

Erntebeginn beim Mais so früh wie nie

Morgen startet bei uns im Betrieb die Maisernte. Wir werden ca. 20 Hektar Mais häckseln und einsilieren. Dieser Mais dient als Futtergrundlage für unsere Mastbullen. Der 21. August ist für uns der früheste Häckseltermin aller Zeiten.

Strip-Till-Verfahren auf einer Fläche getestet

Wir werden hauptsächlich den schlechten und mittelprächtigen Mais häckseln. Mit dabei ist eine etwa 9 Hektar große Fläche die überwiegend sandig bis sehr sandig ist. „Relativ gut“ sind für diese Fläche vielleicht 25 Bodenpunkte.

Um möglichst Boden-schonend, ohne mineralischem Dünger auszukommen und Wasser-sparend zu arbeiten, haben wir auf dieser Fläche das sogenannte „Strip-Till“ Verfahren ausprobiert. Hier wurde keine Bodenbearbeitung im Frühjahr durchgeführt. Ein paar Tage vor der Saat wurde eine „Güllewurst“ als Unterfußdünger eingeschlitzt (mit Hilfe von GPS-Satellitentechnik). Auf einen sonst üblichen Unterfußdünger haben wir aus Gründen der Düngerbilanzierung verzichtet.

Feldbesichtigung im Video

Diese Fläche habe ich mit meinem Sohn vor 10 Tagen etwas näher begutachtet.

Man kann gut erkennen, wie unterschiedlich der Mais sein kann- auf einer Fläche. Das macht es besonders schwierig, einen optimalen Erntetermin auszuwählen. Hoffentlich liege ich nicht ganz daneben. Mais im Dürrejahr 2018 weiterlesen

CO2-Reduktion? Mir doch egal! Sprach die Republik und fuhr ihr Klima an die Wand.

Wir haben Dürre. An der Dürre ist der Klimawandel Schuld. Am Klimawandel ist die konventionelle Landwirtschaft Schuld. Und jetzt lassen sich die Bauern ihr fahrlässiges Handeln auch noch bezahlen.

Wer regelmäßig und viel Zeitung liest, Fernsehen schaut, Meme betrachtet, Diskussionen in den Sozialen Medien verfolgt, kann sich des Verdachts nicht erwehren: Medien, Politik und Öffentlichkeit haben wieder mal ihren heißgeliebten Sündenbock am Wickel – die konventionelle Landwirtschaft. Und mit Dr. Felix von Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zudem ein Landwirt und Kollege. In einem Interview des ZDF-Morgenmagazins forderte er am 1. August, die Vergabe von Nothilfen an ökologische Auflagen zu knüpfen.

Warum es so hoch hergeht, erschließt sich mir nicht in einer Angelegenheit, in der man höchstens von einer Kollektivschuld reden kann. Wir alle haben es vermasselt (vorausgesetzt, es kommt wirklich so schlimm wie prophezeit). CO2-Reduktion? Mir doch egal! Sprach die Republik und fuhr ihr Klima an die Wand. weiterlesen

Langfristvorhersage: Es bleibt trocken!

Jörg Kachelmann twittert beunruhigende Wetterprognose

Nach Prognosemodell des European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) soll es bis Mitte September trocken bleiben. Ich glaube, dann wären wir wirklich einer Katastrophe sehr nah.

Der bekannte Meteorologe Jörg Kachelmann (kachelmanwetter.com) postete heute morgen folgenden Prognosefilm (bitte klicken, um den Film zu starten), der wirklich beunruhigt: Langfristvorhersage: Es bleibt trocken! weiterlesen

Detlef Flintz antwortet auf offenen Brief

Die Antwort von Herrn Flintz

Sie zeigt, dass wir in einigen Dingen aneinander vorbeireden.
Sie zeigt, dass er sich als Erzieher begreift.
Sie zeigt die Arroganz gegenüber demokratisch gewählten landwirtschaftlichen Interessenvertretern.
Sie lässt mich ratlos zurück, auch wenn es erfreulich ist, dass er geantwortet hat.

Bild vom Brief, den Detlef Flintz an Heike Müller geschrieben hat

Sehr geehrter Frau Dr. Müller,

vielen Dank für Ihre kritische Auseinandersetzung mit meinem Kommentar in den ARD-Tagesthemen vom 26. Juli und insbesondere dafür, dass es Ihnen gelungen ist, jene sachlich zu halten.
Lassen Sie mich zunächst festhalten, dass das von mir angesprochene Mitleid und die Anerkennung einer Leistung sich nicht ausschließen. Insofern zolle ich den Landwirten, die sich in einer ausgesprochen schwierigen Situation befinden, auch meinen Respekt.
Dennoch muss die Frage nach der Verantwortung für Ernteausfälle von zuge-geben dramatischem Ausmaß erlaubt sein. Und da bestätigen Sie, sehr geehrte Frau Dr. Müller, leider mein Bild einer Interessenvertreterin, die das eingetretene Drama für nahezu unvermeidlich hält – und die Notwendigkeit eines einschneidenden Wandels nicht sieht: Wenn Sie auf den aus Ihrer Sicht mit sieben Prozent niedrigen Anteil der Treibhausgas-Emissionen verweisen, soll ich dann daraus schlussfolgern, dass nur die für die Rettung des Klimas verantwortlich sind, die mehr emittieren? Und soll ich Ihre Erwähnung der Quelle – Pressemeldung Umweltbundesamt – als eine Art „Freispruch“ werten? Letzteres tue ich natürlich nicht, denn schon in einem nur wenig ausführlicheren Text erläutert dieselbe Behörde: „Die Möglichkeiten zur Senkung der Emissionen sind vielfältig und werden in unterschiedlichen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion wirksam. Neben Maßnahmen der Stickstoffeffizienz (gleicher Ertrag mit weniger Einsatz…bieten sich erhebliche Potenziale im Düngemanagement und in der Pflanzen- und Tierproduktion.“ Sie sehen, Journalisten lesen nicht nur Pressemitteilungen…

Ich kann Ihnen versichern: In den zahlreichen kritischen Reaktionen auf meinen Kommentar habe ich den Hinweis auf die „nur sieben Prozent“ nicht nur einmal vernommen, und fast immer verbunden mit einer fehlenden Bereitschaft zur Veränderung. Darüber wiederum muss man sich nicht wundern, wenn auch die Bauernspitze die entsprechende Notwendigkeit nicht sieht und demzufolge auch nicht propagiert.
Einverstanden bin ich mit dem Slogan „Evolution statt Revolution“. Allerdings haben wir beide offenbar nicht dasselbe Verständnis vom Entwicklungstempo. Die von Ihnen angesprochene Düngeverordnung mag als gutes Beispiel gelten: Zunächst wurde die Absicht einer Novellierung von vielen Bauernvertretern skeptisch beäugt, nach deren Verabschiedung in 2017 kam dann die Kritik (und zwar nicht nur an dem angeblichen zusätzlichen Bürokratieaufwand, sondern auch an den Beschränkungen der Düngung, so etwa von Ihren thüringischen Kollegen) – und jetzt ist es ausgerechnet diese Düngeverordnung, die herhalten muss als Bollwerk gegen das jüngste EuGH-Urteil und damit verbundene Forderungen nach weiteren Maßnahmen zum Gewässerschutz. Man kann es auch so formulieren: soviel Evolution wie (aufgrund des gesellschaftlichen Drucks) gerade nötig und nicht soviel wie möglich.
Diese Haltung, das Mögliche möglich zu machen, benötigen wir aber meines Erachtens. Und dafür muss man die Landwirtschaft nicht auf den Kopf stellen –auch wenn Sie meinen Kommentar so ausgelegt wissen wollen: Nur Öko-Landwirtschaft? Habe ich nicht gefordert. Und sonst helfen nur noch Hofläden und Ferienwohnungen? Habe ich nicht behauptet. Ich habe sie nur als Beispiele genutzt für Diversifizierung – und für unternehmerische Phantasie. So wie sie beispielsweise auch ein Weseler Landwirt hat, über den ich zufällig am Wochenende las, dass er nunmehr Hausboote auf einem nahegelegenen See vermietet. Den Bauernhof behält er demnach trotzdem, nur von der Milchwirtschaft hat er sich getrennt.
Sie zeigen sich solcher Diversifizierung gegenüber skeptisch und schreiben von Spezialisierung als einem ökonomischen Gesetz. Abgesehen davon, dass ich kein Freund von solchen Allgemeinplätzen bin: In jedem Fall gehört zu den ökonomischen Gesetzen, dass Unternehmen vom Markt verschwinden, wenn die Spezialisierung nicht funktioniert hat. Sie aber predigen die Spezialisierung und wenn es dann mal nicht klappt, soll der Staat herhalten – wenn ich Sie richtig verstanden habe.
Um den Bogen zurück zur Düngeverordnung – und dem zugrundeliegenden Problem des Gülleüberschusses und damit verbundener unvertretbar hoher Nitratwerte im Grundwasser vieler Regionen – zu schlagen: Ein erster evolutio-närer Schritt wäre für mich die Erkenntnis, dass es volkswirtschaftlich und um-weltpolitisch keinen Sinn macht, in einem Bundesland wie NRW mit seiner hohen Bevölkerungsdichte Hochburgen der Viehzucht zu haben, wenn der Export von Gülle wer weiß wohin erfolgen muss – weil die heimischen Flächen schon überdüngt sind. Der zweite Schritt wäre für mich, sich nicht darauf auszuruhen, dass die Düngeverordnung erst in vielen Jahren Ergebnisse zeitigen kann – sondern zur Kenntnis zu nehmen, dass viele Experten der Düngeverordnung ein Scheitern voraussagen (und wir in vielen Jahren wieder bei Null anfangen). Evolution wäre also für mich, schon jetzt darauf hinzuarbeiten, weniger Fleisch mit höherer Qualität zu besseren Preisen zu produzieren – was nicht nur in Richtung einer umweltfreundlicheren Kreislaufwirtschaft ginge und die Nitratwerte gewiss senken würde, sondern auch positive Ernährungseffekte hätte.
Ich ahne es, Sie vermuten in mir wieder einen, der die Leute per Zwangswirt-schaft zum „Vegetarier-Glück“ zwingen will, während sie auf Selbstbe-stimmung der Menschen und Marktpreise setzen. Rein vorsorglich mein Widerspruch gegen dieses Bild: Wenn man auf einem Sektor ganz gewiss ohnehin nicht von Marktwirtschaft sprechen kann, dann ist es der hochsubventionierte Agrarmarkt. Und wenn Sie kritisieren, dass es für Bioprodukte eine höhere Flächenprämie gibt, dann antworte ich: Genau dies ist angemessen, weil diese Art des Wirtschaftens weniger Umweltschäden und mithin Kosten verursacht. Denn in einem Kilo Schweinesteaks für zum Bei-spiel 5,50 Euro sind die Umweltschäden nicht eingepreist.
Wir sollten also Versuche, das Preisniveau zu heben, nicht als Gängelung und/oder hoffnungslos diskreditieren, sondern als, wie andere Länder zeigen, realistische Option, Landwirtschaft und Umweltschutz zu betreiben. Das wird nicht einfach sein, ich weiß. Aber mit Funktionärinnen und Funktionären, die ihren Mitgliedern so wenig Notwendigkeit zur Veränderung signalisieren – und den Versuch, höhere Preise zu erzielen, nicht als evolutionär sondern als revolutionär ansehen – wird es noch schwerer. Unnötigerweise.
Ich würde mich freuen, würden Sie auch diese Zeilen in den Verteiler Ihres offenen Briefes geben. Für einen weiteren Austausch stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen

Detlef Flintz


Anmerkungen:

Detlef Flintz ist Leiter Programmgruppe Wirtschaft und Recht beim WDR (Link)

Die Antwort von Detlef Flintz bezieht sich auf dem offenen Brief, den Heike Müller am 28. Juli veröffentlicht hat und der hier zu lesen ist

Hitzewelle überrollt die Landwirtschaft


Gelungener Beitrag bei ev1.tv, wie ich finde. Die landwirtschaftlichen Aufnahmen dazu wurden auf meinem Hof gedreht.
Danke an das Lohnunternehmen Vogeling und dem jungen Fahrer Florian für die Geduld. Es hat ja etwas länger gedauert.

Kurz zusammengefasst:

Die Erträge beim Getreide waren bei mir keine Katastrophe. Hitzewelle überrollt die Landwirtschaft weiterlesen