Agrarblogger Bernhard Barkmann vor der Tür des Bullenstalles, die mit einem großen Regenbogen verziert ist

Wer am lautesten schreit…

… hat nicht automatisch Recht.

von Anita Lucassen

Anita_Lucassen
Anita Lucassen

Derzeit fallen einzelne landwirtschaftliche Gruppierungen außerhalb des Bauernverbandes durch besonders lautstarkes Verhalten auf. Dadurch werden ihre Forderungen und Meinungen auch gerne und oft in den Medien berücksichtigt – wer auffällt, kommt auf’s Bild.

Dass jedoch ein Großteil der Landwirte nicht mit den Gruppierungen sympathisiert, sondern sogar ihr Verhalten und ihre Meinungen ablehnt, interessiert diese Gruppierungen nicht. Sie halten ihre militanten Aktionen selbst dann für richtig, wenn der Applaus dafür kaum vorhanden ist.

Vielmehr müssen die Landwirte, die sich offen gegen diese Gruppierungen aussprechen, davor fürchten, dass sich das aggressive Verhalten auch gegen sie und ihre Familie wendet.

Und dennoch wird es Zeit, dass sich die anderen Landwirte offen gegen dieses Verhalten der lautstarken Minderheit stellen, denn es richtet ansonsten massiven Schaden am Image der gesamten Landwirtschaft an.

Deshalb sage ich heute:

  • Ich bin es satt, als Landwirtin mit diesem aggressivem Verhalten in Verbindung gebracht zu werden.
  • Ich bin es satt, dass Vorträge von ihnen massiv gestört werden.
  • Ich bin es satt, dass Polizeischutz nötig ist und Gegenstände wie Eier, Mistforken oder sogar Schreckschusspistolen vor Veranstaltungen mit Offiziellen aus Politik und Verbänden konfisziert werden müssen.
  • Ich bin es satt, dass Pressetermine für imageträchtige Veranstaltungen auf anderen Höfen von ihnen als Plattform genutzt werden, um sich und ihre Forderungen in die Gazetten zu bringen.

Protest ist gut und wichtig, aber nicht auf diese Art und Weise, das schadet dem Image der gesamten Landwirtschaft und die Mehrheit steht nicht dahinter!

Bernhard Barkmann

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3 Comments

  1. Eine hervorragende Stellungnahme. Wenn wir nicht grundsätzlich lernen, respektvoll mit einander umzugehen, verlieren wir auf ganzer Linie. Die emotionale Belastung ist sicher bei allen hoch. Doch auch das ist kein Grund, die Regeln des Anstands zu missachten. So schaffen wir uns selber ab.

  2. Super geschrieben Anita, Du sprichst vielen aus der Seele, die sich nicht (mehr) trauen, oder die einfach nicht die richtigen Worte finden, aber genau so denken und fühlen.

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