Alle Beiträge von Bernhard Barkmann

Das Schweinesystem

Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von Foodwatch, hat am 22. September in Berlin sein Buch „Das Schweinesystem“ vorgestellt. Bei dieser Pressekonferenz durfte ich auch dabei sein. Das Video des Livestreams kann man hier nachgucken bzw. -hören.

Der ausführliche Titel lautet „Das Schweinesystem. Wie Tiere gequält, Bauern in den Ruin getrieben und Verbraucher getäuscht werden“. Das hört sich für einem konventionellen Tierhalter wie mich zunächst nach starkem Toback und einer unangenehmen Lektüre an. Und das ist sie auch, die Lektüre- unangenehm: Denn Wolfschmidt widmet sich in seinem Buch den Produktionskrankheiten bei Kühen, Schweinen und Geflügel.

erschienen im S.Fischer-Verlag
erschienen im S.Fischer-Verlag

Das Buch beginnt mit der gutachterlichen Feststellung des wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik, dass die Haltungsbedingungen für Nutztiere in Deutschland nicht zukunftsfähig seien. Ein wesentlicher Grund für diesen niederschmetternden Befund sind, so Wolfschmidt, die seit Jahren bekannten, aber weitgehend ignorierten Produktionskrankheiten.

Zu diesen Produktionskrankheiten hat der Autor offensichtlich gut recherchiert und aus allerlei wissenschaftlichen Studien und Veröffentlichungen eine in Kapitel zwei zusammengetragene Übersicht erstellt. So kommt der Foodwatch-Aktivist zum Schluss, dass jedes vierte Tierprodukt von einem kranken Tier stammt. Zur Erklärung möchte ich ergänzen, dass die Tiere, wenn sie geschlachtet werden, nicht akut krank sind, sondern Das Schweinesystem weiterlesen

Stalleinbrüche werden zum Volkssport

Snapshot (c) ev1.tv
Snapshot (c) ev1.tv

Nachdem Panorama/NDR den Tierechtlern von Animal Rights Watch eine nationale Bühne für ihr ungesetzliches Handeln gegeben hat, auch bei Franz-Josef Holzenkamp eingebrochen wurde, setzt die Tierrechtsorganisation PeTA nach und hat bei meinem Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann illegale Filmaufnahmen gemacht und ihn beim Veterinäramt angezeigt.

Stegemann wehrt sich und geht an die Öffentlichkeit und wird auch noch von Kommentatoren dafür kritisiert bzw. der Lokalsender ev1.tv wird kritisiert, dass er darüber berichtet.
Unverschämtheit!

 zur Facebookdiskussion bei ev1.tv: https://www.facebook.com/ev1.tv/videos/1344254818918962/

Dialog: „Wir haben es satt“-Kongress

In Berlin angekommen, aber noch unrasiert
In Berlin angekommen, aber noch unrasiert

Bin gerade in Berlin angekommen und bereite mich noch ein wenig auf den morgigen Tag vor. Denn ich bin nicht zu Erholungszwecken in Berlin. Ich habe die Ehre, morgen an einem agrarpolitischen Talk im Rahmen des „Wir haben es satt“-Kongresses teilzunehmen. Ich werde die Bewegung „Wir machen Euch satt“ hoffentlich gut vertreten.

whes_kongress_2016Ab kurz nach zehn werde ich dann mit Dr. Anton Hofreiter (Bündnis90/Die Grünen), Dr. Kirsten Tackmann (Linke), Dr. Karin Thissen (SPD), Kees de Vries (CDU) und Jochen Fritz (Wir haben es satt!) unter der moderatorischen Leitung von Frau Dr. Tanja Busse („Die Wegwerfkuh“) über verschiedene agrarpolitische Themen diskutieren.

whes_kongress_planWenn ihr noch Fragen und Anregungen für mich habt, könnt ihr sie gerne in der Kommentarzeile hinterlassen.

Drückt mir die Daumen! Bis morgen, dann werde ich mich zurückmelden!

Ob es einen Live-Stream gibt, kann ich nicht sagen. Wer zuerst einen Link kennt, der postet ihn bitte für alle hier im Blog- 😉

Diskussion um Milchtankstellen

Mal ganz schnell & kurz gebloggt:

Snapshot von Top Agrar Online
Snapshot von Top Agrar Online

Die Molkerei Ammerland sieht wegen der steigenden Zahl von Milchtankstellen die Andienpflicht ihrer Mitglieder verletzt.

Das ist doch wirklich unglaublich. Da kämpfen die Milchviehhalter ums Überleben und suchen nach Möglichkeiten, über die Runden zu kommen und die eigene Genossenschaft interveniert.

Verbraucher haben die Möglichkeit direkt beim Bauern bequem Milch einzukaufen und auch die Gewissheit, dass der Erlös zum großen Teil beim Erzeuger ankommt. Und dann wird auf diesem Wege gegen die eigenen Mitglieder vorgegangen.

Mit diesem Vorgehen hat die Ammerländer Molkerei sich in meinen Augen einen Bärendienst erwiesen.

Morgen ist RegioDay– da ist jeder eingeladen, sich über die regionale Erzeugung von Lebensmitteln zu erkundigen. Viele Milchtankstellen lassen sich hier und auch hier finden.

mein Regio-Day

rdlogo-mit-datumEs ist gar nicht mehr lange hin bis zum 1. Oktober, dem RegioDay. Auch ich bzw. wir, der Familienbetrieb, werden uns mit einer kleinen Aktion am RegioDay beteiligen:

Bei uns haben alle Interessierten die Möglichkeit ihre Äpfel zu leckerem Apfelsaft zu pressen. Dazu sollten einerseits natürlich die Äpfel mitgebracht werden, aber auch genügend Flaschen, um den anfallenden Saft abzufüllen.

Apfelsaftpressen macht Spaß!
Apfelsaftpressen macht Spaß!

Mit einer Ladung Äpfeln (ca. 10 Eimer) lassen sich ca. 40l Saft gewinnen. Wer nicht so viele Äpfel oder Flaschen hat, kann sich gerne mit Freunden oder Nachbarn zusammen tun. Das Apfelsaftpressen ist eine schöne Gemeinschaftsaktion! 🙂

An diesem Tag werden wir auch unsere eigenen Äpfel zu Saft pressen, soweit es die Zeit zulässt. Da könnten „Kleinabnehmer“ sicherlich auch mitmachen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, den Bauernhof zu besichtigen.

Ich bitte aber um eine kurze und formlose Anmeldung, damit wir den Tag besser planen können. Wartezeiten können so vermieden werden.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Messingen-Brümsel (Emsland)!

Anmeldungen und Infos unter: 0151-50749517 oder info@blogagrar.de

Familie Barkmann freut sich auf Ihren Besuch
Familie Barkmann freut sich auf Ihren Besuch

 

Miteinander reden: Oxfam

Es ist besser miteinander zu reden als übereinander. Dieses Fazit konnte eine kleine Gesprächsrunde Anfang August bei mir auf dem Hof feststellen.

In Messingen-Brümsel trafen sich zum Austausch Sebastian Bartels, Bärbel Ruhara, Erwin Schmit, Marita Wiggerthale, Bernhard Barkmann und Matthias Everinghoff
In Messingen-Brümsel trafen sich zum Austausch Sebastian Bartels, Bärbel Ruhara, Erwin Schmit, Marita Wiggerthale, Bernhard Barkmann und Matthias Everinghoff

Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam, diskutierte trotz (oder wegen) ihres Urlaubs (ihre Wurzel befinden sich im Emsland) mit Vertretern der Landwirtschaft und Landjugendlichen. Miteinander reden: Oxfam weiterlesen

Regio Day macht mit beim Tag der Regionen

Aktiv werden für die Wertschätzung von heimischen Lebensmitteln: Das ist die Idee, die hinter dem ersten Regio Day, der am Samstag, 1. Oktober 2016 stattfindet, steht. Aufmerksam machen auf die vielen Vorteile regionaler Produkte und regionaler Wirtschaftskreisläufe sowie motivieren für einen bewussten Konsum: Das ist das Ziel des bundesweiten Tag der Regionen, der rund um den Erntedanksonntag in vielen Regionen gefeiert wird.

regio-dayAnfang 2015 veröffentlichte Willi Kremer-Schillings alias „Bauer Willi“ einen Wutbrief an Verbraucherinnen und Verbraucher, in dem er ihr Einkaufsverhalten und die unsägliche Billigmentalität anklagt. In rasantem Tempo verbreitet sich diese Meldung vor allem in den Sozialen Medien. Diese Resonanz und der viel gelesene und dialogorientierte Blog www.bauerwilli.com mit der entsprechenden Facebook-Seite veranlasste die Verantwortlichen, das Projekt „Regio Day“ zu starten. Einen Tag an dem Bauern und Bäuerinnen, verarbeitende Betriebe und der Handel Gäste einladen, über Ihre Arbeit informieren und Landwirtschaft zum Anfassen vom Feld bis auf den Teller bieten.

Tag-der-RegionenDer Tag der Regionen schafft jährlich seit 1999 eine deutschlandweite Plattform, auf der sich Landwirte, Handwerker, Vereine, Initiativen, Verbände, Betriebe und viele andere regional Engagierte vernetzen können. Die vielen Tausend Akteure vor Ort präsentieren Nahversorgungskonzepte, organisieren Betriebsführungen, Regional- und Umweltmärkte, Exkursionen, regionale Kochevents, Landkreisfeste und vieles mehr. Nicht selten kommt es vor, dass alle Betriebe und Vereine eines Ortes in die Planungen eingebunden sind. Sie nutzen den Tag der Regionen, um sich zu präsentieren und die Entwicklung ihrer Region aktiv zu fördern. Regio Day macht mit beim Tag der Regionen weiterlesen

Im Dialog mit…

… der bischöflichen Kommission Mission, Entwicklung, Frieden in der Diözese Osnabrück

(c) Lingener Tagespost, Heinz Krüssel
(c) Lingener Tagespost, Heinz Krüssel

Am vergangenen Montag besuchte mich die bischöfliche Kommission auf meinem Hof, um Einblicke in einem gewöhnlichen emsländischen Betrieb zu bekommen.

Die Mitglieder waren sehr interessiert und hatten viele Fragen. Insgesamt war die Atmosphäre sehr gut. Auch kritische Themen wurden angesprochen. Einigkeit konnten wir nicht überall erzielen, aber ich habe wieder viel dazu gelernt. Insgesamt hat mir der Abend viel Spaß und Freude bereitet.

Es zeigt sich zum wiederholten Mal:

Dialog,
Miteinander reden und nicht übereinander-
das ist der Weg aus der Krise!
Im Dialog mit… weiterlesen

Ein Fähre Milch

Auf Facebook und WhatsApp ist mir jetzt zum wiederholten Mal folgendes Bild über den Weg gelaufen:

Dieses Bild veralbert die Idee der "fairen Milch"
Dieses Bild veralbert die Idee der „fairen Milch“ Quelle: –> Netzfund

Bisher hat das Modell der „fairen Milch“ nicht großflächig funktioniert.

Was glaubt ihr? Hat sogenannte „faire Milch„, die dem Erzeuger einen Mindestpreis garantieren soll, eine Chance, die Nische zu verlassen?

Würdet ihr eine „faire Milch“ kaufen oder vermutet ihr da einen Marketing-Gag dahinter?

Ernährungssicherheit: zurück in die Zukunft?

Vor ziemlich genau 100 Jahren dominierten Schlagzeilen die Lokalpresse im Raum Lingen (Emsland), die heute kaum vorstellbar sind und hoffentlich nie wieder aktuell werden. Aber vielleicht müssen wir gelegentlich zurückblicken, um etwas klarer nach vorne zu schauen und die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Die aktuellen Berichte über die Empfehlung von Hamsterkäufen und Bauernhof-Beschlagnahmungen für künftige Krisenszenarien bekommen so einen historischen Hintergrund:

Ich zitiere hier einige Meldungen des Monats August 1916 der Lingener Lokalzeitungen:

(c) Stadtarchiv Lingen
(c) Stadtarchiv Lingen

5. August: „Die Brennessel ist der bedeutendste inländische Ersatz für die uns fehlende Baumwolle. (…) Ich bitte deswegen, die Grundbesitzer des Kreises, sämtliche auf ihren Grundstücken vorkommenden und zu Spinnzwecken geeigneten Brennesseln zu sammeln (…). Für (…) getrocknete Brennesselstengel zahle ich (…) 6 ½ Pfennig pro Pfund. (…) Godfried Kercckhoff.“ (LV)

9. Aug: „Der Stadtgemeinde Lingen wird die Regelung des Verbrauchs für den Stadtbezirk übertragen. (…) Die Entnahme von Brot und Mehl in der Stadt Lingen ist nur den Einwohnern der Landgemeinden Altenlingen, Brögbern, Brockhausen, Darme, Elbergen, Estringen, Holthausen und Laxten (…) gestattet. Für den Kreis ist eine Mehlverteilungsstelle (…) (A. Klukkert in Lingen) errichtet. (…) Auf Wunsch erhält jeder Brotkartenempfänger zu Reisen außerhalb des Kreises bis zu 3 Wochen Dauer Reisebrothefte.“ (LV)

12. August: „Der Kaninchenzuchtverein für Lingen und Umgebung veranstaltet am Sonntag, den 20. August d.J. seine 3. lokale Ausstellung im Gartenlokal des Herrn Bergen. (…) Trägt doch die Kaninchenhaltung dazu bei, den jetzt herrschenden Mangel an wohlschmeckendem Fleisch und Fett abzuhelfen. Wenn auch die Kaninchenhaltung in letzter Zeit einen großen Aufschwung genommen hat, so soll doch die Ausstellung dazu beitragen, immer mehr Liebhaber für die Zucht zu gewinnen.“ (LV) Ernährungssicherheit: zurück in die Zukunft? weiterlesen