Grüne Bänder

Nach den #grüneKreuze sollen #grüneBänder zum Dialog einladen

Mit den grünen Kreuzen haben bereits viele tausend Landwirte und – erfreulicher Weise – auch Freunde der Landwirtschaft still gegen das Agrarpaket der Bundesregierung, immer weiter steigenden Auflagen und der gesellschaftlichen Ächtung protestiert.

ein grünes Silikonband

Wie Bauer Willi es bereits in seinem Blog geschrieben hat, wollen wir, die Graswurzler, es nicht bei der Mahnung belassen, sondern setzen dabei auch auf Dialog. Deshalb bitten wir alle, die der Landwirtschaft positiv gesinnt sind, ein grünes Band zu tragen.

Zeichen des Zusammenhalts, der Solidarität und des Dialogs

Diese grünen Bänder sind einerseits ein nach außen sichtbares Zeichen des Zusammenhalts in der Branche und auch ein Zeichen der Solidarität. Und andererseits sind die grünen Bänder auch eine sehr gute Gelegenheit, darüber ins Gespräch zu kommen, einen Dialog zu beginnen.

Wie komme ich an diese #GrüneBänder?

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Screenshot Abstimmungsvorlage

Warum der FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ die Aufregung nicht wert ist und Bauer Willi klasse Arbeit geleistet hat

Eine emotionale Woche ist für Deutschlands Landwirte zu Ende gegangen: Eure Demo gegen Agrarpaket und Mercosur-Handelsabkommen, gegen das Bauern-Bashing seitens NGOs und teils Politik war ein großartiger Erfolg! Meine aufrichtigen Glückwünsche nachträglich an die Organisatoren für Eure Herkulesarbeit und an die vielen Bauern, die so klasse ihre Anliegen vertreten haben!

So euphorisch die Woche begonnen hat, so missgestimmt ging sie zuende. Stichwort: FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“. Und auch zwischendurch gab es Misstöne. Einen bösen hat sich Bauer Willi eingefangen.

Persönlich fand ich die Wut über den Antrag verständlich, aber übers Ziel hinausschießend. Er war es schlicht und ergreifend nicht wert! Bzw. in dem Maße, in dem man sich über die Ablehnung die Unionsparteien aufregen mag, hätte man auch der FDP einen überziehen müssen. Mindestens. Und was mit Bauer Willi veranstaltet wurde, war schlicht und ergreifend nicht in Ordnung.

Zu beiden möchte ich mich hier äußern und fange mal mit A wie Antrag an:

FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“

Wie alles begann: Die Landwirte Thomas Andresen und Philip Krainbring haben mit einem vielfach geteilten, an dieser Stelle verlinkten Video-Rant auf das Abstimmungsverhalten der CDU reagiert. Diese hatte geschlossen gegen den FDP-Antrag „Wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ gestimmt.

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Politiker halten Bande hoch

Was haben die Grünen jemals für die Bauern getan?

Im Anschluss an die größte Bauern-Demonstration im Nachkriegs-Deutschland ist Anton Hofreiter vergangenen Dienstag vor die Kamera getreten. Grund: Der Grünen-Fraktionsvorsitzende bietet den Landwirten den Dialog an.

„Eine vernünftige Agrarpolitik, die Klima und Umwelt schützt, kann nur mit den Bauern, nicht gegen die Bauern passieren“,

so Hofreiter.

Porträtphoto des Grünen-Politikers Anton Hofreiter
Ist das Dialogangebot ernst gemeint?

Bloß: Können Deutschlands Landwirte dieses Angebot ernst nehmen?

Buhmann grüner Agrarpolitik

Denn dass die Bauern am 22. Oktober landesweit auf die Straße gegangen sind, hat auch damit zu tun, dass Hofreiter bzw. seine Partei die konventionell wirtschaftenden Landwirte seit Jahr und Tag an den Pranger stellen. Sie haben das schwarz-weiß in der öffentlichen Debatte befeuert, so dass die Öffentlichkeit heute beispielsweise glaubt, Deutschlands Landwirte vergiften ihre Landsleute mit „Ackergift“. Dabei sind es PflanzenSCHUTZmittel, die übrigens auch Biolandwirte einsetzen – aus denselben Gründen wie ihre konventionell wirtschaftenden Kollegen: Sie schützen ihre Pflanzen vor Krankheiten und Schädlingen und gewährleisten Ertragssicherheit (wo viele Grüne gerne blanke Profitgier unterstellen!).

Aber dass auch Bio-Landwirte Pestizide einsetzen, diese zentrale Info halten Hofreiter und seine Kollegen in der Öffentlichkeit wohlweislich zurück. Was im Einzelnen in der Bio-Landwirtschaft zum Einsatz kommt, kann hier nachgelesen werden: „Mythenjagd (1): Bio bedeutet ungespritzt“. Dabei gilt hüben wie drüben: Seit Paracelsus macht unverändert die Dosis das Gift.

Erinnern Sie sich an Ihre Nitrat-Rants, Herr Hofreiter? Sie sprachen von „Güllefluten“ und der „Überdüngung unserer Gewässer“, kündigten an, die Trinkwasserpreise würden steigen aufgrund der „zunehmenden Verunreinigung des Grundwassers durch Nitrate der Agrarindustrie“. Ohne es mit Fakten sonderlich ernst zu nehmen, wie hier nachzulesen ist.

Dass jetzt peu à peu an den Tag kommt, dass sich für Nitrate und Stickstoffe noch ganz andere zu verantworten haben – ich glaube nicht, dass nach der Hetze der vergangenen Jahre auch nur ein einziger Landwirt sich in diesem Land vorstellen kann, dass die Grünen dem nachgehen, geschweige denn in ihre Überlegungen bzw. Kampagnen einbeziehen werden. Oder haben Sie, Herr Hofreiter, bzw. Ihre Kollegen auch nur in einem einzigen Ihrer Rants gegen die Agrarindustrie beim Thema Nitrat das Wort „Belastungsmessnetz“ erwähnt? Hart in der Sache PLUS Fairness, Redlichkeit und Respekt war bis dato Ihrer aller Sache nicht.

Fakten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Was wir, Landwirte, Gesellschaft und Politik, brauchen für eine zukunftsfähige, nachhaltige Landwirtschaft, sind Fakten als Diskussions- und Entscheidungsgrundlagen. Und keine ideologisch verbrämten Agrarwende-Visionen, für die Sie und Ihre Kollegen sich die Argumente brachial zurechtbiegen.

Nach allem, was gewesen ist, kann ich mir schwerlich vorstellen, dass die Landwirte viel von Ihnen oder Ihren Kollegen zu erwarten haben. So gut wie jegliche Kommunikation rund um die konventionelle Landwirtschaft war feindseliger Natur. Hinzu kommt, dass viele Bauern in den vergangenen Jahren versucht haben, bei Facebook mit Ihnen oder Ihren Kollegen in ein Gespräch zu treten. Die meisten, so wie Sie auch, haben den Dialog verweigert.

Fazit:

Persönlich würde ich Ihr Angebot als ein den eindrucksvollen Bildern der Demonstration geschuldeten Kurzschluss betrachten. ABER: Vielleicht sehen die Landwirte das anders? Es bleibt spannend!

Wenn ich Sie im Folgenden daran erinnern darf, was Sie und Ihre Kollegen an wertvollem Porzellan kaputt geschlagen gehaben – und wie unfassbar rabiat?

Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt im Bundestag, 11. September 2019

„Bauern zerstören die Landschaft | Bauern vernichten die Arten | Bauern verseuchen das Wasser“

Wer Ihr seid!

Wie Ihr seid! Teil 1: Harald Ebner
Wie Ihr seid! Teil 2: Partei, Fraktion und grüne Europagruppe

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 1 – Einleitung
Teil 2 – Massentierhaltung
Teil 3 – Antibiotika
Teil 4 – Glyphosat
Teil 5 – Glyphosat: Gift in den Händen der Abgeordneten Harald Ebner MDB, Martin Häusling MEP, Sven Giegold MEP und Maria Heubuch MEP
Teil 6 – Nitrat: Gülleschwemme? Oder ist alles ganz anders, als es aussieht?

Grüne-Politiker halten No Hate Speech-Bande hoch
„Sprache schafft Welt und Wirklichkeit“. Robert Habeck : „Genverseucht, Gendreck, Merkelgift (Anm.: gemeint ist Glyphosat), Frankensteinpflanze, Feldbefreiung, genmanipuliert, chemieverseucht, Chemiebauer, Agrarmafia, Genpflanze, Horrorsaat, Monsterpflanze, genkontaminiert…“ Ludger Weß zitiert aus grünen Pressemitteilungen | Ackergift, Brunnenvergiftung, Gülleschwemme, Gülleflut …. kleiner Auszug aus meiner Analyse grüner Kommunikation

Zuhören!

Podcast beschäftigt sich mit Bauernprotesten

Ich bin mittlerweile langjähriger Hörer des Podcasts „Wochendämmerung„. Hier unterhalten sich Katrin Rönicke und Holger Klein über ausgewählte Themen der abgelaufenen Woche.
Für mich ist es sehr interessant, wie links-grün-versiffte Hauptstädter (das meine ich überhaupt nicht despektierlich oder beleidigend, sondern mit einem Augenzwinkern) über verschiedene Themen denken, wie sie aus ihrer Berliner Hauptstadt-Blase auf die Welt blicken. Sprich: Sie haben eine völlig andere Perspektive wie ich.
Und es ist ganz häufig so, dass ich ganz und gar nicht einer Meinung mit den beiden Podcastern bin. Aber die Sendungen regen zum Nachdenken an, helfen mir eine Meinung zu bilden.

Wenn Großstädter sich über landwirtschaft unterhalten…

Ganz spannend wird es für mich, wenn landwirtschaftliche Themen behandelt werden.
So wie aktuell in der Folge 218, in der ca. 20 Minuten lang die Bauernproteste thematisiert werden.

mit einem Klick gelangt ihr zum Podcast
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NGOpoly

von Sönke Hauschild

Meinungsmonopoly

Lasst uns das weltbekannte NGO-Spiel spielen: Meinungsmonopoly. Ach, wir spielen bereits? Haben wir Bauern gar nicht gemerkt! Aber tatsächlich: Die Straßen sind verteilt: Mühlenweg, Bäckergasse, Jägerweg, Fischereigang oder die Bauernhöfe sind unsere. Leider ist die Miete sehr niedrig. Denn auch wenn jeder bei uns wohnen will, so will doch niemand zahlen.

Spielschachtel mit der Aufschrift: "NGOpoly- Das Meinungsmonopoly"

Die glitzernde Hafencity dagegen gehört Greenpeace, in der reichen Bundesstadt Bonn sitzt der Tierschutzbund, die berühmte Charité-Strasse in Berlin hat der Nabu gekauft und die zentrale Kaiserin-Auguste-Allee gleich daneben der BUND. Kommt man auf diese Straßen, dann wird ein Ablass, fällig, der sich gewaschen hat! Ach, das nennt man auch Miete? Wussten wir nicht…

Die NGOs gewinnen

NGOpoly ist ein Spiel, bei dem mal die NGOs gewinnen, mal die Bauern verlieren. Es geht darum, auf möglichst teuren Grundstücken möglichst viele Meinungen zu bauen, um dafür möglichst viel Geld einzukassieren. Wir sind da leider schlecht aufgestellt. Alle anderen Mitspieler sind meinungsstärker. Wir haben dafür keine Zeit, dachten wir lange. Wir sind im falschen Spiel, vermuteten wir. Wir spielen nicht mit, beschlossen wir. Alles falsch. Aus diesem Spiel gibt es nur ein Entkommen: Indem man verliert.

Und das ist unser Weg: Wir ziehen mit unserer kleinen Spielfigur, der Schubkarre, und landen zuverlässig auf den teuren Pflastern dieser Erde: Wir zahlen in Bonn für den Tierschutz, in Hamburg für den Klimaschutz, in Berlin für den Naturschutz. Es sind prächtige Meinungen, die dort aufgebau(sch)t wurden. Aber seltsam: Warum zahlen die NGOS sich gegenseitig keine Miete?

Zur Kasse bitte

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Grünes Agrarpaket

Aktion #grünesAgrarpaket soll die #grüneKreuze ergänzen

Die gestrigen Treckerdemos waren ein voller Erfolg! Weit über 10000 Bauern waren mit ihren Traktoren unterwegs, um u.a. gegen das im September beschlossene Agrarpaket zu protestieren.

Der Protest muss weiter gehen

Aber damit sollen die Proteste nicht beendet sein. Jetzt ist es wichtig, weiter Druck auf unsere Entscheidungsträger auszuüben. Und darum haben wir Graswurzler uns entschlossen, Politikern ein eigenes, ein grünes Agrarpaket zu schnüren. Vollgepackt mit Erzeugnissen vom eigenen Hof oder aus der Region und bestückt mit einem persönlichen Brief mit der Frage, wie der/die Politiker(in) zum politischen Agrarpaket steht.

Schluss mit den Sonntagsreden!

Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie das gegenwärtige Agrarpaket aus Berlin befürworten.

Entscheidende Frage aus den bisherigen Begleitbriefen zu den grünen Agrarpaketen

Sonntagsreden kennen wir bereits zu Genüge. Jetzt müssen sich unsere Volksvertreter klar positionieren: Ja oder Nein?

Grüne Kreuze trafen einen Nerv

Die grünen Kreuze haben einen einen Nerv getroffen, zig tausend Kreuze wurden im gesamten Bundesgebiet an Straßen und Wegen als stiller Protest gegen das Anfang September beschlossene Agrarpaket aufgestellt. Eine regelrechte Welle entstand, die nun in eine der größten Bauerndemos in der Bundesrepublik mündete.

Grüne Agrarpakete

Ich möchte hier nun meine drei grünen Agrarpakete vorstellen, die ich persönlich Landes- und Bundespolitikern überreicht habe:

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Der große Bauernprotest

Zehntausende Landwirte folgen dem Aufruf der Bewegung „Land schafft Verbindung“

Viele freundliche Reaktionen aus der Bevölkerung, tausende Schlepper in Städten

Ich glaube, den 22. Oktober 2019 werden sehr viele Bauern (und hoffentlich auch Bürger) nicht so schnell vergessen. Ich kann mich an keine größere Bauern-Demonstration in Deutschland erinnern. Das war heute eine der größten, wenn nicht die größte Bauerndemo überhaupt seit dem zweiten Weltkrieg!

Friedlich und positive Reaktionen aus der Bevölkerung

Und das allerbeste: Sie verlief sehr friedlich! Aber nicht nur das: Trotz des riesigen Verkehrschaos das in weiten Teilen der Republik entstand, ernteten die demonstrierenden Bauern weit überwiegend Verständnis und teils auch Dank.
Charme hatte auf jeden Fall auch die vielen Kartoffelsäckchen, Äpfel und anderes Gemüse, die die Landwirte in den Städten den betroffenen Verkehrsteilnehmern und Anwohnern schenkten.

Reaktionen aus der Politik

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Billige Wurst

Höhere Standards durchsetzen, Ja.
Mehr dafür bezahlen? Nein!

Wursthersteller Reinert ist das Schweinefleisch im Einkauf zu teuer

Dieses Beispiel von Wursthersteller Reinert zeigt exemplarisch, wie scheinheilig die Lebensmittelbranche ist. Höhere Standards werden gefordert, weil es die Gesellschaft (der Kunde) so will. Die Bauern dafür aber besser bezahlen? Oh ne. Das geht ja gar nicht!
Und nun, wo die Preise für Schweinefleisch seit Monaten infolge des großen Hungers in China hoch sind, ja nun schaut sich dieses Unternehmen in Übersee um und wünscht sich, das billigere Fleisch aus dortigen Märkten zu importieren.
Ich könnte kotzen!
Und zugleich macht es wieder einmal deutlich, dass die Initiative Tierwohl das Beste Instrument ist, um mehr Tierwohl auch bezahlt zu bekommen.

Alles andere funktioniert nicht, ist Träumerei oder wäre Kommunismus!

Vielen Dank an Nadine Henke von den Brokser Sauen

Bitte bis zum Schluss durchlesen: der letzte Absatz ist WICHTIG!!!

Bärchen-Wurst demnächst aus Übersee?  So langsam fühle ich mich nur noch veräppelt – jetzt jammert der Wursthersteller Reinert, dass das deutsche Schweinefleisch zu teuer sei:  Der Fleischwarenhersteller leidet unter hohen Schweinepreisen  schreibt das Haller Kreisblatt.  Die Schweinepreise seien um 40% gestiegen und die Branche hat mit der Rohstoffknappheit zu kämpfen.
dringende Leseempfehlung!

Die Botschaft hinter den grünen Kreuzen

Die Aktion #grüneKreuze ist eine stumme Protestaktion von Bäuerinnen und Bauern

In ganz Deutschland schlagen derzeit Landwirtinnen und Landwirte grüne Kreuze in den Boden. Wir – die Landwirte – werden nun oft gefragt, warum es die Aktion #grüneKreuze gibt, welche Botschaft dahintersteht und was wir uns davon versprechen.

Diese Fragen sind nicht in einem Satz zu beantworten. Denn hinter jedem Kreuz steht ein Betrieb mit einer eigenen Geschichte. Allen gemeinsam aber ist der Ausgangspunkt für diese bundesweite „Graswurzler“- Initiative, der sich immer mehr Betriebe anschließen. Die Situation auf den Höfen ist wegen wachsender Anforderungen schon länger schwierig.

grüne Kreuze

Das sogenannte Agrarpaket aber hat nun das Fass zum Überlaufen gebracht. Dieses Paket haben die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und die Bundesumweltministerin Svenja Schulze gemeinsam geschnürt und am 4. September per Kabinettsbeschluss auf den Weg gebracht. Die darin beschlossenen Maßnahmen haben in der landwirtschaftlichen Praxis zu großer Beunruhigung bis hin zu Entsetzen und Angst geführt.

Tausche Tierwohl gegen Insektenschutz

Das Agrarpaket soll ein Kompromiss sein zwischen Naturschutz und Landbewirtschaftung. Es geht aber auch darum, Tierhaltung im Sinne des Tierwohls zu verteuern, ohne dass der Verbraucher dafür mehr zahlen muss. Insektenschutzprogramm und staatliches Tierwohlkennzeichen heißen die Programme, in denen das geregelt werden soll.

Das Agrarpaket ist so eng geschnürt, dass es vielen Betrieben die Luft zum Atmen nimmt. Im Ackerbau gehen erhebliche Flächen für die Bewirtschaftung verloren, der Einsatz ertragsrelevanter Betriebsmittel soll massiv eingeschränkt werden. Ein hoher Preis für ein Tierwohlkennzeichen, dass angesichts der vielen Label, die es schon am Markt gibt, kein Mensch mehr braucht.

Viele Landwirte sehen nun keine Zukunft mehr für sich und ihre Betriebe. Zunehmend denken Landwirte darüber nach, ihre Betriebe aufzugeben. Die Suche nach jungen Hofnachfolgern wird immer schwieriger. Ein funktionierendes System der Ernährungssicherung wird durch überbordende Vorschriften leichtfertig aufs Spiel gesetzt.

Am meisten trifft es die Landwirte aber, dass ihr Sachverstand nicht mehr gefragt ist. Dabei liegen von Praxisseite eine Vielzahl von Lösungsansätzen für vorhandene Probleme auf dem Tisch, auch auf denen der verantwortlichen Ministerinnen. Die Ideen wurden abgerufen und diskutiert. Im Agrarpaket tauchen sie an keiner Stelle auf.

Kompromisse sind das Salz in der Suppe einer Demokratie. Diese Suppe aber wurde kräftig versalzen. Denn ein Kompromiss ohne jede Zustimmung ist ein schlechter Kompromiss. Am Ende – und das ist das Fatale – leiden nicht nur die Landwirte unter den absurden Beschlüssen. Auch die Natur und die Verbraucher werden den Kürzeren ziehen. Das also sind die Gründe für ein grünes Kreuz – ein stiller Protest, denn Bauern sterben leise.

Wer einen Eindruck über die Graswurzler-Bewegung #grüneKreuze gewinnen will: https://www.facebook.com/Die-Graswurzler-100884111307744/

Pressekontakt:

Die Graswurzler:
Dr. Willi Kremer-Schillings, kremer-schillings@t-online.de, mobil
0173 2908088
Marcus Holtkötter, marcus@holtkoetter-agrar.de, mobil 0171 2154325
Bernhard Barkmann, bb@barkmann.org, mobil 0151 50749517
Rene Rempt, renerempt@yahoo.de, mobil 0151 56965897
Nadine Henke, broksersauen@hotmail.de, mobil 0162 4858827
Ralf Pauelsen, bauer.pauelsen@arcor.de, mobil 0177 2309896
Dirk Nienhaus, dirk@nienhauslegemann.de, mobil 0176 23482177

Hashtag-Suche in social-media-Netzwerken:

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Der Letzte macht das Licht aus?

Gesendet im Bayerischen Rundfunk im Jahr 2016.

Hast Du/ Haben Sie das Video angesehen?

Ich hab es mittlerweile schon sehr oft gesehen. Vor gut drei Jahren bei Capriccio, einem Kulturmagazin beim Bayerischen Rundfunk gesendet, läuft es seitdem regelmäßig auf den Social Media Kanälen des BR. Zuletzt im Sommerloch auf den Facebookseiten von Unser Land und Capriccio.

Thema „Bauernsterben“ weiter aktuell

Dabei passt es inhaltlich zum Teil nicht mehr, da das Thema Milchpreis derzeit nicht so im Mittelpunkt steht wie zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung. Das Thema „Bauernsterben“ dagegen ist immer noch aktuell. Auch darum wird wahrscheinlich dieser Beitrag immer wieder aus dem Archiv geholt.

Resthöfe sind gefragt

Nur werden hier zwei völlig verschiedene Zustände ineinander verwoben, die so nicht zusammengehören. Höfe, wie der im Film zeigt, stehen leer, weil der Besitzer keine Nachkommen hatte und anscheinend die Erben den Hof noch nicht verkauft haben, obwohl solche Gehöfte sehr gefragt sind bei reichen Städtern.
Wegen dem damals ruinösen Milchpreis enstehen keine solchen Höfe. Zu 99 % schaffen es die Landwirte bis zur Rente, danach wird, wenn kein Hofnachfolger vorhanden ist, die Fläche verpachtet, das Vieh verkauft und das war´s dann.

Bauernhöfe sterben leise

Die Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe, die Mühldorfs Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer beschreibt, sind eben diese andere Seite. Bauern und ihre Höfe sterben leise, heißt es im Film und das stimmt. Meist, so ist es meine Erfahrung, sind Höfe ohne Landwirtschaft nur an den leeren Fahrsilos und dem fehlenden Stalllicht morgens und abends zu erkennen. Die bei uns klassischen Vierseithöfe bleiben weiter bestehen. Oft findet sich nach der Betriebsaufgabe sogar die Zeit, dass man alles wieder sauber herausputzt und so passt mein Bild von Höfesterben nicht zu dem des oben verlinkten Films.

Wehmütiges Erinnern an die alte Zeit

Trotzdem stimmt mich dieser Film traurig. Der Verlust unserer bäuerlichen Gesellschaft. Diese Gemeinschaftsgefühl, dass verloren geht. Meine Kindheits- und auch noch Jugenderinnerungen, wo eine lange Schlange von Traktoren vor dem Lagerhaus stand zum Mineraldünger holen mit kleinen Traktoren und Streuern mit max. 500 kg. Wo lange geratscht (geplaudert) wurde, bis man endlich dran war zum Verladen.
Die Zeiten, in denen meine Nachbarn, die im Nebenerwerb ein paar Kühe hatten, sind nun schon einige Jahrzehnte vorbei, aber auch in den letzten Jahren haben bei mir in der Gemeinde immer wieder ein paar Höfe zu gemacht. Auf den Feldern fahren jetzt nicht mehr die über Jahrzehnte gewohnten Bulldogs, sondern die Maschinen der Pächter. Was der Lauf der Zeit ist, macht mich wehmütig.

Im Gegensatz zu unserer Gesellschaft, die das Bauernhofsterben mit dem Verlust von Biodiversität und dem Phänomen Massentierhaltung und Umweltbelastung durch Landwirtschaft gleichsetzt, sehe ich hier eher Punkte der Ländlichen Entwicklung wie Schlafdörfer und den Verlust bäuerlicher Kultur. Denn dass früher alles besser war, ist halt leider ein Bauernmärchen, dass man sich in Großstädten gerne erzählt.

Mein Hof um das Jahr 1960.

Bauer mit Tradition

Nehmen wir mal mich als Beispiel. Ich habe meinen Stammbaum bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt. Bei allen Linien waren es immer Bauern. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass in meinen Genen nur Bauernblut fließt. Dass dies vielleicht nach mir zu Ende gehen könnte, kann ich mir nicht vorstellen und will ich mir auch gar nicht vorstellen. Aber bei sehr, sehr vielen Höfen in Deutschland war das schon der Fall und es werden noch einige dazu kommen.
Höfe, über Jahrhunderte im Familienbesitz, über Jahrhunderte durchgängig mit Vieh auf dem Hof, wo es auf einmal still wird. Wo zum Arbeiten weggefahren wird und der Hof nur noch zur Freizeitgestaltung dient. Diese „besondere“ Vergangenheit können Menschen außerhalb der Landwirtschaft nicht nachvollziehen. Sie ist aber etwas, was uns Bauern vom Rest der Bevölkerung deutlich unterscheidet!

Gerhard Langreiter, Jahrgang 1981,
Landkreis Mühldorf an Inn

Bin ich zu nostalgisch?

Ist es nicht so, dass es die Freiheit unserer Gesellschaft zulässt, dass wir freie Berufswahl haben und keiner mehr Bauer werden muss, weil es wie früher, entweder keine andere Möglichkeit gab oder die Eltern die „Wahl“ vornahmen?
Dass eben früher auch nicht alles besser war und heutige Betriebsleiter durch ihre moderne Berufsausbildung und der Technisierung viel professioneller, präziser und auch günstiger arbeiten können, als vergangene Generationen und dafür zum Beispiel auf die Pachtflächen der aufgegebenen Betriebe angewiesen sind?

Schizophrenie in der Gesellschaft

Ich weiß nicht – ich halte es immer noch für den falschen Weg. Durch Düngeverordnung, NEC-Richtlinie und vielem mehr werden die Tierbestände weiter sinken. Nur durch die intensive Tierhaltung war es aber bis jetzt in unserer Region möglich, so viele kleine Betriebe zu erhalten. Reduzierung der Tierhaltung hat einen massiven Verlust bäuerlicher Betriebe zur Folge.
Aber die selben Leute, die diesen Film gut finden und die dabei Krokodilstränen vergießen, fordern uns Bauern auf, die Tierzahlen zu reduzieren oder zum Beispiel auf bio umzustellen, wo um einiges mehr Fläche nötig ist, um davon leben zu können.

Meine große Liebe ist die Landwirtschaft

Ich bin nun seit 20 Jahren in diesem Beruf tätig und habe mich in die Landwirtschaft verliebt. Ich liebe meine Arbeit und ich liebe es auch, mich damit zu beschäftigen, neue Projekte zu planen, die Wirtschaftlichkeit von Änderungen im Betrieb zu berechnen und ich liebe es vor allem, über Landwirtschaft zu reden. Wenn aber einer nach dem anderen aufhört, wenn man beim Stammtisch der einzige Bauer ist, mit wem soll man dann seine Liebe teilen?

Hoffnung auf Zukunft

Meine Hoffnung ist noch immer, dass sich noch viel mehr Nischen auftun, in die wir noch aktiven Landwirte stoßen können, sodass es auf den Höfen zwar nicht wie früher ist, aber trotzdem noch Leben darauf zu finden ist. Dazu will ich im Herbst eine Veranstaltung aufziehen und ich hoffe dabei auf viele interessierte Teilnehmer, denn ich will nicht der letzte sein, der das Licht ausmacht.