G20 und Bauernprotest?

Mich erschüttern die Krawalle und Gewaltszenen aus Hamburg, die auf allen Kanälen (TV und Social Media) zu sehen sind. Ich persönlich verstehe nicht, aus welchem Grund man Gegen dieses G20-Treffen sein kann. Ich finde es sehr gut und wichtig, dass die wichtigsten Staatenlenker sich treffen und miteinander reden. Die direkte Kommunikation kann viele Missverständnisse vermeiden und ist in meinen Augen trotz aller modernen Kommunikationskanäle unverzichtbar.

Bei der medialen Verfolgung dieses Großereignisses ist mir auch der alternative Gipfel im Vorfeld von G20 aufgefallen. Mein erster Gedanke war, dass die Schnittmenge  der Teilnehmer dieser kritischen Veranstaltung und der „Wir haben es satt„-Demonstration in Berlin zur Grünen Woche recht groß sei. Doch nach genauerem Hingucken stellte ich fest, dass es nur eine kleinere Teilmenge ist. Kirchliche Organisationen sind (Gott sei Dank!) offiziell wohl nicht dabei, obwohl ich deren Banner und Transparente in den TV-Nachrichten entdecken konnte.

Offiziell in der Anti-G20-Liga sind im wesentlichen linke und linksradikale Gruppen und die AbL. OK denke ich, soll mir egal sein, die AbL steht eh nur für einen kleinen Teil der Landwirte und ich bin nicht Mitglied, sollen sie ihre Kritik dort doch anbringen. Ist ihr Gutes recht und ist auch so völlig in Ordnung.

mittendrin statt nur dabei

Neben der AbL sind u.a. auch attac, die vom Verfassungsschutz beobachtete Interventionistische Linke, die Heinrich Böll Stiftung, BUND und die Agrar Koordination unter den G20-Protestgruppen dabei.

Was aber nicht in Ordnung ist, ist die PM und die darin fehlende Distanzierung von Gewalt, die der Verein veröffentlicht hat: G20 und Bauernprotest? weiterlesen

Ode an das böse Bäuerlein*

Liebe Anita,

in dem hier verlinkten offenen Brief bzw. dem dazugehörigen Video behauptest Du, Ihr Landwirte seid Menschen.

Fast drei Jahre bin ich jetzt zum Thema konventionelle Landwirtschaft auf Sendung, bei Facebook, SPON, der SZ, der ARD; bei Greenpeace und dem BUND. Und wie sie alle heißen.

Liebe Anita,
werte Landwirte,

stellt Euch endlich den Tatsachen: Ihr seid Brunnenvergifter, Tierquäler und Umweltsünder. 80 Millionen Stadtbewohner, Stadtrandbewohner, SUV-Fahrer und Umweltschutz-Aktivisten sowie zahlreiche Politiker und viele Journalisten können einfach nicht irren.

Nanana, höre ich Protest? Müsst Ihr immer so kleinkariert Verbraucher- und Journalisten- und NGO- und Politikeraussagen zerpflücken? Und dann auch noch was von Ausbildung, Berufserfahrung und so hüsteln? Meinung und Haltung schlagen Expertise, Meinung und Haltung schlagen Tatsache, aber mit Schmackes. Isso. Dann Eure Proteste gegen die Bauernregel-Plakataktion von Ministerin Barbara Hendricks aus dem Bundesumweltministerium. Wie konntet Ihr nur so frech sein und Euch bis ins Mark verletzt fühlen? Landwirte haben keine Gefühle.

Ode an das böse Bäuerlein* weiterlesen

Landwirt zeigt Tierrechtler an: „Wenn man vorverurteilt wird, ist es gut, wenn man die, die an den Pranger stellen, hinterfragt.“

Soko Tierschutz angeklagt
Vom Richtgeist

Landwirtschaftsmeister Georg Huber hatte ein paar Fragen. Und die wollten ihm partout nicht aus dem Kopf gehen. Resultat: Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes erstattete kürzlich Anzeige gegen die Soko Tierschutz. Grund: Die Tierrechtler hatten zehn Monate angebliche Missstände in einem Brucker Schlachthof gefilmt. Und keinen Finger gerührt.

Zehn lange Monate? Der Zeitraum bereitete Huber Kopfzerbrechen. Wie kann man fast ein ganzes Jahr auf angebliche Misshandlungen draufhalten – und kein Wort darüber verlieren? Hätten die selbst ernannten Tierschützer nicht dafür sorgen müssen, die Missstände schnellstmöglich abzustellen? Oder dauerte es schlicht und ergreifend so lange, überhaupt einen Verstoß vor die Linse zu bekommen?

„Wenn man vorverurteilt wird, ist es gut, wenn man die, die an den Pranger stellen, hinterfragt. Fand Huber und erstattet Anzeige. Die Süddeutsche Zeitung griff diese Aktion in ihrer Onlineausgabe vom 23. Juni auf. Landwirt zeigt Tierrechtler an: „Wenn man vorverurteilt wird, ist es gut, wenn man die, die an den Pranger stellen, hinterfragt.“ weiterlesen

„In Deutschland ist es verboten, dem Futter Antibiotika beizumischen.“ Dr. Heike Müller stellt Aussagen eines Tagesschauvideos richtig.

Screenshot Tagesschauvideo #gutzuwissenFleisch
Kein Antibiotika im Tierfutter

*Der Film enthält inhaltlich deutliche fachliche Mängel*

Zum Videobeitrag der Tagesschau vom 13.06.2017 #gutzuwissen zum Thema Fleisch schrieb die Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern Dr. Heike Müller folgenden Brief an den NDR/ARD-aktuell Chefredakteur Dr. Kai Gniffke:

>> Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke,

als frisch in den Rundfunkrat berufenes Mitglied hatte ich am 2. Juni die Gelegenheit, mit Ihnen die Redaktionsräume der Tagesschau in Hamburg zu besichtigen.

Die Tagesschau stellt für mich persönlich das Flaggschiff der seriösen Berichterstattung dar und es ist eine hohe Ehre für mich, als Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern dem NDR-Rundfunkrat angehören zu dürfen.

Umso befremdeter war ich gestern über einen Animationsfilm, der auf der Facebookseite der Tagesschau unter dem Hashtag #gutzuwissenFleisch darüber berichtet, was passierte, wenn wir 80 % weniger Fleisch essen würden. „In Deutschland ist es verboten, dem Futter Antibiotika beizumischen.“ Dr. Heike Müller stellt Aussagen eines Tagesschauvideos richtig. weiterlesen

„Warum solltest Du da je einem Argument von mir glauben. Hast doch die Schillipeppa.“

Screenshot Spiegelüberschrift
Zu viel Gülle in der Zeitung? Ein Blog in der Brandung leistet Abhilfe.

„(…). Hast doch die Schillipeppa.“ Diesen Spruch habe ich mir gestern von einem Erbosten Menschen* eingefangen als Antwort auf ein Post von mir auf seiner Facebook-Seite. Es ging um das Rauschen im bundesdeutschen Blätterwald, zu viel Dünger könne das Trinkwasser teurer machen, Preissteigerungen bis zu 45 Prozent werden erwartet. Der Erboste Mensch war böse, wie man seinem Post entnehmen konnte:

„Für das Billigfleisch mit dem Deutschland die ganze Welt versorgen will zahlen wir alle bald die (Wasser)Zeche. Auf eine Familie kommen bis zu 134 Euro im Jahr Mehrkosten beim Wasser zu.“

In meinem Post habe ich ihn darauf hingewiesen, dass kaum ein bis gar kein Journalist die Studie gelesen habe. Und auf den jüngsten Blogpost der Bloggerin Schillipaeppa aufmerksam gemacht, die sich das dröge Stück angetan und analysiert hat.  Wie das halt so ihre Art ist. Schillipaeppa setzt sich hin, dröselt knochentrockene Aufsätze auf und geht mit dem Resultat ansprechend aufbereitet in ihrem Blog in der Brandung online.

Das Ergebnis schmeckt nicht jedem. Im konkreten Fall auch dem Erbosten Menschen nicht, denn es machte seine Meldung obsolet – so wie fast alle anderen Pressemeldungen zum Thema. „Warum solltest Du da je einem Argument von mir glauben. Hast doch die Schillipeppa.“ weiterlesen

Ist die konventionelle Landwirtschaft das neue Waldsterben?

Hohe Nitrate im Wasser? Geht ganz ohne Intensivtierhaltung!

Gestern bin ich auf eine sehenswerte Dokumentation des Journalisten Michael Miersch zum Thema Waldsterben gestoßen. Sie wurde vor einigen Jahren für den Bayerischen Rundfunk produziert, aber nie ausgestrahlt. Der Sender hatte die Doku „Und ewig sterben die Wälder“ seinerzeit zurückgehalten.

*Nachtrag zum Film: Ein aufmerksamer Blog-Leser hat mich informiert, dass es Hinweise gibt, dass die Dokumentation am 13. Mai 2011 ausgestrahlt wurde, und zwar von Arte.

Ein Teil bezog sich auf die Berichterstattung und der ihr zugrundeliegenden Recherche deutscher Leitmedien zum Thema.

Verblüffend: Im Kontext der aktuellen Berichterstattung über die Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf die Umwelt generell bzw. mit Blick auf die jüngste Nitratsau, die soeben durch die Republik getrieben wird, habe ich Parallelen festgestellt zur Hysterie der 1980er Jahre.

Wiederholt sich die Geschichte?

Auf einen kurzen Nenner gebracht: Scheint die Natur in Gefahr zu geraten, wird Alarm geläutet. Schrill, anhaltend, panisch. Eine sachliche Betrachtung des Themas, Nüchternheit, Ausgewogenheit – Fehlanzeige. Die deutsche Volksseele reagiert mit Panik und sieht sofort den Tag des Jüngsten Gerichts vor der Haustüre rumlümmeln. Oft haben Fakten das Nachsehen. Die Geschichte wiederholt sich. Ist die konventionelle Landwirtschaft das neue Waldsterben? weiterlesen

Am Pranger & Selbstjustiz

Wo sind wir nur hingekommen? Mitglieder einer Tierrechtsorganisation brechen in einen Schweinestall ein und filmen heimlich. Filmsequenzen zeigen scheinbare Missstände. Anstatt im Interesse des Tierwohls die Behörden einzuschalten, sammeln sie 100 Tage lang Filmmaterial.

öffentliche Inszenierung

Es geht ja um eine gute Story und um Geld. Sie verkaufen den Film an RTL, das ihn gerne nimmt und in Stern-TV bringt . Danach wird vor dem Schweinestall eine „Pressekonferenz“ und ein Laientheater der Tierrechtler abgehalten, bei denen die kundtun, dass das keine Einzelfälle wären, sondern die Regel. Der Name des Betreibers wird genannt und er wird aufgrund von illegalem Filmmaterial als Verbrecher hingestellt, bevor irgendein Gericht oder irgendeine Justizbehörde irgendeine Schuld festgestellt hat.

„Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“ (Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948)

Petitionsrecht wird missbraucht

Die eingeladenen Presseleute schreiben fleißig mit und auf Facebook wettern tausende von Leuten gegen den Betreiber und die Tierhaltung an sich. Auch die ersten Mordaufrufe sind zu verzeichnen. Und die Medien waschen ihre Hände in Unschuld. Hier geht´s ja nur um Landwirte und Tierhalter. Und somit kann man den Schutz des Grundgesetzes vor Verleumdung, Verunglimpfung und Vorverurteilung außer Kraft setzen. Ein wichtiges Attribut unseres Rechtsstaates ist das Petitionsrecht. Wenn mit einer Petition andere rechtsstaatliche Attribute außer Kraft gesetzt werden sollen, wird dieses Recht zur Farce.

Eine Justizbehörde muss anhand der Sachlage entscheiden, ob sie eine Anzeige verfolgt und ein straf- oder ordnungsrechtliches Verfahren in Gang setzt. Dabei muss sie sich an Fakten halten und die Anzahl der Anzeigen in gleicher Sache darf bei den Entscheidungen keine Rolle spielen. Die Intention dieser Petition ist somit schlichtweg ein Skandal. Der Mob will die Justiz beeinflussen und zu einem harten Urteil drängen.

GEHTS NOCH???

Landwirtschaft ohne Tierhaltung?

Vor dem Hintergrund medialer Skandale findet die Forderung von Gruppierungen wie PeTA etc. immer mehr Anhänger, dass die Menschheit komplett auf jegliche Nutzung und Haltung von Tieren verzichten sollte und sich komplett vegan ernähren sollte.

Kann eine Landwirtschaft, die ausschließlich auf der pflanzlichen Produktion beruht, funktionieren?

Ein Grundsatz im Pflanzenbau ist, dass man durch die Ernte der Früchte Nährstoffe, die die Pflanze aufgenommen hat (i.d.R. aus dem Boden), von der Fläche entfernt. Dadurch entsteht ein Defizit an Nährstoffe, die in der nächsten Anbauperiode fehlen. Wird dieses Defizit nicht wieder durch Nährstoffzufuhren egal welcher Art ausgeglichen, betreibt man Raubbau am Boden und wird den Boden innerhalb weniger Jahre auslaugen.

Stickstoff alleine ist nicht genug

Ein häufige, angeführte, vermeintliche Lösung: „Es gibt doch Pflanzen, die Nährstoffe aus der Luft aufnehmen können.“ Das ist so teilweise korrekt. Diese Pflanzen nennt man Leguminosen (Erbsen, Bohnen, Klee, Luzerne etc.), deren Wurzeln mit Bakterien besiedelt sind, die Stickstoff aus der Luft aufnehmen können. Doch Pflanzen benötigen neben Stickstoff noch viele weitere Nährstoffe. Gerade Leguminosen benötigen für eine effiziente Stickstoffaufnahme aus der Luft Nährstoffe wie Kalium, Magnesium und Schwefel, die wiederum nur aus dem Boden aufgenommen werden können. Außerdem sind viele Leguminosen nur für Tiere bekömmlich.

Was ist mit Klärschlamm?

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Anmerkungen Stern TV

Auch wenn ich so langsam müde werde, ständig Berichte zu kommentieren, es einfach unkommentiert im Raum stehen lassen, möchte ich auch nicht.

Gestern lief bei stern TV der xte Beitrag über den grausamen Alltag in Ferkelerzeugerbetrieben. Dieses Mal hat es eine Anlage hier in Niedersachsen getroffen. Jan Peiffer und weitere dringen 5 Mal illegal in diese Anlage, um krampfhaft Missstände zu dokumentieren.

Nun ja, was ist nun dran an den dargestellten Missständen?

Es gibt eine Sache, die wir ebenfalls aufs Schärfste verurteilen – das ist eine Nottötung eines Ferkels mittels Schlag auf den Stallboden – das ist verboten und damit absolut indiskutabel!

Nur spannend sind die Kommentare von Frau Plange. Anmerkungen Stern TV weiterlesen

Kein Platz für Klischees

Haselünne. Dass Landwirtschaft längst keine Männerdomäne mehr ist, belegen die aktuellen Zahlen: Laut einer Pressemitteilung des Emsländischen Landvolkes sind rund 20 Prozent aller landwirtschaftlichen Lehrlinge im Emsland weiblich. Warum dieser Beruf gerade für Frauen so attraktiv ist, zeigt Auszubildende Verena Flerlage.

Verena Flerlage
Die Junglandwirtin ist eine Kuhliebhaberin.

Verena Flerlage aus Werlte befindet sich im dritten Ausbildungsjahr zur Landwirtin. Dieses absolviert sie auf dem Milchkuhbetrieb der Familie Bartels in Haselünne-Westerlohmühlen. Sie ist sowohl in den Arbeits- als auch in den Familienalltag fest integriert. So arbeitet sie sowohl im Kuhstall als auch bei der Feldbestellung aktiv mit. Wie auf vielen Höfen üblich, wohnt die junge Frau bei der Familie im Lehrlingszimmer Kein Platz für Klischees weiterlesen