G20 und Bauernprotest?

Mich erschüttern die Krawalle und Gewaltszenen aus Hamburg, die auf allen Kanälen (TV und Social Media) zu sehen sind. Ich persönlich verstehe nicht, aus welchem Grund man Gegen dieses G20-Treffen sein kann. Ich finde es sehr gut und wichtig, dass die wichtigsten Staatenlenker sich treffen und miteinander reden. Die direkte Kommunikation kann viele Missverständnisse vermeiden und ist in meinen Augen trotz aller modernen Kommunikationskanäle unverzichtbar.

Bei der medialen Verfolgung dieses Großereignisses ist mir auch der alternative Gipfel im Vorfeld von G20 aufgefallen. Mein erster Gedanke war, dass die Schnittmenge  der Teilnehmer dieser kritischen Veranstaltung und der „Wir haben es satt„-Demonstration in Berlin zur Grünen Woche recht groß sei. Doch nach genauerem Hingucken stellte ich fest, dass es nur eine kleinere Teilmenge ist. Kirchliche Organisationen sind (Gott sei Dank!) offiziell wohl nicht dabei, obwohl ich deren Banner und Transparente in den TV-Nachrichten entdecken konnte.

Offiziell in der Anti-G20-Liga sind im wesentlichen linke und linksradikale Gruppen und die AbL. OK denke ich, soll mir egal sein, die AbL steht eh nur für einen kleinen Teil der Landwirte und ich bin nicht Mitglied, sollen sie ihre Kritik dort doch anbringen. Ist ihr Gutes recht und ist auch so völlig in Ordnung.

mittendrin statt nur dabei

Neben der AbL sind u.a. auch attac, die vom Verfassungsschutz beobachtete Interventionistische Linke, die Heinrich Böll Stiftung, BUND und die Agrar Koordination unter den G20-Protestgruppen dabei.

Was aber nicht in Ordnung ist, ist die PM und die darin fehlende Distanzierung von Gewalt, die der Verein veröffentlicht hat: Die AbL fordert darin die Bauern zum G20-Protest auf und der Pressesprecher Eckehard Niemann wettert weiter in seiner gewohnt kämpferischen Sprache gegen Bauern, die auch Exportmärkte bedienen wollen.

Die Trägerorganisation der „Wir haben es satt“-Demo (meine Landwirtschaft) sprang auf diesen Zug auf und veröffentlichte die (in meinen Augen) unsägliche PM auf ihrer Internetseite und über deren soziale Kanäle.

fehlende Distanzierung von Gewalt & Krawallen

Mit keinem Wort wird sich von Gewalt und militanten Gruppen distanziert. Ich finde es wirklich schlimm, wenn hier versucht wird, die Bauern in diesem gewaltsamen Streit hineinzuziehen. Ich bin sicher dass die allermeisten Bauern die Ereignisse um G20 in Hamburg mit großem Entsetzen verfolgen und sich nicht instrumentalisieren lassen wollen.

Natürlich ist es richtig, auf die ungleiche Vermögensaufteilung in der Welt hinzuweisen. Auch die Bedingungen des künftigen Welthandels müssen fair sein. Keine Frage. Aber dazu ist der G20-Gipfel doch eine gute Gelegenheit, zu gemeinsamen Absprachen zu kommen. Abschottung und Alleingänge bringen da doch gar nichts. Auch den weltweiten Umweltschutz kann man doch am besten mit globalen Vereinbarungen verbessern als mit nationalen Aleingängen.

Ja, unter den Staatsoberhäuptern sind nicht nur lupenreine Demokraten vertreten. Aber die können wir in Deutschland nicht abwählen, wir müssen mit ihren leben. Und das geht am besten, wenn man sie nicht ausgrenzt, sondern mit ihnen ernsthaft redet. Wir haben so viele Konflikte in der Welt- Ich habe die Hoffnung, dass so mancher Konflikt eingedämmt wird und zukünftige kriegerische Auseinandersetzungen eine geringere Chance haben.

Schlechter kann die Welt doch eigentlich nicht werden nach diesem Gipfel. Was haben wir zu verlieren? Lasst uns die Chancen nutzen!
Wie man mit Gewaltexzessen für eine friedliche Welt demonstrieren kann und warum es so schwierig ist, sich von dieser Gewalt zu distanzieren, werde ich wohl weiter nicht verstehen, aber vielleicht kann mir das ja noch jemand mal erklären.


 

Am Ende noch ein paar ausgewählte Tweets zu diesem Thema:

Matthias Sdun berichtet über eines der vielen Einzelschicksale, oder soll ich besser einem Kollateralschaden sagen?

Lippenbekenntnisse und gut verpackte Gewaltandrohung. Die rote Flora wusste wohl was kommen würde. Interessanterweise haben sie für die angereisten Aktivisten eine vegane Fleischersatz-Suppe bereitgehalten- wegen der gewaltfreien Landwirtschaft und so… Hier ein Interview VOR der ersten großen Demo:

Das sind eher Terroristen als Kapitalismuskritiker:

einfach nur Absurd:

Sympathie und St. Florian-Prinzip:

21 Gedanken zu „G20 und Bauernprotest?

  1. Herr Barkmann, ich bin nicht in der AbL, und mir ist die Größe oder der Rechtsträger eines landwirtschaftlichen Betriebes ziemlich egal. Aber wo sehen Sie, dass sich die AbL gegen die Abhaltung des Gipfels wendet? In der Pressemitteilung steht es nicht. Die AbL ruft vielmehr dazu auf, vor der Weltöffentlichkeit des Gipfels für Demokratie, Frieden, Ernährungssouveränität zu demonstrieren. Ich glaube, dass jeder vernünftig denkende und normal fühlende Mensch entsetzt und traurig ist über diese sinnlose Gewalt. Die Pressemitteilung der AbL datiert vom Mittwoch, bevor die schweren Gewalttaten dieses unglaublichen Ausmaßes überhaupt stattfanden. Ich käme nicht auf die Idee, von der AbL eine nachträgliche Distanzierung zu fordern. Es ist schlicht fernliegend, dass eine so zivil auftretende Organisation mit den Gewalttaten sympathisieren könnte, ebenso wie die vielen anderen friedlichen Demonstranten.

    Wer die AbL mit den Gewalttaten in Zusammenhang bringt, sind ja wohl Sie. Es ist Ihr ganz persönlicher Gedanke, Ihr Problem sozusagen, und Sie machen es zum Problem anderer Landwirte. Denn eine solche Rhetorik, deren sich auch Extremisten bedienen, stößt zum einen ab, zum anderen werden entsprechend „voremotionalisierte“ Menschen bar jeder handfesten Grundlage angestachelt. Was sollen eigentlich die Bürger denken, deren Sympathien Sie gewinnen möchten?

    Und einen Zusammenhang zur veganen Lebensweise konstruieren Sie auch noch. Dass sich die Rote Flora, die die vegane Suppe anbiete, von den Gewalttaten distanzierte, erwähnen Sie nicht. Ich kenne die Rote Flora nicht und möchte nicht Partei für sie ergreifen.

    Eins steht aber fest: Zumindest einer ist hier radikal. Ich könnte mir denken: Lass diese Forumsbetreiber und -nutzer sowie Tierhaltungsbeschöniger und Fehlernährungsapologeten von Bauernwiki, Bauer Willi und Blogagrar doch ihre Eigentore schießen und kein Fettnäpfchen auslassen. Es schadet der veganen Bewegung nicht, vielleicht nützt es ihr sogar ein bisschen, denn manchnal verirrt sich ja auch ein Nichtbauer in die Foren. Es ist aber schmerzlich mitanzusehen, was für Stimmen mittlerweile aus dem Hort der Bodenhaftung und Bürgerlichkeit zu vernehmen sind. Dialog und Kultur sehen anders aus.

    1. Hier steht einer mit dem Rücken an der Wand und versucht noch die letzten Reserven einer zur Schau gestellten Landvolkallianz zu mobilisieren,indem er die niederen Instinke bei den Landwirten anspricht, um einen Bewußtseinwandel in der Landwirtschaft und bei den Landwirten hinauszuzögern und was noch viel verwerflicher ist, jeden Landwirt,der öffentlich für Veränderung eintritt in einem derartig konditionierten dörflichen Umfeld zum Spinner und kriminellen Unterstützer abstempelt.
      Diese Legendenbidung von den kriminalisierten Bauerngegnern muß mal ein Ende finden.
      Es darf nicht sein ,daß Bauernwiki ,Bauer W. und andere Landvolkableger so tun, als würden sie für die deutschen Bauern sprechen, während die große Mehrheit sprachlos bleibt , wohl auch noch demnächst ihre Höfe aufgeben muß und sich trotzdem von Merkel und Co vor der Wahl einlullen läßt mit Versprechungen und Legenden, die die Ursache des Bauernsterben vernebeln und anderen in die Schuhe schieben.

      1. Wer gemeinsam mit extremistischen Gruppen zum Protest aufruft, der muss sich auch unangenehme Fragen gefallen lassen! Wer die Gewalt von Hamburg gut heißt oder toleriert oder relativiert, ist für mich tatsächlich nicht mehr ernst zu nehmen.
        Bauer Willi ist Rheinländer und vielleicht Mitglied im dortigen Verband, bestimmt nicht Landvolk. Bauernwiki? die Mitstreiter kommen aus den unterschiedlichen Bundesländern. Die Mitgliedschaft in einem Landesbauernverband ist innerhalb der Gruppe kein Thema. Ich vermute, dass nicht alle Mitglied sind. Und auch ich bin zwar Mitglied im Landvolk, habe aber keinen hohen Posten inne bzw. bin deren Sprecher o.ä.. Ich nehme für mich in Anspruch, völlig frei bei meinen Artikeln zu sein. Das was hier im Blog zu lesen ist, ist meine persönliche Meinung bzw. die der jeweiligen Autoren.

        1. Ist das eine Strategie ,die Sie hier abarbeiten im Verbund mit den anderen einschlägigen Akteuren ,nur um weiter Platz zu machen für die Wachstumswilligen auf Kosten der Kleinen auf der Welt?
          Wenn ja ,wer redet Ihnen so etwas ein und warum lassen Sie sich so instrumentalisieren?
          Wer Landwirte so führt wie Sie, der wird sich einen unrühmlichen Namen machen. Das hat nichts mit bäuerlicher Selbstbestimmung und eigenständigem bäuerlichen.Selbstwertgefühl zu tun, was sie hier veranstalten.

          1. Wer sich in Hamburg mit ungehemmten Vandalismus und unfassbaren Agressionen einen unrühmlichen Namen gemacht hat, dürfte in grossen Teilen der Welt klar geworden sein. Warum also betreibt die Abl die Nähe zur IL?

          2. Es gibt da wohl eine gewisse Arbeitsteilung bei den Akteuren. Auf Bauer W. gibt momentan ein vermeindlicher Imker (bezahlt von Bayer )seine Beweise für Hetze gegen Pestizide zum Besten.
            Herr Barkmann haben Sie sich diese Strategie von Elepantlogic einreden lassen?

          3. Herr Janßen,in öffentlichen Räumen darf jeder, der sich an Regeln hält ,seine Meinung kundtun ,ohne sich dafür beim Landvolkverband zu entschuldigen.Für die Nichteinhaltung der Regeln haben wir Behörden. Ihre Stellungnahme spricht für die maßlose Selbstgerechtigkeit und Selbstüberschätzung Ihrer Organisation,die sich auch schon im Besitz hoheitlicher Rechte wähnt.

          4. Keine Verschwörungstheorien. Ich selber beanspruche für mich, mir selber meine Meinung zu bilden und zu kommunizieren. Wenn mein Blog dazu beiträgt, meinen Lesern bei der Meinungsbildung zu helfen, dann freut mich das.

    2. Nicht nur die AbL, auch andere demokratische Organisationen müssen sich fragen, ob es eine so gute Idee war, mit extremistischen Gruppen zu kooperieren. Ich kenne nicht alle Gruppen des alternativen Gipfels, aber die IL wird meines Wissens nach vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Ereignisse von Frankfurt vor wenigen Jahren hätten doch Warnung genug sein können. Jeder hat doch geahnt, dass da in Hamburg Krawalle drohen, dass die jetzt so krass ausgefallen sind, hat aber auch wohl niemand kommen sehen. Es wäre hilfreich gewesen, hätten sich die vielen demokratischen Gruppen im Vorfeld deutlich von den Gewalttätern distanziert. Aber das fällt sogar den Leuten noch heute- nach den schweren Ausschreitungen- noch sehr schwer.
      Die berechtigte Kritik an Inhalte und Format des Gipfels geht doch so total unter. Was haben die friedlichen Gegner dadurch nun gewonnen? Eine ganze Menge Unverständnis in der Bevölkerung, mehr nicht.
      Der vegane Bezug: den habe ich nur gebracht, weil zwischen Reden und Handeln eine gewisse Divergenz festzustellen ist. Gerade das Umfeld rund um die rote Flora hat den Gewalttätern Schutz geboten und die Distanzierung von den Taten fiel sehr schmal aus. Einige Tweets habe ich im Blogpost eingebaut. Ich finde, die sprechen für sich.

  2. Distanzierung von Gewalt:
    Obwohl wir das mitnichten nötig haben, weil wir Gewalt 9y6Lgrundsätzlich ablehnen, verurteilen wir natürlich – wie wohl alle Menschen mit wirklichen Zielen einer globalen Verbesserung – die Gewalt anlässlich des G-20-Gipfels. Wie aus obigem Aufruf eigentlich unübersehbar ersichtlich, haben wir zur Teilnahme an Veranstaltungen und Demonstrationen mit klaren inhaltlichen Vorgaben aufgerufen. Schade, dass etliche andere landwirtschaftliche Verbände dies nicht für nötig hielten und stattdessen sogar jene Strukturen schönreden und stützen, die zu Not, Hunger und Kriegen führen und zur Vernichtung bäuerlicher Strukturen. Herrn Barkmanns Beitrag – selbst wenn vielleicht nicht so gemeint – nützt der Ablenkung von diesen Fakten. Hier nachfolgend ein Hinweis auf einen Beitrag der AbL beim Gipfel:

    Gipfel für globale Solidarität:
    PODIUM 4: Klima retten und Ernährung sichern – geht das mit der G20? Wir brauchen ein neues Entwicklungsparadigma für Klimagerechtigkeit und für Ernährungssouveränität!
    6. Juli @ 10:00 – 12:00
    Klimaschutz und Ernährung im globalen Norden und Süden sind eng miteinander verstrickt. Während die Länder der G20 über 75% der globalen Treibhausgasemissionen ausstoßen, leiden vor allem Millionen Menschen im globalen Süden schon heute an den Folgen in Form von Dürren, Überschwemmungen und unvorhersehbaren Wetterereignissen. Die Folgen der Klimaungerechtigkeit verschärfen sich: Lebensgrundlagen, Menschenrechte und Zukunftsperspektiven von Millionen Menschen sind damit akut bedroht. Verstärkt werden diese Krisen von einer ungerechten Handelspolitik.
    Große Konzerne wie z.B. Bayer und Monsanto dominieren die Landwirtschaft weltweit und zerstören die Existenzgrundlage ganzer Bevölkerungsschichten. Ernährungssouveränität als Gegenentwurf zur industrialisierten und exportorientierten Landwirtschaft wird immer dringender. Wie kann eine globale Entwicklung aussehen, die das ressourcenintensive, wachstumsfixierte Modell der Industrieländer überwindet und ökologisch nachhaltig ist?
    Mit:
    Imme Scholz (Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Bonn)
    Klaus Seitz (VENRO-Vorstand und Brot für die Welt, Berlin)
    Johanna Böse-Hartje (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft)
    Frank Ademba (MVIWATA, Tansania)
    Jennifer Morgan (Greenpeace International, USA)
    Moderation: Tanja Busse (Journalistin)
    ________________________________________
    Imme Scholz (Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Bonn)
    Imme Scholz ist Soziologin und stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik. Sie leitete die Abteilung Umweltpolitik und Management natürlicher Ressourcen und baute den Schwerpunkt Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern auf. Ihre Forschungsthemen umfassen Fragestellungen aus den Bereichen Klimawandel und Entwicklung, Umweltpolitik in Entwicklungsländern, neue globale Mittelschichten, nachhaltige Waldwirtschaft und Ressourcenmanagement.

    Klaus Seitz (VENRO-Vorstand und Brot für die Welt, Berlin)
    Klaus Seitz ist Sozial- und Erziehungswissenschaftler und leitet die Abteilung für Politik bei Brot für die Welt. Zuvor war er unter anderem als Redakteur der Fachzeitschrift epd-Entwicklungspolitik, als Privatdozent für internationale Bildungsforschung an der Universität Hannover und als Geschäftsführer des Ausschusses für entwicklungsbezogene Bildung und Publizistik der Evangelischen Kirche in Deutschland tätig. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO).

    Johanna Böse-Hartje (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft)
    Johanna Böse-Hartje ist Geschäftsführerin des Bioland-Hofes Böse-Hartje in Thedinghausen – Eißel und Ansprechpartnerin für die Region Heide-Weser im Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Die AbL ist eine bäuerliche Interessenvertretung aus konventionell und ökologisch wirtschaftenden Bäuerinnen und Bauern, die für eine zukunftsfähige sozial- und umweltverträgliche Landwirtschaft sowie für entsprechende Rahmenbedingungen eintritt.

    Frank Ademba (MVIWATA, Tansania)
    Frank Ademba ist Programmkoordinator der Farmerorganisation MVIWATA in Tansania. MVIWATA, kurz für Mtandao wa Vikundi vya Wakulima Tanzania, vereint Kleinbäuerinnen und –bauern aus allen Regionen Tansanias, um gemeinsam ihre ökonomischen, sozialen, kulturellen und politischen Forderungen zu vertreten. Ademba führte diverse Projekte durch, um Bäuerinnen und Bauern zu ermächtigen und ihre Partizipationsmöglichkeiten zu stärken.

    Jennifer Morgan (Greenpeace International, USA)
    Jennifer Morgan ist eine der zwei Geschäftsführerinnen von Greenpeace International. Sie arbeitete bereits in zahlreichen Organisationen im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Vor ihrer Position bei Greenpeace International leitete sie das globale Klimaprogramm des World Resources Institute. Des Weiteren leitete sie die Arbeiten zum Thema Klimawandel der Organisation Third Generation Environmentalism (E3G) sowie des Worldwide Fund for Nature (WWF). Jennifer Morgan publiziert regelmäßig zu internationalen klimapolitischen Themen.

    Tanja Busse (Journalistin, Deutschland)
    Tanja Busse ist Journalistin und Autorin. Sie schreibt unter anderem für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und als freie Journalistin unter anderem über Ökologie, Ökonomie, Landwirtschaft und Politik. Des Weiteren arbeitet sie als Moderatorin für Magazinsendungen, Konferenzen und Tagungen. Sie ist Autorin mehrerer Bücher, zuletzt erschienen ist Die Wegwerfkuh. Wie unsere Landwirtschaft Tiere verheizt, Bauern ruiniert, Ressourcen verschwendet und was wir dagegen tun können.
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    Details
    Datum:
    6. Juli
    Zeit:
    10:00 – 12:00
    Veranstaltungskategorie:
    Podium
    Veranstalter
    Bündnis „Gipfel für globale Solidarität“
    Veranstaltungsort
    Kampnagel K6
    Jarrestraße 20
    Hamburg, Hamburg 22303 Deutschland + Google Karte

    1. Herr Niemann, es freut mich, wenn Sie im nachhinein noch die Gewalttaten verurteilen. Ich verstehe allerdings nicht, warum sie zum einen gemeinsam mit vielen extremen Gruppierungen kooperiert haben und warum sie mit der sehr kämpferisch formulierten PM nochmal zusätzlich nachgefeuert haben. Als ich die PM gelesen hatte, habe ich mich tierisch geärgert. Besonders diese Formulierung: „Die AbL betrachte Bäuerinnen und Bauern in anderen
      Ländern nicht – wie die hiesige Agrarexport-Industrie – als Konkurrenten bei der
      Eroberung von Absatzmärkten, sondern als Berufskollegen und Mitstreiter bei der
      weltweiten Weiterentwicklung der Landwirtschaft in bäuerlichen Strukturen,
      regionaleren Wirtschaftskreisläufen und fairen internationalen Beziehungen“

      empfinde ich als Unverschämtheit. Sie sprechen pauschal den Landwirten, die auch indirekt Auslandsmärkte bedienen die Kollegialität zu den Berufskollegen im Ausland ab.
      Die Veranstaltung, die Podiumsdiskussion, die sie hier zitieren, ist völlig OK. Hätten Sie auf diese Aufmerksam gemacht- alles i.O.. Stattdessen rufen sie allgemein zum Protest auf und heizten die brodelnde Stimmung in HH nur weiter auf. Von daher wäre eine Distanzierung zum Beispiel schwarzen Block im Vorfeld gut gewesen.

      1. Moin Bernhard,
        was unsere Exporte im Ausland teilweise anrichten, sollte doch sogar dir klar sein! Gerade im Billigbereich, wie bei Hähnchenkleinteilen und gestrecktem Magermilchpulver stören sie in den Importländern dortige Märkte, gehen auf Kosten von mühsam aufgebauten bäuerlichen Strukturen und, was das Schlimmste ist, bringen noch nicht einmal Wertschöpfung für die hiesigen Bauern! Deshalb sind es ja auch niemals diese, die die Billig-Weltmärkte bedienen, sondern unsere „Partner in der Wertschöpfungskette“, in deinem Fall wahrscheinlich Tönnies. Oder hast du schon mal ein Schwein nach Russland exportiert?

        Der Protest gegen diese Form eines Gipfels der wirtschaftlich stärksten Staaten ist sehr gerechtfertigt. Ihre Art von Handelspolitik berücksichtigt nicht die Probleme der schwächeren Länder, es geht letztlich für viele nur um Profit für Großkonzerne. Dazu gaben die verschiedenen alternativen Veranstaltungen und auch die großen Demos, die weitgehend friedlich verliefen, wichtige Denkanstöße. Von gewaltbereiten Demonstranten, die diese Demos für sich nutzen, können wir uns doch nicht an der Ausübung unseres Demonstrationsrechtes hindern lassen! Du solltest es endlich mal unterlassen, jede alternative Interessenvertretung von Bäuerinnen und Bauern, die sich auch mal mit den WICHTIGEN Problemen in der Landwirtschaft auseinandersetzt, in die kriminelle Ecke zu drängen! Das hast du auch schon bei der Demo anlässlich der Milchkrise in Brüssel versucht! Sag doch einfach, dass dir Kritik an den herrschenden Strukturen in der Wirtschft allgemein und im landwirtschaftlichen Bereich im Besonderen nicht passt und du dich als Vertreter einer Wertschöpfungspartnerschaft, ganz im Sinne des Bauernverbandes, verstehst. Dann wird deine Position klarer. Die ist ja legitim, genau wie unsere, nur eben nicht zielführend, wenn es um den Erhalt bäuerlicher Betriebe geht.

        1. Du differenzierst, sprichst davon dass die Exporte teilweise schädlich für die Märkte sein können. In der PM wird nicht differenziert und offenbar zwischen guten (AbL) und bösen Landwirten unterschieden.
          Wenn man Bündnisse eingeht, dann sollte man schon genau hinschauen, mit wem man sich da zusammen tut. bei NoG20 sind da Gruppen dabei gewesen, die den Einsatz von Gewalt für legitim hielten. Für mich wäre es ein Zeichen von Zivilcourage, wenn man sich (am besten vorher) klar von Gewalt und Krawall distanziert und nicht mit Gruppen wie der IL kooperiert.
          Die ganzen (durchaus berechtigten) friedlichen Demos gehen nun in der Gewaltberichterstattung unter. Da hat die AbL indierekt auch verloren, weil ihre Positionen kaum Beachtung finden…
          Bei WHES in Berlin haben die Organisationen auch begriffen, dass mit Tierrechtsorganisationen keine Demo FÜR die Landwirtschaft zu machen ist. Da wurde aus Fehlern der Vergangenheit gelernt.
          Zu den Krawallen von Brüssel: ich fand das damals (als Augenzeuge) sehr befremdlich. Die massiven Beschimpfungen von Berufskollegen (BDM), offensichtlich weil ich ein Shirt des DBV übergestreift hatte, habe ich noch nicht vergessen.
          Für seine Ziele darf man (und sollte man) gerne kämpfen- aber bitte gewaltfrei!

  3. Das geht gar nicht, was der Interviewte sagt und nicht sagt, aber andeutet. So etwas verachte ich. Vielleicht wäre doch eine klare Abgrenzung der AbL von gewissen Gruppen sinnvoll. Das ändert nichts daran, dass der obige Artikel gehässiges Gewäsch nach Art von Fake-news-Seite ist, denn diese Verbindung wird nicht herausgearbeitet.

  4. so und 10 Tage später stellt sich dann raus, das jede Menge Nazis / Krawalltouris und lauter bekloppte (von BEIDEN Seiten) im Getümmel waren . Warum jetzt mehrfach die IL genannt wird , ist mir schleierhaft.

    Was hat Autos anzünden und Steine werfen mit linker Denkweise zu tun?

    Aber der Eingangspost ist ja (wieder mal ) Realsatire:
    Mich erschüttern die Krawalle und Gewaltszenen aus Hamburg, die auf allen Kanälen (TV und Social Media) zu sehen sind. Ich persönlich verstehe nicht, aus welchem Grund man Gegen dieses G20-Treffen sein kann. Ich finde es sehr gut und wichtig, dass die wichtigsten Staatenlenker sich treffen und miteinander reden. Die direkte Kommunikation kann viele Missverständnisse vermeiden und ist in meinen Augen trotz aller modernen Kommunikationskanäle unverzichtbar

    wen das nicht erschüttert, sidn Pr+gelcops und Hartmut Dudde.Sowie den Vandalen

    Ich persönlich verstehe nicht und das ist erst gemeint, wie man für G20 sein kann. Was genau soll jetzt so toll daran sein, in Zeiten von VR/ Skype, globaler Vernetzung sich für 48 H mit 100 Themen zu beschäftigen und dann ein Drama wegen Kommas und Wenns und Abers im Abschlusscommunique zu machen . Lächerlich. Es wird nichts dabei rumkommen. Null. Oder kann sich einer an die Weltbewegenden Beschlüsse von Heiligendamm / Genua erinnern.

    und der schöne Hinweis vom Verfassungsschutz beobachtet ist der ADELSTITEL schlechthin!!! Die tun was „for the many, not the few“, deswegen schaut da der VS hin.

    Kurze Erinnerungshilfe: die NSU Akten 120 Jahre unter Verschluss , diverse Zeugen am Vortag an Selbstmord gestorben oder hatten Spontandiabetis , aber attac muss irgendwie diffamiert werden, Herr lass Hirn regnen

    Und der vollkommen überflüssige Kommentar zur Distanzierung. Da bekomm ich echt Zustände.

    Hat sich hier irgendwer von Anders Breivik distanziert ???? Aber Hallo, ist immerhin ein weisser Christ aus dem Westen!!

    PS: 600 MRD geben die USA PRO JAHR für Kriegsgerät aus !! PRO JAHR. Deine Hoffnung in allen Ähren , aber das wird mit den aktuellen Regierungen nix. HK , KMW , Rheinmetall freuen sich schon auf die nächste Jahre.

    PPS: schlimme zustände einmal anders: ich empfehlen jedem mal eine YT Tour über Homs oder Moussul zu machen oder eine andere Stadt, in die der Westen Frieden und Demokratie gebracht hat, da sind 1000 bekloppte dann ein Kindergeburtstag (PPPS ich distanziere mich von aller körperlicher Gewalt gg. Menschen)

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