Schlagwort-Archive: BfR

Nuhr Glyphosat

Glyphosat-Hysterie

Der Comedian Dieter Nuhr hat in seiner jüngsten Sendung in der ARD die Zusammenhänge bei der Bewertung des Totalherbizids Glyphosat gut verständlich und vor allem richtig dargestellt. Da fragt man sich doch, warum das nicht den meisten Journalisten gelingen möchte?

Die ganze Sendung ist in der Mediathek und bei Youtube aufrufbar. Im Anschluss an die Glyphosatszene, nimmt Dieter Nuhr auch noch Veganer, PeTA und Essreligionen auf die Schippe (ab Minute 34:00). Es lohnt also dort mal reinzugucken. Nuhr Glyphosat weiterlesen

BfR- standhaft und unabhängig

Durch den scheinbar endlosen Kampf ums Glyphosat ist das international renomierte Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zwischen die Fronten geraten. Viele Grüne und NGOs zweifeln immer mehr an die Unabhängigkeit des Institutes.

Für die Kritiker steht zweifelsfrei fest, dass der Wirkstoff Glyphosat der Ursprung vielen Übels ist. Die Bedrohung der Volksgesundheit durch Krebs und das Insektensterben lasten sie immer wieder gerne dem Glyphosat an, das in den 70ern einst von Monsanto, dem führenden Konzern bei der grünen Gentechnik, erfunden wurde.

Die Unabhängigkeit der Risikobewertung war renate Künast sehr wichtig, als sie das BfR vor 15 Jahren gründete... und das ist auch heute noch so, denn das BfR lässt sich nicht einmal von den Grünen reinreden

Und weil ihr Urteil bereits feststeht, muss ja logischerweise mit der BfR- standhaft und unabhängig weiterlesen

Glyphosat: Europa, quo vadis?

Warum die Entscheidungsfindung ums Glyphosat ein Trauerspiel für die Glaubwürdigkeit der europäischen Institutionen ist

Die EU, das europäische Parlament, die EU-Kommission ringt um eine weitere Zulassung des umstrittenen und symbolpolitischen Wirkstoffes Glyphosat. Susanne Günther hat auf ihrem Blog einen Kommentar veröffentlicht, der ziemlich genau auch meine Gedanken zusammenfasst.

ein Kommentar von Susanne Günther

Das Europäische Parlament hat diese Woche eine Resolution verabschiedet: Das Gremium fordert darin ein endgültiges Verbot des Herbizid-Wirkstoffs Glyphosat bis zum Jahr 2022. Auf Twitter wird diese Meldung illustriert mit einem Flugzeug, das anscheinend Pflanzenschutzmittel ausbringt, – ein Verfahren, das in der EU für landwirtschaftliche Zwecke bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Steilhänge im Weinbau) verboten ist:

Es ist nicht die erste Entscheidung des Parlamentes zum Thema: Glyphosat: Europa, quo vadis? weiterlesen

Der Künast-Ökozid

von Sönke Hauschild, Bauernverband Schleswig-Holstein

Im Oktober 2016 ging es in Den Haag um Großes: Da stand die künftige Bayer-Tochter Monsanto vor einem „Tribunal“. Nein, nicht vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Sondern auf dessen Vorplatz. Es war ein Schauprozess der maximale Medienabdeckung garantierte. Gestern noch berichtete „arte“ darüber (Link). Angst bildet offenbar…

"Wenn Fakten eine politische Agenda durchkreuzen, werden die Fakten in Frage gestellt, nicht die Agenda" Zitat von Bernhard Url, EFSA-Direktor zur Glyphosat-Diskussion

Ökozid- eine neue Wortschöpfung

Ziel war es, den „Ökozid“ – in geschickter Anlehnung an den „Genozid“, Völkermord – als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuprangern. Ökozid hört sich giftig an und meint die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Botschafterin des Tribunals war übrigens die Grüne und Juristin Renate Künast. Künast verhandelt für die Grünen derzeit das Agrarkapitel in der Berliner Jamaika-Sondierung.

Interessant wird es, wenn es um das Ziel des Schauspiels geht: Das Tribunal sollte

„bezüglich der Gefahren der industriellen und chemischen Landwirtschaft und der Notwendigkeit, das landwirtschaftliche Paradigma zu ändern“

sensibilisieren. Monsanto ist also nur der Platzhalter für ein System, das man angreift – und das uns zugleich ernährt.

Landwirtschaft ist leistungsfähig und effizient

Innerhalb von 20 Jahren hat die weltweite Landwirtschaft es geschafft, zwei Milliarden Menschen mehr satt zu machen. In deutschen Lebensmitteln nähern sich Rückstandswerte von Pflanzenschutzmitteln oder Antibiotika dem Promillebereich. Unsere Landwirtschaft hat ihre Emissionen innerhalb von 25 Jahren um 15 % verringert, im selben Zeitraum aber die Produktivität bei Getreide um 28 % und bei Milch um 16 % gesteigert.

Das alles reicht nicht.
Im Gegenteil: All dies dient vielmehr als Beweismittel des Ökozids. Denn ohne „Pestizide“ wäre das nicht möglich gewesen. Es erschreckt, wenn eine Juristin mit Bundestagsmandat sich für Schauprozesse engagiert. Denn es erinnert fatal an Staaten, denen demokratische Regeln zur Durchsetzung fehlen.

staatliche Institutionen werden diskreditiert

Schlimm ist es, wie man mit dem Präsidenten des von Künast gegründeten Bundesinstitutes für Risikobewertung umspringt. Prof. Dr. Andreas Hensel wird vorgeworfen, er habe ungeprüft Studien von Monsanto übernommen. Doch bleibt er klar auf wissenschaftlicher Linie:

„Die Bewertung sämtlicher Bewertungsbehörden europa- und weltweit ist glasklar: Glyphosat ist nach dem derzeitigen Stand des Wissens nicht als krebserregend einzustufen.“

Auch das JKI, UBA oder das BVL haben Zuarbeiten für den Bericht geliefert.

„Wenn inhaltlich nichts mehr geht und einem die Argumente ausgehen, zerstört man die Reputation der Behörden und Experten,“

bedauert Hensel den versuchten „BfR-zid“.

zweierlei Maß

Dabei ignoriert man den echten Ökozid, die weltweite Ernährungskrise. Offenbar ist es egal, ob nun ein paar hundert Millionen mehr oder weniger hungern. Schuld sind ja doch die anderen. Doch wie schwierig stabile Felderträge ohne Pflanzenschutz sind, zeigt auch der Ökolandbau. Verteidigt die Politik deshalb Kaliumphosphonat als Mittel gegen Pilzerkrankungen im Ökolandbau? Der Irrsinn: Auch Glyphosat ist ein (Glycin-)Phosphonat. Der Unterschied: Politisch.

ohne nachhaltige Intensivierung lässt sich Hunger nicht bekämpfen

Früher diente die klassische Landwirtschaft der Ernährungssicherung. Heute dient sie als Fanal des Weltunterganges. Doch wohin führt uns dieser Weg? In den 1970er Jahren machte die Grüne Revolution mittels Düngung, Pflanzenschutz und neuen Hochertragssorten aus Import- Exportländer für Lebensmittel. Doch die Dividende dieser Revolution ist längst „aufgegessen“. Ohne einen Nachschlag, eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft, droht ein echtes Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Der Genozid, durch Hunger, Frau Künast.

Politik muss Nein zu Glyphosat sagen?

In einem aktuellen Kommentar fordert Claudia Plaß von NDRinfo ein NEIN zu Glyphosat.

Meine Antwort stelle ich hier mit einigen ndr_info_glyphosat_plassZusatzinformationen online:

Sehr geehrte Frau Plaß,
Sie fordern in Ihrem Kommentar eine schonende Bodenbearbeitung. Vielleicht sollten Sie wissen, dass die konservierende Bodenbearbeitung ohne Unkrautregulierung per Glyphosat nur schwer umzusetzen ist. Das Gegenteil wird mit einem Verbot bewirkt. Es wird wieder vermehrt gepflügt werden, die Intensität der Bodenbearbeitung wird wieder zunehmen. Die Folge wird dann

  • vermehrte Bodenerosion durch Wind und Wasser
  • Abbau der organischen Substanz (verschlechtert auch die CO2-Bilanz)
  • Reduzierung des Bodenlebens
  • schlechtere Wassernutzungseffizienz wegen höherer Verdunstung
  • Ausweichen auf neue, wenig getestete Herbizid-Cocktails sein.

Politik muss Nein zu Glyphosat sagen? weiterlesen

tweet des Tages – mit @p_humm

twitter_philipp_hummelZugegeben: Der tweet, den ich heute vorstellen möchte, ist ein paar Tage alt.Aber es wird morgen oder übermorgen vermutlich wohl die nächste Angriffswelle von Big GREEN gegen das Totalherbizid Glyphosat geben. Mit diesen Angriffen gegen den umstrittenen Wirkstoff wird leider auch gleichzeitig die Unabhängigkeit und Seriösität des Bundesinstitutes für Risikotwitter_logobewertung (BfR) in Frage gestellt. Dabei ist die Unabhängigkeit des BfR unheimlich wichtig. Das hat die ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast vor 13 Jahren bei der Gründung des Institutes auch so gesehen: tweet des Tages – mit @p_humm weiterlesen

Glypho-Fiktion, Teil 4

Kalkulierte Skandalmeldung?

Als im Juni vergangenen Jahres die Bundestagsfraktion der Bündnisgrünen die Pressemitteilung zu den Glyphosatfunden in Muttermilch herausbrachte, setze sich eine gewaltige Medien-Maschinerie in Gang. Nahezu alle Medien nahmen das Thema auf und berichteten darüber, sogar die Tagesschau. Die wenigsten Journalisten hielten es in dieser hektischen Zeit allerdings für nötig, diese Meldung etwas zu hinterfragen. Stattdessen wurden in der Bevölkerung und speziell bei stillenden Müttern Ängste geschürt.

breite Medienwirkung
Die das Suchergebnis bei Google weist auf eine breite Medienwirkung hin

fragezeichenIch frage mich, ob die Initiatoren der unwissenschaftlichen Studie, die Wirkung in den Medien ganz bewusst einkalkuliert haben, um das Zulassungsverfahren des Pflanzenschutzmittels Glyphosat zu torpedieren?  Glypho-Fiktion, Teil 4 weiterlesen

Glypho-Fiktion, Teil 3

In Teil 3 der Glypho-Fiktion-Reihe möchte ich Ludger Weß* rebloggen:

WIE MAN SÄUGLINGE FÜR POLITISCHE KAMPAGNEN MISSBRAUCHT

Ludger Weß (Facebook-Profilbild)
Ludger Weß (Facebook-Profilbild)

Schon in der Antike wusste man – der griechische Historiker Thukydides hat darüber geschrieben -, dass Angst eine Haupttriebkraft für das politische Handeln ist. Mit Angst gewinnt man Unterstützer und zieht das Wahlvolk auf seine Seite.

Niemand beherzigt diese Erkenntnis heute so perfekt wie Umweltschutz-NGOs und ihre Lobbyisten in Parteien und Parlamenten. Die größte Angst kann man schüren, wenn man Müttern einredet, ihre Kinder würden vergiftet – durch Impfstoffe, Vitamin D, Fluor im Trinkwasser oder Gift in der Nahrung. Auf die Spitze treiben lässt sich die Angst durch die Behauptung, Mütter würden ihren Kindern durch das Stillen schwerste Gesundheitsschäden  zufügen.

Genau mit dieser Behauptung – Muttermilch sei durch „wahrscheinlich krebserregendes Pflanzengift“ verseucht -, ging die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Juni 2016 an die Öffentlichkeit. Die Fraktion hatte eine Untersuchung von 16 Glypho-Fiktion, Teil 3 weiterlesen

Glypho-Fiktion, Teil 2

Bauernverband_SH_logoAuf der Facebookseite des Bauernverbandes Schleswig-Holstein ist folgender Kommentar zum Thema Glyphosat und Muttermilch zu lesen:

Grüner Jubel: Endlich amtliche Muttermilch-Tests auf Glyphosat!

Im Juni 2015 ließen Bündnis 90/Die Grünen 16 Muttermilch-Stichproben auf Glyphosat testen. Die Ergebnisse waren „zunächst“ alarmierend, so die Grünen heute. Nein! Sie waren nicht alarmierend, sie waren falsch. Denn, das geben die Grünen heute selber zu: Es gab zu diesem Zeitpunkt noch keine Testmethode.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) entwickelte daraufhin Testverfahren für Glyphosat in Muttermilch und untersuchte jetzt 114 Proben. Ergebnis: In keiner Probe wurde Glyphosat oberhalb der Nachweisgrenze gefunden. Noch einmal: In keiner Probe. Glypho-Fiktion, Teil 2 weiterlesen

Glypho-Fiktion, Teil 1

snap_grüne_muttermilch_glyphosatEnde Juni vergangenen Jahres sorgte die Bundestagsfraktion der Bündnisgrünen für Aufregung in der Öffentlichkeit und vor allem bei stillenden Müttern. Sie behaupteten, in mehreren Muttermilchproben Spuren von Glyphosat, einem höchst umstrittenen Pflanzenschutzmittel, gefunden zu haben.
Schon damals kamen sehr viele Zweifel auf, was die Seriosität der Messungen und der Bewertung der Laborergebnisse anbelangte.

BlogAgrar berichtete in folgenden Posts von der reißerischen Kampagne:

bfr_logoJetzt bestätigt eine vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Auftrag gegebene Studie hochoffiziell, dass kein Glyphosat in Muttermilch nachweisbar ist und die Testverfahren der Studie der grünen Bundestagsfraktion nicht geeignet waren, Glyphosat zu bestimmen- schon gar nicht in so niedrigen Konzentrationen wie damals behauptet.


Ich möchte nun einen ersten Kommentar meiner geschätzten Kollegin Susanne Günther rebloggen. Sie schreibt in ihrem Blog schillipaeppa.net:

Die Grünen in der Pestizid-Sackgasse: Kein Glyphosat in Muttermilch nachweisbar

Im vergangenen Sommer ließ die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen 16 Muttermilch-Stichproben auf Glyphosat untersuchen. Bei der Analyse, die man von einem tiermedizinischen Labor  durchführen ließ, wurden die Grünen fündig und schlugen Alarm: Glypho-Fiktion, Teil 1 weiterlesen