Grüne geistige Brandstiftung? Teil 4

Grüne geistige Brandstiftung – oder wenn die moralische Feuerwehr zum Feuerteufel wird. Eine Analyse.

Teil 4 – Glyphosat

Läuft die Internet-Kommunikation von Bündnis 90 / Die Grünen zur konventionellen Landwirtschaft auf geistige Brandstiftung hinaus? Seit mehreren Jahren verfolge ich intensiv bei Facebook, was bzw. wie die Partei kommuniziert, seit einiger Zeit auch bei Twitter. Mein Fazit: Es wird diffamiert, was das Zeug hält. – Fortsetzung –

Teil 1: Einleitung (5. März 2018)
Teil 2: Massentierhaltung (11. März 2018)
Teil 3: Antibiotika (11. März 2018)
Teil 4: Glyphosat (15. März 2018)

Die Haltung von Bündnis 90 / Die Grünen zu Glyphosat ist eindeutig: Sie haben das Pflanzenschutzmittel satt, wie zahlreiche Spitzenpolitiker noch auf der diesjährigen „Wir haben es satt“-Demonstration im Januar zum Ausdruck brachten. Das Transparent weiter unten belegt es.

Man beachte den Totenkopf auf der Sprühflasche – das Gefahrensymbol für „giftig“ und „sehr giftig“. Nun gilt unverändert, dass die Dosis das Gift macht, und nach diesem Grundsatz wird das Pflanzenschutzmittel hierzulande auch ausgebracht. Leider finden diese wesentlichen Details keine Berücksichtigung in dem Glyphosat-Narrativ der Grünen.

Was impliziert also die Aussage auf dem Transparent? Da sich das Pflanzenschutzmittel nicht selber ausbringt, vergiften Deutschlands Landwirte ihre Mitbürger.

Politiker tragen Transparent vor sich her
Die Spitzen von Bündnis 90 / Die Grünen demonstrieren 2018 in Berlin. https://www.gruene.de/ueber-uns/2018/wir-haben-agrarindustrie-satt.html, 17.01.2018

Glyphosat = Gift?

Dass Glyphosat Gift ist gehört mittlerweile zum grünen Standardrepertoire. Die Politiker tragen es auf Plakaten vor sich her, halten Schilder in die Höhe, twittern es und posten entsprechende Nachrichten bei Facebook. Dementsprechend oft ist die Forderung nach Essen ohne Gift zu vernehmen.

Gift im Essen? Gefühlt würde ich sagen: Das kann nicht stimmen. Unser Essen muss sauber sein, schließlich steigt die Lebenserwartung der Deutschen seit Jahrzehnten, trotzdem Glyphosat seit 40 Jahren zum Einsatz kommt.

Bloß bringen Gefühle einen nicht weiter, dafür aber Fakten. Und die sind eindeutig, wie Rückstandskontrollen belegen: Wir brauchen uns keine Sorgen um unsere Nahrung machen.

Faktenlage:

  1. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelkontrolle (BVL): „Kontrollprogramme, Auswertungen und Berichte zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln“
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „Fragen und Antworten zu Pflanzenschutzmittelrückständen in Lebensmitteln“
  3. Immer wieder lesenswert ist der Beitrag von Andreas von Tiedemann, Professor für Pflanzenpathologie: „Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten“

Leider ficht dies die Grünen nicht an, wie Renate Künast noch im vergangenen Jahr auf dem Bundesparteitag forderte: Essen ohne Gift!

„Die Mär von der verseuchten Muttermilch“

2015 ließen einige Parteimitglieder gar Muttermilch auf Glyphosatrückstände untersuchen. Dass das Untersuchungsdesign nicht einmal wissenschaftlichen Minimalstandards Genüge tat, interessierte dabei niemanden. Stattdessen trommelte die Partei lautstark und öffentlichkeitswirksam mit dem Ergebnis. Resultat: Junge Eltern machten sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder.

Zwei Wissenschaftsjournalistinnen vom Stern gingen der Sache auf den Grund (1. Juli 2015) und deckten auf: „Die Mär von der verseuchten Muttermilch“

Screenshot
Keine wissenschaftliche Grundlage – trotzdem Panik schüren

In dem Artikel wird Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik, mit folgenden Worten zitiert:

Screenshot Zitat
„Verantwortungsloses Handeln“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

„Bundesregierung hofiert  Agrochemielobby“

Logischerweise schlug die Zustimmung von Landwirtschaftsminister Christian Schmidt auf EU-Ebene, Glyphosat weiter zuzulassen, hohe Empörungswellen. Weitere fünf Jahre GIFT auf deutschen Äckern!

Screenshot Tweet
Martin Häusling: BMEL „vergiftet Europa“ (Tweet vom 27.11.2017)

Der Grund für die Zustimmung? Dem Screenshot weiter unten zufolge ist klar: Die „Bundesregierung hofiert Agrochemielobby“. Es wird also unterstellt, die Regierung sei – was? Käuflich? Manipuliert? Beeinflusst? Schleimt sich bei einer wie auch immer gearteten Lobby ein?

Ein harter Vorwurf, der da zu vernehmen war, denn was  impliziert er? Eine bundesdeutsche Partei der mittlerweile sehr bürgerlichen Mitte untergräbt das Vertrauen in eine demokratische Institution – ohne Angabe von Beweisen. Die Bloggerin Schillipaeppa hat dazu am 1. März 2016 einen Blogpost verfasst, der passenderweise tituliert ist: Es brennt! 

Christian Schmidt mit Akten unterm Arm
Ist Christian Schmidt die personifizierte Hofierung der Agrochemielobby? (https://www.gruene-bundestag.de/glyphosat/bundesregierung-hofiert-agrochemielobby-04-12-2017.html, 04.12.2017)

Der Screenshot macht macht ferner darauf aufmerksam, dass der Bundesregierung in toto die Gesundheit der Bevölkerung egal ist. Selbiges gilt für die Umwelt.

Was an sich schon starker Tobak ist. Die Krönung ist allerdings die Tatsache, dass durch das Photo der damalige Landwirtschaftsminister Christian Schmidt in personam als Aufhänger für den Vorwurf der Nähe zur Agrochemielobby herhalten muss. Warum das bemerkenswert ist?

Bereits am 29.11. 2017 waren die Zeitungen voll von Berichten über Morddrohungen gegen Schmidt, nachdem dieser der weiteren Glyphosat-Zulassung auf EU-Ebene zugestimmt hatte. Ich hänge mich vermutlich nicht sehr weit aus dem Fenster mit der Behauptung, die Grünen haben dies mitbekommen.

Was haben sich die Grünen bei der Veröffentlichung dieses Photos zu einem solchen Zeitpunkt gedacht? Interessant ist in diesem Kontext daher die Aussage von Grünen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ ):

Screenshot
Verrohung von Politikern ist – nicht akzeptabel? (https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/995810/goering-eckardt-grosser-wunsch-bei-gruenen-nach-duo-habeck-baerbock, 20.12.2017)

Verrohung im Umgang mit Politikern ist nicht aktzeptabel!

Es war richtig und wichtig von Katrin Göring-Eckardt, sich in dem NOZ-Interview vor Christian Schmidt zu stellen. Auch klarzustellen, dass eine „Verrohung im Umgang mit Politikern nicht akzeptabel sei“. Aber – ist es nicht Verrohung seitens der grünen Bundestagsfraktion zu behaupten, einer ganzen Bundesregierung ist das Wohlergehen der Bevölkerung egal?

Ein anderer, der den Begriff der Verrohung mit Blick auf Bündnis 90/Die Grünen angesprochen hat,  ist Ludger Weß. Am 25. April warf der Wissenschaftsjournalist der Partei in dem Online-Debattenmagazin Salonkolumnisten (Beitrag „Ökologisch umgebaute Fakten“) eine „Verrohung des Denkens“ vor. Er begründete dies damit, dass sie:

Wissenschaft wird nur dann akzeptiert, wenn ihre Ergebnisse der eigenen Politik dienen, etwa auf dem Gebiet der Klima- und Genderforschung. Widersprechen die Resultate den eigenen politischen Forderungen – zum Beispiel beim Thema Glyphosat, den Vorzügen der grünen Gentechnik, der Landwirtschaft oder dem Goldenen Reis – sind die Forscher Störenfriede und Feinde. Die Wortführer der Partei diskreditieren solche Wissenschaftler und ihre Ergebnisse mit einer Verve, die Steve Bannon von Breitbart News in nichts nachsteht.

Der Journalist liegt richtig, wie ein weiterer Screenshot aus dem NOZ-Interview andeutet.  Es geht um die Bewertung der WHO-Agentur IARC, Glyphosat sei wahrscheinlich krebserregend. Frau Göring-Eckardt insistierte im Interview, dass Studien nahelegen, es gebe die Möglichkeit eines Risikos.

Screenshot
Welche Studien legen Kanzerogenität nahe? Katrin Göring-Eckardt im NOZ-Interview

Dann wäre da die folgende Aussage zur Kanzerogenität von Glyphosat, die Bündnis 90/Die Grünen noch zu Beginn 2018 online gestellt hatten:

Screenshot
Glyphosat gefährdet die Gesundheit – der Beweis? (https://www.gruene.de/ueber-uns, 09.01.2018)

Ich bin der Meinung, Verrohung ist zu wissen, dass das Thema Kanzerogenität vom Tisch ist, dies aber zu ignorieren. Die Partei ist sämtlichen Erkenntnissen zum Trotz nicht willens, das Thema auch nur ansatzweise differenziert zu diskutieren. Stattdessen lassen sie allen Erkenntnissen zum Trotz die Öffentlichkeit weiterhin wissen, dass – denn darauf läuft es unterm Strich hinaus – konventionelle Landwirte ihre Landsleute wissentlich Krebsrisiken aussetzen.

Frau Göring-Eckardt, warum machen Sie und Ihre Kollegen das? Ich verstehe es einfach nicht. Ist Ihnen nicht klar, dass Sie damit Menschen ohne Not in Sorge versetzen? Wissen Sie nicht, dass man nicht mit der Angst von Menschen um Ihre Gesundheit spielt?

Schließlich ist der Kenntnisstand (und das wurde den Grünen in den Sozialen Medien auch vielfach kommuniziert), folgender:

  1. Die IARC ist die einzige Agentur, die Glyphosat mit „wahrscheinlich krebserregend“ bewertet. Sämtliche Bewertungsbehörden weltweit kommen mittels etablierter international anerkannter toxikologischer Standardverfahren zu dem Schluss, dass Glyphosat nach derzeitigem Stand des Wissens nicht als krebserregend einzustufen ist.
  2. Aus formal-wissenschaftlichen Gründen ist eine wesentliche Studie nicht in Bewertungsprozedere eingeflossen. Die Untersuchungsergebnisse waren allerdings bekannt, wie ein IARC-Kommissionsmitglied aussagte. Wäre sie berücksichtigt worden, hätte es das Verdikt „wahrscheinlich krebserregend“ wohl nie ergeben. Sämtliche Details können hier nachgelesen werden: „Cancer agency left in the dark over glyphosate evidence“(June 14, 2017). Besagte Studie ist mittlerweile veröffentlicht: „Glyphosate User and Cancer Incidence in the Agricultural Health Study“ (09.11.2017).
  3. Mittlerweile sind diverse Informationen ans Licht der Öffentlichkeit geraten, die das IARC-Bewertungsprozedere sowie die Umstände in ein negatives Bild rücken. Unter anderem hat die Online Nachrichten-Plattform Reuters einen Beitrag veröffentlicht, in dem der Verdacht der Manipulation in den Raum gestellt wird: „In glyphosate review, WHO cancer agency edited out “non-carcinogenic” findings“ (19.10.2017)

Die umfangreichste Materialsammlung zum Thema im deutschsprachigen Raum hat die Bloggerin Schillipaeppa veröffentlicht. Sie eine der wenigen Menschen hierzulande, die akribisch in die Breite und Tiefe recherchiert. Wer es nachlesen möchte: Ihre Blogposts sind verschlagwortet. Man gebe bei Google schillipaeppa + IARC ein bzw. schillipaeppa + portier papers.

Wissenschaft im Grünen-Narrativ

An dieser Stelle möchte ich kurz abschweifen und auf oben genanntes NOZ-Interview mit Katrin Göring-Eckardt eingehen. Grund: Es entlarvt (stellvertretend für die Haltung vieler Grünen-Politiker) den Stellenwert, den sie der Wissenschaft einräumt.

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Vertrauen in skeptische Studien schlägt Wissenschaft. Katrin Göring-Eckardt im NOZ-Interview.

Katrin Göring-Eckardt bekennt sich hier ausdrücklich zum a-wissenschaftlichen Cherry-Picking. Auf Hochdeutsch bedeutet dies (frei nach Pippi Langstrumpf): „Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt.“ Und wie bei Pippi gilt auch bei den Grünen: „Jeder, der uns mag, der kriegt unser Alphabet gelernt“.

Auch Renate Künast legt keine Wissenschafts-Affinität an den Tag. Beleg ist ihre folgende Tweet-Unterhaltung mit dem BlogAgrar-Betreiber Bernhard Barkmann: Alles zu Glyphosat soll auf den Tisch gelegt und bewertet werden. Will heißen auch Studien, die kein Wissenschaftler, der was auf sich hält, auch nur mit der Zange anpacken würde (an dieser Stelle habe ich einen Wikipedia-Eintrag zu Gilles-Éric Séralini verlinkt.).

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Eigentor! Denn „Keine Vorurteile“ heißt: Wissenschaftliche Qualität gibt den Ausschlag.

Was macht unser Essen ungenießbar?

Zurück zum „rücksichtslosen“ Vorgehen von Bundesregierung und Minister Schmidt: Auch im Januar 2018 ist man mit der Bundesregierung und Minister Schmidt noch nicht fertig. Das Thema „wahrscheinlich krebserregend“ ist längst vom Tisch. Negative Auswirkungen von Glyphosat auf die Umwelt sind nicht bekannt. Trotzdem unterstellt man, Lobbyinteressen seien wichtiger als die Gesundheit der der Verbraucher und auch wichtiger als die Umwelt.

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Lobbyinteressen vor Umwelt und Gesundheit? (https://www.gruene.de/ueber-uns/2017/besser-ohne-glyphosat.html, 09.01.2018)

Mit einem „Gift und Tierquälerei“-Video  stimmt man sich kurze Zeit später am 20. Januar  auf die bevorstehende „Wir haben es satt“-Demo ein. Es zeigt ein verzweifelt weinendes Kind. Unter anderem wird der Satz eingespielt: Niemand mag Tierquälerei und Gift im Essen.

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Einstimmung auf die Demo: Deutschland’s Landwirte quälen Tiere und vergiften ihre Landsleute. Wirklich? (https://www.facebook.com/B90DieGruenen/videos/10156936646143219/, 19.01.2018)

Bärbel Höhn wiederum impliziert Anfang Februar eine Gesundheitsgefährdung.

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Glyphosat schadet Ihrer Gesundheit? (https://twitter.com/BaerbelHoehn/status/961917544838893568, 09.02.2018)

Da ist es, immer wieder: GIFT! Sowie die Anspielung, um unsere Gesundheit sei es schlecht bestellt. Die Lobbynähe, die wichtiger sei als alles andere. Langsam stelle ich mir die Frage: Was vergiftet eigentlich unser Essen? Glyphosat ist es ja nachweislich nicht.  

Werte Politiker von Bündnis 90/Die Grünen, bitte rüsten Sie in Ihrer Kommunikation ab! Hören Sie bitte mit der faktenbefreiten Panikmache auf. Nehmen Sie Rücksicht darauf, dass Sie es mit Menschen zu tun haben. Mit Landwirten, die ihre Landsleute NICHT vergiften, und mit besorgten Verbrauchern, die NICHT vergiftet werden.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass es ist die unbegründete Panikmache sein könnte, die Essen vergiftet, und nicht Glyphosat?

50 Gedanken zu „Grüne geistige Brandstiftung? Teil 4

  1. Da waren die Grünen echt auf Brigitte-Niveau oder von so rechten Verschwörungstheorie-Seiten à la Kopp-Verlag.

    Habe das Thema Glyphosat nerdig bei vielen meiner Freunde angesprochen. Die, die was davon mitbekommen haben (Nicht-Landwirte selektieren offenbar meist an diesem Thema vorbei), wussten nur von dem Vorwurf der Krebsgefahr und nicht von dem in Fachkreisen ernsthaft diskutierten Gesichtspunkt des Biodiversitätsverlusts. Sorge um die Gesundheit war nicht festzustellen, auch nicht bei den anwesenden Damen, darunter Mütter. Derartige Kampagnen befördern m.E. eher solche platten Meme von der guten Natur und der bösen (synthetischen) Chemie. Allerdings im erweiterten Pott, in dem ich mich meist bewege, nicht mal das. Viele arbeiten in der Industrie oder für Industrieunternehmen. Ein „Ey hömma, musse Biiio kaufen, sonst krisse Krepps von Glyphosat“ hab ich hier noch nicht gehört. 😉

  2. In dieser Diskussion geht es nicht mehr um Umweltschutz und den Schutz der Gesundheit. Es geht um Deutungshoheit und um Daseinsberechtigung. Die Art uns Weise wie von Seiten der Grünen und verschiedenen anderen NGO`s kommuniziert wird zeigt mir die panische Angst, diese Daseinsberechtigung und Deutungshoheit zu verlieren. Das Paradoxe in meinen Augen ist: Die Lösung von Problemen darf nicht Ziel des Ganzen sein da dann wieder die Daseinsberechtigung reduziert wird.

  3. Lustig, dass Bernhard Barkmann jetzt schon über Twitter-Nachrichten an die paar ihm bekannten Grünen versucht, eine Reaktion auf Frau Annelieses Fleißarbeit hier auf Blogagrar auszulösen. Wahrscheinlich vergeblich, auch für Grüne gibt es halt wichtigere Themen als BKM, Glypho-Hype und Image-Selbstmitleid von Agrarbloggern.

    1. Schon wieder ein Kommentar, der nicht auf den Inhalt des Textes eingeht, sondern ablenkt und sich der Themanauswahl bzw. meinen Twitter-Aktivitäten widmet.
      Es wäre für mich und den interessierten Lesern sicherlich auch interessant zu wissen, wie ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft die undifferenzierten Aussagen, die Unwahrheiten und Übertreibungen einschätzt. Es wäre wirklich schön, wenn auch von Seiten der AbL (die ja eine gewisse Nähe zur grünen Partei haben soll) etwas mäßigend auf die Akteure der Grünen und auch der NGOs eingewirkt werden könnte. Damit hätte die AbL konkret etwas positives für den Berufsstand getan und nicht nur Stallbauvorhaben verhindert (womit in diesen Fällen das Höfesterben auf Raten aktiv eingeleitet wird).
      Das würde dafür sorgen, dass vielleicht tatsächlich wieder einigermaßen sachlich diskutiert werden könnte. Diese „Zuspitzungen“, wie sie Christina Annelies hier in ihrer aufwendigen Recherche, zusammengetragen hat, sorgen nur dafür, dass die Gräben tiefer werden.
      Oder rechtfertigt der Zweck alle Mittel, Ottmar Ilchmann?

      1. Die Verhinderung von übergroßen Stallbauvorhaben IST etwas Positives für den Berufsstand, lieber Bernhard! Denn durch unbegrenztes Wachstum in übervollen Märkten kommt es ansonsten zu Verdrängungsmechanismen, denen gerade kleinere bäuerliche Betriebe zum Opfer fallen, vom Akzeptanzverlust für den gesamten Berufsstand durch übergroße Anlagen ganz zu schweigen.
        Dass du um die Aufmerksamkeit der von dir als Gegner empfundenen Grünen oder der AbL für deine kruden Themen geradezu betteln musst, tut mir leid für dich. Die sachliche Diskussion über Frau Annelieses Fleißaufgaben halte ich aber für müßig, weil die von ihr und dir gewählten Themen nur eine geringe Relevanz für die Landwirte haben. Gefühlt mag das bei manchen anders sein. Ich bitte um Verständnis, dass ich meine Kräfte für relevante Themen einteilen muss. Die für mich wichtigen Themen habe ich kürzlich in der Antwort an Johann Meyer aufgezählt, dazu würde ich gern mal was von dir hören.

        1. Die Liste habe ich gelesen und denke, Sie haben da einen ausgezeichneten Redaktionsplan erarbeitet. Warum betreiben Sie nicht ihren eigenen Blog? Dann können Sie das Agenda-Setting ganz in Ihrem Sinne betreiben.

          1. Die AbL beschäftigt sich natürlich mit diesen und noch manchen anderen Themen intensiv, Frau Anneliese, aber nicht in einem Blog, sondern in der Realität, mit Veranstaltungen, politischer Lobbyarbeit, Aktionen zur Selbsthilfe, Verbreitung von Informationen, usw. Uns geht es darum, konkret was zu erreichen, statt in hermetischen Zirkeln Endlosdiskussionen mit wenigen Gleichgesinnten zu führen, solange, bis man seine eigene Blase für die Realität hält.

        1. Herr Barkmann ,vor langer Zeit wollte ich hier mal eine Diskussion über auskömmliche Einkommen und dazu erforderliche Tierhaltungsgrößen mit den dazugehörigen Erlösen beginnen.
          Wollen wir da nicht weitermachen oder sind Sie ein Befürworter der klassischen Ökonomie?

      2. Zum Thema „Nähe“: Grüne(mit AbL/BDM und Milchboard) und Milchmarkt: siehe Abschnitt „Abnahmeseite“ https://www.maria-heubuch.eu/fileadmin/heubuch/pdf/Faktencheck%20Milch_N%C3%BCrnberger%202015.pdf und wie sie ihre eigenen Leute an einen Seelenverkäufer verhökern, Beispiel: http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/reichelsheim/milchbauer-gerd-arras-aus-gumpen-stellt-auf-bio-um_18042624.htm friendly Fire? B.M.G. ist in der Insolvenz, hat die Abholung eingestellt und die Milch wird jetzt von Anderen abgeholt, die Kosten dafür werden wohl auf alle Milcherzeuger umgelegt.

        1. Die BMG-Pleite ist ein Paradebeispiel für die ungleichen Machtverhältnisse auf dem Milchmarkt. Gut, dass Grüne wie Maria Heubuch diese Verhältnisse durchleuchten und auf Änderungen hinarbeiten. Andere Parteien überlassen alles dem freien Spiel der Marktkräfte, was zu massivem Höfesterben im Milchsektor in den letzten Jahren geführt hat.
          Wer noch darüber jammert, dass alle Milcherzeuger vielleicht für die Kosten der Abholung bei BMG-Lieferanten aufkommen müssen, sollte sich schämen! Ein Minimum an Solidarität sollten sich Bauern doch bewahren!

          1. Schämen müssen die sich, die die Bauern dahingehend beraten haben , wer das ist, dürfte klar zu erlesen sein. Ein Bündeln vor dem Spotmarkt führt mit der Nase vorn ins Höfesterben. Mit der Abholung ist es nicht getan, das Milchgeld muss auch noch erst erwirtschaftet werden! Hängen bald wieder Skelette an den Werksttoren der Molkereigenossenschaften aus Dankbarkeit oder wird gleich blockiert? Mit einer solchen Aktion wollte ja auch mal ein Grüner Punkte für die Kommunalwahl sammeln..ist irgendwie komisch, es wird von ungleichen Machtverhältnissen gefaselt, und Molkereien, die aber in Notzeiten einspringen müssen, Bernhard Barkmann hat völlig recht, verbal abrüsten darf man durchaus erwarten. (Die BMG hat lt. Ta Barometer in den letzten 2 Jahren etwa 4 cent unter dem Niveau einer nordwestdeutschen Genossenschaft gezahlt, berücksichtigt wird dabei nicht , dass es eine Vielzahl von Einzelverträgen mit unterschiedlichen Abmachungen gegeben hat, den einen triffts mehr, den Anderen weniger, soweit zu Solidarität), Preisfrage, das Milchboard hat Provision bekommen????

    2. Lustig? Naheliegend! Es sind für die Grünen unangenehme Beiträge und so ist es daher nur fair, sie wissen zu lassen, dass etwas über sie veröffentlicht wurde. Vielleicht möchte der eine oder andere Stellung beziehen? Sie haben die Möglichkeit, die Kommentarfunktion ist für alle zugänglich.

      Naheliegend auch insofern, als dass ich hoffe (kann nur für mich sprechen), dass es etwas bewirkt. Nachdenklichkeit, Selbstreflexion. Dass die Beiträge nicht nur die Grünen, sondern möglichst viele Menschen erreicht.

      Twittern ist übrigens das Naheliegendste und völlig normal in dem Sinne, dass ich möglichst viele Menschen erreichen möchte. Willkommen im Reich der Sozialen Medien.

      1. Es ist ein großer Vorteil sozialer Medien, dass sich jeder Nutzer wichtig fühlen kann. Das sei auch dem ganzen Blogagrar-Team herzlich gegönnt.

        1. Ich glaube, Sie haben die enorme Bedeutung der Sozialen Medien nicht erkannt, Herr Ilchmann. Wir sind in ein neues Kommunikationszeitalter eingetreten mit neuen Spielregeln. Das Argument „sich wichtig fühlen“ geht meilenweit an der Realität vorbei. Ein Argument ohne inhaltlichen Wumms.

  4. Ich kann Sie und Ihre Mitstreiter doch nicht ganz alleine lassen! Es fällt mir aber zusehends schwerer, mich auf die immer gleichen Themen einzulassen. Da kommt schon eine gewisse Langeweile auf.

    1. Keine Anwesenheitspflicht, Herr Ilchmann. Immer nur fordern ist Komfortzone. Selber machen und sich den rauen Wind um die Nase blasen lassen.

        1. Etwas, wo Sie Ihre Agenda selber setzen und pushen?

          Was den Klarnamen betrifft. Ich war lange mit Klarnamen unterwegs, bis ich aus privaten Gründen (meinem Vater zuliebe) gewechselt habe. Das Resultat? Alles 100 % beim Alten. Ob mit oder ohne Klarnamen: Meine Standpunkte vertrete ich unverändert, und ich finde gleichbleibend Applaus oder werde angepampt bis bedroht. Einen Wunsch hinsichtlich meines vorzeitigen Ablebens habe ich auch mir auch schon eingefangen.

          Daher habe ich besten Grund anzunehmen, dass auch Ihr Verhalten mir gegenüber, Herr Ilchmann, sich keinen Deut ändern würde. Der Name wäre Ralle. Der Grund? Ihnen passen meine Themen nicht, meine Meinung, was auch immer. Und das ist völlig in Ordnung, wir leben in einem pluralistisch verfassten Land. Das sollten Sie auch in Bezug auf meine Person beherzigen.

          Ignorieren Sie mich oder gewöhnen Sie sich an mich, seien Sie gelangweilt oder ungehalten. Ich kann es nicht ändern.

          Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

          1. Ich setze immer selber meine Agenda!
            Und den Klarnamen habe ich nur erwähnt, weil man bei mir genau verfolgen kann was ich mache. Bei Ihnen, Frau Anneliese, weiß ich das nicht. Es sei denn, Ihre Blogbeiträge hier wären Ihre einzige Aktivität, das wäre natürlich traurig.

        2. Den Herrn Ilchmann hört man auf vielen Veranstaltuingen ,wo er offen und ehrlich Rede und Antwort steht.
          Sie hetzen anonym andere Landwirte auf – das ist der Unterschied.
          Das nenne ich feige von Ihnen und von Herrn Barkmann.

          1. Das ist doch ganz einfach, Herr Meyer: Nur immer rummeckern und Forderungen stellen ist viel z einfach und bringt Sie nicht weiter. Werden Sie aktiv, machen Sie Ihr eigenes Forum auf.

          2. Sie WOLLEN es nicht verstehen, Frau Anneliese: Probleme werden nicht in Foren gelöst, da werden sie nur breitgetreten. Ich bin sicher, dass Herr Meyer ganz praktisch an Lösungen arbeitet. Sie verwechseln permanent Medien mit dem richtigen Leben.

          3. Medien, Herr Ilchmann, stellen Öffentlichkeit her. Die sich wiederum wie das ganz normale Leben aus vielen Facetten zusammensetzt.

            Daran werden Sie nichts ändern. Tragen Sie es mit Gelassenheit. Ich kann auch hingehen und immer wieder den gleichen Leuten vormeckern, was mir alles nicht passt, dass andere Leute hetzen, keine Ahnung haben, ohne Klarnamen unterwegs sind, alles falsch machen, dass sie halt blöd sind. Aber was bringt es?

            Man kann auch hingehen und versuchen, die Ärmel hochzukrempeln und es anders zu machen.

            Ich wundere mich übrigens immer wieder, wieso Sie nicht einfach sagen: Die spinnt, die Christina Annelies, und mich ignorieren? Ich gehe Ihnrn doch nur auf die Nerven. Wäre mir viel zu anstrengend.

            Schönen Sonntag, Merr Meyer und Herr Ilchman!

            Ihre Nervensäge

  5. Zitat Ottmar Ilchmann: „von ihr und dir gewählten Themen nur eine geringe Relevanz für die Landwirte haben“ – Herr Ilchmann, Sie scheinen in einem Paralleluniversum zu leben. Die Beitragsserie von Christina Annelies trifft doch genau die Themen, die doch auch Sie, die Grünen und alle anderen Gegner der konventionellen Landwirtschaft seit einigen Jahren auf der Agenda haben. Ihre und die Reaktion anderer hier in der Kommentarspalte zeigen doch „getroffene Hunde bellen“.
    Die ART und WEISE der Kritik an der Landwirtschaft ist gekennzeichnet durch völlig überdrehte, verzerrte, bis zu Fake News verbogene Behauptungen, die als kommunikative Kollateralschäden inzwischen auch einige Hofnachfolger und -innen abschrecken, diesen Beruf zu ergreifen. Ich kenne selbst zwei Fälle, wo genau diese Hetzkampagnen der Tropfen waren, die das Faß zum Überlaufen gebracht haben. Und Sie, Herr Ilchmann, wollen bäuerliche Landwirtschaft fördern?? Lernen Sie erst mal mit Ihren grünen Parteifreunden korrekt zu kommunizieren und fördern Sie keine Hassprediger.

    1. Ich fürchte, Sie irren sich, anonymer Friedrich, die Themen, die anscheinend auch Sie umtreiben, interssieren niemanden außerhalb der Agrarblogger-Blase.

        1. Keine Anwesenheitspflicht, Herr Meyer. Anstatt immer nur meckern – warum machen Sie es nicht besser? Stellen Sie Ihr eigenes Ding auf die Beine und zeigen Sie es allen anderen.

          1. Ich habe schon oft versucht hier einen Dialog in Gang zu bringen in den letzten Jahren-das ist kein Meckern C.A. ,sondern das Wesen des Dialogs.
            Ich dachte Sie wären Hier die Nervensäge.
            Wenn Sie Ihren Namen freigeben ,werde ich bestimmt eine höflichere Kommunikation versuchen.

        2. Herr Meyer, ich bin doch auch für eine ökologische Landwirtschaft. Entscheidend scheint mir aber nicht „naturstofflich“ vs. synthetisch-chemisch zu sein, sondern eine Kombination von alten Kulturtechniken, wie Fruchtfolge und Gründüngung, und modernen biologisch abbaubaren PSM.

          Und vor allem eine grenzlinienreiche vernetzte Feldmark, die Lebensraum für Insekten, Kleinsäuger und Vögel bietet. Vielleicht so wie in Schleswig Holstein verbreitet, oder in der Eifel.

          Der für die Allgemeinheit bezahlbare Weg dahin wäre eine vernünftige Ernährung, nicht durch „Zwang“, sondern durch Einsicht, ja auch durch Anreize, z.B. steuerliche. Eine vernünftige Ernährung ist immer noch fleischarm (genau so gut fleischlos) und stärkebetont (Weizen, Hülsenfrüchte, Kartoffeln) und damit gewiss nicht unschmackhaft. Low Carb, v.a. wenn es mit viel Fleisch durchgeführt wird, ist der Fake der letzten Jahre. Es macht die Leute fett (begünstigt es). Dem könnte C.A. auch mal nachgehen anstatt immer nur einseitige Apologie zu betreiben.

          1. Wenn Sie mir jetzt noch verraten ,was sie unter biologisch abbaubaren PSM verstehen und ihren Namen benutzen dann dient das der Kommunikation.
            Alle Ihre Kommentare zeigen Ihr Hintergrundwissen und den ernsthaften Versuch einen fairen respektvollen Dialog in Gang zu bringen.
            Diesbezüglich fände ich es hilfreich mit Namen weiter teilzunehmen und dadurch andere ebenfalls zur Teilnahme zu bewegen.

          2. Mit „biologisch abbaubaren PSM“ meine ich solche, die im Boden in einer für ein Menschenleben kurzen Zeit (z.B. Vegetationsperiode) ihre Wirkung verlieren und von Mikroorganismen zersetzt werden zu Sauerstoff, CO2, und solchen Stickstoffverbindungen und anderen Stoffen, die im Boden allgegenwärtig sind. Also keine Anreicherung, keine Gefahr einer Kontaminierung, welche man als dauerhafte Schädigung des Bodenhaushalts und der Bodenfunktion definieren könnte. Grob gesagt. Vielleicht können Sie mich eines besseren belehren.

            Die Anerkennung freut mich. Mein Name spielt keine Rolle. Für die Meinungsbildung steht für mich das Argument im Vordergrund. Ich versuche, schlüssig und nachvollziehbar zu argumentieren, und zwar auf dem Boden von Grundwerten, die ich mit sehr vielen Menschen teile. Mich würde man mit Google finden. Sie habe ich nicht gefunden, da ich (noch) nicht weiß welcher „Johann Meyer Landwirt“ Sie sind. Das ist doch unfair. 😉 In meinem Beritt handle ich übrigens auch nicht inkognito.

            Ein interessierter Bürger

          3. AdT,ein freier Bürger hat immer auch einen Namen.
            Damit Sie mich leichter finden Johann Meyer 49637 Menslage /Herbergen.
            Zu den Gefahren von Pestiziden nehme ich gerne Stellung. Ich gehöre auch nicht zu denjenigen ,die glauben, Öko würde auf absehbare Zeit die Ernährungssicherheit gewährleisten können.
            Ich glaube ebenso wie Herr Ilchmann ,daß auch der konventionelle Bauer zum Dorf gehört.

          4. Interessante und brandaktuelle Studie des Weizmann-Instituts: The opportunity cost of animal based diets exceeds all food losses, PNAS March 26, 2018.

            http://www.pnas.org/content/early/2018/03/20/1713820115.full.pdf

            Auf USA bezogen: „We find that although the characteristic
            conventional retail-to-consumer food losses are ≈30% for plant and
            animal products, the opportunity food losses of beef, pork, dairy,
            poultry, and eggs are 96%, 90%, 75%, 50%, and 40%, respectively.“

            Besonderheit: „Expanding earlier work on poultry or plant replacement of beef (17, 22), we examine transitions from each of the major five animal categories into a nutritionally comparable plant-based diet. We expand the exclusive focus on calories and proteins to other important micronutrients to reveal the full nutritional changes entailed in the proposed dietary shifts.“

            Manche werden natürlich sagen: alles nur linksgrüne Ideologie.

          5. Mit solchen Untersuchungen,N.N. machen Sie sich keine Freunde in den Veredelungsregionen oder z.B. auch in Zuckerrübenanbaugebieten.
            Wie stellen Sie sich denn die Nutzung artenreichen Grünlandes oder die Grünlandregionen ohne Rindtiere vor?
            beef scheint ja für Sie der absolute Supergau zu sein.

          6. Gegen extensive Grünlandnutzung habe ich nichts. Mir ist die Bedeutung der Grünlandnutzung und -bewirtschaftung für Biodiversität, Artenschutz und Landeskultur durchaus bewusst. Selbst vom tierethischen Standpunkt kann ich nicht viel dagegen sagen. Wäre eine natürliche Sukzession (Verbuschung, Verwaldung) und ein Wildtierbesatz ähnlich wie in unseren Forsten besser? Ich weiß es nicht.

            Tangiert die Studie überhaupt Grünlandbewirtschaftung, oder bezieht sie sich lediglich auf Ackerfläche (cropland) in den USA? Müsste ich noch mal reinschauen. Jedenfalls dürften die hohen Opportunitätskosten der Rindfleischerzeugung darauf beruhen, dass die Rinder in USA mit hohem Kraftfutteranteil gemästet werden. Selbst die FAO-Studie “Livestock: On our plates or eating at our table?“, Global Food Security 14 (2017), die ja von Bauernverbänden gern irreführend verwendet wird, besagt, dass die Fütterung mit Raufutter in OECD-Ländern eine geringere Rolle spielt als im Weltmaßstab. Demnach werden in OECD-Ländern Wiederkäuer zu 72 % mit Getreide (grain) gefüttert.

            Wird also Grünland genutzt, könnten noch mehr Nahrungsmittel produziert werden. Oder man nimmt Äcker aus der Produktion – und bewirtschaftet sie als Grünland. 😉

          7. Wir haben noch viele eher kleine Grünlandbetriebe und Gemischtbetriebe,die dringend Unterstützung benötigen.
            Mit derartigen Untersuchungen,die fast jeder falsch interpretiert oder kolportiert ,rottet man diese Betriebe aus.

          8. Die Studie enthält auch das Grünland- und Nebenprodukteargument:

            „We also note the economic benefits from rearing cattle on
            marginal pasturelands and via feeding industrial byproducts,
            which can be redirected to export once the dietary shift to plants
            is fully deployed. Our recent analysis (13) suggests that these two
            resources can deliver about 45% of current US beef consump-
            tion. This reconfigured beef production would further increase
            the fraction of current livestock sector jobs that can be main-
            tained under the new diet.“

            Ich glaube nicht, dass solche Studien und fehlerhafte Berichte darüber den kleinen Grünlandbetrieben schaden. Die werden durch größere Mitbewerber verdrängt, wenn alle Betriebe für die Herstellung des gleichen nicht unterscheidbaren Endprodukts liefern. Bewusstsein für
            Ökologie und Tierwohl kann es für Grünlandbetriebe doch eigentlich nur besser machen.

          9. Selbstverständlich ist der Verdrängungswettbewerb unter Landwirten der entscheidende Punkt.
            Mir gefallen aber weidende Tiere besser als Geflügelställe.
            Leider hat Geflügelfleisch aber einen besseren Ruf, der m.E. nicht gerechtfertig ist.
            In der Hoffung, Sie mögen sich für weidende Tiere einsetzen, können wir uns ja dem nächsten Thema zuwenden.

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