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Live- Ticker vom Zukunfsdialog

Heute (30. Mai) findet in Berlin der 4. Zukunftsdialog Agrar & Ernährung statt. Ich werde ab 10 Uhr über meinen Twitteraccount (@blogagrar) berichten.

Ich bin schon voller Vorfreude, denn das Programm ist in diesem Jahr wirklich gut und die Podien hochkarätig besetzt. Unter anderem sind

  • Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt
  • Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks
  • stellvertrender Bundesvorsitzender der FDP Wolfgang Kubicki
  • Bauernpräsident Joachim Rukwied
  • Dr. Felix Prinz zu Löwenstein (BÖLW)
  • Philosoph Richard David Precht

dabei. Weiter bin ich natürlich auch gespannt, wen ich von meinen Bekannten dort in der Kalkscheune (dem Veranstaltungsort) treffen werde.

Also bis gleich, ab 10 Uhr gibt es den Live-Ticker auf Twitter. Hashtag ist #zdae17

Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär…

Liebe Frau Bundeskanzlerin,

1,6 Mio Euro Steuergelder hat Frau Hendricks für eine widerliche und unseren gesamten Berufsstand diffamierende Plakat Aktion ausgegeben. Frau Hendricks rechtfertigt diese Aktion damit, dass sie mit uns Landwirten in den Dialog treten möchte. Deshalb werden 70 Städte plakatiert, mit Plakaten, die uns Landwirte ins Lächerliche ziehen und unsere Arbeit mit Vorurteilen und Halbwahrheiten diskreditiert.

Am Freitag forderte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) eine Entschuldigung seiner Kollegin. Nun folgt die Antwort von Seiten des Umweltministeriums: wir sind schlichtweg zu doof, die neuen Bauernregeln zu verstehen. Na bitte. Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär… weiterlesen

Grünbuch-Prozess

Da ich weniger Zeit für die Bloggerei habe, lasse ich andere sprechen:
Peter Seeger, Schweinehalter aus dem Odenwald fordert in seinem Blogbeitrag von vergangener Woche auf dem Internetauftritt der Agrarzeitung, dass die Landwirte sich mehr in dem Grünbuch-Prozess des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) beschäftigen sollen und sich auch direkt an diesem beteiligen sollen.

Im Grünbuch-Prozess hat ein bunter Strauß an gesellschaftlichen Gruppen die Chance, ihre eigenen Vorstellungen über die zukünftige Landwirtschaft einzubringen- und das machen sie dem Anschein nach sehr aktiv- nur die Landwirte selber sind an dieser Stelle zu wenig aktiv. Das muss sich ändern, sagt Peter Seeger:

Lauter werden

Jeder einzelne Landwirt ist gefragt, sich in Prozesse der gesellschaftlichen Meinungsbildung einzubringen. Doch auch wenn viele Bauern klare Meinungen haben, fehlt es im hektischen Berufsalltag oft an Zeit und Informationen, um sich aktiv in Diskussionen einzubringen. Das zeigt zum Beispiel der Grünbuch-Prozess des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Damit die Interessen der Branche wahrgenommen werden, muss nicht nur jeder einzelne Landwirt seinen inneren Schweinehund überwinden – auch die Verbände sind gefordert, ihre Mitglieder zu mobilisieren.

Die Grüne Woche ist schon wieder viele Monate her, doch ist mir eine Aktion in Erinnerung geblieben: Der Grünbuchprozess des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Bundesagrarminister Schmidt will Leitlinien für die Landwirtschaft 2030 mit allen Gruppen der Gesellschaft diskutieren und festlegen. Darunter sind neben Tierschutzorganisationen, den Kirchen und diversen Jugendorganisationen auch die landwirtschaftlichen Organisationen eingebunden.

Auch Landwirte werden also nach ihrer Auffassung gefragt: Sie konnten im Januar in Berlin auf der Messe am Stand des BMEL ihre Meinung als Fotoportrait mit Statement in der Hand übermitteln, eine Postkarte abgeben oder einfach eine E-Mail schreiben. E-Mail und Postkarte kann man natürlich auch bequem von zuhause aus abschicken – keiner muss eigens dafür nach Berlin reisen. Dennoch hat die Landwirtschaft sich außerhalb der Messehallen bislang wenig an dem Prozess beteiligt. Andere Gruppen der Gesellschaft sind hingegen sehr agil dabei, ihre Mitglieder zu mobilisieren.

Natürlich hat jeder im Tagesgeschäft in seinem Betrieb genügend Arbeit. Jedoch reicht es heute nicht mehr aus, wenn der Bauernpräsident auf eine Tagung nach Berlin fährt und die Meinung der Landwirtschaft kundtut, wenn es überhaupt eine einheitliche Meinung im Berufsstand gibt. Je mehr Bürger sich für eine Sache engagieren und ihre Meinung direkt kundtun, umso gewichtiger ist diese im politischen Berlin. Betrachtet man vor dem Hintergrund die geringe Resonanz der Landwirte auf den Grünbuchprozess, so ist den deutschen Bauern ihre Zukunft wohl recht egal.

Die Meinungsbildung im Grünbuchprozess ist nur ein Beispiel für viele andere Umfragen oder gesellschaftliche Prozesse, zu denen zum Beispiel eine Diskussion um Pflanzenschutzmittel oder die Tierhaltung gehört.

Ich hatte mir auf der Messe ein Bündel der Grünbuch- Postkarten mitgenommen. Bei der nächsten Arbeitskreissitzung hessischer Schweinehalter habe ich diese vor dem Mittagessen unter Kollegen verteilt. Das Thema brachte genügend Stoff für die Gespräche beim Mittagessen. Fast jeder hat eine Karte mit seinem kurzen Statement nach Berlin geschickt. Das zeigt, dass die Landwirte durchaus bereit sind, für ihre Sache einzustehen.

Oftmals bekommen wir Landwirte im Tagesgeschäft gar nicht mit, dass wieder eine Umfrage oder ein Konsultationsprozess läuft und wissen daher auch nicht, wie wir uns daran beteiligen können. Da sehe ich die Verbände aber auch die Partner aus der Industrie gefordert, kurzfristig auf solche Umfragen über Ihre Newsletter oder Homepages hinzuweisen.

Nur wenn wir es schaffen, den ewigen Nörglern und Weltverbesserern auch öffentlich die Stirn zu bieten, können wir erwarten, dass unsere Belange ernst genommen werden. Dazu gehört auch ein gewisses Stück an gesellschaftlichem Engagement.

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Besser Gift im Acker als Gift im Kopf

Eine Filmkritik zur WDR-Dokumentation “Gift im Acker. Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?” vom 2. November 2015

von Susanne Günther, Bloggerin bei Schillipaeppa.net

Am Montag Abend sendete der WDR die Dokumentation “Gift im Acker. Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?” Dieser Film reiht sich ein in eine Serie von Filmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die die Debatte um Glyphosat ganz im Sinne von Big Green (Bündnis 90/Die Grünen, Greenpeace, BUND, Umweltinstitut München e.V. etc.) ausleuchten. Ich habe mal auf die Schnelle ein paar Informationen und Anregungen zusammen getragen:

WDR_diestory_glyphosat_2015Gleich zu Anfang ein paar Formfehler: Eingangs übersetzen die Filmemacher im gesprochenen Kommentar „BfR“ mit „Bundesanstalt für Risikoforschung“, die Bundesbehörde heißt aber „Bundesinstitut für Risikobewertung“. Es wird behauptet, dass das BfR bereits im Jahr 2000 eine Risikobewertung für Glyphosat vorgenommen habe. Das kann aber nicht sein, weil das BfR erst am 01.11.2002 gegründet wurde.

Die Darstellung der Arbeit von Prof. Dr. Günter Neumann von der Universität Hohenheim schafft den Eindruck, dass der Wissenschaftler ein erklärter Glyphosat-Gegner sei. Das ist aber nicht der Fall, er plädiert lediglich für begrenzten Einsatz des Wirkstoffs. In der Oktoberausgabe der Agrar-Fachzeitschrift dlz ist ein Interview mit Prof. Neumann abgedruckt. Ein Auszug ist online abrufbar. Dort wird gefragt:

„Sind aus Ihrer Sicht weitere Einschränkungen für den Wirkstoff nötig?“

und Prof. Neumann antwortet:

Nein, weitere Einschränkungen für Glyphosat im Ackerbau über die jetzt schon bestehenden Regeln hinaus würde ich sogar eher als problematisch erachten. Damit wird zunehmend die Flexibilität eingeschränkt, um gezielt auf Problemsituationen bei der Unkrautbekämpfung reagieren zu können.“

Eine solche Aussage in dem Film und der Gesamteindruck für den Zuschauer wäre ein völlig anderer gewesen, oder? Besser Gift im Acker als Gift im Kopf weiterlesen

Wir machen Euch satt! – Petition

igw_homeVom 16. bis 25. Januar wird in diesem Jahr die weltweit wichtigste Messe für die Ernährungswirtschaft, die Internationale Grüne Woche, in Berlin stattfinden.

Zum bereits fünften Mal rufen diverse Gegner der modernen Landwirtschaft zu einer Gegendemonstration unter dem Motto „Wir haben es Satt“ auf. In diesem Jahr wird die Demo am 17. Januar durchgeführt. Untertitel: Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP! Für die Agrarwende!

Unter den Organisationen, die zu dieser Demonstration aufrufen und mit vielen Halbwahrheiten und Falschinformationen gegen die konventionelle Landwirtschaft hetzen, sind übliche Verdächtige wie BUND, NABU, Deutscher Tierschutzbund aber auch Berufskollegen der AbL oder Hilfsorganisationen wie Misereor oder Brot für die Welt.

change_orgDie allermeisten Landwirte fühlen sich durch diese Demo und die Anschuldigungen der Demonstranten in ihrer Ehre tief verletzt. Aus diesem Grund wurde von den Machern der Internetplattform „Frag den Landwirt“ eine Petition auf change.org gestartet. Sie hat folgenden Inhalt:

Wir machen Euch satt!
Petition an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Jede Stunde, jeden Tag arbeiten in Deutschland die Landwirte zum Wohl ihrer Mitmenschen. Dass wir in Deutschland seit 70 Jahren keinen Hunger mehr kennen, ist ein großer Verdienst der Landwirtschaft.
Der Fleiß, das Können und das unternehmerische Engagement der Bauern hat das deutsche Volk wahrlich satt gemacht.
Doch anstatt den Bauern für ihre Arbeit dankbar zu sein, wenden sich zunehmend Parteien, Medien und Lobbyorganisationen gegen ihre Ernährer. Mit teils unseriösen und fachlich falschen Argumenten wird vielfach eine regelrechte Hetze gegen die moderne Landwirtschaft betrieben.
Am 17. Januar wird zum 5. Mal eine Großdemonstration mit diesem Thema zum Kanzleramt ziehen. Wir Landwirte können nicht alle nach Berlin fahren, um für unser Anliegen vor dem Kanzleramt zu demonstrieren.
Darum wenden wir uns auf diesem Wege an Sie, mit der Bitte:
Erkennen Sie die Leistungen von uns Landwirten öffentlich an!
Reden Sie mit uns und nicht über uns!
http://www.fragdenlandwirt.de/

Meine herzliche Bitte:
Unterzeichnet diese Petition und unterstützt die Bemühungen, dass die Leistungen der herkömmlichen Landwirtschaft wieder mehr Anerkennung erlangen!

Hier noch einmal der Link: https://www.change.org/p/bundesministerium-f%C3%BCr-ern%C3%A4hrung-und-landwirtschaft-erkennen-sie-die-leistungen-von-uns-landwirten-%C3%B6ffentlich-an-reden-sie-mit-uns-und-nicht-%C3%BCber-uns

Logo_Bauernwiki
Bauernwiki- Frag doch mal den Landwirt

Aktuell sind es 485 Unterzeichner- da geht noch was! 😉 Auch die Begründungen, die als Grund für die Unterzeichnung mit angegeben wurden, sind sehr interessant zu lesen. Das tut dann wirklich auch mal gut! Danke dafür! 🙂

Der Minister mahnt zur Eile

Will den Tierschutz in der Nutztierhaltung voranbringen: Gert Lindemann [c] proagrar/VION/Oliver Krato
Gert Lindemann
[c] proagrar/Oliver Krato

Der Fleischkonzern VION gibt seit Jahren ein eigenes Magazin für die Landwirtschaft heraus. ProAgrar heißt es.
In der aktuellen Dezemberausgabe ist dort ein interessantes Interview mit Gert Lindemann, ehemaliger Landwirtschaftsminister in Niedersachsen und aktuell Vorsitzender des bundesweiten Kompetenzkreises Tierwohl bei Bundesminister Christian Schmidt, zu lesen.

Es geht um Tierwohl! Jawohl Tierwohl- viele Tierhalter verdrehen ihre Augen, wenn sie dieses Wort, dieses Thema nur hören. Schließlich gehen wir alle gut mit unseren Tieren um und kümmern uns jeden Tag um unser Nutzvieh. Doch auch dieses Interview macht deutlich, jeder Tierhalter muss sich künftig intensiver mit dieser Thematik beschäftigen!

Botschaft für die Landwirtschaft: Tierwohl ist Megatrend, die kommende Initiative Tierwohl muss als Chance gesehen werden. Diese sollten müssen wir nutzen!

Im kommenden Jahr werde ich dazu noch mehr berichten, aber ich empfehle allen Lesern zunächst die Lektüre des Interviews mit Gert Lindemann:

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