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tweet des Tages – mit @seeger_kathrin

twitter_logoHeute stelle ich einen Tweet vor, der eigentlich eine Frage ist. Eine Frage an @foodwatch_de, die gestern mit einem großen Mediengetöse einen Hühnerhaltungsreport vorstellten und daraus folgend eine Tierhaltungswende forderten. Damit überholt Foodwatch mit ihren Forderungen sogar die Agrarwende-Partei „B90/Grüne“!
Natürlich wird wird dabei skandalisiert und allgemein wieder auf die Tierhalter eingedroschen. Das scheint gut anzukommen bei beim gut situierten, urbanen und vegan-lebenden Klientel.
twitter_kathrin_seegerHier jetzt der Tweet von @seeger_kathrin mit einer Diskussion, in der sich auch andere Twitteraner eingeschaltet haben:

Schweinerei in Hoisdorf

polemik_hoisdorf_editIn Hoisdorf, Schleswig-Holstein, möchte ein Landwirt einen Schweinemaststall errichten. 1460 Plätze. Es folgt, was in letzter Zeit scheinbar unausweichlich ist: Es formiert sich eine Bürgerinitiative (Keine Schweinereien in Hoisdorf). So weit so gut, denke ich aus dem räumlich entfernten Emsland, mit sachlicher Aufklärungsarbeit ließen sich doch sicher im Raum stehende Bedenken und Ängste beseitigen.

Sachargumente haben keine Chance

Doch weit gefehlt! Die Positionen verhärten sich. Bürgerversammlungen (hier der Aufruf) geraten zum Showdown, in denen Sachargumente keine Chance haben. Im Gegenteil: auch die Politik bzw. die Opposition (und in dieser befindet sich die örtliche CDU) spielt sich zum Anwalt der Stallgegner auf.
Gestern wurde die nächste Stufe der Eskalation gezündet: Eine Morddrohung gegen den Sohn des bauwilligen Landwirts!

Eine Morddrohung! Wie konnte es so weit kommen?

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Die Grünen mögen keine runden Sachen!

BRÜSSEL/BERLIN/WALDECK-FRANKENBERG. (wat) Bündnis 90/Die Grünen wollen die Rundballen abschaffen. Landwirte drehen durch.

Das die Grünen keine runden Sachen mögen, ist hinlänglich bekannt. Bei den Landwirten ecken die Ökofaschisten mit ihrer Forderung, runde Stroh- und Heuballen zu verbieten jedenfalls an. Die Grünen erklären die Forderung nach Abschaffung von Rundballen mit den Hanglagen der Mittelgebirgslandschaft in Waldeck-Frankenberg. Nachdem bereits im letzten Jahr einige Rundballen an abschüssigen Stellen ins Rollen kamen und Zäune und Hecken niederwalzten, wurde das Thema Rundballen sofort über Berlin nach Brüssel getragen um in einer eilig anberaumten Sondersitzung das Gefahrenpotenzial anhand einer 3-D Grafik im Europaparlament zu demonstrieren.

Ab 1.Juli 2015 verschwinden Rundballen von der BildflächeFoto: Waldecker Tagblatt
Ab 1.Juli 2015 verschwinden Rundballen von der Bildfläche, Foto: Waldecker Tagblatt

Während Cem Özdemir von den Grünen das Thema gern verschoben hätte um es im Bundeswahlkampf 2016 ordentlich auszuschlachten, sieht Claudia Roth bereits jetzt Handlungsbedarf: „Das Thema Rundballen ist fast so wichtig wie die Asylpolitik in Deutschland und daher plädiere ich für ein sofortiges Pressverbot von Rundballen im ganzen EU-Raum“, so

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Angstmacherei in Mettingen

Elternbrief der Gesamthauptschule
Elternbrief der Gesamthauptschule

Ende Februar nutzte die Schulleiterin der Josef-Gesamthauptschule in Mettingen (NRW) ihr Amt als Schulleiterin dafür, den Eltern mittels eines Elternbriefes ein vorgefertigtes Einspruchschreiben gegen einen Stallbau in Mettingen auszuhändigen. top agrar berichtete u.a. von diesem Ereignis, das unter

Seite 2 des Elternbriefes
Seite 2 des Elternbriefes

Landwirten sowohl lokal als auch überregional für Aufsehen sorgte.
Aus diesem Brief geht hervor, dass sie sich große Sorgen um die Gesundheit ihrer Schüler macht und verweist dabei auf die Recherche-Ergebnisse von correctiv, die im November letzten Jahres an der äußerst unausgewogenen Berichterstattung der ZEIT beteiligt waren. An dieser Stelle lässt sich mal wieder „bewundern“, wie schlechte und falsche Berichterstattung in vermeintlich seriösen Medien für großes Unwissen bzw. gefährliches Halbwissen und -damit verbunden – Ängste sorgt.

Plakate gegen Massentierhaltung verärgerten die Landwirte (c) http://www.ivz-aktuell.de/
Plakate gegen Massentierhaltung verärgerten die Landwirte
(c) http://www.ivz-aktuell.de/

Gestern fand eine Informationsveranstaltung zu dem Bauvorhaben des örtlichen Landwirts statt. Die Mettinger Wählergemeinschaft (MWG), die FDP und die Grünen luden hierzu ein.
Die Veranstalter wollten über die Gefahren intensiv betriebener Ställe aufklären. Als Referent kam Prof. Dr. Ueberschär, Veterinärpathologe im Ruhestand nach mettingen, als Moderator stellte sich ein Polizist im Ruhestand zur Verfügung.
Der Tenor der Veranstaltung war sehr schnell klar:

Es ging darum, Verunsicherung und Angst zu verbreiten.

Fachwissen, wissenschaftliche Einordnungen traten leider in den Hintergrund, im Vordergrund standen Vermutungen, Behauptungen, Mutmaßungen, Hirngespinste und Unwahrheiten.
Dr. Ueberschär verharrte in seinen Ausführungen lange in vergangenen Zeiten und zeigte Bilder, auf denen seiner Meinung nach tierquälerische Massentierhaltung zu sehen war. Zu den Fotos gab er Erläuterungen, die häufig weit ab jeglicher praktischer Relevanz bzw. einfach nur unwahr waren. So behauptete er beispielsweise, Sauen würden ihr ganzes Leben lang im Kastenstand eingesperrt. Im Anschluss an seine umfangreichen falschen Behauptungen sagte er, dass Menschen, die ihre Tiere so halten, eine kranke Psyche/Seele haben. Unter den anwesenden Gästen waren übrigens auch Landwirte. Gänzlich aus dem Ruder liefen seine Erklärungsversuche beim Thema Antibiotikabehandlung und -resistenz. Prophylaktische, flächendeckende Antibiotikaverabreichungen sind seit 2003 verboten. Das hätte eigentlich auch ein Ruheständler wissen müssen. Mit keinem Wort erwähnte er das engmaschige Kontrollnetz bei der Medikamentenvergabe, das heute über den Betrieben liegt. Beim Antibiotikaverbrauch ist dem Professor dann der Überblick vollends entglitten, seine Ausführungen waren auch für die Zuhörer nicht mehr nachvollziehbar. Von aktuellen Veröffentlichungen des Bundesamtes für Verbraucherschutz, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) schien er keine Kenntnis zu besitzen. Auch dass nach derzeitigem Kenntnisstand der nutztierassoziierte laMRSA nur äußerst selten zwischen Menschen übertragen wird und dass die Gefahr für andere MRSA auf dem Übertragungsweg Krankenhaus die Wurzel des Problems ist, hat er verschwiegen. Gerade dieser Punkt aber wäre von besonderer Bedeutung gewesen, um den besorgten Eltern ihre (unbegründete) Angst zu nehmen. Der geladene Veterinärexperte schürte diese Angst sogar noch weiter mit seiner Äußerung, „dass wohl erst das erste Kind an MRSA sterben muss, ….“.
Einladungen zu Betriebsbesichtigungen, ausgesprochen durch anwesende Landwirte, wurden leider seitens der Schülervertretung nicht angenommen, „zu groß sei die Angst, einen Stall zu betreten“.

Der Referent Prof. Dr. Ueberschär muss sich an dieser Stelle den Vorwurf gefallen lassen, dass er die Chance eines weiterführenden Dialoges vereitelt hat.

An einem konstruktiven Dialog haben die Veranstalter offensichtlich aber auch kein Interesse. Das Ziel einer Informationsveranstaltung sollte die Information der besorgten Bürger sein. Doch davon konnte keine Rede sein. Man hätte für Pro- und Contra ein ausgewogenes Podium präsentieren können. Das ist leider ausgeblieben. So kann man durchaus davon sprechen, dass Grüne, FDP und MWG aus Mettingen bewusst die Ängste in der Bevölkerung schüren möchte.

netzfrauen_mettingen_stall_schuleDer Streit in Mettingen, aus Ausnutzen der Position der Schulleiterin sorgt dafür, dass mittlerweile bundesweit auf diese Auseinandersetzung geschaut wird.
Die Fakten-resistenten Netzfrauen beziehen eindeutig Stellung pro Schulleiterin und skandalisieren die Vorwürfe der Bauern.
Was in Mettingen meiner Meinung nach wirklich bitter nötig ist, ist nicht die Verhärtung der Fronten, sondern zuerst eine wirklich gründliche Aufklärung um die Gefahren und dann eine sachliche Auseinandersetzung beider Seiten mit diesem Thema.
Ich wünsche den Mettingern, dass sie diese Zerreißprobe bestehen und zukünftige Konflikte um die Landwirtschaft im fairen Dialog gelöst werden können!

Ich bedanke mich für die Augenzeugenberichte von Nadine Henke und Marcus Holtkötter, ohne die ich nicht so ausführlich von der gestrigen Veranstaltung berichten könnte. Beide sind übrigens u.a. Initiatoren von FragdenLandwirt.de.

Meine persönliche Wahlprognose

Ich bin jetzt mal so mutig und male mir aus, wie die deutsche Bevölkerung morgen abstimmen wird:

CDU/CSU: sie werden die 40% nicht halten können. Einige Umfragen sahen die Union ja bereits so stark. Für mich liegt sie aber knapp darunter, aber wird deutlich stärkste Partei. Dass Merkel weiter Kanzlerin bleibt, ist hoch wahrscheinlich. 39%

SPD: Steinbrück ist für mich ein guter Kanzlerkandidat. Er hätte mit seiner Politik viel mehr Stimmen im bürgerlichen Lager einwerben können, müsste er nicht gleichzeitig auch für die Rot-Grüne Koalition werben. Dadurch entsteht ein unstimmiges Bild, das ihm auch viele Arbeiter nicht abnehmen werden. Aber der wackere Wahlkampf wird mit 28,5% belohnt werden.

LINKE: Sie sind im Osten eine Volkspartei und im Westen immer mehr Splitterpartei. SPD und Grüne halten sie für nicht regierungsfähig. Deshalb ist eine Regierungsbeteiligung der Linken unwahrscheinlich. Die Versprechungen aus der Totalopposition heraus werden 9,5% der Wähler anlocken.

Bündnis90/Die Grünen: Befinden sich seit der durch Merkel im Alleingang vollzogenen Energiewende im Sinkflug. Angekündigte Steuererhöhungen und die Veggie-Day-Diskussionen konnten diesen Trend nicht aufhalten. Auch die Pädophilie-Debatte dürfte einige potentielle Wähler abschrecken. Letztlich wird sich nun die harte Stammwählerschaft herauskristallisieren, so dass 8,5% der Stimmen übrig bleiben.

FDP: Ist für viele überflüssig. Trotzdem werden sie wohl wieder in den Bundestag einziehen, weil einige Strategen ihr die Stimme „leihen“ werden, damit die FDP nicht an der 5%-Hürde zerschellt und die Schwarz-Gelbe-Koalition fortgeführt werden kann. 6% der Zweitstimmen für die FDP.

AfD: Ist gegen den Euro und Europa. Und das könnte tatsächlich ausreichen, um in den Bundestag einzuziehen. Ich befürchte, dass uns morgen um 18 Uhr ein Krimi beschert wird, in dem die Afd nah an der 5%-Hürde dran ist. Potentielle Protestwähler können grausam sein und deshalb traue ich der AfD 5,1% zu.

NPD: Da hoffe ich, dass sie in die absolute Unbedeutsamkeit hinabstürzen und man sich ein Verbotsverfahren sparen kann!

So und nun mein Tortendiagramm:

Buggys Wahlprognose (Stimmenverteilung in %)
Buggys Wahlprognose (Stimmenverteilung in %)

Dieses Wahlergebnis führte dann zu folgender Sitzverteilung:

Die Sitzverteilung in %
Die Sitzverteilung in %

Das wäre ein Wahlergebnis, dass zu sehr vielen Diskussionen einladen wird. Letztlich wird es nur eine stabile Variante geben: die Große Koalition

Ich bin gespannt wie es wirklich ausgehen wird. Aber wichtig ist vor allem eines: Wählen zu gehen! Eine hohe Wahlbeteiligung würde mich sehr freuen!

Wählen gehen! (c) Klaus Suttmann www.politik-kommunikation.de
Wählen gehen!
(c) Klaus Suttmann www.politik-kommunikation.de

 

 

Agrar-Wahl-Check

Agrar-Wahl-Check wird bereit gestellt vom Bauernverband (c) bauernverband.de
Agrar-Wahl-Check wird bereit gestellt vom Bauernverband (c) bauernverband.de

Der interessierten Leserschaft dieses kleinen Blogs dürfte es nicht entgangen sein: Morgen sind die Bundestagswahlen.

Vielen ist der Wahl-o-Mat bereits bekannt. Ähnliches hat der Deutsche Bauernverband auf seinen Internetseiten eingerichtet- einen Agrar-Wahl-Check.

Ich finde diesen sehr interessant. Besonders für noch unentschlossene Wähler, denen die Landwirtschaftspolitik wichtig ist, kann dieser Check bei der Entscheidungshilfe behilflich sein.

heißer Wahlkampf

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Trittin gibt sich kämpferisch (c) shz.de

Bekanntlich wird am kommenden Sonntag der neue Bundestag gewählt. Viele Journalisten befanden den Wahlkampf bisher eher als langweilig und ereignislos.

Nun aber, nachdem die CSU in Bayern die absolute Mehrheit zurückerobert hat, die FDP nicht mehr im Bayrischen Landtag vertreten sein wird und die Grünen sich wegen umstrittener Steuerpläne, der Veggie-Day-Diskussion und der unsäglichen Pädophilie-Debatte im Sinkflug befinden, wird gekämpft! Und das heftig um die so wichtge Zweitstimme.

Als Landwirt aus Niedersachsen ist man ja schon so manches gewohnt- unser Berufsstand ist leider sehr häufig das Ziel von populistischen Forderungen, aber das was die Grünen in ihrer Verzweiflung nun abziehen ist schon mies:

Um von eigenen Problemen abzulenken, wird jetzt bei jeder Gelegenheit auf die Bauern drauf gehauen. Neuerdings dürfen wir uns auch noch als Drogendealer im Stall beschimpfen lassen von der Partei, die übrigens selber Marihuana legalisieren möchte.

Hier ein Mitschnitt aus der gestrigen „Hart aber Fair“-Sendung von Jürgen Trittin: 

Da frage ich mich, was denn nun mit der eigentlich sanften Agrarwende in Niedersachsen wird? Die Pläne von Jürgen Trittin setzen wohl weniger auf Dialog mit den betroffenen Landwirten, obwohl er ja selber sagt, die Bauern zu mögen (sehr zynische Aussage). Herr Landwirtschaftsminister Meyer, was sagen sie dazu? Jetzt könnten sie zeigen, dass es ihnen ernst ist mit dem Dialog mit der Landwirtschaft und der sanften Agrarwende! Leider hört man nichts aus Niedersachsen- schade.

trittin_flensburg_2013
Landwirte pfeifen Trittin aus (c) shz.de

Ich persönlich hoffe, dass dieser durchsichtige, von Verzweiflung getriebene Wahlkampf nicht von Erfolg gekrönt sein wird und die Grünen von den Wählern abgestraft werden.