Schlagwort-Archive: Grundwasser

FakeNews: Wahlkampf in Grün

fairer Wahlkampf mit FakeNews?

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen plädieren für einen fairen Bundestagswahlkampf und haben sich eine Selbstverpflichtungserklärung auferlegt. Darin heißt es:

„Wir führen den Wahlkampf mit Fakten und Argumenten – gerne auch zugespitzt. Dies soll auch so bleiben. Lügen und bewusste Falschaussagen sowie das Verbreiten von nachweislich und eindeutig falschen Meldungen, Zitaten und Behauptungen lehnen wir entschieden ab.

Flyer der Bürgerinistiative "Pro Waldeck"
Flyer der BI in Waldeck

Diese haben in der demokratischen Auseinandersetzung nichts zu suchen. Wir werden entschlossen dagegen vorgehen, dass sie Teil der Wahlkampfauseinandersetzung werden.“

Am 18. August 2017 hielt der Grüne EU-Parlamentarier Martin Häusling bei einem Bürgerabend der Bürgerinitiative „Pro Waldeck“ im Bürgerhaus Waldeck ein Referat zum Thema „Negative Konsequenzen der Massentierhaltung„.
Wir wollen mal reinhören und schauen, in wie weit die Grünen ihre eigenen Grundsätze ernst nehmen:

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Nitrat- werden wir alle vergiftet?

Nitrat ist mittlerweile ein Dauerthema, über das auch hier schon mehrfach geschrieben wurde. Aktuell hat es der WWF für sich entdeckt und malt ein Gespenst an die Wand, das einen vor Furcht erschaudern lässt:Grundwasser der Region ist „Nitratbrühe“ Der Naturschutzverband World Wide Fund For Nature (WWF) warnt vor einem deutlichen Anstieg der Trinkwasserpreise. Ursache dafür seien steigende Nitratwerte im Grundwasser in der Region Hannover, sagte Verbandssprecher Roland Gramling am Donnerstag.

Bauer Willi hat das Ganze in seinem Blog relativiert und auch das (GRÜNE!!) niedersächsische Umweltministerium (hört hört) stellt einige der Falschaussagen richtig.

Und wieder mal Nitrat: Der WWF untersucht in der Region Hannover 6 Proben und findet drei mit über 50 mg/l. Enercity,…

Posted by Bauer Willi on Freitag, 18. August 2017

Trinkwasser in Hannover birgt keine Gefahren Die Nitratbelastung im Trinkwasser der Region Hannover liegt weit unter den zulässigen Grenzwerten und stellt damit keine Gesundheitsgefahr dar. Das hat das niedersächsische Umweltministerium auf Anfrage klargestellt und damit Angaben der Stadtwerke bestätigt.

Wie man sieht, wieder mal viel heiße Luft ohne jegliche Grundlage. Dass die tatsächlichen Nitratwerte und die Entwicklung der letzten Jahre im Widerspruch zu den Behauptungen von manchen Politikern, NGOs und Versorgern stehen, ist eigentlich geklärt. Deshalb will ich mich dem Stoff an sich widmen: Wenn man manche Berichte liest, gewinnt man den Eindruck, dass man nach einem Glas Wasser mit über 50mg/Liter sofort tot umfällt oder zumindest an Krebs dahinsiecht. So schreibt auch der WWF: Nitrat- werden wir alle vergiftet? weiterlesen

Agitieren Wasserversorger gegen Bauern?

Der Bauernverband Schleswig-Holstein fordert auf seiner Facebookseite die mitlesenden Landwirte auf, sich persönlich bei ihren Wasserversorgern zu erkundigen und nachzufragen, wie es um die Qualität des Wassers stünde.
von Sönke Hauschild

Aufruf: Fragt nach! Es geht nicht nur um den guten Ruf der Landwirte, sondern um unser aller Wasser! (Siehe Fragenkatalog am Ende)

Wasserverbände fordern Gülle-Stopp!

Fake statt Fakten: Wasserversorger agitieren gegen ihre Versorger - die Bauern!
(c) bauern.sh

Deutsche Wasserverbände, oft von landwirtschaftlichen Vorständen geleitet, halten „die großindustrielle Agrarwirtschaft“ für eine Gefahr. „Jedes Jahr wird in Deutschland viel mehr Gülle auf den Feldern ausgebracht als Pflanzen und Böden aufnehmen können.
Wie kann das sein?

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Ist die konventionelle Landwirtschaft das neue Waldsterben?

Hohe Nitrate im Wasser? Geht ganz ohne Intensivtierhaltung!

Gestern bin ich auf eine sehenswerte Dokumentation des Journalisten Michael Miersch zum Thema Waldsterben gestoßen. Sie wurde vor einigen Jahren für den Bayerischen Rundfunk produziert, aber nie ausgestrahlt. Der Sender hatte die Doku „Und ewig sterben die Wälder“ seinerzeit zurückgehalten.

*Nachtrag zum Film: Ein aufmerksamer Blog-Leser hat mich informiert, dass es Hinweise gibt, dass die Dokumentation am 13. Mai 2011 ausgestrahlt wurde, und zwar von Arte.

Ein Teil bezog sich auf die Berichterstattung und der ihr zugrundeliegenden Recherche deutscher Leitmedien zum Thema.

Verblüffend: Im Kontext der aktuellen Berichterstattung über die Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf die Umwelt generell bzw. mit Blick auf die jüngste Nitratsau, die soeben durch die Republik getrieben wird, habe ich Parallelen festgestellt zur Hysterie der 1980er Jahre.

Wiederholt sich die Geschichte?

Auf einen kurzen Nenner gebracht: Scheint die Natur in Gefahr zu geraten, wird Alarm geläutet. Schrill, anhaltend, panisch. Eine sachliche Betrachtung des Themas, Nüchternheit, Ausgewogenheit – Fehlanzeige. Die deutsche Volksseele reagiert mit Panik und sieht sofort den Tag des Jüngsten Gerichts vor der Haustüre rumlümmeln. Oft haben Fakten das Nachsehen. Die Geschichte wiederholt sich. Ist die konventionelle Landwirtschaft das neue Waldsterben? weiterlesen

Grünes Wasser, grünes Licht, grüne Wärme

Wie im anderen Blogbeitrag erläutert, handelt es sich beim größten Teil des waterfootprints landwirtschaftlicher Produkte um sogenanntes „Grünes Wasser“. Also um Regenwasser, das sowieso fällt. Egal ob die dadurch wachsenden Pflanzen jetzt geerntet werden oder an Ort und Stelle verbleiben. Trotzdem wird dieses Wasser immer wieder als „verbraucht“ bezeichnet. So zum Beispiel HIER in diesem aktuellen Bericht zum heutigen Weltwassertag:

Snapshot

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Das Wasser und das liebe Vieh

Immer wieder begegnet einem bei Diskussionen über die Umweltfolgen von tierischen Produkten der Verweis auf den immensen Wasser“verbrauch“.

So werden zum Beispiel für 1 kg Rindfleisch 15400 Liter genannt.

Dass eine solch gewaltige Menge vom Tier nicht gesoffen werden kann, erscheint logisch unter dem Gesichtspunkt, dass dieses Kilo Fleisch an 1 bis 3 Tagen heranwächst. Und auch das Putzwasser bei der Produktion kann nicht diese Höhe erreichen. 15400 Liter aus der Leitung würden hierzulande zwischen 50 und 100 Euro kosten. Das wäre mit Sicherheit ein zu großer Aufwand für ein Kilo Fleisch im Wert von 6 – 20 Euro. Und trotzdem stimmt die Zahl. Es handelt sich um sogenanntes „virtuelles Wasser“, den sogenannten waterfootprint.

Virtuelles Wasser wird im deutschen wikipedia einigermaßen anschaulich erklärt. Trotzdem werde ich später auf englischsprachige Seiten verlinken. Denn auf wikipedia hat sich wie in vielen anderen deutschen Publikationen und von Seiten der Wasserversorger der Begriff „WasserVERBRAUCH“ eingebürgert.

Das ist meines Erachtens falsch. Denn „Verbrauch“ im Zusammenhang mit Wasser ist in wikipedia folgendermaßen definiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Verbrauch Das Wasser und das liebe Vieh weiterlesen

Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Der Nitratbericht der Bundesregierung ist noch ganz frisch.

Vorbemerkung:
Niemand kann den ganzen Nitratbericht 2016 in wenigen Stunden lesen, darum hat der Statistiker Georg Keckl als Ersteinschätzung nur schnell das das Kapitel „Nitrat im Grundwasser“ betrachten und bewerten können.
Es gibt nun also offiziell ein neues Nitrat-Messnetz für das Grundwasser! Aber warum denn nun doch?
Wollte man eine neue „EU-Nitratlüge„, wie in der „dlz“ beschrieben, verhindern?
Wie wird diese Neuerung verkauft? Ein großer Wurf? Was ist nun besser?

Georg Keckl gibt die Antwort im folgenden Beitrag, die Lektüre lohnt sich, nehmen sie sich bitte die Zeit:

Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung

Ein gemeinsamer Nitratbericht der Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie für Ernährung und Landwirtschaft wird alle 4 Jahre erstellt. Der Nitratbericht 2016 ist erschienen. Nitratberichte sind Grundlage für die Beurteilung der EU über die Fortschritte der deutschen Nitratminimierungsziele.
Der Bundes-Umweltministerin und dem Bundes-Landwirtschaftsminister ist dieser Fachbericht wieder keine Pressemeldung wert, trotz des medialen Wirbels um Nitrat im Grundwasser in letzter Zeit, insbesondere seit der Nitrat-Klage der EU gegen Deutschland vor dem EuGH. Die Österreicher melden das für ihren Nitratbericht 2016, bei viel weniger Ärger mit der Materie in Österreich (https://www.bmlfuw.gv.at/). Dafür gibt es eine Pressemeldung des Bauernverbandes (DBV): Der Bauernverband stellt heraus, dass es zu keinem Anstieg der Nitratbelastung im Grundwasser gekommen ist, bei Oberflächengewässer wird die großartige Erfolgsgeschichte von der Verbesserung der Gewässerqualitäten fortgeschrieben (vgl. Spiegel: Früher war alles schlechter). Nitratbericht 2016 erschienen – Ein Dokument der Irreführung weiterlesen

Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten

Es gibt wieder Neuigkeiten von Andreas von Tiedemann, Professor für Pflanzenpathologie aus Göttingen!

snap_vTiedemann_fernsehkritiktvDem regelmäßigen Leser dieses Blogs ist er bereits im Oktober positiv aufgefallen, als er die Berichterstattung von PlusMinus zum Thema Pestizide in einem offenen Brief scharf kritisierte. Dieser offene Brief wurde für einen ausführlichen Beitrag bei Fernsehkritik.tv aufgegriffen. Wirklich sehenswert- Herr von Tiedemann kommt dort ausführlich zu Wort.

Aber nicht nur das. Er verfasste zusätzlich auch einen Beitrag, der auf den Internetseiten des Deutschen Arbeitgeberverbandes veröffentlicht wurde. Ich bin ihm wirklich dankbar für diese Worte:

„Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten“

deutscherarbeitgeberverband_logoDie Sorgen um den Wirtschaftsstandort Deutschland angesichts von Technologiefeindlichkeit betreffen nicht nur die Industrie sondern in ganz besonderem Maße auch die Landwirtschaft. Mehr noch als die industrielle Produktion hat die Landwirtschaft mit ihrer Aufgabe der Ernährungssicherung eine unmittelbare Funktion in der Sicherstellung unserer essentiellen Lebensgrundlagen. Deshalb erscheint es so unverständlich wie eine Gesellschaft gerade diejenigen Technologien so kritisch sieht, ja ablehnt, die zu dem in der Geschichte der Menschheit bislang einmaligen Grad an Ernährungssicherheit geführt haben, den wir alle heute genießen.

Der Grund hierfür liegt prekärerweise im Erfolg der modernen Landwirtschaft selbst. Die Einführung moderner Methoden der Pflanzenproduktion, die in Europa und anderswo in den letzten fünf Jahrzehnten zur Vermehrfachung der Erträge in den wichtigsten Nahrungskulturen wie Mais, Reis und Weizen geführt haben und der entscheidende Grund dafür ist, dass in diesem Zeitraum der Pflug mit dem Storch Schritt halten konnte (siehe Tabelle), hat das Thema Nahrungsmittelknappheit in den entwickelten Ländern völlig aus dem Bewusstsein verdrängt. Der ungeheure Fortschritt in der Landwirtschaft durch Einführung besserer Anbautechnologien wird kurioserweise gerade durch den daraus resultierenden Erfolg mit der Ignoranz der davon Begünstigten bestraft. Die moderne Landwirtschaft hat – zumindest für den entwickelten Teil der Menschheit – ein solches Maß an Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln erreicht, dass dieser nicht mehr als außerordentliche Leistung sondern als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird. Die dramatische Folge für die Landwirtschaft ist, dass der Zusammenhang dieser komfortablen Wohlfahrtssituation mit den dafür notwendigen modernen Landbautechniken nicht mehr hergestellt wird. So kurios das klingt, eine weniger erfolgreiche Landwirtschaft, die immer wieder Knappheiten in der Versorgung herbeiführen würde, würde sich einer weitaus höheren Anerkennung erfreuen und müsste sich als Technologie nicht für Ihren Erfolg rechtfertigen.

vtiedemann_getreideproduktion

Das mangelnde Bewusstsein für den eigentlichen Ursprung unseres Ernährungswohlstands ist auch ein mangelhaftes Geschichtsverständnis. Warum wir die moderne Landwirtschaft nicht schätzen, sie aber schätzen sollten weiterlesen

allerlei Gerüchte ums Nitrat

In der FAZ vom 1.Oktober 2015 erschienen acht Artikel über Landwirtschaft und Ernährung. Georg Keckl macht sich ein paar Gedanken zu den Berichten und Artikeln. Dieses ist 13. Teil der kleinen Serie:

2.08 Mehr Öko-Hearsay zu Wasser & Nitrat

„Stickstoff wird als Nitrat massiv ins Grundwasser geschwemmt, so dass inzwischen bei fünfzehn Prozent des Trinkwassers der Nitratanteil über dem gesetzlichen Grenzwert liegt.“ ZITAT FAZ

Mainstream“ – aber falsch. Der Anteil des Trinkwassers, bei dem der Nitratanteil über dem gesetzlichen Grenzwert liegt, ist nahe Nullkommanichts!

ZITAT UBA: „Die Messdaten aus den Jahren 2011 bis 2013 zeigen: Das Trinkwasser hielt bis auf eine Ausnahme zu mehr als 99 Prozent alle Parameter ein.1

Wenn Nitrat so schlimm wäre, müsste man den Gemüseverzehr verbieten. Wer trinkt eigentlich noch Wasser aus dem Hahn? Die Nitratmenge aus dem echt getrunkenen „Trinkwasser“ ist im Vergleich zu Gemüse und Obst ein Witz.

Höchstmengenregelungen zu den Nitratgehalten in unterschiedlichen Lebensmitteln. Quelle: http://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/kontaminanten/nitrat/
Höchstmengenregelungen zu den Nitratgehalten in unterschiedlichen Lebensmitteln. Quelle: http://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/kontaminanten/nitrat/

Neuere Erkenntnisse sprechen dem Nitrat in den aktuellen Dosen einen Gesundheitsnutzen zu2. Es gibt inzwischen schon Nitrat-Fitnessdrinks3. Dieses Hearsay-Wissen breitet sich mit großer Unterstützung des UBA aus, Zahlen, Faken und Zusammenhänge werden durch „groß“, „bedeutend“, „Einfluss“ etc. ersetzt, wenn die echten Zahlen stören könnten – und man rückt die echten Zahlen zu den Behauptungen auch nicht raus4. Das UBA verstößt damit gegen die Beamtenpflichten5, es hat unparteiisch und seriös zu informieren.

5 Vgl.: http://www.gesetze-im-internet.de/beamtstg/__33.html


Die Ausgabe der FAZ vom 1.10.2015 ist als e-Paper hier erhältlich: http://e-kiosk.faz.net/faz-2015-10-01-pdf.html